Archiv für den Monat September 2013

Ich habe gesündigt

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… denn gestern war ich auf dem deutsch-holländischen Tuch- und Stoffmarkt von Expo Concept in Darmstadt. Davon hatte ich nur zufällig durch einen Kumpel erfahren, aber da ich tatsächlich noch ein paar Stoffe für Weihnachtsgeschenke brauchte (Brauchte!) sind wir zusammen hingefahren. Trotz der Unmengen von Stoffen in meinem Fundus und dem eigentlichen Enthaltsamkeitsgedanken hatte ich nämlich genau solche Stoffe, wie ich sie für die Geschenke brauche, natürlich nicht.

Stoffmarkt

Bisher war ich ja immer nur auf dem Stoffmarkt Holland in Mannheim gewesen, der gestern auch in Frankfurt gastierte, aber da dessen Herbsttermin in Mannheim quasi immer auf das Wochenende nach dem Geburtstag meiner Cousine fällt beschränkten sich meine Stoffmarktbesuche bis dato auf Frühjahr/Sommer. An besagten Herbstterminen war ich dann nämlich meistens mit Futtern beschäftigt. Dieses Jahr bot sich dieser Alternativtermin also insofern geradezu an und außerdem war ich ehrlich gesagt auch neugierig, wie die verschiedenen Märkte wohl zu vergleichen seien.

Leider hatte ich meinen Fotoapparat nicht dabei (und hatte womöglich auch vor lauter Stoffe gucken und angrabbeln und zu Ständen vorkämpfen gar nicht den Nerv gehabt, noch Fotos zu machen), deshalb kann ich leider nicht mit atmosphärischen Großkampffotos dienen sondern setze zu einem langatmigen Vergleichstext an und schiebe die Fotos meiner Beute zwischenrein. Sorry Leute!

Stoffmarkt 2
Zuerst fallen da direkt die Unterschiede der Austragungsorte auf, die natürlich primär den verschiedenen Städten beziehungsweise Standorten geschuldet sind und vermutlich auch bei den jeweiligen Terminen des gleichen Marktes in anderen Städten anders ausfallen können. Während der Stoffmarkt Holland in Mannheim auf dem neuen Messplatz (anscheinend nur im Frühjahr, im Herbst ist er wohl auf dem Marktplatz) ein geordnetes Areal mit angrenzendem großen, kostenlosen Parkplatz hat befand sich der Expo-Markt in Darmstadt auf dem Friedensplatz quasi mitten in der Stadt. Parken ist in Innenstädten ja bekanntermaßen eher schwierig und so haben wir sicherheitshalber gleich auf dem berühmt-berüchtigten „Parkplatz“ in der Hügelstraße geparkt und einen etwa 10-minütigen Fußmarsch eingelegt.
Wenn man nun bedenkt, dass Stoffe gerne mal schwer sind und man bei einem größeren Einkauf ganz schön was zu schleppen haben kann ist ein Parkplatz direkt neben dem Markt natürlich viel praktischer. In Mannheim habe ich so gerne mal zwischendrin schon ein paar Tüten in den Kofferraum geladen oder einfach eine kleine Stärkung eingeworfen. Das fiel natürlich in Darmstadt gestern weg und ich musste Tüten und Verpflegung die ganze Zeit mit mir rumtragen. (So kann man seinen Kaufrausch natürlich auch zügeln…)

Stoffmarkt 6
Ebenfalls auffällig war beim Expo-Markt, dass er im Vergleich viel unübersichtlicher aufgebaut war. Beim Stoffmarkt Hollanden waren die Stände in parallelen Reihen aufgebaut und man konnte dementsprechend gut und gemütlich alles abgrasen. In Darmstadt hingegen herrschten, der Location wegen, beinahe labyrinthische Verhältnisse und ich hielt den Markt erst für viel kleiner als den in Mannheim, da man einfach auf den ersten Blick nur wenig davon sah und sich viele Stände erst nach und nach offenbarten während man sich durch die kreuz und quer gestreuten „Gassen“ kämpfte. Im Nachhinein kann ich gar nicht sagen, welcher Markt mehr Stände zu bieten hatte, da der in Darmstadt einfach so unübersichtlich war, dass ich die eigentlich Größe und tatsächliche Verkaufsfläche vor lauter Hindernissen gar nicht einschätzen kann. Er war zwar schön, aber irgendwie schlecht zu über- oder durchschauen und da es keine natürliche oder sinnvolle Laufroute gab musste man schon ein Bisschen aufpassen, dass man am Ende auch wirklich alles gesehen und nichts vergessen hatte, während an manchen Ständen doch automatisch mehrfach vorbeikam.

