Es hätte so einfach sein können…

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Während der Rock sich in den letzten Zügen der Vollendung befindet – es fehlen nur noch Saum, eine Rundum-Naht am Bund und die Oberseite der Druckknöpfe – möchte ich euch heute noch mal was anderes zeigen.

Als ich neulich bei Centi die tollen Eulenstulpen sah, die Goldkind ihr gehäkelt hatte, war es sofort um mich geschehen und ich wusste: das muss ich auch probieren. Meine Häkelkenntnisse waren zwar bescheiden und etwas eingerostet, aber ein paar Videos später hatte ich  schnell den englischsprachigen Häkeljargon durchschaut und geschnallt, wie die mir fehlenden Stiche der Anleitung funktionieren.

Meine Wolle ist recht dick, die Banderole empfahl 7er- oder 8er-Nadeln, aber das war mit den veranschlagten 30 Maschen für meine Minipfoten einfach viel zu weit. Schlussendlich habe ich mit einer 4er-Nadel gehäkelt und nur 24 Luftmaschen angeschlagen um eine passable Größe zu erzielen. Da die Eule davon unberührt bleibt funktioniert das ganz gut.
Ich häkelte also munter drauf los, vergewisserte mich durch die Anleitungsvideos beim ersten Mal noch, dass ich die Zöpfe auch wirklich richtig machte – und fabrizierte eine etwas ungleichmäßige Stulpe. Mit der Verbindung der Runden war ich allerdings überhaupt nicht zufrieden und beschloss, erst mal die zweite Stulpe – jetzt ordentlicher und routinierter – zu häkeln und dann die erste noch mal neu zu machen.

Nachdem ich dann die ersten 2-3 Reihen der zweiten Stulpe geschätz 5 Mal wieder aufgeribbelt hatte, weil ich irgendwie immer eine Masche zu viel hatte, egal wie oft ich vorher, hinterher und zwischendrin durchzählte, dämmerte mir langsam, dass ich vielleicht doch nicht so genau wusste, wie ein „slip stitch“ funktioniert. Den hatte ich nämlich nicht nachgeguckt, und siehe da: Fehler gefunden. Im Nachhinein eigentlich logisch, es war mir sogar schon vorher unterbewusst aufgefallen – aber genau so unterbewusst hatte ich es offenbar auch verdrängt.Tja, dann war das Problem endlich behoben und ich häkelte zufrieden weiter, als mir nach der Hälfte der Runden plötzlich was ganz anderes auffiel.


Na, seht ihr es auch? Da hab ich doch tatsächlich in meinem „jetzt weiß ich ja, wie’s geht“-Tran  einen der Zöpfe falschrum gekreuzt. Und es erst gemerkt, als ich es bei der Wiederholung des Zopfes richtig machen wollte und mich wunderte, dass das doch vorher anders war. Also wieder ein paar Reihen aufribbeln…
Vorteil an der Sache ist aber: Übung macht den Meister und mittlerweile gingen mir die Reihen doch recht schnell von der Hand.

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Gut gefällt mir auch das Daumenloch, das noch dazu super einfach zu häkeln war. Überhaupt fand ich die Spulpen, wenn man die Anleitung denn erstmal richtig ausführt, gar nicht schwierig. Fast glaube ich, dass es sich bei Wollarbeiten bei mir verhält wie beim Wintersport: mit einem Gerät komme ich irgendwie besser klar als mit zwei, die ständig Gefahr laufen, sich (oder mich) zu verknoten oder irgendwas fallen zu lassen, was gar nicht fallen sollte.

Stulpe
Beim zweiten Versuch habe ich dann euch deutlich straffer gehäkelt, erstens weil der erste doch noch etwas weit und ungleichmäßig war und zweitens weil ein Knäuel Wolle doch etwas knapp kalkuliert (oder eher gar nicht kalkuliert) war. Deshalbe habe ich unten direkt nach den Zöpfen auch noch eine Reihe schwarz drangehäkelt, denn für eine – oder gar wie in der Anleitung veranschlagt drei – hätte die rote Wolle einfach nicht mehr gereicht. So sitzen die Eulen halt auf einem schwarzen Ast, das finde ich auch hübsch. Mehr Reihen hätten mir so aber nicht gefallen, also sind das wohl eher Pulswärmer als veritable Stulpen.

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Dummerweise ist aber wie man sieht auch mein „straffes Häkeln“ offensichtlich nicht so gleichmäßig-reproduzierbar geworden, wie ich es gehofft hatte. In sich sind die Stulpen zwar gleichmäßig, aber miteinander verglichen eben leider doch unterschiedlich, trotz gleicher Maschen- und Reihenzahl. Das ärgert mich etwas, ist mir aber auch erst beim direkten Nebeneinanderlegen aufgefallen als alle Fäden abgeschnitten waren, von daher hoffe ich, dass das im getragenen Zustand nicht so sehr aufallen wird.

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Zu guter Letzt haben sie aber selbstverständlich auch noch Augen bekommen. Ohne hat zumindest meine Mutter sie nämlich auch nicht auf Anhieb als Eulen erkannt. Andererseits war sie nach einem langen Tag auch so neben der Spur, dass sie meinte da (wo die Zöpfe sich kreuzen und zwangsweise eine kleine Lücke ensteht) sei ein Loch am Maul und auf meine Korrektur „Schnabel“ leicht irritiert fragte: „Schnabel? Haben Eulen einen Schnabel? Ach ja, klar… ups.“

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Über knaxgurke

- Baujahr 1990 in Südhessen - Doktorandin in Sheffield, UK - näht gerne - macht gelegentlich einfache Versuche im Stricken/Häkeln - würde ganz viele andere tolle, kreative Dinge auch gern können oder zumindest die Zeit haben, sie zu lernen - kocht und isst eigentlich gerne, würde das aber noch viel lieber tun wenn sie endlich nicht mehr von jedem Bissen ungeklärte Bauchschmerzen und andere Beschwerden bekäme nicht auf Fruktose verzichten müsste

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  1. Wie schön die geworden sind =)
    Mir gefalllen sie total und das beide unterschiedlich sind, ist doch eigentlich viel cooler, als wenn alles so einheitsbreimäßig ist, oder? 😉

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