red fabric verleiht Flüüügel

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Ich hab ja neulich schon angekündigt, dass ich auch einen zweiten Winter Sweater von Sewera zustande gebracht habe im Probenähen, nämlich als Kleid. Das sieht dann so aus:

Kleid mit Teilungsnähten und großen Volants in schwarz und rot

Das Foto verleiht dem Ausdruck „weiß wie eine Wand“ gleich eine neue Dimension, oder? Das ist aber dem komischen Licht geschuldet und überhaupt bin ich ja froh, dass ich das mit den Fotos durch Improvisation rechtzeitig hingekriegt habe, da leider als ich loslegen wollte doch glatt die Kamerahalterung meines Stativs abgebrochen ist! Zum Glück habe ich die Kamera gerade festgehalten.

Kleid mit Teilungsnähten und großen Volants in schwarz und rot, Seitenansicht

Aber so musste ich leider für die Fotos auf’s Handy zurückgreifen und das mit einem Ministativ und der Handyhalterung des kaputten Stativs in die Bruchstelle des kaputen Stativs stecken, da ich sonst nur querformatige Fotos hätte machen können und die nicht mal auf der richtigen Höhe. Womit man sich halt abends nach der Arbeit so rumschlägt wenn man „nur mal eben schnell“ ein paar Fotos machen will.

Kleid mit Teilungsnähten und großen Volants in schwarz und rot, seitliche Vorderansicht

Aber zurück zum Kleid. Sehen die großen Volants nicht klasse aus? Und das obwohl sie so weich fallen (an dem roten Stoff konnte ich deshalb nicht vorbeigehen) und Carina glaube ich eher standfeste Stoffe dafür empfohlen hat, aber mir gefallen sie super gut. Sieht ein bisschen aus wie Flügel, oder?
Ansonsten bin ich ein bisschen von der Anleitung bzw. dem Schnitt abgewichen und habe weder Bündchen, noch Kapuze genäht sondern einen Kragen „gefrankensteint“.

Kleid mit Teilungsnähten und großen Volants in schwarz und rot, nähere Aufnahme des Kragens

Dazu habe ich eigentlich einfach nur den Schnitt der Kapuze genommen und die eigentliche Kapuze abgeschnitten, sodass ich nur den Ansatz hatte. Durch die weichen Stoffe steht der Kragen nicht so gut wie bei ähnlichen Modellen sondern klappt nach unten und offenbart sein schwarzes Inneres, aber das finde ich ehrlich gesagt sogar ziemlich cool. So greift man auch im roten Mittelteil des Kleides nochmal das Schwarz der Außenteile und Ärmel auf.

Kleid mit Teilungsnähten und großen Volants in schwarz und rot, seitliche Rückansicht

Allgemein finde ich das Kleid jedenfalls total gemütlich und schön, auch das colour blocking finde ich prima. Mir persönlich gefällt der Schnitt ja sowieso mit 2 verschiedenen Farben bzw. einer optischen Teilung durch die Rüschen am besten, wenn alle Teile gemustert sind wird mir das je nach Muster vielfach irgendwie zu wild. Aber das ist ja zum Glück sowieso allen selbst überlassen und Ausnahmen bestätigen die Regel.
Also, wie würde euer Winter Sweater, egal ob als Pulli oder Kleid, aussehen? Seit ihr Fans der Volants?

punkten mit Punkten und Volants

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Neue Woche, neues Probenähen, jedenfalls gefühlt. Carina von Sewera hat ganz schön viel rausgehauen in letzter Zeit und ich durfte nach/während dem Pleat Dress auch diesmal wieder den neuen Schnitt testen. (–> kostenlose Werbung)

Pulli mit Teilungsnähten und Volants in schwarz und grau-gepunktetem Stoff

Der neue Schnitt, das ist in diesem Fall der Winter Sweater, ein Pulli mit Teilungsnähten, in denen optional schmale oder breite Volants mitgefasst werden können. Die geben dem Teil dann finde ich das gewisse Etwas und können es ganz schön aufmotzen.

Pulli mit Teilungsnähten und Volants in schwarz und grau-gepunktetem Stoff

Meine Version hier kommt mit den schmalen Volants, Kapuze und langen Ärmeln daher, es geht aber auch ohne Kapuze z.B. mit Bündchen und natürlich mit verschiedenen Ärmellängen. So ließe sich also auch ein extravagantes Sommertop aus Jersey nähen.

Pulli mit Teilungsnähten und Volants in schwarz und grau-gepunktetem Stoff, Rückansicht

Aber weil der Sommer ja wohl leider unbestreitbar vorbei ist und die Temperaturen gerade morgens oder an bewölkten/regnerischen Tagen doch schon ziemlich kühl sind habe ich mich eben – wie glaube ich (fast?) alle Probenäherinnen – doch für einen kuscheligen, langärmligen Pulli entschieden.

Pulli mit Teilungsnähten und Volants in schwarz und grau-gepunktetem Stoff mit aufgesetzter Kapuze

Schließlich bin ich bekanntermaßen eine Frostbeule… Wobei es auch noch kuscheliger gegangen wäre, mein Pulli ist nämlich „nur“ aus dickem Polojersey oder so, aber irgendwie war der Stoffmarkt was Sweatstoff angeht doch noch ziemlich unergiebig und die paar Teile, die sie hatten, waren natürlich Kinderdrucke. Nein danke. Also eben doch Punkte, die sind ja meistens gut und in diesem Fall außerdem besonders nett, weil sie aufgeflockt sind.

Pulli mit Teilungsnähten und Volants in schwarz und grau-gepunktetem Stoff, Rückansicht

Das verleiht dem Pulli dann gleich einen ganz anderen Griff und ist so schön flauschig beim drüberstreichen. =D Meine eine Kollegin war jedenfalls auch wieder total begeistert und hat mich gleich darauf angesprochen, wie toll das aussehe und ob ich das auch wieder selbstgenäht habe. Da konnte ich also auf jeden Fall mit den Punkten punkten. 😉

Pulli mit Teilungsnähten und Volants in schwarz und grau-gepunktetem Stoff, Rückansicht mit aufgesetzter Kapuze

Mal schauen, was sie sagt, wenn sie mich mal in der Kleiderversion mit den großen Volants sieht, die ich auch noch genäht habe. =P Der Schnitt lässt sich nämlich auch hervorragend zum Kleid verlängern – aber das zeige ich euch ein anderes mal. 😉

verstrickte Falten

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Diesesmal bei „knaxgurke näht Probe für Sewera“: das Pleat Dress. Und meins ist aus super kuscheligem Feinstrick, der geradezu auf kühlere Temperaturen wartet. Dabei bin ich doch so eine Frostbeule und hab auch noch so viele tolle Sommerkleider…

Frau in rotem Kleid aus Feinstrick mit Faltendetail am Ausschnitt

Na ja, das Schnittmuster für das Pleat Dress wurde mir jedenfalls im Rahmen des Probenähens wieder kostenlos zur Verfügung gestellt (–> unbezahlte Werbung) und kommt in Gr. 32-50. Dabei gibt es wie üblich bei Carina verschiedene Ärmellängen, zwei Schnittvarianten für’s Vorderteil je nach Größe der Oberweite und dieses mal sage und schreibe drei Rockvarianten. (In die ich diesmal übrigens, man mag es kaum glauben, keine Taschen reingefriemelt habe! Bei dem weichen Strickstoff hatte ich einfach die Befürchtung, dass die eh nichts aushalten und ausbeulen würden.)

