Archiv für den Monat April 2014

Rock-Konzert?

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Vor ein paar Wochen hatte ich ausnahmsweise mal wieder kurzzeitig Glück. Ich hab nämlich Karten gewonnen, oder vielmehr einen Eintrag auf die Gästeliste. Für ein Konzert von Within Temptation. An meinem Geburtstag. In Frankfurt. Kann man doch nicht meckern, oder?

Also hab ich vorher ein bisschen gegrübelt, was ich denn so anziehen will, und dachte mir, dass ein langer, schwarzer, weiter Stufenrock doch ganz hübsch sein könnte. Hatte ich sogar schon mal irgendwann genäht. Und wegen einer noch unbehobenen Panne irgendwo hingekramt. Gekräuselt hatte ich nämlich mit meinem Kräuselfuß, der zwar schön gleichmäßige Rüschen oder Falten macht, aber eben leider auch nicht gerade locker kräuseln kann. Deshalb führte schon die lockerste Einstellung zu ganz schön ordentlichen Stoffmassen, obwohl die oberste Reihe nicht sonderlich großzügig bemessen war.

Das war es dann auch, was mir zum Verhängnis wurde. Obwohl ich das gleiche Maß wie bei einem vorhandenen (passenden!) Stufenrock genommen hatte war nämlich die oberste Stufe etwas knapp, wenn auch nur an der Naht. Ich denke also, dass es tatsächlich am Kräuselfuß lag, die Naht ist irgendwie anders. Bei genauerer Betrachtung erschien mir der Rock dann auch noch etwas kurz, sodass sein Schicksaal besiegelt war.

Rock-Konzert (1)
Lange Rede, kurzer Sinn: einen Tag vor dem Konzert habe ich den Rock wieder rausgekramt und die oberste Stufe komplett abgeschnitten. Mithilfe einer Nylonschnur habe ich dann mehr oder wenig fix eine neue Stufe gekräuselt und angefügt, die nicht nur weiter (diesmal eigentlich etwas zu weit), sondern auch länger war. Das sieht im Nachhinein vielleicht etwas doof aus, zwei so bauschige, kurze Stufe und dann eine längere, weniger bauschige oben, da hätten mir 2 kürzere wohl besser gefallen, aber abgesehen von der Zeitkomponente hätte dann die Gefahr bestanden, dass die oberste wieder zu eng wird.

Rock-Konzert (3)
Trotzdem hat mir mein Outfit schlussendlich gut gefallen und bei dem Rocksaum konnte ich mich in der Pause nach der Vorband auch getrost auf den Boden setzen und hatte quasi noch ein Kissen dabei. Dennoch wäre ich auch mit Jeans und T-Shirt wohl nicht negativ aufgefallen, schließlich war im Publikum – zur Verwunderung unserer netten Warteschlangenbekanntschaften und uns – von Teenie-Hoppern mit Basecap und Hosen in den Kniekehlen bis hin zu rüstigen Rentnerinnen am Stock und im adretten Twinset eine überraschende stilistische Bandbreite vertreten. (Wobei die Hopper unsere Bekanntschaft dazu verleiteten, scherzhaft zu mutmaßen, wen die wohl auf der Bühne erwarteten und was wohl passiere bzw. das Publikum tue, gesetz dem quasi vollkommen ausgeschlossenen Fall dass da jetzt beispielsweise als Vorband plötzlich ein Rapper oder Hiphopper auftrete. Tja, und dann kam And we runund wir konnten uns nur etwas sprachlos angucken.)

Rock-Konzert (2)
Natürlich hab ich es vor dem Konzert nicht mehr geschafft, ein Foto zu machen (außerdem musste ich meinem Vater ja erst einen funktionstüchtigen Speicherkartenadapter aus dem Kreuz leihern), aber zumindest vom Outfit hab ich das jetzt ein paar Tage später nachgeholt.

Rock-Konzert (4)
Das Konzert an sich war jedenfalls gut, nur gesehen hab ich quasi nix. Dazu standen einfach zu viele große und/oder breite Leute vorne (funktioniert wohl genau so gut wie das Reißverschlussverfahren im Straßenverkehr), zuweilen direkt vor meiner Nase, was sich mit der relativ niedrigen Bühne und meinen 1,56m nicht so gut vertrug. Für meinen Geschmack hätte die Bühne gut und gerne 2m höher sein dürfen/sollen (oder das Geschehen darauf auf Leinwände übertragen werden müssen), denn so hab ich die meiste Zeit nur dann was gesehen, wenn mal jemand auf der obersten Stufe des Podest auf der Bühne stand und zufällig gerade kein Kopf im Weg war.
Ihr könnt euch also vielleicht in etwa vorstellen, wie viel das war. Ich sag nur so viel: als zwischendurch mal was Instrumentelles mit Videountermalung kam hab ich erst später anhand kurz erhaschter Blicke auf geänderte Kostüme gemerkt, dass da wohl ein Kostümwechsel stattgefunden haben muss, bei dem niemand auf der Bühne war. (Aber wie war das noch mit dem geschenkten Gaul…?)