Stoffmarkt 4
Das Angebot der Märkte ist in vielen Punkten quasi gleich, es gibt Polsterstoffe, Markenstoffe, Patchworkstoffe, Jerseys, Baumwolle, Jeans, Cord, Kinderstoffe, Wachstuch und so weiter und so fort, sowie natürlich Kurzwaren und das eine oder andere Bastelzeug. Was ich jedoch gestern in Darmstadt gar nicht bewusst gesehen habe waren Satin und sowas wie Chinajaquard, wobei ich natürlich nicht weiß, ob es das vielleicht auch in Mannheim nur saisonal auf den Frühjahrsterminen gibt oder ich es auch einfach nur übersehen habe.

Stoffmarkt 7
Dafür ist mir in Darmstadt eine höhere Zahl an Ständen mit fertigen Produkten auch abseits des Näh- und DIY-Milieus aufgefallen, zum Beispiel gab es gleich mehrere Stände mit Taschen, Lederwaren, Schals, Schmuck oder anderen Accessoires, während es in Mannheim nur vereinzelt Stände gab, die zusätzlich zu ihren Stoffen auch einige fertige Nähwerke verkauften. Das mag zwar schön sein, aber ehrlich gesagt fand ich diese für mich eher irrelevanten Stände inmitten der Stoffe nicht nur etwas willkürlich verteilt, sondern teils auch irritierend oder ablenkend, es hätte mir wohl besser gefallen, wenn solche Stände gesammelt an einem Ende des Marktes zu finden gewesen wären.

Stoffmarkt 5

Vielleicht war ich einfach ein Bisschen übersättigt von den Massen an Stoffen, die sich schon in meinem Besitz befinden, aber diesmal war glücklicherweise auch gar nicht so viel dabei, was unbedingt mit nach Hause kommen wollte. Obwohl – oder gerade weil? – ich vielfach den Eindruck hatte, die Stoffe schon zu kennen. Punkte, Sterne, Eulen, Karos, … im Vergleich zu meinem letzten Besuch in Mannheim scheint sich an den „Stofftrends“ nicht viel geändert zu haben, wobei ich da durchaus noch den einen oder anderen Obstprint gesehen hatte, den ich in Darmstadt nicht entdecken konnte. Tatsächlich wurde ich erst an zwei der letzten Stände unserer Route fündig, vorher hatte ich insbesondere die Jerseycoupons irgendwie vermisst.
Außerdem meine ich mich erinnern zu können, dass viele Stoffe auf dem Stoffmarkt Holland günstiger waren als auf dem Expo-Markt. Dort schien es mir als gebe es kaum etwas, das weniger als 10€ pro Meter kostete, selbst bei den einfachen Baumwollstoffen, die ich vom Stoffmarkt Holland mit 6-8€ in Erinnerung habe.

Stoffmarkt 8
Trotzdem bin ich wie gesagt fündig geworden und kann stolz berichten, dass ich tatsächlich gleichzeitig asketisch meinem Vorsatz treu geblieben bin und nichts für mich mitgenommen habe. Na gut, ein paar Steckschließen für eine Tasche hab ich doch gekauft, aber das ist ja kein Stoff, also zählt das ja quasi nicht, oder?

Hier also ein Gesamtbild meiner Ausbeute für diverse Geschenke plus besagte Steckschließen:

Stoffmarkt 3
Jerseys in Braun, Grau, Braun mit beigem Paisleymuster, Blau mit barocken Schnörkeln, Grau mit Schnörkelrauten in Offwhite und ein toller mit Waben und Rauten in verschiedenen Rottönen. Na ja, und die Steckschließen natürlich.

Besonder der Rote hat es mir angetan, im Nachhinein bereue ich es ein Bisschen, nur genug für einen Schal für meine Mutter mitgenommen zu haben.

