Archiv für den Monat Februar 2012

Projekt 12/12 – Tragödie im 1. Akt

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Da ich nach unserem lustigen N&S Darmstadt-CT neulich über nascas Blog gestolpert bin und was von 12 Projekten in einem Jahr (oder auch Projekt 12/12) las kam mir (nach dem Gedanken wie sehr ich es bereue, vom Schmuck basteln keine Ahnung zu haben) spontan die Idee, mir das auch mal vorzunehmen. Das könnte ein gutes Ziel sein und mich hoffentlich motivieren, tatsächlich mal jeden Monat was zu machen, vorzugsweise mit halbwegs Planung vorweg (statt spontanen Ideen, die an mangelnden Schnitten oder Materialien scheitern) und Motiviationstritten von euch bzw. einfach der Selbstgeißelung, dass ein Teil pro Monat ja wohl zu schaffen sein sollte. Hoffe ich.
Ziel dabei wäre es außerdem, tatsächlich mal ein paar Stoffe aufzubrauchen und damit womöglich auch schon seit langem angedachte Projekte endlich umzusetzen. Davon gibt es nämlich auch eine ganze Menge und tendenziell steigt die Zahl mit der Inspiration.

Kommen wir also zu Projekt 1 von 12, und schon geht das Schummeln los. Warum? Weil ich den Rock eigentlich schon letztes Jahr angefangen habe.  (Genäht hab ich allerdings wirklich im Januar, auch wenn der Post erst jetzt kommt!)
Irgendwann im Lernstress packte mich wie so häufig der Drang, etwas zu nähen, aus Zeitmangel sollte es also etwas einfaches sein. Ist es eigentlich auch. Ich machte den Zuschnitt für gleich 2 kongruente Röcke und die Teile lagen mehrere Wochen unberührt neben der Nähmaschine. Ich nähte die Taschen, die ohnehin nicht sonderlich ausgereift sind, und die Seitennähte. Kurz vor Weihnachten wollte ich dann „mal schnell“ mit meinem Faltenlegerfuß zumindest einen Rockteil an den Bund rüschen. Gesagt, getan, passt nicht.
Ich schätze es liegt daran, dass ich meine Aufzeichnung über die benötigten Einstellungen um 1,5m Stoff auf meine Hüftbreite zu rüschen noch mit der verfluchten Singer (oder gar der heimischen Herta?) gemacht hatte, jedenfalls war mein Plan das „nur schnell nebenbei“ zu machen dahin und nach mehreren erfolglosen Anpassungsversuchen beschloss ich, diesen Rock doch nicht an Weihnachten tragen zu wollen, und das Teil landete unter Grummeln in der Ecke.

Mit dem nötigen Abstand hatte ich mich jetzt also nach Weihnachten mit ein paar Stoffresten daran gemacht, eine neue „Rüschfaktorstatistik“ anzulegen, nur um festzustellen, dass die sanfteste Rüscheinstellung mit Ruby immer noch zu heftig ist und statt ca. 80cm Rüschen nur 65cm Rüschen rauskommen. Das ist aber das Höchste der Gefühle für’s tatsächliche Rüschen bei jedem Stich, danach gibt es nur noch eine Falte alle 6 oder wahlweise 12 Stiche, was natürlich keine wirklich schönen, geschweige denn gleichmäßigen Rüschen produziert. Na klasse.

Noch während ich mich fragte, warum a.) ich mir eigentlich einen Faltenlegerfuß zugelegt hatte wenn b.) das Ergebnis bei Ruby vollkommen anders und für mich in diesem Fall unbrauchbar ist kramte ich also nach meiner Nylonschnur und machte mich schon leicht genervt ans manuelle Rüschen.

Dieser Rock scheint allerdings unter keinem guten Stern zu stehen, denn zuerst wollte ich den Bund fast mit dem kontrastfarbenen Garn annähen, stellte das aber noch rechtzeitig fest, nur um dann beinahe ohne eingefädelten (farblich passenden) Oberfaden loszunähen. Auch das bemerkte ich noch rechtzeitig und freute mich, dass ich noch keine Stecknadeln rausgezogen hatte. Bis ich dann nach etwa ein Viertel der Strecke merkte, dass der Unterfaden nicht richtig hochgeholt und damit natürlich auch keine Stiche gemacht worden waren. Sowas aber auch…
Na ja, soweit so ungut. Als ich dann irgendwann endlich fertig war und Kaja den Rock anzog um ihn nicht im Weg liegen zu haben stellte ich zu allem Überfluss noch fest, dass ich nicht nur einen Teil des linken Taschenbeutels hochgefaltet im Bund mit festgenäht hatte, sondern aus irgendeinem mir unbekannten Grund (vermutlich pure Doofheit Unachtsamkeit) eben jene Taschenbeutel nach hinten ausgerichtet hatte. Will heißen wer mir gegenübersteht kann prima in meine rechte Tasche greifen (die linke ist ja schon außen vor),  ich hingegen müsste mir dafür die Arme verrenken.