Frau in rotem Kleid aus Feinstrick mit Faltendetail am Ausschnitt, Seitenansicht

Bei meinem Kleid hier seht ihr den schlichten ausgestellten Rock, allein schon aus dem Grund, dass das die erste verfügbare Schnittversion war und ich danach im Urlaub, sodass ich bisher leider keine der anderen Varianten nähen konnte. Dabei hätte ich sooo Lust auf einen Faltenrock gehabt! Aber was nicht ist kann ja noch werden… Faltenrock und Bleistiftrock sind nämlich die anderen beiden im Schnittmuster enthaltenen Varianten, die ihr auch auf dem Cover des Schnitts seht.

Frau in rotem Kleid aus Feinstrick, Rückansicht

Die Ansatznaht des Rocks kann man übrigens natürlich nach Belieben etwas variieren: ob auf Höhe der Taille, der Hüfte oder irgendwo dazwischen, und auch als Shirt funktioniert der Schnitt gut, wie etliche schöne Beispiele aus dem Probenähen beweisen. Aber das eigentlich Highlight und Wiedererkennungsmerkmal des Schnitts ist ja die Falte im Brustbereich.

Frau in rotem Kleid aus Feinstrick mit Faltendetail am Ausschnitt, Detailansicht Oberteil

Die hat auch gleich den angenehmen Nebeneffekt, dass sie dafür sorgt, dass man keine Abnäher mehr braucht. Win-win sozusagen. Und anhand der Beispiele der anderen Probenäherinnen kann ich sagen, dass die Falten auch mit Streifenstoffen super zur Geltung kommen, weil sie die ja quasi abknickt. Das sieht man auch bei einem der Beispielbilder im Link zum Schnittmuster ganz gut.

Frau in rotem Kleid aus Feinstrick mit Faltendetail am Ausschnitt, Frontansicht mit in der Hand gehaltenem Rock

Fairerweise muss ich euch übrigens vorwarnen und dazusagen: dieser Strickstoff hat es anscheinend in sich. Der ist wohl so elastisch, dass das Kleid erstmal deutlich zu groß war und ich einiges einnehmen musste. Ähnliches ist mir aber bei einer Jacke aus der grauen Version dieses Stoffs passiert, nur dass ich es damals auf den komischen Ami-Schnitt geschoben habe. Aber jetzt, wo schon zwei Teile aus dem Stoff auffallend groß geraten sind und vor dem Hintergrund, dass mir Carinas Schnitte für gewöhnlich ziemlich gut passen und von den anderen Probenäherinnen auch keine Klagen kamen, muss das wohl eindeutig am Stoff liegen. Nur so als Vorwarnung falls ihr auch mal aus so einem ultraweichen Flauschstrick (meiner war übrigens vom Stoffmarkt am Maybachufer hier in Berlin) nähen wollt… Ich werde dann wohl beizeiten noch eine Version aus hoffentlich unkompliziertem Jersey nähen.

Disco oder Club?

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Ich hab ja nun schon öfter gehört, dass man „heutzutage“ nicht mehr „Disco“ sagt, weil das „total out“ oder wahlweise „von vor-vorgestern“ o.ä. sei, sondern das jetzt „Club“ heiße. Wie steht’s da bei euch? Mir ist das eigentlich ziemlich schnuppe, aber ich sehe auch keinen Grund, nicht mehr Disco zu sagen. Nicht, dass ich mich allzuoft in solchen rumtreiben würde, zwecks nicht ganz massenkompatiblem Musikgeschmack gehe ich dann doch eher mal in „Gruftischuppen“ oder so. 😛

Frau in grau-schwarz-gestreifter 3/4-Hose und schwarzem Top, Frontalansicht

Nichts desto trotz heißt der Schnitt, den ich euch heute zeige, aber Disco Pants und ist mal wieder von Sewera. Dafür zur Abwechslung aber selbst gekauft ;), nicht immer nur Probenähen. (Trotzdem wohl unbezahlte Werbung und so.) Daran hat mir vor allem der rückwärtige Reißverschluss gefallen, also war klar, dass mein Modell dieses Detail haben muss. Und der gestreifte Stoff weckt bei mir sowieso eher Assoziationen zu Steampunk als zu Disco.

Frau in grau-schwarz-gestreifter 3/4-Hose und schwarzem Top, Ansicht von schräg hinten
Auf dem Stoffmarkt ist mir dann ein schicker Streifenstoff über den Weg gelaufen, der leider einen Nachteil hat: er ist nicht elastisch. Da der Schnitt aber eigentlich auf leicht elastische Stoffe ausgelegt ist musste ich natürlich ein bisschen tricksen, viel Nahtzugabe lassen und ein bisschen was anpassen. Aber im Endeffekt passt die Hose, nur sitzt sie halt vielleicht an den Beinen nicht so knackig wie bei elastischen Stoffen und ist nicht so, sagen wir mal nachgiebig, bei manchen Bewegungen.

Frau in grau-schwarz-gestreifter 3/4-Hose und schwarzem Top, das sie hebt um den Bund zu zeigen

Dafür ist dann auch wieder die Taille ein bisschen groß geraten, aber so kann man sich wenigstens besser bewegen.
Mein eigentliches Problem ist eher, dass der Bund bis zur Taille reicht, was mir vorher irgendwie nicht aufgefallen ist, ich aber eigentlich gar nicht so gerne trage.

Frau in grau-schwarz-gestreifter 3/4-Hose und schwarzem Top, Seitenansicht

Zumal das bei mir in dem Fall finde ich irgendwie den Bauch unschön betont wenn ich ein kürzeres oder engeres Shirt trage, und vor allem sieht man dann von dem Reißverschluss unter dem Oberteil leider quasi nichts mehr.

Frau in grau-schwarz-gestreifter 3/4-Hose und schwarzem Top, Rückansicht

Sollte ich den Schnitt nochmal nähen würde ich also wohl versuchen, ihn so anzupassen, dass der Bund weiter unten sitzt, aber das bedeutet leider auch, den quasi komplett neu zu zeichnen. Oder zu gucken, ob eine der größeren Größen zufällig halbwegs zur abgesäbelten Bundweiter weiter unten passt. Mal gucken. Aber da ich momentan auch keinen passenden Stoff im Visier habe und eigentlich auch keine 3/4-Hose oder lange mit halbwegs engem Bein brauche ist das erstmal nicht so dringend.

Frau in grau-schwarz-gestreifter 3/4-Hose und schwarzem Top, Detailansicht Potasche

Aber den Reißverschluss hinten finde ich echt cool. Vielleicht muss ich mal ein Shirt dazu nähen, das hinten kurz und vorne länger ist? Das klingt doch nach einer Maßnahme…

 

wrap me up in starry nights

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Mein untypisch helles Silk’n’Stars-Kleid habe ich euch ja schon gezeigt, und weil das eben so untypisch für mich ist musste ich natürlich die zweite Version stilecht in schwarz nähen – ist klar, oder? 😉 Dafür habe ich auf dem Stoffmarkt nach einigem drumherum schleichen 3 Meter einer strukturierten, leichten Baumwolle erstanden, aus der dann eine lange Version des Kleides geworden ist.