Rock-Konzert

Das was ich von der Bühnenshow gesehen habe – und das war leider nicht viel, zum Beispiel die Enden von Stichflammen – hat mir aber gut gefallen. Zum Glück gibt es aber auf Youtube ein paar Videos vom Konzert (Ich habe mich sogar live immer gefreut, wenn jemand ein paar Reihen weiter vorne gefilmt hat, weil ich dann auf dem Mini-Bildschirm endlich mal was gesehen hab!), sodass ich mir jetzt wenigstens im Nachhinein und zum Teil ansehen kann, wovon ich visuell live nichts mitbekommen habe.
Zum Beispiel wie diese junge Dame, die offensichtlich das Glück hatte, vorne zu stehen, auf die Bühne durfte. Aber auch, dass es einen weiter ins Publikum ragenden Steg gab (Warum muss hier jemand schief mitsingen? Textsicherheit und Spaß an der Freude schön und gut, aber ich geh doch auf ein Konzert, um die Band zu hören, nicht das Gekrächze eines umstehenden Fans? Da hab ich es ja mit nichts sehen, aber störungsfrei hören anscheinend doch noch ganz gut getroffen…), war vollkommen an mir vorbei gegangen. Meistens konnte ich jedoch froh sein, wenn ich die untere Zahnreihe der Hydra noch sah… (Hier hatte jemand offensichtlich einen Sitzplatz, von denen aus man die Stehplätze nämlich sicherlich gemütlich überblicken konnte wie im Kino.) Dennoch war es natürlich ein schöner Abend, so ist’s ja nicht, nur eben nicht sehr… visuell geprägt.

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An machen Tagen sollte man einfach gar nicht erst anfangen.

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Leider weiß man das meistens erst, wenn es schon zu spät ist. Vor allem, wenn es vor dem Nähen (oder anderen Aktivitäten) keinerlei Anzeichen für die sich anbahnende Katastrophe gibt.

Dabei hätte ich es eigentlich wissen müssen. Das Glück und ich, wir haben uns schon lange nicht mehr richtig gesehen, und wenn dann auch immer nur ganz kurz. Meistens hat es mir dann sogar eine lange Nase gezeigt und sich hämisch wieder verkrochen um Platz für das Pech zu machen.

Nachdem der Rock schon mangels Druckknopfbefestigungswerkzeug auf Eis liegt zickt jetzt also auch noch die Hose rum. Die war schon am Sonntag eigentlich bis auf Gürtelschlaufen und Saum fertig, als ich sie zum festlegen der Länge des letzteren anzog und tada: da fing der Pechvogel wieder an zu zwitschern wie seine realen gefiederten Kollegen draußen in den Bäumen.

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Ich hab echt keine Lust mehr. Egal was für Reißverschlüsse ich nehme und in egal wie viel zu weite Kleidungstücke (Also auch nichts von wegen Zug drauf oder so.) ich sie einsetze, jedes verdammte Mal gehen diese vermaledeiten Drecksteile kaputt. Und das eher früher als später. Was soll denn das? Jetzt muss ich das Mistding auch noch wieder raus- und ein neues reinfriemeln, vorzugsweise eins, das unkaputtbar ist. Wo soll ich das denn jetzt schon wieder herzaubern?

(Natürlich hat jetzt, ganz nebenbei bemerkt, offensichtlich auch noch der Speicherkartenadapter für die angezählte Kamera das Zeitliche gesegnet. )

Wenn die Eltern aus dem Haus sind…

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Anfang April hatte ich anlässlich des 25. Hochzeitstages meiner Eltern und deren damit einhergehenden Roadtrip (Man mag es kaum glauben, aber sie scheinen tatsächlich jetzt Gefallen an Bed & Breakfast-Touren durch Europa zu finden. Allerdings wohl nur aufgrund der Hotelbuchungs-App auf ihrem Smartphone.) eineinhalb Wochen sturmfrei. Was habe ich also gemacht außer alleinverantwortlich die Katze füttern und bei Laune halten, Blumen gießen und die Zeitung reinholen? (Pro-Tipp meiner Mutter außerdem: „Bring auch alle paar Tage mal den Müll raus, sonst fängt’s an zu stinken.“ – Ach echt?! Wie habe ich nur 3 Jahre lang alleine in England überlebt ohne dieses elementare Mütterwissen?) Ich hab die Gelegenheit beim Schopf gepackt und schamlos Stoffe in ihrem Schlafzimmer ausgebreitet und zugeschnitten!
Was gäbe es besseres zu tun?

