Archiv für den Monat März 2014

Karteileichen #5 – Lila, der letzte Versuch

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Da ich euch den Rock von neulich leider immer noch nicht zeigen kann und hier nicht so lange Brach liegen lassen möchte finde ich, ist es heute mal wieder Zeit für eine Karteileiche, die ich schon vor einer ganzen Zeit fotografiert habe. (Deshalb auch an der Puppe und mit, wie ich gerade feststelle, leider erstaunlich mieser Fotoqualität. Es war doch hell, also ISO-Rauschen ist das nicht…?)

Ganz eindeutig ebenfalls dazu zählt das Kleid, das ich euch heute zeigen möchte. Damals stand meine ich außer meinem T-Shirt-Schnitt noch nicht viel und vor allem habe ich mich noch mit dem Drecksteil von der Singer-Nähmaschine rumgeschlagen, die den dünnen Jersey selbstverständlich überhaupt nicht mochte. (An dieser Stelle muss ich meiner Aussage bezüglich Jerseykämpfen wohl eine Ausnahme hinzufügen, aber das lag an der Maschine, nicht am Jersey.) Trotzdem hab ich sie (und mich) damit gequält und am Ende den Sieg errungen.

Streifenkleid
Die Bauweise des Brustteils hab ich mir bei einem gekauften Top abgeguckt, das Prinzip ist eigentlich ganz einfach. Die Ausschnittkante ist gerade waagerecht, ich habe sie unsichtbar gesäumt, und wird erst durch das Band in der Mitte runtergerafft. Das wiederum ist nur um den Stoff gelegt und zusammen damit unter der Brust festgenäht.

Streifenkleid 7

Streifenkleid 5
Ein Bisschen kniffliger wurde es dann schon beim Nackenträger. Hier habe ich zuerst die Länge festgelegt, die später um den Nacken führen sollte, und den Stoff in dem Bereich rechts auf rechts zusammengenäht. Nach dem Wenden hatte ich dann schon mal den schönen Trägerteil, nur wie die es beim Kauftop geschafft haben, den Rest jetzt auch noch ohne sichtbare Naht oder Nahtschatten an das Oberteil zu bringen ist mir ehrlich gesagt schleierhaft.

Streifenkleid 2
Ich habe mich jedenfalls dafür entschieden, das Bündchen einfach doppelt gelegt ganz normal in einem Zug festzunähen. Nur der Übergang zum präsentablen Trägerteil war dann etwas schwierig, nichts mit „Innenschön“ hier…

Streifenkleid 4…. aber immerhin „Außenschön“, von da sieht man es nämlich nicht.

Streifenkleid 3
Der Stoff hat übrigens sichtbar eine rechte und eine linke Seite: einmal sind die dicken Streifen heller und die dünnen dunkeler, auf der andere Seite ist es umgekehrt. Dieses Detail habe ich am Saum des Kleides aufgegriffen und die Rüsche so angenäht, dass man hier die andere Seite des Stoffes sieht.

Streifenkleid 6
Nachteile des Kleides sind übrigens eindeutig, dass man jedes noch so kleine Speckpölsterchen sieht und die Farbe vielleicht nicht ganz so gut mit meinen rot gefärbten Haaren harmoniert. (Ja, ich glaube so alt ist das Kleid schon, dass es noch meine Naturhaarfarbe miterlebt hat.)

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Es hätte so einfach sein können…

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Während der Rock sich in den letzten Zügen der Vollendung befindet – es fehlen nur noch Saum, eine Rundum-Naht am Bund und die Oberseite der Druckknöpfe – möchte ich euch heute noch mal was anderes zeigen.

Als ich neulich bei Centi die tollen Eulenstulpen sah, die Goldkind ihr gehäkelt hatte, war es sofort um mich geschehen und ich wusste: das muss ich auch probieren. Meine Häkelkenntnisse waren zwar bescheiden und etwas eingerostet, aber ein paar Videos später hatte ich  schnell den englischsprachigen Häkeljargon durchschaut und geschnallt, wie die mir fehlenden Stiche der Anleitung funktionieren.