Diesmal habe ich auf den Reißverschluss verzichtet und etwas anders genäht als in der Anleitung vorgesehen, nämlich als echtes Wickelkleid. Dafür habe ich einfach die Ober- und Rockteile „offen“ zusammengenäht, also ohne beides vorher zu überlappen. Zusätzlich habe ich ein kleines Loch in einer der Seitennähte gelassen, natürlich erst in der falschen, und da dann das Bindeband durchgeführt, das ich vorher zwischen Oberstoff und Futter mitgefasst hatte.

So kann ich das Kleid an der Taille wunderbar auf die richtige Weite binden. Außerdem habe ich in dieser Version wie angekündigt den Brustabnäher um 2 cm nach oben verschoben und zusätzlich das Rückenteil in der Mitte noch um 1 cm verkürzt um mein Hohlkreuz ein bisschen mehr auszugleichen. Bei der Gelegenheit hab ich natürlich auch vollkommen verpennt, dass die aktualisierte Schnittversion im Rückenteil eigentlich nicht mehr im Bruch zugeschnitten wird… aber der Fadenlauf hat es mir offenbar nicht allzu übel genommen.

Die Kamera war hingegen ganz offensichtlich nicht so begeistert von dem schwarzen Stoff und den vorherrschenden Lichtverhältnissen, sodass ich leider feststellen muss, dass ihr vermutlich gar nicht so viel seht. Aber ich schwöre, es ist hübsch! Also… mir gefällt es jedenfalls.

Sieht man gar nicht auf den albernen Fotos, oder? Gebt euch jedenfalls nicht der Illusion hin der Hut würde mit diesem Dutt auf meinen Kopf passen. Im Gegenteil, mit Hut oder Helm muss ich immer Zopf tragen, sonst wird das einfach nichts. Aber lose auf den Dutt draufsetzen ging natürlich.

Zum Thema drauf- bzw. in diesem Fall eher einsetzen kann ich auch noch berichten, dass die Ärmel dieses Mal zum Glück 1a gepasst haben – der Stoff war eben ganz eindeutig viel kooperativer als die verzogene Viskose! Und auf dem Foto kann man wenn man genau hinsieht sogar das Loch für das Bindeband sehen.

Ganz wichtig natürlich auch hier: Taschen! Bei der letzten Version bin ich leider daran gescheitert, mit der dünnen Viskose sah das einfach grauenvoll aus und fiel überhaupt nicht richtig, beulte überall, aber hier… hier ließen sich die Taschen wie geplant ganz wunderbar in der Seitennaht verstecken. Heureka!

Und überhaupt freue ich mich total darauf, das nicht-ganz-so-kleine Schwarze hoffentlich bald endlich mal mit fetzigen roten Accessoires wie diesen Sandalen auszuführen. Leider hat das Wetter seit der Fertigstellung aber nicht mehr ganz so mitgespielt und die Gelegenheiten sind ja Dank dem bösen C-Wort auch so ziemlich auf „zur Arbeit“ beschränkt, wo es allein schon deshalb etwas unpraktisch ist, weil ich es, wenn ich nicht aufpasse, ständig schaffe, mit dem Bürostuhl über lange Rocksäume zu fahren… Aber hoffentlich ergibt sich bald mal wieder die Gelegenheit bzw. v.a. das passende Wetter.

Silk’n’Stars’n’Leo

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Ich war mal wieder bei einem Probenähen dabei (Stichwort unbezahlte Werbung und so…), wie so oft wieder für Carina von Sewera. (Ich schwöre, ich mache nicht immer nur beim Probenähen mit, sondern kaufe auch Schnitte von ihr, und ich nähe auch noch andere Schnitte als ihre. :P)
Die durfte nämlich einen Schnitt zu einem Buchcover entwerfen. Klingt spannend, oder?

helles, knielanges Kleid in Wickeloptik mit schwarzem Leomuster, Rock gelüpft

Entworfen hat sie jedenfalls das Silk’n’Stars-Kleid, ein Kleid in Wickeloptik mit Flatterärmeln. Zugegeben, es gibt auch noch eine langärmlige Version, aber ich glaube, die hat bei der aktuellen Hitze tatsächlich nur eine Dame genäht. (Aber sehr hübsch!) Ups.
Ebenfalls spannend an der Sache ist, dass Carina auch eine Kinder- bzw. Teenieversion des Schnitts entwickelt hat und sich daraus dann auch eine Jumpsuit-Option für Damen ergeben hat. Für die Kinder war nämlich zum Toben eine Shorts geplant, die unter den Rock kommt, und das fand anscheinend auch in der Damenwelt großen Anklang, sodass der Ruf nach einem Jumpsuit laut wurde.

Ich persönlich kann den Dingern zwar gar nichts abgewinnen, wahrscheinlich muss ich dazu einfach zu oft auf Klo als dass ich mich jedes Mal auch noch aus dem Oberteil rausschälen wollen würde, aber sei’s drum. Jeder das ihre oder so, auch Jumpsuits gab’s jedenfalls beim Probenähen einige zu sehen.

helles, knielanges Kleid in Wickeloptik mit schwarzem Leomuster, Rückansicht

Als ob das noch nicht genug wäre gibt’s aber auch noch einen schmalen Rock, also so ziemlich für (fast) jede was dabei.

Und am allerbesten: den Schnitt für’s Kleid könnt ihr (ich glaube nach einer Newsletteranmeldung) kostenlos runterladen, und zwar auf der Seite des Verlags, auf der ihr auch Infos über das Buch findet, das sich natürlich thematisch auch mit dem Nähen beschäftigt. (Es klingt tatsächlich ein bisschen nach „Mulan mit Nadel und Faden“. :P) Der Schnitt ist ja schließlich quasi auf das Titelmodell. Den Schnitt für den Jumpsuit bzw. die Hosenerweiterung findet ihr hingegen (ebenfalls kostenlos) bei Bernina und das Ganze kommt in Damengrößen 32 – 50 und Teeniegrößen 134 – 158.

