Fischen im Trüben – Projekt 12/12, Akt 8 (2012)

Standard

Asche auf mein Haupt, jetzt kommt endlich der auch noch damals vorbereitete und -geschriebene und damit gar nicht mehr wirklich aktuelle Post von August 2012. Vorher hab ich das mit den Fotos ja irgendwie nicht auf die Reihe gekriegt… Denkt euch folgendes also zeitnaher:

Diese durchwachsene Jahreszeit, die sich Sommer nennt, zeigt sich gerade mal wieder von ihrer schwülheißen Seite.

Während meines Praktikums den ganzen Tag in langen Hosen im Labor zu stehen kann also ganz schön schweißtreibend sein und auch wenn meine Kolleginnen es glücklicherweise mit Sandalen und 3/4-Hosen nicht so ernst nehmen kann ich natürlich nicht einfach im luftigen Röckchen dort auftauchen.

Deshalb hab ich einen freien Nachmittag neulich dazu genutzt, ein lang gehegtes Vorhaben endlich in die Tat umzusetzen und mir eine luftige thailändische Fischerhose zu nähen. Das geht ja recht flott.

Thai-Fischerhose

Inklusive Chaos im Hintergrund, weil eine Schublade nicht mehr rein, aber auch nicht raus wollte.

Der Stoff ist ein dünnes BW-Poly-Gemisch aus dem Meterpack vom dänischen Bettenlager, das von mir öfter als „Allroundstoff“ herangezogen wird.
Der Schnitt basiert auf diesem hier, auch wenn ich die Maße etwas angepasst habe. Die Stoffbreite gab nur knapp 1,30m her, also ist das die Bundweite und für die Schenkel hab ich sicherheitshalber lieber ein paar Zentimeter mehr genommen. Obligatorisch waren natürlich auch die 10cm in entgegensetzte Richtung von Natron, denn für einen Zwerg wie mich sind selbst bei 75cm die Saumzugaben schon drin. Den Umklappteil hab ich auch gekürzt, im Nachhinein denke ich allerdings hätten da 5 bis 10cm mehr auch nicht geschadet.
Sowieso weiß ich nicht, ob es am Stoff oder der Länge liegt, dass der gefaltete Teil vorne etwas dick und krumpelig ist, eine Runde Bügeleisen hat jedenfalls nichts genutzt und auch die nachträgliche „Entdoppelung“ hat finde ich keine große Verbesserung gebracht. Oder ist der Bundteil zu weit oder eng um gut zu fallen?

Thai-Fischerhose 2

Durch den variablen Falt-, Wickel- und Knotmechanismus sicher auch im aktuellen Jahr 2013 nach meiner Bauch-OP ein toller Begleiter, der sich an die Druckempfindlichkeit meines Bauches sowie Verbände und eventuelle Umfangsänderungen anpassen lässt.
Drei Mal dürft ihr raten, was ich für die Entlassung mit ins Krankenhaus genommen habe.

Überhaupt kann ich leider nicht mit so einer schönen Bordüre oder anderem Dekostoff aufwarten wie Natron und Soda, aber vielleicht werde ich den Teil noch besticken wenn ich wieder bei meiner Maschine bin. Oder bemalen/-stenciln?
Da ich am liebsten eine runde Kordel zum Binden nehmen will, die ich aber noch nicht habe, hab ich hinten einfach eine Art Mini-Gürtelschlaufe aufgenäht, durch die Bindewerk jeglicher Art gefädelt werden kann damit es nicht immer gleich abfällt. Erschien mir irgendwie eh praktischer als festnähen.

Das alles ändert aber nichts an dem entscheidenden Makel des nahtsparenden Schnitts: die Innenbeinnaht verzieht sich total nach hinten und verläuft damit überhaupt nicht mittig am Bein entlang, sondern sitzt hinten am Allerwertesten. Das lässt sich vermutlich verhindern, indem man die rückwärtige Mittelnaht ausgleichend länger macht als die vordere um den Mehrumfang des Allerwertesten einzukalkulieren, dennoch werde ich bei Gelegenheit vermutlich mal einen Versuch näher am Burdaschnitt starten, dann vermutlich auch mit Taschen. Wobei eigentlich nichts dagegen gesprochen hätte, hier auch welche aufzunähen. Doof nur, dass das bei schon geschlossenen Hosenbeinen irgendwie nicht mehr so richtig gut gehen will. Hmpf.

Lange Rede, kurzer Sinn: ich habe endlich eine sommer- und labortaugliche Hose, die schön luftig und trotzdem lang ist. Und bequem ist sie obendrein. Genial, so eine Fischerhose. So genial wie einfach.

Ein erster Praxistest hat dann allerdings auch gleich zwei weitere Mängel zu Tage gefördert, nämlich einmal die fehlenden Taschen, was ja eigentlich eh klar war, und dann ein ganz anderes Problem:  zu weite Hosenbeine. Auf dem Weg die Treppe hoch zum Bahngleis habe ich mich nämlich prompt mehr oder weniger auf die Nase gelegt und auch Speedwalking zurück zum Bahnhof war keine so gute Idee und hätte mich ein bis zwei Mal fast niedergestreckt.
So viel Weite hab ich im unteren Bereich (vor den Bildern oben) noch aus den Hosenbeinen genommen:

Thai-Fischerhose 3
Gibt es hier irgendwelche Thai-Hosen-Experten, die mir bei den Bundproblemen weiterhelfen können? Welchen Stoff habt ihr gewählt, gerade bei den dekorierten Varianten, und wie habt ihr Knautschprobleme und sichtbare Nähte bei einlagiger Verarbeitung gelöst?

Advertisements

Über knaxgurke

- Baujahr 1990 in Südhessen - Doktorandin in Sheffield, UK - näht gerne - macht gelegentlich einfache Versuche im Stricken/Häkeln - würde ganz viele andere tolle, kreative Dinge auch gern können oder zumindest die Zeit haben, sie zu lernen - kocht und isst eigentlich gerne, würde das aber noch viel lieber tun wenn sie endlich nicht mehr von jedem Bissen ungeklärte Bauchschmerzen und andere Beschwerden bekäme nicht auf Fruktose verzichten müsste

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s