Meine Wolle ist recht dick, die Banderole empfahl 7er- oder 8er-Nadeln, aber das war mit den veranschlagten 30 Maschen für meine Minipfoten einfach viel zu weit. Schlussendlich habe ich mit einer 4er-Nadel gehäkelt und nur 24 Luftmaschen angeschlagen um eine passable Größe zu erzielen. Da die Eule davon unberührt bleibt funktioniert das ganz gut.
Ich häkelte also munter drauf los, vergewisserte mich durch die Anleitungsvideos beim ersten Mal noch, dass ich die Zöpfe auch wirklich richtig machte – und fabrizierte eine etwas ungleichmäßige Stulpe. Mit der Verbindung der Runden war ich allerdings überhaupt nicht zufrieden und beschloss, erst mal die zweite Stulpe – jetzt ordentlicher und routinierter – zu häkeln und dann die erste noch mal neu zu machen.

Nachdem ich dann die ersten 2-3 Reihen der zweiten Stulpe geschätz 5 Mal wieder aufgeribbelt hatte, weil ich irgendwie immer eine Masche zu viel hatte, egal wie oft ich vorher, hinterher und zwischendrin durchzählte, dämmerte mir langsam, dass ich vielleicht doch nicht so genau wusste, wie ein „slip stitch“ funktioniert. Den hatte ich nämlich nicht nachgeguckt, und siehe da: Fehler gefunden. Im Nachhinein eigentlich logisch, es war mir sogar schon vorher unterbewusst aufgefallen – aber genau so unterbewusst hatte ich es offenbar auch verdrängt.Tja, dann war das Problem endlich behoben und ich häkelte zufrieden weiter, als mir nach der Hälfte der Runden plötzlich was ganz anderes auffiel.


Na, seht ihr es auch? Da hab ich doch tatsächlich in meinem „jetzt weiß ich ja, wie’s geht“-Tran  einen der Zöpfe falschrum gekreuzt. Und es erst gemerkt, als ich es bei der Wiederholung des Zopfes richtig machen wollte und mich wunderte, dass das doch vorher anders war. Also wieder ein paar Reihen aufribbeln…
Vorteil an der Sache ist aber: Übung macht den Meister und mittlerweile gingen mir die Reihen doch recht schnell von der Hand.

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Gut gefällt mir auch das Daumenloch, das noch dazu super einfach zu häkeln war. Überhaupt fand ich die Spulpen, wenn man die Anleitung denn erstmal richtig ausführt, gar nicht schwierig. Fast glaube ich, dass es sich bei Wollarbeiten bei mir verhält wie beim Wintersport: mit einem Gerät komme ich irgendwie besser klar als mit zwei, die ständig Gefahr laufen, sich (oder mich) zu verknoten oder irgendwas fallen zu lassen, was gar nicht fallen sollte.

Stulpe
Beim zweiten Versuch habe ich dann euch deutlich straffer gehäkelt, erstens weil der erste doch noch etwas weit und ungleichmäßig war und zweitens weil ein Knäuel Wolle doch etwas knapp kalkuliert (oder eher gar nicht kalkuliert) war. Deshalbe habe ich unten direkt nach den Zöpfen auch noch eine Reihe schwarz drangehäkelt, denn für eine – oder gar wie in der Anleitung veranschlagt drei – hätte die rote Wolle einfach nicht mehr gereicht. So sitzen die Eulen halt auf einem schwarzen Ast, das finde ich auch hübsch. Mehr Reihen hätten mir so aber nicht gefallen, also sind das wohl eher Pulswärmer als veritable Stulpen.

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Dummerweise ist aber wie man sieht auch mein „straffes Häkeln“ offensichtlich nicht so gleichmäßig-reproduzierbar geworden, wie ich es gehofft hatte. In sich sind die Stulpen zwar gleichmäßig, aber miteinander verglichen eben leider doch unterschiedlich, trotz gleicher Maschen- und Reihenzahl. Das ärgert mich etwas, ist mir aber auch erst beim direkten Nebeneinanderlegen aufgefallen als alle Fäden abgeschnitten waren, von daher hoffe ich, dass das im getragenen Zustand nicht so sehr aufallen wird.