Wenn ihr flott seid könnt ihr übrigens bis morgen, 3. Juli um 20 Uhr auf Carinas Instagramaccount sogar noch ein Exemplar des Buches gewinnen.

helles, knielanges Kleid in Wickeloptik mit schwarzem Leomuster, von schräg vorne

Mit dieser ersten Kleiderversion habe ich jedenfalls zugegebenermaßen ganz schön gekämpft und geflucht, das liegt allerdings am unkooperativ-flutschigen Stoff. So angenehm die Viskose auch zu tragen ist, so anstrengend war sie zu vernähen. Ständig hat sich was verschoben, keine Naht passte mehr wirklich aufeinander, seien es Seitennähte von Rock und Oberteil oder Oberteil und Ärmel…
Anscheinend hat sich das Ganze beim aufmalen, zuschneiden und/oder nähen ordentlich verzogen, irgendwie war nämlich plötzlich der Oberstoff länger als das Futter und der Rock hinten breiter als das Oberteil, und dann hat sich auch noch ständig was verschoben und ist in Form von Falten reingeraten, wo es gar nicht hinsollte, oder wurde gar nicht mitgefasst… Ihr könnt euch sicher denken, wie froh ich war, als das Kleid endlich fertig war.

helles, knielanges Kleid in Wickeloptik mit schwarzem Leomuster, Seitenansicht

Für mich war diesmal der Brustabnäher etwas zu tief (obwohl er laut Maß genau hätte hinkommen sollen), den habe ich also für die 2. Version nach oben verschoben, und die Taille noch zu weit und das Rückenteil zu schlabberig. Ob das jetzt am Schnitt liegt oder am verzogenen Stoff oder beides vermag ich ehrlich gesagt nicht mit Sicherheit zu sagen. Na ja, ich hab dann einfach einen schmalen schwarzen Gürtel dazu getragen und überlege, aus dem Reststück noch einen Stoffgürtel zum binden zu machen. Und das Rückenteil hat Carina in der 2. Schnittversion dann auch nochmal angepasst. Außerdem gibt es jetzt die Empfehlung, entweder den Ausschnitt mit ein paar Handstichen zu fixieren (wie ich hier) oder einen Druckknopf anzubringen, da der sonst leider aller Änderungsversuche zum Trotz bei vielen mindestens im Sitzen zum Aufspringen neigt.

helles, knielanges Kleid in Wickeloptik mit schwarzem Leomuster

Ansonsten habe ich mich aber bei den aktuellen Temperaturen schon mal sehr wohl gefühlt in dem Kleid, und das obwohl es ungewohnt hell für mich ist. 😛 Aber der Leostoff war irgendwie auch die einzig annehmbare Viskose, die der Stoffmarkt zwischen tausend Blümchenprints hergegeben hat, und Blümchenprints sind leider so absolut gar nicht meins. Da war ich schon froh, als ich beim 3. Gang über den Markt endlich den dünnen, fast leeren Ballen mit diesem Stoff zwischen ein paar anderen hervorlugen sah, vorher hatte er sich nämlich offenbar gut versteckt. Da ich in beide Richtungen zuschneiden konnte (und für’s Futter einen anderen Stoff genommen habe) hab ich es übrigens geschafft, den Schnitt auf knapp 1,5 m zu quetschen, aber davon würde ich sicherheitshalber gerade bei anderen Größen nicht ausgehen.

locker flockig beflockt

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Schon seit einigen Jahren, ich kann gar nicht recht sagen wie vielen, begleitet mich ein  dünnes, graues, fledermausartiges Shirt mit schwarzem Flockprint. Im Frühling und Herbst, so es diese Jahreszeiten denn noch gibt, trage ich es je nach Temperatur gerne über einem langärmligen Oberteil, z.B. einem dünnen Rollkragenpulli, oder einem Top.
Ebenfalls schon ziemlich lange wollte ich dieses Shirt gerne nachnähen. Es ist auch schon eine ganze Weile her, dass mir dazu ein hübscher, dunkelroter Flockjersey über den Weg gelaufen ist, der sich leider nach der Wäsche als ziemlich verzogen und schief rausgestellt hat. Auf einer Seite war von dem gekauften Meter doch glatt nur noch 87 cm übrig!

Frau mit dunkelrotem fledermausartigem Shirt, eine Hand auf den Kopf gelegt

Zum Glück hat es trotzdem gereicht und so hab ich in meinem Urlaub im Mai neben etlichen anderen Sachen (ich sage nur 3 Hosen, 3 Kleider, ein gestrichener Bilderrahmen, ein gestrichener Pinnwandrahmen und eine DIY-TV-Erhöhung… – daher auch das Chaos im Hintergrund) auch dieses Projekt endlich in Angriff genommen.

Frau mit dunkelrotem fledermausartigem Shirt, eine Hand vor dem Oberbauch

Zwischendrin lag das Shirt auch noch eine Weile ohne Säume rum, denn – oh Schreck – ich hatte gar keinen passenden Faden! Zum Glück bin ich im Urlaub aber auch noch eine Woche zu meinen Eltern gefahren und habe in Mamas sträflich vernachlässigtem Garnsammelsurium einen halbwegs passenden Farbton gefunden, sodass ich das Shirt wieder in Berlin dann zügig fertig nähen konnte. Und anziehen, denn ein paar temperaturtechnisch passende Tage haben sich seitdem tatsächlich noch ergeben.

Frau mit dunkelrotem fledermausartigem Shirt, Rückansicht

Also die zwischen „zu kalt“ und „zu warm“ (für das Shirt) und „Was zur Hölle passiert hier eigentlich gerade?“, auf die man sich halbwegs einstellen kann. An diesen Tagen war ich jedenfalls sehr zufrieden mit dem Shirt.

Frau mit dunkelrotem fledermausartigem Shirt, eine Hand in die Hüfte gestützt

Die Ärmel scheinen ein wenig enger als beim Original, aber das liegt sicher am Stoff, das Vorbild ist nämlich auch einer Art dünnem Strick und von einer merklich anderen Elastizität. Aber das tut dem Shirt und seiner Gemütlichkeit zum Glück keinen Abbruch.

Frau mit dunkelrotem fledermausartigem Shirt, Hände locker in die Hüften gestützt

Comeback des Vokuhila

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Natürlich nicht bei den Frisuren (hoffe ich jedenfalls?), aber ich schulde euch ja noch meine zweite Valeria von neulich, die mit der Schnürung. Und Fledermäusen. 😀

Frontalansicht: Frau in ärmellosem Vokuhilakleid in grau mit schwarzen und weißen Fledermäusen und Rückenschnürung

Das ich bei dem Stoff nicht widerstehen konnte war doch eigentlich klar, oder? Wenn ich mich recht erinnere habe ich den im Rahmen meiner Suche nach Möbeln und Kleinscheißkram mal ausgerechnet bei Poco in der Stoffabteilung gekauft, wo zu meinem Leidwesen alle Stoffe zwangsweise in Plastiktüten verpackt und diese zugeklebt werden, wohl damit man damit bis zur Kasse kein Schindluder betreiben kann. Wie auch immer das aussehen sollte… Aber das wusste ich natürlich vorher nicht und wie gesagt, an einem Jersey mit Fledermäusen (und vertretbarem Preis) konnte ich selbstverständlich nicht vorbeigehen.

Seitenansicht: Frau in ärmellosem Vokuhilakleid in grau mit schwarzen und weißen Fledermäusen und Rückenschnürung, sie hat die Hand in der Tasche

Eigentlich hatte ich ursprünglich angedacht, dieser Valeria Flügelärmel zu verpassen, quasi thematisch passend zu den Fledermäusen, aber irgendwie erschien es mir dann doch, um’s mit AC/DC zu sagen, einen „touch too much“ und besser passend zur Leo-Valeria. Enge Ärmel wollten mir dazu in meinem Kopf auch nicht so recht gefallen, also wurde es kurzerhand doch die ärmellose Variante.