Vielleicht ist es wirklich doch keine so gute Idee, sich spät Abends noch dazu zu zwingen sich aufraffen um dann auch noch solche Problemfälle niederzwingen zu wollen. Ihr könnt euch jedenfalls sicher denken, dass ich auf den 2. Rock dieser Art jetzt gerade mal so gar keine Lust mehr habe, auch wenn ich ja jetzt wissen sollte, worauf ich aufpassen muss. Den hier werde ich jedenfalls sicher nicht nochmal auftrennen, wer weiß was dabei noch passieren würde. Da hab ich lieber kaum sichtbare aber unbrauchbare Dekotaschen.

Zum Abschluss jetzt natürlich noch ein Foto des Gemetzels im ersten Akt, Details erspare ich euch lieber. Und seien wir doch mal ehrlich, wirklich gut sieht das (vor allem schnittechnisch) auch nicht aus, oder? Der Stoff ist so steif, wahrscheinlich könnte ich das Teil glatt als Petticoat tragen.

Und da sagt man Tragödien würden sich erst gegen Mitte/Ende so richtig entfalten… Muss ich jetzt den Rest des Jahres Angst haben?

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Wer ist eigentlich Ruby?

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Hallo Allerseits!

Ich bin knaxgurke und hier seid ihr in meinem kleinen imaginären Kreativstübchen gelandet.

Darf ich meine Mitarbeiter vorstellen?

Das hier ist gewissermaßen das Zugpferd unseres Teams und Namensgeberin dieses Projekts, die ratternde Ruby:

die ratternde Ruby

Ruby, eine Brother vom Typ Innov-is 900, ist seit Juni 2010 im Team und hat sich bisher als kreative und verlässliche Partnerin bezahlt gemacht. Kennen gelernt haben wir uns auf dem Maimarkt in Mannheim und auch die Dame vom Nähcenter war der Meinung, dass wir uns von Anfang an gut verstanden. Da ich nach einigen vorangegangenen Pleiten schon länger händeringend auf der Suche nach einer zuverlässigen und möglichst flexiblen Partnerin war (und nicht zuletzt wegen des guten Maimarktangebots) bin ich darüber auch mehr als froh und wir unterschrieben den Arbeitsvertrag gleich an Ort und Stelle.
Ihr sehnsüchtig erwarteter Einzug und die Einarbeitung wurden dann lediglich davon überschattet, dass ich kurz bevor ich das Haus verlassen wollte feststellte, dass die Katze mir auf die Schuhe gekotzt hatte, es aus Kübeln schüttete und ich mir, als ich Ruby so auf der vom Nähcenter freundlicherweise ausgeliehenen Transportkarre durch die Stadt schleifte, die plötzlich nur noch aus groben, glatten Kopfsteinpflastern zu bestehen schien, eine dicke Macke in meine noch nicht sehr alten Stahlkappenstiefel schlug. Da so eine klappbare Transportkarre außerdem nicht sehr wendig ist und ich aufpassen musste, Ruby nicht womöglich schon auf halber Strecke zu verlieren, blieb für einen Schirm natürlich keine Hand frei und ich durfte mich dabei gehörig nass regnen lassen. Aber wie sagt man so schön? Schwund ist immer.

