Archiv für den Monat November 2012

Jacke: check, Check: check – Projekt 12/12, Akt 11

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Bekanntermaßen wird es in unseren Breitengraden zu dieser Jahreszeit nicht wärmer. Genau genommen sind die Temperaturen in London glaube ich in den letzten 1-2 Wochen vor Beginn dieses Projekts nochmal sprunghaft von 12-15°C auf etwa 5°C gefallen (Ergibt das überhaupt einen Sinn?), was natürlich das Bedürfnis nach kuschelig warmen Klamotten verstärkt.

Geschürt von diesem Wunsch und der Tatsache, dass der Fleece schon seit letztem Jahr mit diesem Verwendungszweck in den Tiefen meiner Stoffkisten schlummert (natürlich auch ganz unten) und Platz wegnimmt musste jetzt also noch eine Jacke her.
Während ich so darüber nachdachte, ob ich für die Jacke einen etwas längeren Reißverschluss als für die letzte kaufe oder was ich stattdessen tun könnte und wie die Jacke überhaupt aussehen sollte stöberte ich etwas in den Weiten des Netz, eigentlich noch auf der Suche nach Inspiration für die Fellweste. Stattdessen, oder besser zusätzlich, fand ich auch ein Westenbild, das mich spontan dazu verleitete, der Jacke eine Kapuze und Knebelknöpfe verpassen zu wollen. Hatte ich zwar auch nicht, aber was soll’s, Tante eBay war diesbezüglich mal wieder recht hilfsbereit. Und mit einem 30er-Pack Knöpfe kommt man weiter als mit einem Reisverschluss zum gleichen Preis.

Während die Knöpfe noch durch die Weltgeschichte schipperten hab ich mich dann ans Zuschneiden begeben und prompt kamen auch die Knöpfe an.

Diesmal also ohne Bündchen, dafür mit ordentlicheren Paspeltaschen, Kapuze und Knebelknöpfen mit Satinband. Und den obligatorischen „meine Kamera bleibt hochkant nicht stehen und Licht ist auch Mangelware“-Fotos. Deshalb also nicht wundern dass ich knie und viel Tisch zu sehen ist. ^^

Etwas geschlafen hab ich aber trotzdem mal wieder. Dadurch, dass ich nämlich für die Kapuze ein strategisch günstig geschwungen-geschnittenes Stück Stoff verwendet habe war, wie ich selbstverständlich erst nach meinem vermeintlichen Geniestreich feststellte, nicht mehr genug Länge für zwei lange Ärmel über. Schweren Herzens schnitt ich also den einen wieder ab und passte ihn so an das Flickwerk des anderen an, sodass sie jetzt beide eine Naht am Unterarm haben. Na ja, gibt schlimmeres. Sieht man auf den Fotos vielleicht gerade so. Dafür sind sie diesmal weiter als beim letzten Versuch, nur mit Top drunter sogar etwas zu weit.


Die Kapuze ist mal wieder mit französischen Nähten festgenäht damit man nicht auf rohe Nahtzugaben schaut wenn die Front aufgeklappt ist. Man merkt gaar nicht, dass ich diese Art Nähte mag, oder?

Die Paspeltaschen haben diesmal auch hervorragend geklappt:


Die Innentasche hab ich gleich in der Saumkante bzw. der vorderen Mitte mitgefasst, genau wie die Knöpfe. Das war allerding vielleicht keine so gute Idee, dadurch klafft die Jacke nämlich vorne auf, weil die Knöpfe die Seiten nicht so dicht zueinander ziehen. Irgendwas ist ja immer.

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Fixes für den Süßhunger

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Heute gibt’s zur Abwechslung mal was aus der Küche, die zwar in meinem Studioappartment zugegebenermaßen auch gleichzeitig Arbeits-, Näh-, Schlaf- und Wohnzimmer ist, aber sei’s drum. Schließlich bin ich nicht nur beim nähen eine DIY-Tante sondern auch in der Küche.