Rückansicht: Frau in ärmellosem Vokuhilakleid in grau mit schwarzen und weißen Fledermäusen und Rückenschnürung

Dafür aber mit Schnürung im Rücken, denn das Dekokreuz hätte mich glaube ich in dem Fall auch wieder in Richtung AC/DC gebracht und die Schnürung ist ein schöner Hingucker, aber irgendwie doch auch dezenter. Jedenfalls in schlichtem Schwarz, bei anderen Mädels sah das in bunt zum Teil ganz anders aus. Und schaut mal, wie ulkig die Schnur in der Sonne Schatten wirft!

zwei Rückenansichten: Frau in ärmellosem Vokuhilakleid in grau mit schwarzen und weißen Fledermäusen und Rückenschnürung

Für die Schnürung habe ich übrigens einfach Satinband genommen, davon hatte ich noch verschiedene Breiten in ausreichender Länge da. Und Taschen hab ich selbstverständlich auch wieder eingearbeitet, aber das haben aufmerksame Bildchenguckende ja sicher oben schon bemerkt. 😉 (Etwas neidvoller Kommentar meiner Cousine hierzu übrigens: „Menno, wieso kann ich eigentlich nicht nähen?!“ – tja, keine Ahnung.)  Jedenfalls finde ich beide Dekovarianten für das Rückenteil sehr schön, sowas ist ja bekanntermaßen genau mein Ding.

Auch hier wieder: der Schnitt Valeria wurde mir zum Probenähen kostenlos zur Verfügung gestellt und ist bis zum 27.5.20 zum Angebotspreis zu haben. Wie gefällt euch der Schnitt, und was gefällt euch besser, Schnürung oder die gekreuzten Teile?

das Drama um Ruby

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Ich habe es ja neulich schon erwähnt, aber es steht nicht gut um Ruby. Schon vor einer ganzen Weile fing sie an, gelegentlich Stiche auszulassen, vorzugsweise an dicken Stellen, beim Zickzack oder mit der Zwillingsnadel, wo sie gerne einfach nur einen von beiden Oberfäden vernäht hat.
Außerdem hat sie plötzlich öfter einfach rückwärts genäht, ohne dass ich die Rückwärtstaste betätigt hätte. Entweder einfach mitten in der Naht nach einer kurzen Nähpause oder auch schon direkt nach dem Einschalten. Dann half meistens nur ausschalten, ein bisschen warten und es nochmal versuchen, manchmal musste ich das Prozedere aber auch mehrfach machen bis sie endlich wieder vorwärts nähte.

Es war also klar: Ruby muss mal zur Wartung. Vor meinem Umzug nach Berlin habe ich das nicht mehr geschafft, also habe ich mir hier ein Nähmaschinencenter in der Nähe gesucht, damit ich mit meiner Sackkarre nicht so weit zockeln muss, denn ein Auto habe ich ja nicht. Hätte ich mal bloß länger gesucht… Ich entschuldige mich bereits vorab für die „wall of text“, aber leider handelt es sich bei der Geschichte bisher um eine unendliche.

Bereits im August letzten Jahres schrieb ich also eine Mail ans Nähmaschinencenter um mich zu erkundigen, wann ich mit der Maschine vorbeikommen kann/soll und wie viel ein Wartung in Etwa kostet. Daraufhin sagte man mir, ich solle sie einfach vorbeibringen und der Techniker erstelle dann einen Kostenvoranschlag. Soweit so gut. Dachte ich.
Der Kollege, der mir dann nach 6 Wochen „Entzug“ schlussendlich auch die Nähmaschine seines Opas geschenkt hat, hat netterweise angeboten, die Maschine mit mir hinzubringen und abzuholen, da er eh bei mir in der Nähe wohnt und das für ihn kein großer Umweg sei.

unsauberes Stichbild einer Nähmaschine, es werden mehr Stiche ausgelassen als genäht

Wir schrieben also den 21.8.2019 und ich lieferte die gute Ruby beim Nähmaschinencenter ab. Dort bekam ich die Info, es könne 2 Wochen dauern, da die Werkstatt voll sei. Okay, 2 Wochen sind jetzt eigentlich verschmerzbar (im Nachhinein betrachtet eh ein Klacks), aber die Werkstatt ist voll? Genau deshalb hatte ich doch vorher nachgefragt wann ich sie bringen kann, damit ich nicht so lange warten muss. Da hätte ich sie auch woanders hinbringen können… (Sollen!)
Also durfte ich erstmal 40 € für den Kostenvoranschlag berappen, die dann später mit dem Wartungsbetrag verrechnet werden sollten. Quasi damit ich auch ja nicht anders kann als dem Vorschlag zu folgen. (Ja, ich weiß, es kostet auch Zeit und ist Arbeitsleistung, die Maschine durchzuchecken und den Kostenvorschlag zu schreiben. Hätte ich allerdings weitergeguckt hätte ich noch eine andere nicht allzu weit entfernte Werkstatt gefunden, bei der ich den Kostenvoranschlag kostenlos gekriegt hätte.) Außerdem beschrieb ich natürlich ausführlich die Fehler und Probleme, also v.a. die fehlenden Stiche und das Rückwärtsnähen.

Nach etwas mehr als 2 Wochen kam dann, so ziemlich zum einzigen Mal, tatsächlich ein Anruf. Ob ich sitze. Es müsse die verbogene Nadelkopfstange ausgetauscht werden, Kostenvoranschlag ca. 280 €, ob ich das machen wolle. Die Maschine sei ja aber sonst noch in einem top Zustand, also daran hätte ich bestimmt nochmal 10 Jahre oder mehr.
Und Ruby kann als Näh- und Stickmaschine ja auch einiges und mit einem vergleichbaren neuen Modell wäre ich wahrscheinlich gut 1000 € losgeworden, also habe ich wohl oder übel in den sauren Apfel gebissen und zugesagt, unwissend, ob dieser Austausch tatsächlich nötig ist. Denn wie sowas verbiegen kann ist mir ehrlich gesagt etwas schleierhaft, aber man sagte mir natürlich nur „doch, das geht schon“.
Dann, nachdem ich zugesagt hatte, eröffnete man mir, dass übrigens der Techniker die nächsten 2 Wochen im Urlaub sei und erst am 25.9. wiederkomme (was eigentlich fast 3 Wochen waren, aber hey…). Na prima. Ich wiederhole: genau deshalb hatte ich gefragt. Die meisten Urlaube kommen ja nun auch nicht sooo unerwartet, dass man das erst am Tag davor erfährt. Hieß also schon mal 4-5 Wochen warten bevor sich überhaupt irgendwas tut.