Stoffmarkt 9
Wie schon beim letzten Mal bekam ich übrigens auch wieder den einen oder anderen amüsanten Wortwechsel mit, so zum Beispiel, als ein kleines Mädchen ihren Opa fragte, wie viel ein Stoffcoupon koste. Er antwortete 6€ und die Kleine entgegnete unschuldig: „Ich habe 2… dann fehlen mir noch 4.“ (Natürlich wäre es jetzt böswillige Unterstellung zu mutmaßen, dass sie ihren Opa damit unauffällig um einen Zuschuss bitten wollte.)
Oder die zwei Mädels im Alter von etwa 10-12 Jahren, von denen die eine die andere ermahnte: „Jetzt komm endlich, wir sind hier um Stoffe zu kaufen, nicht um schönen Röcken nachzugucken!“

Stoffmarkt 10
Außerdem gut war, als Djendja, kaum von den weichen Kunstfellen, an denen er sicher 10 Minuten hing, losgeeist, an einem Perlenstand hängen blieb und der Verkäuferin auf Nachfrage, wofür er die denn brauche, erklärte er suche etwas für’s LARP und sie nur mit einem Kopfnicken antwortete: „Ach, davon hab ich schon gehört, aber mein Sohn kennt sich da aus.“ Leider hatte der sehr gutaussehende junge Herr Kundschaft und konnte nicht mehr als ein wohlwollendes Nicken und Lächeln in unsere Richtung erübrigen, dabei hatte es durchaus den Anschein, er hätte sich gern zu einem Schwätzchen hinreißen lassen. (Hübsche junge Männer und Stoff… was will man mehr?)

Dafür habe ich aber eine nette Geste mitbekommen, über die ich etwas schmunzeln musste: ein junges Mädchen kaufte im Beisein ihrer Mutter einen Meter der 8€-Stoffe und wollte bezahlen, da sagte die Verkäuferin doch glatt mit einem Grinsen: „7,20€ bitte, bei mir gibt’s nämlich Teenie-Rabatt.“ *kicher*
Als wir schon am Gehen waren sahen wir außerdem einen Mann, der einer betagten alten Dame hinterherlief um ihr einen 20€-Schein in die faltigen Hände zu drücken und dachten erst, sie habe Geld vergessen, da bat er sie, ihr die Stoffe schenken zu dürfen – was sie wiederum kaum annehmen wollte mit der Begründung „Aber Sie müssen doch auch von was leben!“

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fallen leaves

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Der Herbst steht vor der Tür und ist für mich eine Zeit, die gerade endlich mal wieder zum Basteln einlädt und inspiriert. Dass ich das viel zu lange nicht mehr richtig gemacht habe merkt man vor allem daran, dass meine Mutter seit Jahren immer wieder und wieder die gleichen eher weniger schön geratenen Basteleien aus meinen Kindertagen an die Küchentür hängt. Obwohl da mittlerweile durch’s häufige Ankleben und Abnehmen doch schon das eine oder andere Gliedmaß der Figuren fehlt…

Beim Anblick einer einzelnen schiefen Fledermaus, die gefühlt von den Ferienspielen 1998 stammen dürfte, kam mir jedenfalls die Idee, dass ich ja mal ein paar neue, schönere Fledermäuse basteln könnte. Der Schrank im Keller, in dem sich Spiele und allerlei alte Bastelmaterialen befinden müsste ohnehin mal wieder aufgeräumt und entrümpelt werden, da böte es sich ja an, gleich mal ein paar Materialen zu verbrauchen. Außerdem wollte ich ja noch einen Blumenstecker für meine neue Pflanze basteln…

Bevor ich mich an den Schrank machte entsann ich mich aber noch einiger pastellfarbener und schwarzer Papierbögen in meiner Kommode und Centis herbstlichem Bastelbeitrag neulich. Dass ich darauf nicht früher gekommen bin… dabei haben sich meine Bastelarbeiten der letzten Jahre doch quasi fast ausschließlich auf Schneeflocken nach dem selben Prinzip beschränkt.

Herbstdeko 14

Herbstdeko 13

Herbstdeko 12

Herbstdeko 11

Herbstdeko 10

Herbstdeko 9
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Neben verschiedenen Blätter habe ich dann auch gleich noch ein paar Pilze, Geister und Kürbisse gemacht. Leider kam mir die Idee aber natürlich erst, als ich das leuchtend orangene Papier schon für die Blätter verwendet hatte. Immerhin ein kleiner Rest orangener Tonkarton war dann aber noch im Kellerschrank versteckt.

