Archiv für den Monat Juni 2014

Klein, kleiner…

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Nachdem ich neulich ja schon Erfahrung mit kleinen Puppenklamotten gesammelt habe ging es jetzt gleich wieder mit was kleinem weiter. Einer kleinen Hose, um genau zu sein, allerdings nicht für Omas Puppen, sondern für den Sohn einer Freundin, für den ich auch schon das Lätzchen genäht habe.
Durch Zufall bin ich nämlich vor einer Weile unter anderem in den Besitz einiger Kinderjerseys gekommen, die ich zwar ganz niedlich finde, aber na ja… eben doch nicht unbedingt zu meinem Stil auf offener Straße passen. Ein paar habe ich also weggegeben, aber zum Glück nicht alle, sodass ich noch ein bisschen Auswahl hatte, als ich dann von besagtem Baby erfuhr und auf das Schnittmuster für die Babyhose „Ras“ stieß. Hose 3 Denn mal ehrlich, diese glücklichen Elefanten auf grünem Grund sind doch niedlich, oder? Hose Was ich dummerweise natürlich nicht hatte war Bündchenstoff. Also hab ich erstmal zum Nächstbesten gegriffen, nämlich geripptem Jersey; großzügige Reste von meinem Oberteil. So eine Babyhose braucht ja echt nicht viel Stoff, erst Recht nicht die Bündchen. Hose 5 Ich fürchte, dass der Rippjersey etwas zu locker sein könnte, Bündchenstoff ist da vermutlich fester und stabiler, aber es wird sich zeigen. Bei Reklamationen ziehe ich da notfalls noch ein Gummi ein oder tausche den Bund aus. Hose 2 Das Schnittmuster ist jedenfalls denkbar einfach umzusetzen, sodass es wirklich ein schnelles Geschenk ist. Es hätte mir zwar – pure Gewohnheit und Faulheit – besser gefallen, wenn die Nahtzugaben bereits eingezeichnet gewesen wären, aber bei so einem kleinen Teil ist das zusätzliche Anzeichnen ja kaum ein großer Mehraufwand. Wenn sie passt und gefällt wird das jedenfalls sicher nicht die letzte Hose sein… (Und wer weiß, vielleicht kriege ich die Mama ja damit in einem ruhigen Moment früher oder später auch mal an die Nähmaschine?) Hose 4 Genäht habe ich übrigens Größe 74, da ich immer noch denke, dass die Eltern vermutlich ohnehin genug Kleidung für den Anfang haben werden, aus der der Zwerg so schnell rauswachsen wird. Davon abgesehen: wenn uns noch mal so eine Hitzewelle ereilt wie kurz vor der Geburt (36°C, pralle Sonne und eine wahrliche Riesenkugel –  meine Freundin tat mir schon etwas Leid) wären lange Hosen für den Sommer wohl eh etwas unpassend. Mit etwas Glück könnte die Hose also gegen Herbst/Winter gut passen. Obwohl 74  in einem Größenspektrum von 50 bis 92 ja eher in der Mitte liegt erwischte ich mich während des Nähens übrigens immer wieder dabei, irrationalerweise zu denken, das Teil müsse sicher viel zu klein sein – aber Babys sind ja so winzig.

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Es darf gesabbert werden…

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Anfang Oktober hat die Tochter unserer Nachbarn ein Baby bekommen. Ich selbst war als kleines Kind öfter mal bei ihnen drüben und habe zum Beispiel „Es war einmal das Leben…“ (Wie passend… Und, wer hat jetzt noch einen Ohrwurm?) mit ihnen geguckt und angeblich beim letzten Einhorn Rotz und Wasser geheult. Dass ich den Vater damit etwas ins Straucheln gebracht habe kam dann auch beim Polterabend vor ein paar Jahren, zu dem wir ebenfalls eingeladen waren, wieder amüsiert zur Sprache. (Ich bin mir übrigens keiner Schuld bewusst, aber die Nachbarskinder sind ja auch ein paar Jahre älter und können sich daran sicher besser erinnern als ich.)