Es zogen 2 Wochen ins Land, es zogen 3 Wochen ins Land, … bis ich schließlich, ich glaube es war 4 Wochen nach dem Kostenvoranschlag, etwas genervt mal anrief und fragte, was denn jetzt mit meiner Nähmaschine sei. Der Herr am anderen Ende der Leitung wusste natürlich von nichts und wollte mal seinen Kollegen fragen, der rufe mich dann zurück.
Tja. Etwa 1 Woche später rief ich also nochmal an und fragte nochmal nach und machte meinen Ärger deutlich. Diesmal konnte man mir tatsächlich immerhin sagen, dass das Ersatzteil noch nicht da sei, man kümmere sich drum und melde sich in einer Woche wieder. Nicht.
Als es nun besagte eine Woche später ca. 15 Minuten vor Ladenschluss war und sich natürlich wieder niemand gemeldet hatte rief ich also abermals genervt dort an, nur um zu hören zu bekommen die Maschine sei heute fertig geworden und man habe mich ja noch anrufen wollen, es sei ja schließlich noch nicht geschlossen, und überhaupt sei das natürlich eine bedauernswerte Ausnahme, normalerweise rufe man immer an. Ja nee, ist klar.

 

Wir schrieben den 16.10.2019, 8 Wochen nachdem ich Ruby zur Wartung gebracht hatte und ich durfte sie tatsächlich wieder abholen. Selbstverständlich war (bzw. bin) ich verärgert darüber, dass ich 2 Monaten warten musste, falsche Zeitangaben genannt bekam und ansonsten überhaupt nicht mit mir kommuniziert wurde, im Gegenteil ich dem Laden hinterherlaufen musste und nicht mal den versprochenen Rückruf bekam. Und das alles für fast 280 €! Also wollte ich wenigstens ein bisschen runterhandeln und mir erklären lassen, wie denn überhaupt eine Nadelkopfstange verbiegen kann. Natürlich erfolglos. Man zeigte sich überhaupt nicht einsichtig, man könne schließlich auch nichts dafür, dass das Ersatzteil nicht früher angekommen sei (mag stimmen, aber wenigstens darüber informieren könnte man mich!) und an dem Kostenvoranschlag sei jetzt nichts mehr zu machen, der sei schließlich schon so geschrieben. Wohlgemerkt mit 150 € Lohn. Dafür, dass da gefühlt 3 Kreuzchen bei den Arbeitsleistungen gemacht waren, fragt man sich also schon, wie viele Stunden der Techniker da wohl dran gesessen haben mag bzw. was da für ein Stundenlohn zugrunde liegt.
Nachdem ich mehrfach meinen Unmut über die mangelnde Kommunikation kundgetan und geäußert hatte, dass ich es eigentlich nicht einsehe, so einen Haufen Geld dafür zu zahlen, dass man mich statt 2 Wochen satte 2 Monate ohne Nähmaschine sitzen gelassen und keinen Ton gesagt habe erbarmte sich der Mitarbeiter, der mich zeterndes Etwas abgekriegt hatte, immerhin mir sein „Entgegenkommen“ in Form eines Sets Maschinenstickgarns auszudrücken.
(Mittlerweile hing am Tresen übrigens immerhin ein Schild, dass aufgrund des hohen Aufkommens momentan keine Maschinen mehr zur Wartung/Reparatur angenommen würden. Gleiches steht auch aktuell, 7 Monate später, auf ihrer Webseite. Scheint also ein gängiges Problem zu sein… aber wenn der Techniker auch immer so völlig unvermittelt Urlaub hat wahrscheinlich nicht verwunderlich.)

 

Wir schrieben immer noch den 16.10.2019, ich packte Ruby zuhause aus und musste feststellen: sie ist ganz schön schmuddelig.

dreckiges Gehäuse einer Nähmaschine

Total eingestaubt. Na ja, nach 8 Wochen rumstehen im Nähmaschinencenter wahrscheinlich kein Wunder, aber dafür, dass auf dem Kostenvoranschlag auch was von „Maschine gesäubert“ steht war das erst Recht etwas befremdlich. Mal ganz davon abgesehen, dass ich mich schämen würde, einer Kundin ihre Maschine so dreckig wiederzugeben und das ehrlich gesagt schon recht unverschämt finde. Aber was will man machen, genug geärgert… dachte ich.
Ich schaute mir die beigelegte Nähprobe an und war alles andere als überzeugt, die Fadenspannung schien überhaupt nicht zu stimmen und man sah deutlich, wie der Oberfaden weit auf die Unterseite gezogen wurde. Das sah eigentlich vorher besser aus.

unsauberes Stichbild einer Nähmaschine, der Oberfaden wird auf die Unterseite gezogen und die Stiche sind schief

Der Hammer kam aber erst, als ich sie einschaltete und selbst Probenähen wollte, denn: sie nähte sofort wieder rückwärts! Also genau das Problem (bzw. eins davon), weshalb sie 2 verdammte Monate bei der „Wartung“ gewesen war! Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie stinksauer ich war…

Es folgte natürlich eine erboste Mail ans Nähmaschinencenter, in der ich kostenlose Nachbesserung forderte, schließlich hatte ich schon einen Haufen Geld für die vermeintliche Wartung/Reparatur bezahlt und muss mich ernsthaft fragen, wie gründlich die Maschine wohl „gewartet“ hat wurde, wenn sie nicht nur verdreckt ist, sondern auch genau die Fehler immer noch hat, auf die die Kundin extra hingewiesen hat. Außerdem hatte ich die Schnauze so voll, dass ich ihnen ein Ultimatum setzte und verlangte, dass das Ganze doch bitte innerhalb einer Woche stattzufinden habe, ansonsten möchte ich mein Geld zurück. Darauf kam nur die Antwort, ich solle die Maschine doch bitte wieder vorbeibringen.

Gesagt, getan, wieder den Kollegen gebeten, das Teil mit mir durch die Gegend zu fahren.
Am 21.10. im Laden angekommen merkte man schon, dass der Herr, der mir die Maschine auch ausgehändigt hatte, sichtlich unerfreut darüber war, mich schon wieder zu sehen, und offenbar der Meinung war, das könne ja alles gar nicht sein und überhaupt die Nähprobe sei doch in Ordnung, besser gehe es halt nicht. (Äh, was?! Die Maschine hat jahrelang besser genäht als das!) Er versuchte doch tatsächlich sogar, mir die Schuld in die Schuhe zu schieben! So wollte er zum Beispiel plötzlich wissen, was ich denn für eine Steckdose benutze, weil er ja schon mal einen Kunden mit dem Problem gehabt habe und nachdem der eine andere Steckdosenleiste benutzt habe sei das Problem behoben gewesen. Tja, nur dummerweise nutze ich eine ganz normale Wandsteckdose und auch die ist hier in Berlin nicht die selbe wie zuvor bei meinen Eltern 600 km entfernt, wo das Problem auch schon auftrat.
Seine nettere Kollegin fragte dann geistesgegenwärtig, ob wir nicht mal hier nähen könnten, vielleicht um zu verhindern, dass ich dem Vogel an die Gurgel springe oder er mir, man weiß es nicht. Jedenfalls muss ich sagen erfüllte es mich mit einer gewissen Genugtuung, als der „die ist einfach nur zu blöd“-Typ sich selbst an die Maschine setzte, sie an seine eigene Steckdosenleiste anschloss, anschaltete, losnähte und sie rückwärts nähte. Und noch viel mehr als diese Tatsache wahrscheinlich der vollkommen verblüffte, irgendwie ertappt-bloßgestellte Blick auf seinem Gesicht.