Zuerst also ein Blick in meinen gorkeligen Gasofen:

Vitalgebäck mochte ich schon immer und hab es auch besonders in der letzten Prüfungsphase häufig selbst gemacht um den gelegentlichen Süßhunger wenigstens mit was halbwegs gesundem zu befriedigen. Über den Sommer daheim und den gewissen Frust über die Fruktosemalabsorption hatte ich das schon fast wieder vergessen, bis meine Mutter mir heute beim Skypen erzählte sie habe welches für den Nachmittagsbesuch gemacht.
Prompt wurde ich etwas neidisch, denn die Originalversion wird mit Zucker und Honig (Fruktosebombenalarm!) gemacht, und der Süßstoff, den ich in letzter Zeit zwangsweise etwas für mich entdeckt habe würde hier natürlich kaum ausreichend kleben. Dann brachte meine Mutter meine begrenzten Traubenzuckervorräte ins Spiel (Wieso bitte scheint man das Zeug in England nicht zu kriegen?) und mir viel der ebenfalls limitierte Reissirup ein. Daraus müsste sich doch… *diabolisches Kichern*

Ich hab’s also gewagt und es hat sich gelohnt, auch wenn das Ergebnis natürlich nicht so süß ist wie das Original. An dieser Stelle könnte man also schätzungsweise entweder mehr Traubenzucker oder Reissirup zugeben oder zusätzlich noch ein bisschen Süßstoff reinschmeißen. Das wird jedenfalls beim nächsten Mal getestet.

Hier also das Rezept für

fruktosearmes Vitalgebäck

1 Ei
2 EL Traubenzucker
2 EL Reissirup
250g Körner, Samen, Nüsse, Schokolade, … was das Herz begehrt und der Verdauungsapparat verträgt (das Originalrezept sieht hierbei 50g Haferflocken und 200g Körnerkrams vor, ich finde jedoch das ist ziemlich variabel)

Das Ei mit Traubenzucker und Reissirup mischen, ein Löffel ist dabei ausreichend. Jetzt in beliebiger Zusammensetzung Körnerkrams reinkippen und alles gut vermischen, sodass die Ei-Mischung grob die Körner überzieht – die klebt das Ganze schließlich zusammen.
Mit einem Teelöffel kleine Häufchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen, gegebenenfalls etwas an-/zusammendrücken damit sie nicht so leicht auseinanderfallen.
Im vorgeheizten Backofen bei etwa 180°C (ich hab Gas 4 genommen) ca. 12-15 Minuten backen, bei Bedarf länger, dabei darauf achten, dass nichts verbrennt (Traubenzucker brennt schneller an und wird schwarz als normaler hab ich mir sagen lassen) und die Kekse nur leicht bräunlich werden. Sie sind fertig wenn man sie mit dem Finger oder einem Löffel begrabbelt und sie nicht mehr nachgiebig-weich und klebrig sind, sondern einen zusammenhängenden,  knusprigen Taler bilden.

Für den Körnermix eignet sich so ziemlich alles: Sesam, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, verschiedene Nüsse (inkl. Mandeln, Pistazien und Cashewkernen), Schokolade, Haferflocken, Kokosflocken oder -stücke, verträgliche Frühstückscerealien, … Wer mag kann auch ein bisschen Backkakao untermischen um dem Ganzen eine leicht schokoladige Note zu verleihen.
Wer Fruktose verträgt kann natürlich auch Trockenobst wie z.B. Cranberries unterrühren, Reiscrispies und dergleichen reinschmeißen und selbstverständlich auf Zucker und Honig zurückgreifen.

Ich weiß zwar zugegebenermaßen selbst noch nicht, ob ich sie überhaupt vertrage, aber das weiß ich glaube ich momentan bei so ziemlich gar nichts außer Schafskäse, insofern war es mir den Versuch mal wert. Schmeckt jedenfalls sehr lecker zu einem heißen Kaffee, aber sicher auch zu allem anderen. 😉