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Zu guter Letzt haben sie aber selbstverständlich auch noch Augen bekommen. Ohne hat zumindest meine Mutter sie nämlich auch nicht auf Anhieb als Eulen erkannt. Andererseits war sie nach einem langen Tag auch so neben der Spur, dass sie meinte da (wo die Zöpfe sich kreuzen und zwangsweise eine kleine Lücke ensteht) sei ein Loch am Maul und auf meine Korrektur „Schnabel“ leicht irritiert fragte: „Schnabel? Haben Eulen einen Schnabel? Ach ja, klar… ups.“

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Blogparade: Top 3 p2-Ex-Artikel

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Auf geht’s in eine neue Runde von Dianas Blogparade, diesmal zu den Top 3 Ex-Artikel von p2 aus der aktuellen Sortimentsumstellung.

Als ich neulich in der Stadt war hatte ich das Glück, ein noch weitestgehend gut bestücktes, reduziertes p2-Display vorzufinden. Zwischen einer Horde 14-jähriger, die erstaunt proklamierte „Guck mal, da ist ja voll viel reduziert, das sieht man ja gar nicht. Geil, und wir haben jetzt noch voll die Auswahl, weil wir es gesehen haben.“, konnte ich mir zielstrebig das meiste meiner auserkorene Beute sichern – die Vorteile einer Beautyblog-Leserin. 😉

Top 3 p2-Ex (1)

Ein Produkt, das ich eigentlich gar nicht auf der Kette hatte und bei dem ich aus reiner Neugierde mal die Finger in die Tester patschte, ist der Lidschatten 110 „grey scorpion“ aus der metal eyes-Reihe. Der Swatch hat mich mit seiner Deckkraft und Farbe auf Anhieb so überzeugt, dass der Lidschatten spontan auch noch in den Einkaufskorb wanderte – etwas, das mir wirklich sehr selten passiert (und bei dieser Auslistung gleich 2 Mal!).

p2 metal eyes grey scorpion (3)

Sehr beliebt schien auch der Color Victim-Lack 960 „before sunrise“, den ich schon im Herbst gezeigt habe, aber vielleicht hielt p2 ihn genau deshalb (also natürlich nicht nur wegen mir) für zu herbstlich für die Frühjahr-/Sommersaison? Schade eigentlich, denn ich finde die Farbe durch ihren Facettenreichtum ziemlich jahreszeitlich-universell, auch wenn ihr euch trotzdem mit dem alten Tragefoto begnügen müsst.
Gerne hätte ich mir auch noch die Nummern 990 „free to be“ und 970 „keep in touch“ gesichert, gerade ersterer fällt ja mit seinem Petrolton gut in mein Beuteschema, aber dafür war leider selbst ich zu langsam und das Regal leer.

p2 before sunrise

Ebenfalls aus dem Sortiment fliegt die komplette Reihe der matte deluxe-Lippenstifte. Persönlich finde ich das etwas schade, aber irgendwie auch nachvollziehbar, da die Farbauswahl doch sehr dunkel und intensiv war, was viele vermutlich abgeschreckt hat – mal davon abgesehen, dass ich nicht weiß, inwiefern die „Ottonormalerverbraucherin“ überhaupt auf matte Lippenstifte anspringt. Außerdem werden gerade im Sommer bestimmt tendenziell eher wieder eher luftige, sheere Texturen den schweren, matten vorgezogen, von den Farben ganz zu schweigen. Aber wer weiß, vielleicht kommen die matten Lippenstifte ja im Herbst mit anderer Farbauswahl wieder? Ich würde es begrüßen.
Obwohl ich grundsätzlich alle Farben ganz hübsch finde habe ich mich bei meiner Top 3 für den dezentesten Ton 01 „I miss you“ entschieden, ganz einfach weil er dezenter ist und damit häufiger passt.