Herbstdeko 4

Herbstdeko 6
Herbstdeko 3

Herbstdeko 8
Das ist übrigens das Ergebnis einer erneuten Datenrettung von meiner „neuen“ Speicherkarte – „corrupt JPEG data: premature end of data segment“. Ja, genau, das Mistding hat doch glatt wieder alle Fotos gelöscht als ich versucht habe, selbige auf meine Festplatte zu kopieren! Da ich die Karte ja nun vor nicht mal einem Monat erstand habe ich mich jetzt mal an den Verkäufer gewandt, kann ja wohl nicht angehen, dass sie keine 4 Wochen durchhält und dabei auch noch meine Fotos schrottet.

Herbstdeko 7
Aber zurück zu den Blättern, anscheinend habe ich nämlich sogar so viele von den Teilen gebastelt, dass meine treue Nagelschere, die ich schon seit Jahren zum Fäden abschneiden und für ähnliche Fummelarbeiten zweckentfremde, kurzentschlossen das Zeitliche segnete. Die Schraube war zwar flugs wieder festgedreht, lockerte sich beim schneiden aber mindestens genau so schnell wieder, sodass sie bereits nach dem ersten Blatt wieder so wackelig wurde, dass es unmöglich war, damit präzise zu schneiden.

Herbstdeko 2
Zum Glück fand ich aber noch eine andere und so stand den Fledermäusen nichts mehr im Weg.

Herbstdeko
Sogar die Reste sehen irgendwie aus wie eine coole, stilisierte Fledermaus, die über einen Graben fliegt, oder?

Herbstdeko 15

Kartoffelrösti mit Belag

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So langsam aber sicher hält hier augenscheinlich der Herbst Einzug. Es regnet häufig, wird kälter und kälter und sich den ganzen Tag in eine warme Decke zu kuscheln ist mehr als verlockend. Von sommerlichen Temperaturen um die 25°C und praller Sonne ist jedenfalls nicht mehr viel zu sehen. Da wundert es wohl nicht, dass mein neustes Rezept irgendwie eher rustikal-herbstlich anmutet…
Während meine Eltern – mal wieder – auf dem Weinfest gespeist haben musste ich mir nämlich spontan was anderes überlegen und hatte Lust auf Kartoffeln. Und zwar möglichst schnell.

Rösti

Kartoffelrösti mit Belag

350g Kartoffeln
20g Mehl
1 Ei
Pfeffer
Salz
1 Hand voll Käse
2 EL Crème Fraîche
2 Scheiben Schinken schwarzwälder Art

Ofen auf 200°C vorheizen.
Kartoffeln schälen und reiben, mit Mehl, Ei und Gewürzen vermischen und in kleinen Talern in der heißen, leicht geölten Pfanne braten. (Sie müssen nicht ganz knusprig oder fertig sein, da sie ja noch in den Ofen kommen.)
Anschließend je einen Klecks Creme Fraiche und ein paar Krümel Käse auf die Röstitaler geben und für 3-4 Minuten in den Ofen schieben sodass der Käse etwas schmelzen kann.  Erst dann den in Stücke geschnittenen Schinken auf den Talern verteilen und noch mal für 2 Minuten backen.

Rösti 2
Für mich als Einzelperson hat die Menge gut als Hauptmahlzeit gereicht, etwas ist sogar übrig geblieben, aber sie macht sich sicher auch prima als Vorspeise oder kleiner Snack für 2-3 Personen.

Weißt du wie viel Sternlein stehen?

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Schon wieder ein Post, der mit einem Kinderlied anfängt, Schande über mich.

Damals auf dem Stoffmarkt hab ich ja eine graue Baumwolle mit großen Sternen gekauft, die hab ich jetzt endlich verarbeitet. Das heißt, genau genommen kommt jetzt der zweite Teil der Fotosession von neulich, also ist das auch schon wieder etwas her. Da hatte ich wohl einen kleinen Lauf., an der Nähmaschine und dem Fotoapparat. Geworden ist daraus ein 3/4-Tellerrock, weil ich befürchtete, dass die Sterne bei einem ganzen Teller irgendwie untergehen oder zu unruhig werden könnten.

Sternchenrock

Der hat aber trotzdem noch eine ordentliche Saumweite.