Es war zwar immer noch nicht wirklich entspannend, eine gefühlte halbe Ewigkeit auf dem Boden rumzukriechen, und endete auch in leichten Rückenschmerzen, aber immer noch tausend Mal angenehmer, als sich dabei aus Platzmangel mehrfach auf Schreibtischstuhlrollen, Metalllineale, Schuhe oder Stoffscheren zu knien oder setzen, während man den Stoff nicht mal ganz ausgebreitet bekommt. Das gehört nämlich so ziemlich zum Standardprogramm eines Zuschneideversuchs in meinem (zu) kleinen Zimmer und resultiert dementsprechend regelmäßig in blauen Flecken und lautem Schimpfwortausstoß.

Achtung, mieses Handyfoto!
Was ich diesmal verbrochen habe? Eine Hose, genau genommen eine dunkelblaue Jeans. Während meines 1,5-tägigen Praktikums (Dann stellte der Chef fest, dass ich ein ausbeuterisches, befristetes Praktikum nicht als Ende meiner aktuellen Karriereleiter betrachte, sondern mich erdreistete, ein Vorstellungsgespräch für eine Festanstellung wahrnehmen zu wollen, und setzte mich wieder vor die Tür.) stellte ich nämlich mal wieder fest, dass sowas in meinem Schrank nicht wirklich vertreten ist. Jedenfalls nicht in der schlichten Version ohne abgeschrubbelte Waschungen etc.; davon besitze ich genau zwei, wovon eine eher graublau ist, zu groß und, wie ich dann feststellte, zu allem Überfluss ein kleines Loch im Schritt hat. Ansonsten gibt es mittlerweile nur erschreckend viele Röhrenhosen, die ich aber eh nur im Winter in Stiefeln trage, weil ich die sonst furchtbar unvorteilhaft finde, aber etwas anderes kriegt man ja heutzutage in den Läden kaum noch. Dementsprechend schlecht bestellt ist es auch um meinen Bestand passender, intakter Bootcuthosen…

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… was durch Kaufschnitte leider nicht wirklich besser wird. Ich erinnere mich mit Grauen an eine Burda-Hose, die unten bestimmt 20-30cm zu lang war – an sich das kleinere Problem, hätte die Kniebeuge nicht irgendwo an der Wade gehangen – und oben in beide Richtungen weitere 15-20cm zu viel hatte, sodass ich sie bis über die Taille ziehen konnte und dann wohl auch noch hochschwanger reingepasst hätte. Allgemein hat das Teil jedenfalls vorne und hinten und überall sonst nicht gepasst und mich ganz schnell davon überzeugt, dass Burdahosen und ich schon mal nicht zusammen passen. Nur: wo also einen passenden Hosenschnitt herkriegen?

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Zum Glück hatte ich mir in weiser Voraussicht mal das grandiose Buch „Pants for Any Body“ von Pati Palmer und Susan Pletsch gekauft. Das ist ein erfrischend anderes, unaufgeregtes Buch von (ursprünglich) 1973, das wohl so ziemlich alle Eventualitäten abdeckt, die mit dem Nähen einer Hose in Verbindung stehen, von Passformproblemen und deren Lösung über die Verarbeitung bis hin zu Schwangerschaftshosen und der charmanten Hilfestellung wie man überhaupt in Hosen sitzt. (Welche Tenshi beim Durchblättern des Buchs übrigens endgültig in Entzücken versetzte. ;))

Das englischsprachige Buch verzichtet dabei auf Hochglanzfotos und anderen Kram, den man heutzutage vermutlich in fast jedem Nähbuch findet, sondern schafft es problemlos, anhand unzähliger Zeichnungen dem Leser verständlich zu machen, worum es geht. Obwohl Englisch ja bekanntermaßen für mich ohnehin kein Problem ist würde ich sogar sagen, dass man von den Schnittänderungen zur Behebung diverser Passformprobleme auch ohne großartige Englischkenntnisse profitieren kann, da sowohl Passformproblem als auch entsprechende Schnittänderung bildlich dargestellt sind.

Hosen zählen vielleicht schnitttechnisch nicht unbedingt zu den einfachsten Nähwerken, aber mit diesem Buch hat man glaube ich einiges in der Hand, um diese Aufgabe erfolgreich zu meistern, deshalb empfehle ich es immer wieder gerne. Zumal es mit knappen 7€ geradezu ein Schnäppchen in der Welt der Näh- bzw. Schnittbücher ist und für mein Empfinden einen unglaublichen Mehrwert hat – wenn man denn Hosen nähen möchte. (Sogar Natron hab ich das Ding schon Mal ans Herz gelegt, als sie sich passformtechnisch unzufrieden zeigte, und ich habe den Eindruck, sie ist auch zufrieden.)

Jedenfalls habe ich schon vor einer langen Zeit damit mal einen ersten Schnitt soweit bearbeitet, dass das Ergebnis brauchbar war, und diesen Schnitt habe ich jetzt endlich mal richtig umgesetzt. Ganz fertig ist die Hose noch nicht, aber wenn nicht wieder unvorhergesehene Probleme mit den Knöpfen auftreten (Wie bei dem Rock, für dessen 1cm-Druckknöpfe kein passendes Werkzeug zur Befestigung aufzutreiben ist…) dürftet ihr die bald zu sehen bekommen.