Es darf gesabbert werden…

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Anfang Oktober hat die Tochter unserer Nachbarn ein Baby bekommen. Ich selbst war als kleines Kind öfter mal bei ihnen drüben und habe zum Beispiel „Es war einmal das Leben…“ (Wie passend… Und, wer hat jetzt noch einen Ohrwurm?) mit ihnen geguckt und angeblich beim letzten Einhorn Rotz und Wasser geheult. Dass ich den Vater damit etwas ins Straucheln gebracht habe kam dann auch beim Polterabend vor ein paar Jahren, zu dem wir ebenfalls eingeladen waren, wieder amüsiert zur Sprache. (Ich bin mir übrigens keiner Schuld bewusst, aber die Nachbarskinder sind ja auch ein paar Jahre älter und können sich daran sicher besser erinnern als ich.)

Als wir dann mit den ersten Fotos auch das Geschlecht und den Namen verkündet bekamen wollten wir natürlich auch wieder gerne ein kleines Präsent überreichen können. Ich ergriff also die Initiative und hatte schon bald eine Idee – ein Lätzchen. Mein Gedankengang dabei war vor allem, dass frisch gebackene Eltern vermutlich Strampler zu Hauf geschenkt bekommen oder bereits haben und das Kind da ohnehin schnell rauswachsen wird. Daher erschien es mir sinnvoller, etwas zu machen, was vielleicht nicht unbedingt sofort benötigt wird, deshalb aber voraussichtlich auch noch nicht in x-facher Ausführung vorhanden und außerdem weniger größenkritisch ist.

Lätzchen4

Zuerst war meine Mutter von der Idee eines Lätzchens gar nicht so angetan – bis ich ihr sagte, dass ich doch ein Motiv und den Namen draufsticken möchte und sie plötzlich ganz begeistert war und fand, dass die Eltern sich über so ein individuelles, persönliches Geschenk sicher freuen würden. Da war mein Vater schon schneller von Begriff, der hat meine Idee nämlich schon bei der bloßen Erwähnung eines Lätzchens sofort durchschaut.
Die Motiv-, Stoff- und Farbauswahl sowie die Umsetzung blieb dann aber selbstverständlich doch wieder nahezu komplett an mir hängen. 😉 Lediglich bei der Stoffauswahl der Vorderseite hat meine Mutter für Brei-rutschhemmenden Frottee votiert.

Lätzchen3

Den in den Stickrahmen der Maschine einzuspannen oder sich beim zuschneiden komplett davon vollfusseln zu lassen war allerdings kein so großes Vergnügen… Aber ich das Frotteemonster erfolgreich bezwungen.

Unter dem Frosch ist wie gesagt noch der Name des Mädchens gestickt, aber den hab ich lieber mal unkenntlich gemacht. So viel sei gesagt: das Garn ist rot.

Lätzchen#

Der Zwischenstand in Form eines fertig bestickten, alles vollfusselnden Frotteelappens fand dann auch bei meinen Eltern Anklang. Gesprächsfetzen gefällig?
Ich: „Also find’st du das auch gut so?“
Vater im Brustton der Überzeugung: „Ich find das super-mega-süß!“
Na dann… kann ja nichts mehr schief gehen, was?

Als Verschluss haben die Teile vor dem Verstürzen noch einen Klettverschluss spendiert bekommen, das dünkte mir praktischer als die elenden Bindebändchen, die an meinen Lätzchen früher immer ausgefranst sind. Außerdem: wer bindet denn eigentlich bitte gerne einem zappelnden oder sich wehrenden Kleinkind irgendwelche Schnüre um den Hals?

Lätzchen2

Und falls ihr euch jetzt wundert: obiger Text ist natürlich zeitnah im Oktober entstanden, aber – ihr ahnt es vielleicht – da die einzige Aufgabe meiner Mutter darin bestand, das Geschenk einzupacken, habe ich es prompt versäumt, Fotos zu machen. Super, ne?

Warum ihr das jetzt trotzdem seht? Weil eine gute Freundin von mir quasi „so nett war“, vor ein paar Tagen ebenfalls ein Kind zu bekommen. Und weil sie bei der Erzählung vom anderen Lätzchen so begeistert von der Idee war, dass sie selbstverständlich auch eins bekommen sollte. (Sollte sie natürlich eh, aber im Vorhinein zu wissen, dass sich jemand freuen wird, hat doch auch was, oder?) Das bot mir natürlich die perfekte Gelegenheit, die ganze Sache endlich mal fotografisch festzuhalten. Welcher Name hier unkenntlich gemacht wird ist ja dann letztenendes auch egal, der Unterschied liegt ohnehin – abseits des Namens selbst natürlich – nur darin, dass ich den Namen ihres Sohnes in einem leuchtenden Blau gestickt habe.

Lätzchen5

Die Rückseite besteht übrigens aus schlichter dunkelgrüner Baumwolle, leider hat sich hier beim Absteppen der Frottee etwas durchgezogen.

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Über knaxgurke

- Baujahr 1990 in Südhessen - Doktorandin in Sheffield, UK - näht gerne - macht gelegentlich einfache Versuche im Stricken/Häkeln - würde ganz viele andere tolle, kreative Dinge auch gern können oder zumindest die Zeit haben, sie zu lernen - kocht und isst eigentlich gerne, würde das aber noch viel lieber tun wenn sie endlich nicht mehr von jedem Bissen ungeklärte Bauchschmerzen und andere Beschwerden bekäme nicht auf Fruktose verzichten müsste

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