Projekt 12/12 – Tragödie im 1. Akt

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Da ich nach unserem lustigen N&S Darmstadt-CT neulich über nascas Blog gestolpert bin und was von 12 Projekten in einem Jahr (oder auch Projekt 12/12) las kam mir (nach dem Gedanken wie sehr ich es bereue, vom Schmuck basteln keine Ahnung zu haben) spontan die Idee, mir das auch mal vorzunehmen. Das könnte ein gutes Ziel sein und mich hoffentlich motivieren, tatsächlich mal jeden Monat was zu machen, vorzugsweise mit halbwegs Planung vorweg (statt spontanen Ideen, die an mangelnden Schnitten oder Materialien scheitern) und Motiviationstritten von euch bzw. einfach der Selbstgeißelung, dass ein Teil pro Monat ja wohl zu schaffen sein sollte. Hoffe ich.
Ziel dabei wäre es außerdem, tatsächlich mal ein paar Stoffe aufzubrauchen und damit womöglich auch schon seit langem angedachte Projekte endlich umzusetzen. Davon gibt es nämlich auch eine ganze Menge und tendenziell steigt die Zahl mit der Inspiration.

Kommen wir also zu Projekt 1 von 12, und schon geht das Schummeln los. Warum? Weil ich den Rock eigentlich schon letztes Jahr angefangen habe.  (Genäht hab ich allerdings wirklich im Januar, auch wenn der Post erst jetzt kommt!)
Irgendwann im Lernstress packte mich wie so häufig der Drang, etwas zu nähen, aus Zeitmangel sollte es also etwas einfaches sein. Ist es eigentlich auch. Ich machte den Zuschnitt für gleich 2 kongruente Röcke und die Teile lagen mehrere Wochen unberührt neben der Nähmaschine. Ich nähte die Taschen, die ohnehin nicht sonderlich ausgereift sind, und die Seitennähte. Kurz vor Weihnachten wollte ich dann „mal schnell“ mit meinem Faltenlegerfuß zumindest einen Rockteil an den Bund rüschen. Gesagt, getan, passt nicht.
Ich schätze es liegt daran, dass ich meine Aufzeichnung über die benötigten Einstellungen um 1,5m Stoff auf meine Hüftbreite zu rüschen noch mit der verfluchten Singer (oder gar der heimischen Herta?) gemacht hatte, jedenfalls war mein Plan das „nur schnell nebenbei“ zu machen dahin und nach mehreren erfolglosen Anpassungsversuchen beschloss ich, diesen Rock doch nicht an Weihnachten tragen zu wollen, und das Teil landete unter Grummeln in der Ecke.

Mit dem nötigen Abstand hatte ich mich jetzt also nach Weihnachten mit ein paar Stoffresten daran gemacht, eine neue „Rüschfaktorstatistik“ anzulegen, nur um festzustellen, dass die sanfteste Rüscheinstellung mit Ruby immer noch zu heftig ist und statt ca. 80cm Rüschen nur 65cm Rüschen rauskommen. Das ist aber das Höchste der Gefühle für’s tatsächliche Rüschen bei jedem Stich, danach gibt es nur noch eine Falte alle 6 oder wahlweise 12 Stiche, was natürlich keine wirklich schönen, geschweige denn gleichmäßigen Rüschen produziert. Na klasse.

Noch während ich mich fragte, warum a.) ich mir eigentlich einen Faltenlegerfuß zugelegt hatte wenn b.) das Ergebnis bei Ruby vollkommen anders und für mich in diesem Fall unbrauchbar ist kramte ich also nach meiner Nylonschnur und machte mich schon leicht genervt ans manuelle Rüschen.

Dieser Rock scheint allerdings unter keinem guten Stern zu stehen, denn zuerst wollte ich den Bund fast mit dem kontrastfarbenen Garn annähen, stellte das aber noch rechtzeitig fest, nur um dann beinahe ohne eingefädelten (farblich passenden) Oberfaden loszunähen. Auch das bemerkte ich noch rechtzeitig und freute mich, dass ich noch keine Stecknadeln rausgezogen hatte. Bis ich dann nach etwa ein Viertel der Strecke merkte, dass der Unterfaden nicht richtig hochgeholt und damit natürlich auch keine Stiche gemacht worden waren. Sowas aber auch…
Na ja, soweit so ungut. Als ich dann irgendwann endlich fertig war und Kaja den Rock anzog um ihn nicht im Weg liegen zu haben stellte ich zu allem Überfluss noch fest, dass ich nicht nur einen Teil des linken Taschenbeutels hochgefaltet im Bund mit festgenäht hatte, sondern aus irgendeinem mir unbekannten Grund (vermutlich pure Doofheit Unachtsamkeit) eben jene Taschenbeutel nach hinten ausgerichtet hatte. Will heißen wer mir gegenübersteht kann prima in meine rechte Tasche greifen (die linke ist ja schon außen vor),  ich hingegen müsste mir dafür die Arme verrenken.

Vielleicht ist es wirklich doch keine so gute Idee, sich spät Abends noch dazu zu zwingen sich aufraffen um dann auch noch solche Problemfälle niederzwingen zu wollen. Ihr könnt euch jedenfalls sicher denken, dass ich auf den 2. Rock dieser Art jetzt gerade mal so gar keine Lust mehr habe, auch wenn ich ja jetzt wissen sollte, worauf ich aufpassen muss. Den hier werde ich jedenfalls sicher nicht nochmal auftrennen, wer weiß was dabei noch passieren würde. Da hab ich lieber kaum sichtbare aber unbrauchbare Dekotaschen.

Zum Abschluss jetzt natürlich noch ein Foto des Gemetzels im ersten Akt, Details erspare ich euch lieber. Und seien wir doch mal ehrlich, wirklich gut sieht das (vor allem schnittechnisch) auch nicht aus, oder? Der Stoff ist so steif, wahrscheinlich könnte ich das Teil glatt als Petticoat tragen.

Und da sagt man Tragödien würden sich erst gegen Mitte/Ende so richtig entfalten… Muss ich jetzt den Rest des Jahres Angst haben?

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Über knaxgurke

- Baujahr 1990 in Südhessen - Doktorandin in Sheffield, UK - näht gerne - macht gelegentlich einfache Versuche im Stricken/Häkeln - würde ganz viele andere tolle, kreative Dinge auch gern können oder zumindest die Zeit haben, sie zu lernen - kocht und isst eigentlich gerne, würde das aber noch viel lieber tun wenn sie endlich nicht mehr von jedem Bissen ungeklärte Bauchschmerzen und andere Beschwerden bekäme nicht auf Fruktose verzichten müsste

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