Sternchenrock (7)
Dinge, die auf Taille enden, wie herkömmliche Tellerröcke, machen mich allerdings wahnsinnig, das Gefühl kann ich gar nicht leiden, deshalb hab ich einen Sattel genäht, der von der Hüfte bis zum Hintern reicht. Das lässt letzteren vermutlich auch weniger ausladend wirken. Der schließt seitlich mit einem Reißverschluss, den ich intelligenterweise nicht mit fotografiert habe, weil er sich auf der anderen Seite befindet.

Sternchenrock (2)
Weil das Muster am Übergang natürlich nicht zusammen passt habe ich außerdem spontan schwarze Paspeln dazwischen gesetzt um den Bruch etwas zu entschärfen und nicht ganz so offensichtlich zu machen.
Die ist übrigens nicht geschwungen, das liegt nur an meinem Entenarsch der Perspektive und Körperhaltung. Wobei, das wäre eigentlich auch keine schlechte Idee.

Sternchenrock (3)
Zusätzlich hab ich mir den angesetzten Bund und die Weite des Rockes zu Nutze gemacht um endlich mal wieder Taschen einzubauen. Diese simplen Eingriffexemplare befinden sich mehr oder weniger versteckt zwischen Rockteil, Paspel und Bund, ganz ohne das Muster nochmal zu brechen.

Sternchenrock (9)

Von weitem fällt auch gar nicht mehr auf, dass sich die Tasche ohne Füllung etwas nach außen schiebt.

Sternchenrock (4)
Ärgerlicherweise hat der Stoff allerdings einen Webfehler, der mir leider erst nach dem Zuschneiden aufgefallen ist. Ausgerechnet auf einem Rockteil, sodass auch nicht genug Stoff für’s neu zuschneiden da war. Ich hab das beschädigte Teil also grummelnd als Rückseite verwendet und werde bei Gelegenheit versuchen, es mit Farbe ein wenig zu kaschieren.

Sternchenrock (15)

Tempus fugit, Fungus!

Bild

Gestern schien hier zur Abwechslung mal wieder die Sonne. Nachdem ich also mit dem Rad in der Stadt gewesen war um ein Geburtstagsgeschenk für meinen kleinen Cousin aus seinem Wunschkorb beim örtlichen Kaufhaus auszusuchen (und mich etwas über Körbe mit den Namen Hermine und – der Kracher! – Aragon zu wundern) bin ich ein bisschen mit der Kamera in den Garten gegangen, das schöne Wetter genießen solange es noch da ist.

Wie Centi ja bereits ganz richtig  festgestellt hat, hat mit dem Herbst auch die Pilzsaison wieder begonnen, und zu meinem Vergnügen sprossen auch bei uns im heimischen Garten welche, ja sie schossen regelrecht wie Pilze aus dem Boden. Ach halt… sind ja auch welche.
Außerdem hab ich ja neuerdings Gefallen daran gefunden, mit den verschiedenen Einstellungen meines Fotoapparats rumzuspielen, mit dem Ziel, das mit dem Fotografieren möglichst irgendwann mal etwas besser zu können. An den richtigen Lichtverhältnissen beziehungsweise dazu passenden Kameraeinstellungen sowie der Vermeidung von Schatten im rechten unteren Bildteil (da ist wohl das Objektiv im Weg wenn ich zu nah dran bin) arbeite ich noch… Aber zumindest am Spielen mit verschiedenen Schärfepunkten hatte ich im Rahmen meiner Möglichkeiten (also ohne Spiegelreflexkamera) ziemlichen Spaß! Und weil das so ist möchte ich heute einfach mal ein paar Fotos zeigen. Nachdem ich sie mit Hilfe eines Fotorettungsprogrammes erst mal wiederherstellen musste, weil mein PC nach dem Kopieren zweier Bilder auf die Festplatte anscheinend plötzlich meinte, den gesamten „Inhalt“ der Speicherkarte löschen zu müssen . Tolle Wurst.

