Rock-Konzert?

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Vor ein paar Wochen hatte ich ausnahmsweise mal wieder kurzzeitig Glück. Ich hab nämlich Karten gewonnen, oder vielmehr einen Eintrag auf die Gästeliste. Für ein Konzert von Within Temptation. An meinem Geburtstag. In Frankfurt. Kann man doch nicht meckern, oder?

Also hab ich vorher ein bisschen gegrübelt, was ich denn so anziehen will, und dachte mir, dass ein langer, schwarzer, weiter Stufenrock doch ganz hübsch sein könnte. Hatte ich sogar schon mal irgendwann genäht. Und wegen einer noch unbehobenen Panne irgendwo hingekramt. Gekräuselt hatte ich nämlich mit meinem Kräuselfuß, der zwar schön gleichmäßige Rüschen oder Falten macht, aber eben leider auch nicht gerade locker kräuseln kann. Deshalb führte schon die lockerste Einstellung zu ganz schön ordentlichen Stoffmassen, obwohl die oberste Reihe nicht sonderlich großzügig bemessen war.

Das war es dann auch, was mir zum Verhängnis wurde. Obwohl ich das gleiche Maß wie bei einem vorhandenen (passenden!) Stufenrock genommen hatte war nämlich die oberste Stufe etwas knapp, wenn auch nur an der Naht. Ich denke also, dass es tatsächlich am Kräuselfuß lag, die Naht ist irgendwie anders. Bei genauerer Betrachtung erschien mir der Rock dann auch noch etwas kurz, sodass sein Schicksaal besiegelt war.

Rock-Konzert (1)
Lange Rede, kurzer Sinn: einen Tag vor dem Konzert habe ich den Rock wieder rausgekramt und die oberste Stufe komplett abgeschnitten. Mithilfe einer Nylonschnur habe ich dann mehr oder wenig fix eine neue Stufe gekräuselt und angefügt, die nicht nur weiter (diesmal eigentlich etwas zu weit), sondern auch länger war. Das sieht im Nachhinein vielleicht etwas doof aus, zwei so bauschige, kurze Stufe und dann eine längere, weniger bauschige oben, da hätten mir 2 kürzere wohl besser gefallen, aber abgesehen von der Zeitkomponente hätte dann die Gefahr bestanden, dass die oberste wieder zu eng wird.

Rock-Konzert (3)
Trotzdem hat mir mein Outfit schlussendlich gut gefallen und bei dem Rocksaum konnte ich mich in der Pause nach der Vorband auch getrost auf den Boden setzen und hatte quasi noch ein Kissen dabei. Dennoch wäre ich auch mit Jeans und T-Shirt wohl nicht negativ aufgefallen, schließlich war im Publikum – zur Verwunderung unserer netten Warteschlangenbekanntschaften und uns – von Teenie-Hoppern mit Basecap und Hosen in den Kniekehlen bis hin zu rüstigen Rentnerinnen am Stock und im adretten Twinset eine überraschende stilistische Bandbreite vertreten. (Wobei die Hopper unsere Bekanntschaft dazu verleiteten, scherzhaft zu mutmaßen, wen die wohl auf der Bühne erwarteten und was wohl passiere bzw. das Publikum tue, gesetz dem quasi vollkommen ausgeschlossenen Fall dass da jetzt beispielsweise als Vorband plötzlich ein Rapper oder Hiphopper auftrete. Tja, und dann kam And we runund wir konnten uns nur etwas sprachlos angucken.)

Rock-Konzert (2)
Natürlich hab ich es vor dem Konzert nicht mehr geschafft, ein Foto zu machen (außerdem musste ich meinem Vater ja erst einen funktionstüchtigen Speicherkartenadapter aus dem Kreuz leihern), aber zumindest vom Outfit hab ich das jetzt ein paar Tage später nachgeholt.

Rock-Konzert (4)
Das Konzert an sich war jedenfalls gut, nur gesehen hab ich quasi nix. Dazu standen einfach zu viele große und/oder breite Leute vorne (funktioniert wohl genau so gut wie das Reißverschlussverfahren im Straßenverkehr), zuweilen direkt vor meiner Nase, was sich mit der relativ niedrigen Bühne und meinen 1,56m nicht so gut vertrug. Für meinen Geschmack hätte die Bühne gut und gerne 2m höher sein dürfen/sollen (oder das Geschehen darauf auf Leinwände übertragen werden müssen), denn so hab ich die meiste Zeit nur dann was gesehen, wenn mal jemand auf der obersten Stufe des Podest auf der Bühne stand und zufällig gerade kein Kopf im Weg war.
Ihr könnt euch also vielleicht in etwa vorstellen, wie viel das war. Ich sag nur so viel: als zwischendurch mal was Instrumentelles mit Videountermalung kam hab ich erst später anhand kurz erhaschter Blicke auf geänderte Kostüme gemerkt, dass da wohl ein Kostümwechsel stattgefunden haben muss, bei dem niemand auf der Bühne war. (Aber wie war das noch mit dem geschenkten Gaul…?)

Rock-Konzert

Das was ich von der Bühnenshow gesehen habe – und das war leider nicht viel, zum Beispiel die Enden von Stichflammen – hat mir aber gut gefallen. Zum Glück gibt es aber auf Youtube ein paar Videos vom Konzert (Ich habe mich sogar live immer gefreut, wenn jemand ein paar Reihen weiter vorne gefilmt hat, weil ich dann auf dem Mini-Bildschirm endlich mal was gesehen hab!), sodass ich mir jetzt wenigstens im Nachhinein und zum Teil ansehen kann, wovon ich visuell live nichts mitbekommen habe.
Zum Beispiel wie diese junge Dame, die offensichtlich das Glück hatte, vorne zu stehen, auf die Bühne durfte. Aber auch, dass es einen weiter ins Publikum ragenden Steg gab (Warum muss hier jemand schief mitsingen? Textsicherheit und Spaß an der Freude schön und gut, aber ich geh doch auf ein Konzert, um die Band zu hören, nicht das Gekrächze eines umstehenden Fans? Da hab ich es ja mit nichts sehen, aber störungsfrei hören anscheinend doch noch ganz gut getroffen…), war vollkommen an mir vorbei gegangen. Meistens konnte ich jedoch froh sein, wenn ich die untere Zahnreihe der Hydra noch sah… (Hier hatte jemand offensichtlich einen Sitzplatz, von denen aus man die Stehplätze nämlich sicherlich gemütlich überblicken konnte wie im Kino.) Dennoch war es natürlich ein schöner Abend, so ist’s ja nicht, nur eben nicht sehr… visuell geprägt.

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Über knaxgurke

- Baujahr 1990 in Südhessen - Doktorandin in Sheffield, UK - näht gerne - macht gelegentlich einfache Versuche im Stricken/Häkeln - würde ganz viele andere tolle, kreative Dinge auch gern können oder zumindest die Zeit haben, sie zu lernen - kocht und isst eigentlich gerne, würde das aber noch viel lieber tun wenn sie endlich nicht mehr von jedem Bissen ungeklärte Bauchschmerzen und andere Beschwerden bekäme nicht auf Fruktose verzichten müsste

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