Archiv für den Monat September 2012

Eben war doch noch Sommer? – Projekt 12/12, Akt 9

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So kommt es mir jedenfalls vor. Nicht nur, dass ich doch „gerade erst“ im Mai heimgeflogen und jetzt schon wieder in UK bin, sondern  auch das Sommerwetter hat sich wohl für dieses Jahr verabschiedet. Was läge also näher als die Zeit vorm Unistart nochmal zu nutzen um was warmes zu nähen?

Ich weiß, ich schulde euch noch Projekt 8, aber was sind schon konsekutive Zahlenfolgen? Zu Nummer 8 hab ich leider vergessen Fotos zu machen bevor ich zurück nach UK geflogen bin, das wird also frühestens Weihnachten wieder was, denn Sommer ist hier eh nicht mehr wirklich, also hab ich die Hose daheim gelassen.

Aber zurück zu was warmem… Erinnert ihr euch noch an den „Na Sie haben wohl kein Mädchen, was?“-Fleece vom Stoffmarkt? Daraus wurde – nein, ich habe immer noch keinen Jungen 😉 – eine kuschelige Jacke. Um das Muster etwas zu entschärfen mit schwarzem Fleece kombiniert, der fasst sich allerdings etwas anders an. Eigentlich wollte ich hier auch wieder Gebrauch von meinem Schneidefuß machen, aber das hab ich schnell wieder verworfen als ich merkte, dass der Stoff sich offenbar zwischen schneiden und nähen so verschob, dass daraus nichts gescheites wurde.

Premiere dabei: Pattentaschen. Ich bin mir sicher, das wäre professioneller gegangen, aber dafür, dass ich das ohne Anleitung mit purem Vorstellungsvermögen durchgezogen habe hat es wirklich gut geklappt.

Sieht man kaum, gell? Das war allerdings auch so beabsichtigt, denn das Muster großartig zu unterbrechen wäre wohl recht wild geworden, weshalb ich auch Pattentaschen statt der üblichen aufgesetzten Kängurutaschen gewählt habe. Die Taschenbeutel sind hierbei aus einem Rest dunkelgrauen Jerseys, der mir in meinem Fundus zwischen die Finger kam, damit das nicht so aufträgt. Mal wieder mit französischen Nähten und an der Front einfach beim Reißverschluss mitgefasst. (Hier sieht man auch, dass ich den sicherheitshalber mit einem Streifen Bügeleinlage verstärkt habe damit er sich hoffentlich nicht verzieht oder wellt. Und die herrlich flauschige Inneseite des Fleece. *kuschel*)

Aber was wäre schon ein Projekt von mir wenn es retrospektiv nicht auch was zu bemängeln gäbe, das man hätte besser machen können?
In erste Linie sind das die Taschen, die in Ermangelung irgendwelcher Muster leider recht kleine Eingriffe haben. Da habe ich wohl zu sehr von „Hm, wo und wie würde ein Tascheneingriff gut aussehen? Gut, da kommt er hin.“ leiten lassen. Meine recht kleinen Hände passen gerade so rein. Und mein Handy auch. Phew.

Ein weiterer Punkt sind die Ärmel, denn der Elastizität sei Dank hab ich beim Zuschneiden leider nicht bedacht, dass ich unter so einer Jacke vermutlich meistens was drunter tragen würde. Dementsprechend sitzen die Oberarme jetzt etwas *hust* straff *hust*. Vielleicht behebe ich das nochmal mit schwarzen Fleeceeinsätzen, die natürlich ein vollkommen gewolltes und beabsichtigtes Designelement wären.

Des Musters wegen und weil sie mich außer bei Regen meistens doch nur nerven wollte ich keine Kapuze machen. Gänzlich ohne Abschluss sah die Jacke aber natürlich auch etwas dämlich aus, also hab ich als Ausgleich zum Bund einen großen Stegkragen gemacht, der seitlich mit einem großen Knopf zu schließen ist. (Es lebe die Knopflochautomatik!) Hätte ich das Kopfloch (Nein, nicht Knopfloch!) etwas kleiner gemacht wäre der Kragen vielleicht auch näher an den Hals gekommen um tatsächlich eine wärmende Funktion zu haben. Andererseits hab ich eh meistens noch ein Halstuch oder dergleichen an, dass gegebenenfalls die Lücke ausfüllen könnte.

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Produkt eines regnerischen Nachmittags – Projekt 12/12, Akt 6

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Jetzt endlich auch der schon lange fertig geschriebene Eintrag zum Juni-Projekt, von dem ich leider nur auf dem Boden ausgebreitete Fotos habe.

Der Sommer machte gerade Pause und ich hatte die Zeit nochmal genutzt, diesmal die Garderobe meiner Mutter etwas aufzustocken. Aus dem Stoff hatte ich – wenig sommerlich – vor ein oder zwei Jahren schon mal einen Muff für sie genäht, diesmal sollte es also ein Rock werden. Einen passenden zur Schnittabnahme hab ich ihr auch gleich aus dem Kreuz geleiert, insofern war das weder schnitttechnisch noch aus kreativer Sicht eine große Meisterleistung, aber Mama freut sich trotzdem über was selbstgenähtes. Sie kann sich sowas eh nie in fertig vorstellen, sie sieht einen Stoff und sieht Stoff, aber kein potentielles Kleidungsstück und wie es aussehen könnte, da ist es dann immer an mir zu sagen „Daraus könnte man so und so das und das machen.“ wenn sie mit „Hm, was könnte man denn daraus machen?“ und „Meinst du, das sähe gut aus?“ kommt. Das war also mal wieder so ein Fall und als ich ihr gegen Ende eines verregneten Nachmittages schon den Rock überreichte war sie gleich in doppelter Hinsicht baff.

Leider habe ich es versäumt bei der ersten Anprobe gleich den Fotoapparat zu zücken und irgendwie hat meine Mutter den Rock dann im Sommer doch nicht angehabt, da er ihr wohl zu schick (oder dick?) war (Im Büro wird fleißig umgeräumt und ausgemistet.) oder ich weiß auch nicht was. Vielleicht hab ich ja im Herbst mehr Glück und mein Vater kann mir mal ein Bild mailen.

Und auf der Vorderseite ,bis das durch die Rundung nicht mehr möglich ist, auch die Linien aufeinander. *augenroll*

Schnitttechnisch ist das Ganze ein leicht geschwungener Bund mit je einem geschätzten viertel Teller als Vorder- und Rückseite, also insgesamt ein halber, weshalb das mit den aufeinander treffenden Linien auch nur streckenweise funktioniert. Hinten hab ich zugegebenermaßen selbst das verpennt.