Als wir dann mit den ersten Fotos auch das Geschlecht und den Namen verkündet bekamen wollten wir natürlich auch wieder gerne ein kleines Präsent überreichen können. Ich ergriff also die Initiative und hatte schon bald eine Idee – ein Lätzchen. Mein Gedankengang dabei war vor allem, dass frisch gebackene Eltern vermutlich Strampler zu Hauf geschenkt bekommen oder bereits haben und das Kind da ohnehin schnell rauswachsen wird. Daher erschien es mir sinnvoller, etwas zu machen, was vielleicht nicht unbedingt sofort benötigt wird, deshalb aber voraussichtlich auch noch nicht in x-facher Ausführung vorhanden und außerdem weniger größenkritisch ist.

Lätzchen4

Zuerst war meine Mutter von der Idee eines Lätzchens gar nicht so angetan – bis ich ihr sagte, dass ich doch ein Motiv und den Namen draufsticken möchte und sie plötzlich ganz begeistert war und fand, dass die Eltern sich über so ein individuelles, persönliches Geschenk sicher freuen würden. Da war mein Vater schon schneller von Begriff, der hat meine Idee nämlich schon bei der bloßen Erwähnung eines Lätzchens sofort durchschaut.
Die Motiv-, Stoff- und Farbauswahl sowie die Umsetzung blieb dann aber selbstverständlich doch wieder nahezu komplett an mir hängen. 😉 Lediglich bei der Stoffauswahl der Vorderseite hat meine Mutter für Brei-rutschhemmenden Frottee votiert.

Lätzchen3

Den in den Stickrahmen der Maschine einzuspannen oder sich beim zuschneiden komplett davon vollfusseln zu lassen war allerdings kein so großes Vergnügen… Aber ich das Frotteemonster erfolgreich bezwungen.

Unter dem Frosch ist wie gesagt noch der Name des Mädchens gestickt, aber den hab ich lieber mal unkenntlich gemacht. So viel sei gesagt: das Garn ist rot.

Lätzchen#

Der Zwischenstand in Form eines fertig bestickten, alles vollfusselnden Frotteelappens fand dann auch bei meinen Eltern Anklang. Gesprächsfetzen gefällig?
Ich: „Also find’st du das auch gut so?“
Vater im Brustton der Überzeugung: „Ich find das super-mega-süß!“
Na dann… kann ja nichts mehr schief gehen, was?

Als Verschluss haben die Teile vor dem Verstürzen noch einen Klettverschluss spendiert bekommen, das dünkte mir praktischer als die elenden Bindebändchen, die an meinen Lätzchen früher immer ausgefranst sind. Außerdem: wer bindet denn eigentlich bitte gerne einem zappelnden oder sich wehrenden Kleinkind irgendwelche Schnüre um den Hals?

Lätzchen2

Und falls ihr euch jetzt wundert: obiger Text ist natürlich zeitnah im Oktober entstanden, aber – ihr ahnt es vielleicht – da die einzige Aufgabe meiner Mutter darin bestand, das Geschenk einzupacken, habe ich es prompt versäumt, Fotos zu machen. Super, ne?

Warum ihr das jetzt trotzdem seht? Weil eine gute Freundin von mir quasi „so nett war“, vor ein paar Tagen ebenfalls ein Kind zu bekommen. Und weil sie bei der Erzählung vom anderen Lätzchen so begeistert von der Idee war, dass sie selbstverständlich auch eins bekommen sollte. (Sollte sie natürlich eh, aber im Vorhinein zu wissen, dass sich jemand freuen wird, hat doch auch was, oder?) Das bot mir natürlich die perfekte Gelegenheit, die ganze Sache endlich mal fotografisch festzuhalten. Welcher Name hier unkenntlich gemacht wird ist ja dann letztenendes auch egal, der Unterschied liegt ohnehin – abseits des Namens selbst natürlich – nur darin, dass ich den Namen ihres Sohnes in einem leuchtenden Blau gestickt habe.