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Auf den ersten Blick sieht die Farbe in der Hülse finde ich ziemlich orange-braun aus und auch auf dem Handrücken löst sie bei mir noch keine Begeisterungsstürme aus. Auf den Lippen erscheint sie dann aber plötzlich überraschend zurückhaltend, aber deckend und haltbar, und gefällt mir gerade bei Tageslicht sehr gut. (Im spätabendlichen Kunstlicht hingegen haut sie mich nicht so vom Hocker. Und ein Lippenpeeling wäre auch nicht verkehrt gewesen…)

p2 metal eyes + matte I miss you + Manhattan Apricot (18)

Im Gesamtbild (Premiere, Premiere!) zeigt sich dann besonders gut, wie erstaunlich rosa-nude der Lippenstift plötzlich wirkt. Mit so einer dezenten Gesamterscheinung hatte ich selbst gar nicht gerechnet. Beim Augen-Make up habe ich dann übrigens gleich den Skorpion mit „green crocodile“, dem obligatorischen Grün meiner Blogparadenteilnahmen, vereint, auch wenn man das leider nicht so gut erkennt.

Mitmachen könnt ihr noch bis heute Abend und sogar wieder was gewinnen, diesmal ein Produktset aus der „Beauty Rebel“-LE. (Mich reizt bis auf Eyeliner und Lippenstift nichts, also: mehr Chance für euch. ;))

the sun will shine again

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Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich bekomme bei zunehmendem Sonnenschein aktuell auch wieder zunehmend häufiger Lust, was zu nähen. Sogar was, das nicht nur das 95.000 Jerseyshirt (wovon ich selbstredend auch noch ein paar habe) ohne großen Schnick-Schnack ist. (Oder vielleicht liegt es auch einfach daran, dass man bei Sonnenscheint und Tageslicht auch wieder besser fotografieren kann? Also, theoretisch.)
Wenn ich aus dem Fenster gucke und blauen Himmel sehe, wenn sich sogar in mein Nordseiten-Zimmer ein bisschen Tageslicht verirrt und ich nicht die ganze Zeit die schiefe Deckenlampe anhaben muss… (Ohne Witz, sie hängt quasi seit ihrer Befestigung so besorgniserregend schief, dass ich seit Jahren jeden Tag damit rechne, von ihr erschlagen zu werden. Dummerweise tut sie das nämlich ziemlich genau über meinem Schreibtischstuhl.)
Wenn draußen nicht mehr nur das Surren und Quietschen so manchen Autos zu hören ist, sondern auch wieder das Zwitschern der Vögel, die langsam den Frühling ankündigen…
Wenn die Katze nicht mehr von Körbchen zu Bett zu Sofa zu Körbchen wechselt, sondern auch wieder häufiger draußen unterwegs ist und die aufkeimende Vegetation unter die Lupe nimmt

Na ja, lange Rede, kurzer Sinn, von der Frühlingssonne motiviert habe ich mir endlich mal ein Projekt vorgenommen, dass schon eine gefühlte Ewigkeit auf meiner Nähliste steht. Ich hatte da nämlich mal eine Hose mit einem tollen Bund, dessen grobe Struktur ich gerne an einem Rock nacharbeiten wollte.

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Die Katze, die eben doch noch gerne im Bett liegt, hat mich dabei natürlich tatzkräftig unterstützt.

pelzige HilfeBevor es weitergehen kann muss ich aber erstmal Druckknöpfe aus Metall organisieren, und D-Ringe, die eben keine D-Form haben, sondern eckig sind. Wenn jemand eine Idee hat, welcher Suchbegriff hier zum Erfolg führen oder wo ich die herkriegen könnte: immer her damit.  Bisher bin ich etwas ratlos.
Na ja, und dann wäre da natürlich noch das Wenden einiger schmaler Stoffstreifen… eine Aufgabe, die ich auch jedes Mal auf’s Neue verfluche.