Ihm schien es dann auch nicht zu schmecken, als er die Maschine natürlich wieder in Reparatur nehmen musste, da es ihm offenbar vollkommen unbegreiflich war, dass er nicht Recht hatte. Gleichzeitig verfiel er aber natürlich auch in Rechtfertigungen, dass es ja schwierig sei bei nicht dauerhaft auftretenden Fehlern und man ja nicht alles prüfen könne. Mag sein, aber der Fehler trat ja mittlerweile bei fast jedem zweiten Anschalten an, von der grottenschlechten Fadenspannung ganz abgesehen, das hätte also in 2 Monaten durchaus mal reproduzierbar sein müssen. Ich meine, es war ja jetzt sowohl bei mir als auch bei ihm auf Anhieb reproduzierbar. Abgesehen davon hatte ich ja explizit darum gebeten, genau danach zu gucken.

Aber so ging das Spiel natürlich von Neuem los. Maschine abgegeben, gewartet, nichts gehört… Die Frist von einer Woche war natürlich verstrichen, aber das war denen je eh egal. Eine Nachfrage meinerseits förderte immerhin zutage, dass wohl eins von drei Dingen sein könne, bestenfalls der Stellmotor, schlimmstenfalls die Platine (das Dritte ist mir mittlerweile entfallen), und sie jetzt wohl den Stellmotor tauschen wollten. Zwischenzeitlich musste ich dann auch noch für 4 Wochen auf einen Lehrgang nach Wiesbaden, was auch die Abholung der Nähmaschine verzögerte – allerdings nicht viel, denn es dauert ja eh immer alles ewig.
Während ich also in Wiesbaden war kam ausnahmsweise irgendwann tatsächlich mal ein Anruf, dass es der Stellmotor nicht war und man die Maschine jetzt zu Brother schicken werde, da man ja nicht auf Verdacht alle Ersatzteile bestellen könne, die man dann nicht mehr zurückgeben könne. (Vielleicht auch besser so, wenn man anscheinend eh nicht damit umzugehen weiß…) Mit Brother hatte ich mittlerweile eh selbst Kontakt per Mail aufgenommen und der Herr dort schien auch etwas verwundert, dass man sich des Transportproblems so gar nicht angenommen hatte…

 

Wir schrieben den 10.12.2019 und ich konnte meine Nähmaschine zum 2. Mal abholen. War ja auch nur fast 4 Monate her. Man hatte mich ausnahmsweise schon als ich in Wiesbaden war angerufen und darüber informiert, dass sie abholbereit sei, aber da ich ja nicht in Berlin war und dann auch noch mein Kollege mit dem Auto Zeit haben musste hat es nach meiner Rückkehr noch eine Woche gedauert. Bei Brother hatte die Maschine auch nochmal eine Rechnung von 105 € produziert, die mir dann aber seitens des Nähmaschinencenters „aus Kulanz“ erlassen wurde. Sonderlich „kulant“ finde ich es zwar nicht, einen Auftrag mangelhaft durchzuführen und einem dann die Kosten für’s „wieder gerade biegen“ zu erlassen, aber hey… immerhin musste ich mich diesmal nicht rumstreiten.

Soweit, so gut, sie hat tatsächlich erstmal genäht, sogar vorwärts. Obwohl ich wegen meines Weihnachtsurlaubs bei meinen Eltern und der Arbeit wirklich nicht viel genäht habe hat sie aber leider auch schon beim ersten Projekt direkt wieder das Zicken angefangen. Ich hatte mich natürlich gefreut, auch mal wieder sticken zu können und wollte eine Idee, die mir ein paar Tage zuvor gekommen war, sofort umsetzen. Aber so richtig toll war das Stichbild dann auch wieder nicht, denn dass der weiße Unterfaden auf der Oberseite nichts zu suchen hat, darüber brauchen wir uns wohl nicht zu unterhalten, oder?

grauer Cord mit gestickter Fledermaus, diese zeigt ein unsauberes Stichbild mit Unterfaden auf der Oberseite

Und auch die übrigen Probleme haben sich schnell wieder gezeigt, wie viele Stiche da zum Teil ausgelassen werden habt ihr ja schon am ersten Bild gesehen (ja, das Foto entstand nämlich nach 2 „Reparaturen“!) und irgendwann zwischendrin nähte sie auch mal wieder rückwärts.
Diesmal, es war mittlerweile Ende Januar (bedenkt die Verzögerung durch Weihnachten und nicht nähen können) wandte ich mich direkt an Brother und fragte, was denn jetzt schon wieder verkehrt sein könnte, aber da sagte man mir natürlich, nicht ganz zu Unrecht, dass ich mich ans Nähmaschinencenter wenden müsse, da das ja den Auftrag an Brother gegeben hatte. Schade, denn eigentlich wollte ich den Saftladen gerne vermeiden, da ich ihnen nun nicht gerade vertraue und mich eher über’s Ohr gehauen fühle. Mal davon abgesehen, dass das nur wieder Stress und ewiges Warten bedeutet.

Aber gut, es blieb mir natürlich nichts anderes übrig, Brother hat anscheinend 6 Monate Garantie auf die Reparatur ans Nähmaschinencenter zu gewährleisten, also muss die Reklamation auch von dort kommen. Tat sie auch. Dort habe ich die Maschine nach Rücksprache mit einer Mitarbeiterin, die sich kümmern und sie direkt am nächsten Tag zu Brother schicken wollte, am 17.02.2020 abgegeben und, drei Mal dürft ihr raten, seitdem nichts gehört.
Absolut gar nichts.
Kein.Sterbens.wörtchen.
Seit über drei Monaten.
Nachdem die Maschine ja schon vor fast neun Monaten zur ursprünglichen Wartung gebracht wurde!
Ist das zu fassen?! Und dieses dämliche Nähmaschinencenter bekleckert sich nun wirklich nicht gerade mit Ruhm in der Zwischenzeit. Ist es denn zu viel verlangt, die Kundin gerade bei solchen langfristigen Sachen zwischendurch mal auf dem Laufenden zu halten? Mittlerweile muss ich doch wahrscheinlich fast davon ausgehen, dass ich meine Ruby nie wiedersehen werde!
Und wenn doch ist wahrscheinlich die Frage, wie lange sie diesmal ordnungsgemäß näht bevor sie wieder anfängt Zicken zu machen. Und wie lange ich dann wieder warten muss, denn die Wartezeit wird ja anscheinend jedes Mal länger. Ich sehe diese leidige Odyssee jedenfalls mittlerweile eher auf eine Anwaltsstreiterei zulaufen. Das muss ja irgendwann mal ein Ende nehmen! Und wenn ich doch eine neue Maschine kaufen muss, aber mein Geld für die „Wartung“ und „Reparatur“ will ich eigentlich in jedem Fall zurück, denn das hatte ich ja eigentlich dafür gezahlt, dass die Maschine wieder voll funktionstüchtig wird, und das ist sie nicht, von den restlichen Ärgernissen ganz zu schweigen.
Ich wusste jedenfalls nicht, dass „Wartung“ neuerdings offenbar davon kommt, dass die Kundschaft wartet, und zwar nicht zu knapp.