Ich bin bei weitem keine Pilzexpertin, aber selbst ich erkenne, dass da gleich mehrere verschiedene Pilzarten unterschiedlicher Strukturen in unserem Garten sprießen.
Von relativ flachen, runden Hauben…

flach

… über ungleichmäßig gewellte, die ein bisschen an Krabbenchips auf Beinen erinnern,…

Mmh, Krupuk!
… und niedliche, kleine, spitze Schirmchen, die trotz der kleinen Hüte die längsten Pilzbeine im ganzen Garten hatten und auch durch ihre deutlich bräunlichere Farbe hervorstechen,…

Pilzi Langstiel
… sowie solche Gesellen mit platten Mützen, die einen kleinen Hubbel in der Mitte haben, der mich bei der ebenfalls bräunlicheren Farbe geradezu an mit Kakao bestäubte Milchschaumhauben auf kaffeeartigen Heißgetränken erinnern,…

Cappucchino
… bis hin zu dicken, runden mit geradezu halbkugelförmigen Köpfen, die man direkt für Champignons halten könnte. (Wie gesagt, da ich mich null mit der Materie auskenne hätte ich mich nicht getraut, sie zu essen. Vorausgesetzt ich vertrüge Champignons überhaupt.)

Mama Pilz + Baby Pilz
Sogar einer mit Muster war dabei, der sah ein bisschen aus wie ein Lebkuchen mit Zuckerguss.

Lebkuchen
Sie stehen alleine rum…

Pilzi Langstiel 2… oder rotten sich in kleinen Grüppchen zusammen:

flach 2
Sogar Außenseiter gibt es!

Außenseiter
Bei den gewellten gibt es unterschiedlich krumme.

Krümmungsgrade
Man kann sich förmlich vorstellen, wie sich ein Grashüpfer hier unter dem Schirm vor dem Regen versteckt und sein Getränk auf dem Rund-Tresen abstellt, oder?

Regenschirm
Der hier ist schüchtern. Oder will Verstecken spielen.

schüchtern
Der hier sieht finde ich ein bisschen aus wie ein Westernsattel…

Sattel
… und hier erkennt man denke ich gleich zwei meiner Probleme ganz gut: Wenn man die Details auf der hellen Pilzoberfläche gut sieht ist der Rest des Bildes so dunkel, dass es wirkt, als sei es bei Abend entstanden, und durch die Nähe zum Objekt wirft das Objektiv rechts unten einen Schatten – dabei ist das noch ein verhältnismäßig harmloses Beispiel.

Details + Licht
Nichtsdestotrotz, mit dem Fokus spielen macht Spaß…

Fokus

Fokus 2
… und Pilze haben ganz faszinierende Lamellen.

faszinierende Lamellen

Aber genau genommen sprießen die Pilze nicht, sie sprossen. Meine Eltern waren nämlich der Meinung, vor dem Herbst unbedingt noch mal den Rasen mähen zu müssen, und so hat mein Vater mit dem Mäher eine Schneise der Verwüstung hinterlassen.

Verwüstung
Ein Opfer am Boden. Hilfe, Fahrerflucht!

Verwüstung 2
Das war dann vorerst erstmal das Ende der Pilze… aber ich bin mir sicher, sie werden wiederkommen. Wer während meiner Fotosafari im heimischen Pilzgarten übrigens auch gekommen ist ist die Katze, das gab auch ein paar nette Fotos, aber ich glaube für heute war das erstmal genug.

Meine Eltern haben mich nebenbei bemerkt erst mal ziemlich schräg angeguckt, wie ich da so mit der Kamera in der Hand und ausgerechnet mit einem Röckchen bekleidet im noch leicht feuchten Gras hockte und Pilze fotografierte…  Aber erst umziehen wäre ja auch doof.

„Nähst du dir eine Schuluniform?“

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Ihr ahnt es vielleicht, solche Sprüche können quasi nur von meinem Vater kommen. (Oder habt ihr auch so welche?)

Jedenfalls hab ich natürlich keine Schuluniform genäht (meine Mutter brach in schallendes Gelächter aus als sie diese Mutmaßung hörte) und es ist mir ehrlich gesagt auch ein Rätsel, warum Schottenröcke oder gar andere Röcke, die entfernt kariert und/oder gefaltet sind, so häufig automatisch und ausschließlich mit Schuluniformen assoziiert werden. Als habe es vor Schuluniformen keine Tartan- oder Faltenröcke gegeben.

