Archiv für den Monat Juni 2012

aus nordwestlicher Richtung nähert sich überraschend ein Produktiv-Hoch

Standard

Tja, erstens kommt es anders und zweitens als man denkt, nicht wahr? Gänzlich unerwartet jedenfalls hat sich der Mai bei mir doch noch als relativ produktiver Monat entpuppt. Nachdem meine Prüfungen vorbei, der Cozy und das 12/12-Shirt genäht waren und ich das Grillen bei meinen englischen Freunden auch erfolgreich überlebt hatte (An dieser Stelle besser kein Kommentar außer: Schwarz ist eben doch nicht immer gut.) hab ich Sonntags noch mal eine kleine Power-Nähsession eingelegt. Zugeschnitten und mit besticken (lassen) hatte ich schon vorher zwischendurch mal angefangen, trotzdem kam noch ein bisschen Gehirn- und Fingerakrobatik auf mich zu.

Gesamt

Ich wollte nämlich endlich mal eine große Tasche, natürlich mit Kleinkramfächern und nicht so langweilig, also hab ich mal wild drauf losgestickt und meine studierten Hirnwindungen für ein bisschen Schnittakrobatik missbraucht. Grundschnitt sowie aufgesetzte Innen- und Außentaschen sind dabei natürlich eher wenig kompliziert, aber eine kleine Finesse hab ich mir doch noch einfallen lassen: eine Wasserflaschentasche!

Flaschentasche

tanzende Skelette

Als ziemlich durstiger Mensch trage ich für gewöhnlich immer eine Wasserflasche bei mir und bin, gerade bei großen „Rumpeltaschen“ meistens schnell genervt davon, wenn die Flasche wüst in der Tasche umherfliegt, umkippt, beim tragen unbequem gegen mein Bein bollert oder ähnliches und ich sie immer erst umständlich wieder hervorgraben muss wenn ich dann mal was trinken will. Also eine Außentasche speziell für die Flasche, oben mit Gummizug der sich bei 1,5l-Flaschen nahezu hervorragend in die Griffmulde einfügt.  Darauf tanzen dann fröhlich zwei Skelette.

Auf der gegenüberliegenden Seite noch eine kleinere Tasche für schnell zu erreichende Kleinigkeiten, mit Schlüsselring und einem meiner liebsten Stickmotive. Muhahaha! (Leider sieht man da auch, dass sich am oberen Ende schon ein kleines Loch gebildet hat, da war die Nahtzugabe wohl nach dem Einnähen des Reißverschlusses etwas knapp, das werde ich früher oder später ausbessern müssen. Und wie überblitzt das wieder ist… )

Seitentasche

Auf der Vorderseite außerdem zwei weitere kleine Taschen, oben eine für Handy und Fahrkarte, unten eine z.B. für eine kleine Notration Süßkram. Hier sieht man die Motive auch noch mal etwas besser, die auf der Vorderseite sowie der verrückte Wissenschaftler sind alle von Urban Threads, das tanzende Skelett von hier.

Front

Innen gab’s außerdem zwei weitere Taschen, z.B. für Geldbeutel & Co., Taschentücher und andere Utensilien die Frau gelegentlich braucht, eine davon mit aufgesetztem Stiftehalter. Letzter eignet sich wie ich leider zu spät feststellte allerdings nicht für etwas größere Stifte wie beispielsweise meinen USB-Stick-Kugelschreiber, aber was solls. Notfalls wird er falschrum drangesteckt oder landet in den Innentaschen, etwas Schwund ist ja immer.

Innentaschen

Als ob das für den „ausgebuchten“ Mai noch nicht genug wäre habe ich dann daheim auch noch ein Oberteil für einen Mittelaltermarktbesuch zusammengestümpert, weil das Kleid, dass ich von meiner Tante zum Abi bekommen habe zwar wunderschön, aber langärmlig und schwarz bei knapp30°C leider eher weniger geeignet ist.

Den Rock habe ich schon vor Ewigkeiten mal selbst genäht, den Beutel hab ich auch noch schnell zusammengeschustert und das Mieder war mal als Probeteil eines Schnittes gedacht. Leider lag es jetzt so lange ohne Ösen im Schrank herum, dass ich mittlerweile  schon vollkommen vergessen habe, welcher Schnitt das war. Soviel zum Thema Probeteil. =P Leider krumpelt es auch etwas, da ich keine Stäbchen verwendet habe, weil die Wendeseite aus so steifem Kunstleder ist, dass ich das für ein Probeteil nicht unbedingt für nötig hielt. Als dann plötzlich der Markt vor der Tür stand hab ich es einfach angezogen um das andere sackige Oberteil etwas auf Figur zu bringen, dabei hatte ich nicht mal Ösen da.

