then and now – Weihnachtsbasteln im Wandel der Zeit

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Heute mal eine kleine Zeitreise. Da ich den Beitrag eigentlich Anfang November vorbereitet habe und noch auf den letzten Schliff der damals aktuellen Geschenke wartete im doppelten Sinne, denn ich ändere jetzt nicht jede Zeitangabe hier. Deshalb:
November 2012:

Vor ziemlich genau einem Jahr  hab ich das hier gemacht.Hasi

„Häh?“, werdet ihr euch vielleicht denken. „Was ist das denn?“
Das ist ein Taschentuchhase. Frei nach Urban Threads, jedoch selbst digitalisiert. Haha! Ja, für geometrische Formen haben meine Fähigkeiten offenbar gerade noch so gereicht, denn 1. war mir diese In-Hoop-Sache nicht ganz geheuer, 2. fand ich die Augen zu weit auseinander und unten unschön abgeschnitten und 3., tada, wäre das Orignal eh zu groß für meine 10x10cm Stickfläche gewesen. Aber es hat ja auch so geklappt, die Zähne hab ich übrigens einfach normal mit der Maschine  gesteppt.

Wie ihr seht hat das den Hasen nicht daran gehindert, sich wie die Karnickel zu vermehren:Hasis

Und heute? Tja, heute gibt’s etwas ein wenig technikorientierteres als Taschentuchspender. Nämlich Handyladestationen, natürlich ebenfalls mit Stickerei. Mein kleiner Cousin, der den Drachen kriegt, hat zwar noch kein Handy (wobei ich natürlich nicht garantieren kann, dass sich das nicht gar Weihnachten ohnehin ändert), dafür aber eine Kamera, die meiner Erinnerung nach keine herausnehmbaren Akkus hat, sondern, bingo, mit Ladekabel direkt an die Steckdose muss. Prädestiniert also für solchen Firlefanz und um genau zu sein letztes Weihnachten sogar der Auslöser für diese Idee.

Ladestationen 2012Vikinger für den Mittelalter-interessierten Onkel, Bücherwurm für die Cousine, Grund wohl selbsterklärend.

Ladestationen 2012 (1)Drache für den Cousin, Sohn eines Feuerwehrmanns und ebenfalls sehr interessiert daran, Eulen für die Tante, einfach weil sie süß sind.

Ladestationen 2012 (2)Segelboot für den segelverrückten Vater, kuschelige, sozialverträglich Schal-teilende Vögel für die Mutter.
Fotoqualität natürlich wieder zusehends unterirdisch.

Dezember 2012:
Weil allerdings bekanntermaßen nicht alle Handy gleichförmige Ladekabelstecker haben und ich natürlich ohnehin nicht gewusst hätte wer gerade was hat hab ich ein bisschen überlegt, wie ich das Loch für den Stecker am geschicktesten gestalten könnte. Rund passt nicht für alle, eckig auch nicht, außerdem lassen sich in den dicken Filz so schlecht gerade Kanten schneiden und selbst wenn jemand gerade einen eckigen Stecker hat besteht durchaus die Möglichkeit, dass sich das mit dem nächsten Handy ändert.
Als ich also meinen Vater, noch mit der Absicht, große Löcher zu schneiden, nach einem Tipp für gerade Kanten fragte machte der Tüfftler mal wieder einen Vorschlag, der zwar auf den ersten Blick etwas eigenartig klang, dann aber durchaus Sinn machte.

So kann man vielleicht oben schon erahnen, was ich getan habe, aber hier gibt’s nochmal ein Detailbild. Mit einem Lochwerkzeug hab ich zuerst ein kleines Loch gestanzt, was ich mir vermutlich auch hätte sparen können, und dann einfach ein mit einem scharfen Teppichbodenmesser T in die Rückwand der Ladestationen geschnitten. So kann man die beiden dadurch entstehenden Dreiecke hochklappen und bequem (vorausgesetzt natürlich das T ist groß genug) Stecker aller Arten und Formen durchstecken.

Ladestationen 2012 (5)

Januar 2013:
Für mich selbst ist auch noch eine Station in Arbeit, allerdings hatte ich den Filz erst zuhause in Deutschland erstanden, den Taschenteil meiner Station aber natürlich in England gelassen. Wäre soweit kein Problem, dafür hab ich ja Filz mit zurück genommen, dummerweise scheint Ruby es aber tatsächlich nicht zu schaffen, beim nähen durch den dicken Filz auch richtige Schlaufen zu bilden. Mit der heimischen Hertha war das kein Problem, hier habe ich aber fröhlich rund um die Tasche gerattert um dann festzustellen, dass keinerlei Stiche gebildet worden waren. Das dicke Zeug mit der lädierten Hand zu nähen steht auch nicht gerade ganz oben auf meiner Wunschliste, also muss ich wohl beide Teile zu Ostern wieder mit heim nehmen. Trotzdem irgendwie ärgerlich und verwunderlich, dass ausgerechnet die gute Ruby damit nicht klar kommt.

Übrigens: mein Cousin hat natürlich ein Handy zu Weihnachten bekommen, beziehungsweise kurz danach das „alte“ seiner Mutter, weil sie nicht wusste, was sie sich zum Geburtstag wünschen sollte und sich dann einfach ein neues gewünscht hat. Darf ich erwähnen, wofür ein 8-jähriger schon im Sommer (als er noch nicht mal 8 war) ein Mobiltelefon wollte? „Zum Spielen“ natürlich. Ich dachte zwar dafür habe er sein Nintendo DS oder was auch immer es da für portable Spielekonsolen gibt, aber offensichtlich ist die Technisierung unserer Gesellschaft schon so weit fortgeschritten, dass selbst 2. Klässler ein Smartphone „brauchen“. Selbstverständlich aber nicht zum telefonieren. (Vielleicht sollte die Betonung mal wieder mehr auf Telefon liegen…) Und ich dachte ich sei verwöhnt worden als ich mit 11 oder 12 mein erstes Handy, damals noch wirklich nur zum telefonieren, SMS schreiben und maximal noch Snake spielen  geeignet (obgleich schon eines der moderneren), bekam um in  Notfällen meine Eltern anrufen zu können.

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Über knaxgurke

- Baujahr 1990 in Südhessen - Doktorandin in Sheffield, UK - näht gerne - macht gelegentlich einfache Versuche im Stricken/Häkeln - würde ganz viele andere tolle, kreative Dinge auch gern können oder zumindest die Zeit haben, sie zu lernen - kocht und isst eigentlich gerne, würde das aber noch viel lieber tun wenn sie endlich nicht mehr von jedem Bissen ungeklärte Bauchschmerzen und andere Beschwerden bekäme nicht auf Fruktose verzichten müsste

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  1. Ich nutze den Taschentuchspender übrigens immer noch und werde gar nicht mal selten von Kids und Teens neidvoll darauf angesprochen ;).

  2. Ui, die Vögelchen auf dem letzten Bild sind ja zuckersüß♥ wirklich tolle Sachen! Danke auch für deinen ausführlichen Kommentar auf meinem Blog zum Thema Tierversuche in der Kosmetik und dem Gesetz von heute… ich hab dir dort auch geantwortet =)

    LG Anna

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