Gesamtansicht
Aber was will man machen, ich habe jedenfalls einen Faltenrock genäht, und zwar aus etwas, dass ich eigentlich eher als „Westernkaro“ bezeichnet hätte. Vielleicht übersteigt das aber auch einfach das Mustererfassungsvermögen eines männlichen (oder zumindest väterlichen) Gehirns. Da werden einem schließlich auch Vichykaro, Pepitamuster und Hahnentritt als Ska-Karo (oder kurz „Skaro“) verkauft. (Andererseits behauptet das Kreuzworträtsel unserer Tageszeitung auch schon seit Jahren fälschlicherweise Ska sei eine englische Musikrichtung, wo er doch tatsächlich auf Jamaika entstand und lediglich die zweite Welle eher in England aufkam.)

Karorock
Es handelt sich um einen Wickelrock, der mit zwei kleinen schwarzen Knöpfen verschlossen wird.

Knopf außen
Zwei? Ja, richtig, auf der Innenseite des Bundes hat sich nochmal einer versteckt, der den (etwas spärlich ausgefallenen) „Unterlapp“ festhält.

Knopf Innen
Ups, da muss ich wohl einen Unterrock drunter tragen oder nur kleine Schritte machen.

Karorock Überlapp
Der Überlapp beherbergt mit Abstand zur Kante 4 Falten, die sich am Rapport des Karos orientieren, und auf der Rückseite mittig nochmal 8. Seitlich ist dann mal Ruhe im Karton.

Karorock hinten
Karorock seite
Weil der Bund nur ein schmaler Streifen ist, der die Rockkante einfasst, habe ich die Falten oben noch einige Zentimeter zugesteppt, damit sie nicht so weit oben aufspringen.

Falten + Nahtschatten

Falten außen
Außerdem habe ich die Falten auf der Rockinnenseite knappkantig abgesteppt, das erleichtert das Bügeln, ist aber gleichzeitig auch unauffälliger als von außen sichtbar abgesteppte Falten. Die hätten mir an dem Stück nämlich nicht so gut gefallen.

Falten innen
Auf dem oberen Bild sieht man den Rock (inklusive Steppnaht) von innen, auf dem unteren noch mal von außen. Da erkennt man ganz gut, dass die Oberseite nur gebügelt ist und kann erahnen, dass sich im Pfalz eine Naht versteckt.

Falten außen + innen
Den Bund habe ich übrigens im Nahtschatten festgenäht (oben sieht man schon, dass das im Bereich der Knöpfe nicht ganz so perfekt geworden ist), die Idee kam mir spontan und gefiel mir. Es sind eben doch die kleinen, unauffällig-ordentlichen Details, die einen im Endeffekt glücklich machen. Auch wenn sie die Nutzung des Bügeleisens erfordern. Das ist also auch von der Verarbeitung her endlich mal wieder ein Teil, mit dem ich richtig zufrieden bin. Einziges Manko: Taschen hab ich keine untergebracht bekommen.

Nahtschatten
Übrigens: die vielleicht etwas  ungewohnte Bilderflut ist der Tatsache geschuldet, dass mein Vater bei der Beweisführung, dass im Keller Platz für eine Eismaschine wäre, eben dort vor meinen Augen ein altes Stativ aus einem Karton fischte und mir Nutzungsrechte dafür erteilte. Meine Kamera ist nämlich blöderweise so gebaut, dass die hochkant nicht stehen bleibt, mal davon abgesehen, dass die Ablageflächen nie die richtige Höhe haben.
Also hab ich schon vor einer Weile, es war noch ein teilweise bewölkter Sommertag, auf der Terrasse Position bezogen und mit der Kamera gespielt. Weil es mit meinen Fotografiekünsten leider nicht weit her ist (und ich nicht wüsste, warum ich am hellichten Tag die ISO hochschrauben sollte?) hab ich blöderweise erst am PC gemerkt, dass die Tragebilder viel zu dunkel geworden sind und musste sie deshalb aufhellen (Ihr ahnt es, der Grund, warum ihr die Bilder erst jetzt seht.) , aber die Detailbilder treffen die Farben ganz gut.  Das mit der Beleuchtung werd ich dann wohl bei Gelegenheit weiter üben…

Na ja gut, und dass der Rock das eine oder andere Detail enthält, dass mir so gut gefällt, dass ich es zeigen möchte, ist natürlich auch nicht ganz unschuldig…

Karteileichen #2 – 3 zu 1

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Das nächste Teil aus dem Karteileichensammelsurium ist ein Kleid, das irgendwie eher durch Zufall als durch Planung entstanden und dafür sogar mal richtig gut geworden ist.

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Bei näherem Betrachten hat es sogar fast was von Farbverlauf, oder?