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crazy cozy oder die Jacke der 1000 Möglichkeiten

Standard

Neulich hab ich es ja schon erwähnt, ich habe es tatsächlich mal geschafft noch was anderes als nur 12/12-Projekte zu nähen.  Angefangen habe ich mit diesem Teil schon im März meine ich, aber na ja…

Ich steh ja total auf multifunktionelle Sachen und Kleidung falls ich das noch nicht erwähnt habe. Das bekannte Infinity Dress habe ich bereits nachgenäht und bin jedes Mal wieder vollkommen überfordert damit, mir überhaupt eine der tollen Wickelmöglichkeiten auszusuchen oder mich gar an mehr als den Standard zu erinnern. Nun ja, schon vor Ewigkeiten habe ich jedenfalls auch so eine tolle multifunktionale Wickeljacke haben wollen, wie ich sie unter anderem in diesem (Werbe-)Video gesehen habe.
Burda hat kurz darauf einen „Schnitt“ in einem der Hefte (Juli 09) gehabt und ich hab’s irgendwann ausprobiert, leider war aber das, was mir da als Jersey verkauft worden war, nicht sehr elastisch und da Burdas Anleitung eigentlich ein großes Rechteck mit zwei kleineren Rechtecken als Ärmel ist hat das Ganze nicht so großartig funktioniert und bescheiden gesessen.

Es hat nun also über 2 Jahre gedauert bis ich das Unterfangen „Cozy“ nochmal angegangen bin, diesmal mit hübschem roten, sehr elastischen Jersey, genau genommen sogar der gleiche, aus dem das erste Infinity Dress auch ist. Und weil man ja aus seinen Fehlern lernt hab ich nicht nur einen geeigneteren Stoff genommen sondern statt einem Rechteck mit viel zu weit außen und unten vorgesehenen Ärmeln taillierte Vorder- und Rückenteile und die Ärmel meines T-Shirt-Schnittes genommen.
Das produzierte natürlich Nähte, die beim drapieren potentiell offen gelegt werden könnten. Also hab ich faule Socke tatsächlich mal alle Nice-ties gemacht und mit französischen Nähten zwecks Innenschön aufgewartet. Gesäumt ist außerdem mit Briefecken, die ich ja schon beim Aprilprojekt getestet hatte und bei denen ich jetzt auch endlich den Trick durchschaut habe den richtigen Abnähwinkel zu treffen.

Auch hier nur Fotos auf Kaja, dafür hab ich ein paar Tragevarianten die mir spontan eingefallen sind abgelichtet. Da meine Kamera chronisch leere Akkus bemängelt und der Handyakku auch zu Neige ging sind einige leider ohne Blitz, aufgehellt und in entsprechend schlechter Qualität.

Zuerst mal offen, noch recht langweilig-formlos:

Im Nacken geknotet ist’s immer noch walle walle.

Aber man kann ja auch wickeln.

Oder sich als Hilfsmittel eines Armreifs bedienen:

Okay, das sieht vielleicht etwas krumpelig aus… (Apropos, furchtbar wie verzogen Design und Layout hier am größeren Bildschirm meiner Mutter aussehen! Da muss ich wohl dringend weiterbasteln.)

Aber ob mit oder ohne Armreif, man kann das Ganze sogar zum Kleidchen drapieren. Wäre hier natürlich auch ordenlicher gegangen wenn ich nicht hätte fürchten müssen bald gar keine Akkulaufzeit mehr zu haben.

Bilder von der Innenverarbeitung hab ich natürlich vergessen zu machen bevor ich wieder – ohne die Jacke – nach Deutschland gejettet bin. Aber wir können uns ja sicher alle vorstellen, wie französische Nähte aussehen, nicht? Nein? Na ja gut, dann müsst ihr euch wohl oder übel bis Herbst gedulden.

Hach, ich liebe sowas… Das Problem ist nur, dass ich wann immer ich sowas trage tatsächlich immer das Verlangen bekomme, ständig neu zu wickeln und was anderes zu machen.