Lätzchen5

Die Rückseite besteht übrigens aus schlichter dunkelgrüner Baumwolle, leider hat sich hier beim Absteppen der Frottee etwas durchgezogen.

Karteileichen #6 – High Five, uhm, Skull

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Ohne Fernauslöser Fotos von sich selbst zu machen ist gar nicht so einfach.
Erst alles zurecht rücken,…

Highwaist Skull

… dann zur Kamera tigern, den verzögerten Selbstauslöser drücken, zurück zur Fotoposition flitzen und hoffen, dass man sie auch wirklich rechtzeitig trifft.

Highwaist Skull (1)

So viel zu dem Thema, das hat wohl schon mal nicht geklappt. Und das Zurechtrücken hätte ich mir auch sparen können. (Dafür mit im Bild: meine treue Palme. Das wohl einzige Gewächs, dass es bisher lange genug mit mir in meinem dunklen Zimmer ausgehalten hat, um von ca. Topfhöhe auf die aktuelle Höhe anzuwachsen. Weshalb sie jetzt auch von meiner zu kleinen Fensterbank ins Wohnzimmer bzw. aktuell die Terrasse weichen musste.)

Highwaist Skull (8)

Aber wenn der Auslöser auch manchmal beim ersten Drücken funkioniert und manchmal erst dann schnallt, dass er nicht nur fokusieren, sondern auch fotografieren soll, wenn man ihn ein paar Mal genötigt hat… na ja, dann weiß man eben manchmal nicht rechtzeitig, ob man jetzt schon wegrennen oder lieber noch mal drücken soll.

Highwaist Skull (10)

Das sieht doch schon besser aus. Ein Glück bieten die Fugen unserer Wohnzimmerfliesen eine ganz passable Orientierung hinsichtlich des angestrebten Fotostandpunkts.

Highwaist Skull (12)

Von der Gardine der Terassentür hingegen kann man wohl kaum behaupten, dass sie einen guten Hintergrund abgibt. Sind die Klappläden draußen zu ist es viel zu dunkel, sind sie auf gibt es Probleme mit Gegenlicht und Beleuchtung von hinten. (Alles aber selbstständlich nur wenn die Sonne scheint, ansonsten kann man sämtlich Fotoversuche nämlich ohnehin vergessen, weil es dann grundsätzlich zu dunkel ist.)

Highwaist Skull (13)

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten geht’s dann aber meistens doch ganz gut voran. Also, vorausgesetzt die Kamera spinnt nicht wieder oder hat die Akkuladung im Rekordtempo leergefressen. Was, wie ihr vielleicht an der relativen Vielzahl der Bilder merkt, bei dieser Fotosession ausnahmsweise mal nicht der Fall war. Aber die liegt auch schon einige Monate zurück.

Highwaist Skull (14)

Trotzdem: yippie, schmeißt die Hände in die Luft, es ist geschafft!

Ach, ihr wollt auch noch was zum Rock wissen und nicht nur über meine Fotoodyssee lesen? Na gut, will ich mal nicht so sein…

Highwaist Skull Detail

Es ist, falls es bisher nicht aufgefallen ist,  ein ganz simpler Highwaist-Rock aus 4 Bahnen, die sich einfach mathematisch konstruieren lassen. Im Prinzip hätte ich auch Goldkinds Anleitung von der Page  nehmen können – wenn ich das Ding nicht etwa zeitgleich bzw. zumindest vor Erscheinen (oder Wahrnehmen) der Anleitung zusammengezimmert hätte. Aber wie gesagt, einfaches mathematisch-geometrisches Prinzip, darauf basieren quasi eh so ziemlich alle meine Schnittversuche, von  daher nimmt sich das wohl eh nichts.

Zwischen den Bahnen habe ich jeweils eine Satinpaspel mitgefasst, außerdem Ober- und Unterkante mal wieder mit Schrägband verstürzt. Ansonsten gibt’s dazu gar auch nicht mehr zu sagen, ist ja ein simples Teil, aber dennoch eins, dass ich immer wieder gerne anziehe.