Ursprünglich war der graue Mittelteil mal ein Bettlaken ein Top, ich meine sogar eines meiner ersten Nähwerke, das um die Brust rum aber ziemlich schnell zu eng geworden war. Ganz wegschmeißen wollte ich es nicht, also schnitt ich kurzerhand den zu kleinen Brustteil ab und setzte einen neuen aus dem grau-gestreiften Jersey an, der zugleich auch erfrischend elastischer war.

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Zum Schluss kam dann ein Halbtellerrock, also quasi ein Rock aus zwei Tellervierteln, aus schwarzem Jersey dran, den ich nach dem Versäubern einfach mit einer weiteren Naht neben den schon vorhandenen Zwillingsnähten des ehemaligen Shirtsaumes festnähte. Das sieht dann so aus:

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Einfach, praktisch, gut – ich zieh’s gerne an.

Schinken-Käse-Muffins

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Am ersten Sonntag des Septembers fängt in meiner Heimatstadt traditionell das örtliche Weinfest an. Das heißt, eigentlich fallen schon am Abend vorher die ersten Scharen grölender Besoffener an unserem Haus vorbei (Argh!), aber der Umzug ist erst Sonntags.

An besagtem Sonntag haben meine Kopfschmerzen und ich uns also, unterstützt von einer in hohen Dosen leberschädigenden Schmerztablette, auf den Weg zu unserem Stammplatz gemacht und mit dem Rest der Familie den Umzug angesehen. (Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass die zahlreichen Musikkapellen immer genau vor unserer Nase zum Stehen kommen mussten, oder?)
Immerhin habe ich neben ein paar Bonbons und anderen Süßigkeiten für meine Mutter auch ganze 2 Stück Traubenzucker mit Aufdruck der Stadt für mich abbekommen.

Meine Eltern sind danach noch in die Stadt und über das Fest gegangen um dort was zu essen. Mir war das irgendwie zu deprimierend. Nein, mal ehrlich, ich habe mich ja weitestgehend mit der Fruktosemalabsorption und der eingeschränkten Nahrungsmittelauswahl arrangiert, aber die zahlreichen verschiedenen Gerüche und volksfest-typischen Verlockungen von gebrannten Mandeln, Winzerschinken oder Früchten in Schokolade sind manchmal doch einfach eine Spur zu viel. Vor allem, wenn man eh schon Hunger hat. Und saufen konnte ich ja auch nix. Ich fange ja schon an, einkaufen an sich deprimierend zu finden, wenn man alles Mögliche unter die Nase gerieben bekommt und doch nicht essen darf. Aber ich schweife ab…

Jedenfalls stand ich dann also leicht betrübt zuhause, hatte Hunger und wollte mir auch was Leckeres gönnen… Der Kühlschrankinhalt war etwas mager, aber für spontan zusammengewürfelte Schinken-Käse-Muffins hat es dann, wie sich rausstellte, gerade noch gereicht. Und die waren so lecker, dass ich sie heute gleich noch mal gemacht habe, als Stärkung für einen kleinen Shoppingtrip. Außerdem „musste“ ich ja meine neuen Silikonförmchen noch mal „ausprobieren“… Die Mini-Gugelhupfe sind zwar auf den Foodblogs dieser Welt wohl schon ein alter Hut, aber ich hab sie erst neulich beim Discouter erstanden, weil Papierförmchen sich oft als zu instabil erwiesen und die tollen Sterne, Tannenbäume und Lebkuchenmännchen von der lieben Rudykon mir bei ganzjähriger Verwendung doch eher irritierte „Hast du einen an der Klatsche?“-Blicke einbrachten. Banausen!

Käse-Schinken-Muffins (14)

Schinken-Käse-Muffins

260g Mehl
2TL Backpulver
100g Schinkenwürfel (Welche ohne Zucker gibt’s z.B. bei Penny im 3er-Pack.)
100g geriebener Käse
300ml Milch
Pfeffer und Salz

Alle Zutaten kurz zusammenrühren und in 12 Muffinförmchen verteilen. (Wer, wie ich, Minigugelhupfe möchte sollte eher mit 16 rechnen, sonst haben die Hupfe hinterher kein durchgehendes Loch mehr. ;))
Im vorgeheizten Ofen bei 180°C (Ober-/Unterhitze) 25 Minuten backen.
Fertig!