Weiterhin im Team und die meiste Zeit sträflich vernachlässigt ist die kopflose Kaja:

die kopflose Kaja

Weil er im Weg rumlag sie sich manchmal für ihren nicht vorhandenen Schrumpfkopf schämt trägt Kaja gerne einen Hut. (O-Ton meiner Mutter beim Sykpen: „Ist Michael Jackson bei dir zu Besuch?“)
Sie ist glaube ich irgendwann 2008/2009 zu meinem damals noch kaum funktionstüchtigen 2-Frau-Team aus einer sch… (nein, diesmal keine Alliteration *sich auf die Finger hau*) verfluchten Singer 1120 Edition und mir gestoßen und hat meine Aufmerksamkeit in einem Prospekt des dänischen Bettenlagers erweckt. Da ich offenbar nicht ganz konfektionskonforme Körperformen habe sind auch verstellbare Schneiderbüsten Stuntdoubles für mich nie in Frage gekommen und der bekannte Klebebandversuch scheiterte irgendwie auch, da das Double schlussendlich doch deutlich mehr Zentimeter auf den Rippen hatte als ich. Bevor es also womöglich an einen Gipsbindenversuch gehen sollte wollte ich erstmal die Schönheit vom Bettenlager in Augenschein nehmen und nachdem sie in der heimischen Filiale nicht zu finden war wurde ich bei einem spontanen Abstecher à la „Mama, da ist ein Bettenlager!“ fündig. Leider hatten wir ob dieser Spontaneität natürlich kein Maßband dabei um das Double auf ausreichende Tauglichkeit zu testen, aber glücklicherweise konnte die Verkäuferin uns immerhin mit einer Rolle Packschnur dienen. Die legte meine Mutter dann also kurzerhand vergleichsweise um mich und das Ladenmodell und so konnten wir mit Freude feststellen, dass sich Kaja erstaunlich gut als Double eignet. Auch wenn böse Zungen im Internet Dinge schreiben wie „[…] die aber so unmögliche Maße haben in der Taillie etc. das man die leider nicht nutzen kann“ oder „Modell […] wir haben den Magen aus Platzmangel entfernt“ (beides bei Kostuemkram.com). Die Figuren und Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und ich kann schließlich auch nicht wirklich was dafür, dass ich so eine schmale Taille habe. Da es mir aber offensichtlich möglich ist zu existieren können die Maße auch nicht vollkommen unmöglich sein und das letzte Mal als ich nachsah war mein Magen auch noch da. Der Arzt, der selbigen Anfang des Jahres gespiegelt hat, kann das sicher bezeugen.

Als gelegentliche, treue Aushilfe darf ich außerdem die heimische Herta vorstellen, die eigentlich meiner Mutter gehört, mir aber schon oft mit ihrem Engagement und der Bereitschaft auch in letzter Sekunde einzuspringen den A…llerwertesten gerettet hat wenn – und das ist oft vorgekommen, sehr oft – die verfluchte Singer mich mal wieder hängen gelassen hat, so zum Beispiel bei meinem Abiballkleid. Ursprünglich hatte ich mir die Singer gekauft um mehr Funktionen zu haben und nicht immer Mamas Maschine benutzen zu müssen, aber so ist das irgendwie nach hinten los gegangen, denn mehr Funktionen nutzen mir nur dann, wenn sie auch tatsächlich funktionieren.
Herta jedenfalls kommt immer noch gelegentlich zum Einsatz wenn ich daheim bin, auch wenn ich da nicht viele Stoffe habe.

die heimische Herta

Damit kämen wir dann auch zu mir. Ich studiere und demnach wohne nämlich seit September 2010 mit Ruby und Kaja in England und komme da natürlich viel zu selten dazu mich kreativ auszuleben. Meistens kommen die ganzen Ideen, die Werkelwut und auch die Lust zu bloggen nämlich genau dann, wenn ich keine Zeit habe, sie auszuleben – in Prüfungsphasen beispielsweise – oder daheim wenn ich zwar Zeit aber nicht die passenden Stoffe und Schnitte zur Hand habe und Ruby natürlich auch nicht.
Stoffe stapeln sich bei mir allerdings eigentlich viel zu viele (nur natürlich nie die richtigen), ich scheine nur das Problem zu haben, dass ich immer denke es könne ja noch eine viel bessere Idee für Stoff X kommen und deshalb zögere, ihn vorher für was anderes zu benutzen, es sei denn er wurde für den Zweck gekauft. Das macht die Sache natürlich auch nicht viel einfacher…

Ich kann also nicht versprechen, dass es hier tatsächlich regelmäßig was zu sehen geben wird (Aber ich werde mich natürlich bemühen, schließlich soll mich das hier auch motivieren.) und wenn ich mir andere Blogs oder Webseiten ansehe komme ich mir ohnehin meistens selbst mit meinen „ausgefalleneren Ideen“ sehr unkreativ oder untalentiert vor, aber wer weiß, vielleicht geht es so allen mal?

Liebe Grüße,
knaxgurke