 

Eigentlich wollte ich einer Freundin zur Geburt ihres Sohnes im August 2019 ja ein Lätzchen mit dem (bis zu Geburt geheimen) Namen besticken, aber bis das fertig wird isst der Lütte wahrscheinlich fehlerfrei mit Messer und Gabel. Oder macht seinen Schulabschluss. Aber pünktlich bzw. zeitnah ist was anderes.
Im Übrigen hat mir das Nähmaschinencenter zu keinem Zeitpunkt beispielsweise („aus Kulanz“ ;)) angeboten, mir wenigstens eine einfache Ersatzmaschine zur Verfügung zu stellen, damit ich wenigstens etwas nähen kann. (Was ich auch deshalb erwähne, weil mehrfach Vergleiche zu Autos kamen was den Wartungspreis und Verschleiß anging.) Nein, dafür hat mein Kollege gesorgt als er nach fast 6 Wochen entsetzt mitbekam, dass ich die Maschine ja noch gar nicht wieder habe und nichts nähen kann. Aber dem Nähmaschinencenter ist es offenbar scheißegal, dass ich seit mittlerweile 9 Monaten meine Nähmaschine vermisse. Ich meine, andere Leute kriegen in der Zeit ein Kind!

Ich bin jedenfalls mal gespannt, ob ich meine Maschine in diesem Leben nochmal dauerhaft funktionstüchtig wiederbekomme und ob ich dazu und für die Kosten einen Anwalt brauche oder welche anderen kuriosen Wendungen diese unendliche Geschichte noch nimmt.
Ist euch sowas schon mal passiert?

ein Dreigestirn: Valeria, Paule und Paulinja

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Hallo ihr Lieben, da bin ich wieder und schon wieder mit einem Probe- bzw. Designnähen. Diesmal durfte ich allerdings für Renata von Paule und Paulinja nähen, die den Schnitt für ihr Kleid Valeria überarbeitet hat. Vor allem das gekreuzte Rückenteil hat es mir von Anfang an angetan, solche Details sind ja genau mein Ding. Und außerdem war da doch noch dieser Jersey im Leoprint, den ich mal mit dem Gedanken „daraus könnte man vielleicht einen coolen (Halb-)Tellerrock machen“ vom Stoffmarkt mitgenommen hatte, der aber insgeheim noch auf die bessere zündende Idee wartete, und da war sie nun also.

Ansicht von schräg hinten: Frau in Kleid mit schwarzem Oberteil und Vokuhilarock, Rückenkreuz und Flatterärmeln in petrol mit schwarzem Leomuster

Schließlich fällt der Vokuhilarock von Valeria auch schön locker und der Stoff schreit ja, jedenfalls für mein persönliches Empfinden und Wohlgefühl, eigentlich eh nach einem schwarzen Kombiteil. Also warum kein tolles Kleid daraus zaubern und das Leomuster in den Details am Oberteil nochmal aufgreifen?

Frontalansicht: Frau mit Kleid mit schwarzem Oberteil und Vokuhilarock und Flatterärmeln in petrol mit schwarzem Leopardenmuster, der eine Rockzipfel wird angehoben

Genau das habe ich also gemacht und bin super zufrieden damit. Kurioserweise hatte ich in der Probenähgruppe auch den Eindruck, dass die Rocklänge irgendwie für alle passt – sowohl viele große als auch kleine Frauen haben geschrieben, dass sie die Länge nicht verändert haben, obwohl sie sonst immer verlängern bzw. kürzen müssen. Auch an meinen kurzen 1,56 m seht ihr hier also die Originallänge.

Zwei Ansichten von schräg vorne: Frau in Kleid mit schwarzem Oberteil und Vokuhilarock und Flatterärmeln in petrol mit schwarzem Leomuster, in einem Bild wird eine Schulter mit dem Flügelärmel in den Fokus gerückt

Das ursprüngliche Schnittmuster war glaube ich ärmellos, beim Probenähen gab es jetzt aber auch zwei Ärmelvarianten, nämlich einmal einen „normalen“, anliegenden Kurzarm und einmal die Flügelärmel, die ich hier genäht habe. Das peppt in meinem Fall finde ich das schwarze Oberteil nochmal etwas auf und greift auch von vorne den Musterstoff direkt wieder auf. Okay, hier wäre es vielleicht hübscher gewesen, wenn der Stoff eine dunkle Rückseite hätte, aber das ist ja leider selten der Fall.

Ansicht von schräg vorne: Frau in Kleid mit schwarzem Oberteil und Vokuhilarock und Flatterärmeln in petrol mit schwarzem Leomuster, sie hat die Hand in der Nahttasche, die in der Seitennaht versteckt ist

Ebenfalls im Schnittmuster enthalten sind zu meiner großen Freude Taschenbeutel! Ich habe zwar keine Hemmungen, in so ziemlich jedes Kleid, bei dem es geht, selbst Taschen einzubauen, aber es kann auch nicht schaden, wenn sich jemand anders schon mal Gedanken um deren Größe und Platzierung gemacht und das im Schnitt festgehalten hat. Mal ganz davon abgesehen, dass vielleicht auch nicht jeder so mutig oder firm darin ist, das selbst zu machen.

Rückansicht: Frau in Kleid mit schwarzem Oberteil und Vokuhilarock, Rückenkreuz und Flatterärmeln in petrol mit schwarzem Leomuster

Wie gesagt besonders gereizt hat mich das dekorative Rückenkreuz, das auch nicht enttäuscht. Die Anleitung hat an dieser Stelle bei vielen Teilnehmerinnen für etwas Verwirrung gesorgt, ich weiß nicht, ob die Passage nochmal überarbeitet wird, aber ich habe mir ohnehin (wie so oft) die Freiheit genommen, die Anleitung weitestgehend zu ignorieren und mich an mein eigenes Verständnis von Logik und Nähen zu halten. Damit bin ich auch gut gefahren und habe den Beleg automatisch richtig angesteckt und genäht statt mir lange den Kopf darüber zu zerbrechen.
Übrigens gibt’s als alternative Deko für den Rücken auch eine Anleitung für eine Schnürung, die habe ich dann beim zweiten Kleid umgesetzt, aber das zeige ich euch beim nächsten mal. Und selbstverständlich kann man beide Dekovarianten auch einfach weglassen und nur einen Rückenausschnitt mit Beleg nähen, aber das muss ich hoffentlich nicht extra dazu sagen, oder? 😉

Zu guter Letzt bleibt mir also noch zu erwähnen, dass mir das Schnittmuster im Rahmen des Probenähens kostenlos zur Verfügung gestellt wurde ( und ihr es noch bis Mittwoch, 27.5.20, zum Angebotspreis erwerben könnt. Neben der Damenversion in Gr. 32-52 gibt es übrigens auch eine Kinderversion in Gr. 86-164 und ein Kombi-eBook, das beide Versionen enthält. Und wenn ihr ein bisschen sucht, z.B. den #KleidValeria oder #ValeriaDesignnähen bei Instagram, findet ihr sicher auch noch einige anderen Probenäherinnen und ihre tollen Kreationen um euch inspirieren zu lassen.
Edit: Mittlerweile ist auch das Lookbook mit diversen Designbeispielen aus dem Designnähen online.