Dinge, die die Welt nicht braucht – aber meine Oma schon

Standard

Wie die Zeit vergeht, ich stelle mit Schande fest, der letzte Beitrag ist schon wieder 3 Wochen her. Dabei war ich gar nicht ganz faul, auch wenn sich meine Motivation in letzter Zeit wieder ziemlich in Grenzen hält und die letzten beiden Wochenenden auch verplant waren. (Am letzten habe ich mir offenbar auch noch eine Erkältung eingefangen, gegen deren Ausbruch ich gerade ankämpfe.)

Vorletzte Woche war jedenfalls meine Oma aus Kiel für ein paar Tage hier und eine ihrer ersten Amtshandlungen nach der Begrüßung war es, mir folgendes kuriose Gebilde in die Hand zu drücken. Aufgrund der Präsentation, hier nachgestellt an meiner eigenen Hand, hielt ich es auf den ersten Blick leicht irritiert für eine Art Daumenschutz.

IMG_2112

Ist es aber natürlich nicht. Es entpuppte sich dann als Puppenhemd, für das meine Oma gerne zweifachen Nachschub haben wollte. Die Puppen in ihrem Wohnzimmer, ein Junge und ein Mädchen, trügen schließlich bestimmt schon 20 Jahre die gleichen Hemden und die seien ja nun schon so ausgeblichen und nicht mehr schön.

IMG_2107

Also sah ich mich mit der Aufgabe konfrontiert, bis zu ihrer Abreise ein paar Tage später zwei kleine Hemden zu nähen. Laut meiner Mutter am besten in Blau, damit sie auch gut ins Wohnzimmer passen. Doof nur, dass ich quasi keine blauen Stoffe habe…
Zum Glück kann ich ja aber vieles nicht wegschmeißen und habe mir mal alte Klamotten meiner Eltern zum ausschlachten und wiederverwerten gesichert, da war auch was blaues dabei.

Meinen Samstag Nachmittag habe ich also damit verbracht, Puppenhemden zu nähen… Lust hatte ich eigentlich keine, aber was tut man nicht alles für die Familie, nicht wahr? Immerhin durfte ich das alte Hemdchen zum Schnitt abnehmen zerschneiden, das ist schon mal um einiges einfacher, als mit intakten Kleidungsstücken rumzurangieren, auch wenn sich die Dimensionen ja hier in Grenzen halten.

IMG_2119

Herausgekommen sind also 2 Hemdchen, hinten offen – meine Oma meinte mit Knöpfen oder ähnlichem brauche ich mich nicht rumschlagen, das sehe ja unter der Puppenhose eh keiner, in verschiedenen Farben. Das türkise war mal eine Bluse meiner Mutter, das karierte war ein Reststück aus meiner Stoffkiste, das gerade so reichte.
Obwohl es vielleicht nicht nötig gewesen wäre habe ich mich nämlich bei der Verarbeitung am Original orientiert und doppellagig gearbeitet, sodass Säume, Ärmelabschlüsse und Ausschnitte verstürzt sind und lediglich die Ärmel und Seitennaht innen sichtbare Nahtzugaben hat. Warum? Ich schätze ich hatte einfach keine Lust, so friemelig-kleine Ausschnitte und Ärmelabschlüsse auch noch doppelt umgeschlagen festnähen zu müssen.

Fotos am „lebenden“ Objekt gibt es aber leider keine, denn meine Oma hatte ja nur das Hemd dabei, nicht die ganzen Puppen, und bis ich das nächste Mal nach Kiel komme… na ja. Das dürfte eine Weile dauern. So spannend sind Puppenhemden ja aber eh nicht.

Advertisements

Über knaxgurke

- Baujahr 1990 in Südhessen - Doktorandin in Sheffield, UK - näht gerne - macht gelegentlich einfache Versuche im Stricken/Häkeln - würde ganz viele andere tolle, kreative Dinge auch gern können oder zumindest die Zeit haben, sie zu lernen - kocht und isst eigentlich gerne, würde das aber noch viel lieber tun wenn sie endlich nicht mehr von jedem Bissen ungeklärte Bauchschmerzen und andere Beschwerden bekäme nicht auf Fruktose verzichten müsste

»

  1. Ich finde es spannend, auch Puppenhemden und sehr schön, dass du deiner Omi eine Freude machen konntest 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s