Hüfte, medium-durch

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Bereits Anfang Juni war Hessentag, dessen kleine Konzerte ich vor allem aufgrund der räumlichen Nähe rege besucht habe. Eigentlich wollte ich dazu – um die Hände frei zu haben und mir keinen Kopf um den potentiellen Verlust irgendwelcher Wertsachen machen zu müssen – gerne eine Gürteltasche haben. Also, eine praktische, schöne, selbstgemachte – normale hab ich sogar. Leider fiel mir dieses Bedürfnis aber natürlich erst wieder viel zu spät ein, und in der Festwoche hatte ich dann auch nicht die Zeit, mehr als den Zuschnitt zu erledigen, sodass es auf Minimalprogramm (Haustürschlüssel) und große Hosentaschen (dann ggf. auch noch Handy) hinauslief. Aber wenn man schon mal angefangen hat… ist das kein Grund, nicht weiter zu trödeln.

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Als ich dann kurzfristig noch entschloss, das schöne Ragnarock-Festival zu besuchen, waren Gelegenheit und der entsprechende Fertigstellungsarschtritt natürlich doch da und ich hab weiter gemacht. Zwischenzeitlich hatte ich mir auch noch Sodas Festivaltaschenpost zu Gemüte geführt und prompt meine eigentliche Planung noch ein bisschen verfeinert. IMG_20140804_163048
Dass ich mir das Steckfach für die Running Order und das kleine Fach für Ohrenstöpsel und Lippenpflege (Was sich übrigens beides sehr bewährt hat, vielen Dank!) kurzfristig noch bei Soda abgeguckt habe sieht man zum Beispiel daran, dass beides nur aufgenäht ist. Da der Taschenbeutel sonst eigentlich nur aus einem an den Kanten abgesteppten Teil besteht konnte ich das nämlich nicht, wie es ja durchaus sinnvoll gewesen wäre, in den vorderen Seitennähten mitfassen. So ein cooles, doppelt und dreifach gesichertes Kamerafach wie Sodas Tasche hat meine allerdings nicht, aber das hat mehrere Gründe. Erstens wusste ich gar nicht, ob ich überhaupt eine Kamera mitnehmen wollte (hab ich beim Ragnarock gemacht) bzw. sie brauche (hab ich beim Ragnarock nicht), und zweitens müsste ich dazu ja erstmal eine funktionstüchtige haben (die mitgeführte war von meinem Vater geliehen, und weil die genau die bleiche Akkubulimie hat wie meine mussten die Fotos für diesen Post auch mit dem Handy entstehen), die Modell für die Abmessungen stehen könnte. Aber das ist ja auch nur Version 1.0, vermutlich wird sich auch hier mit der Zeit die eine oder andere Optimierungsoption zeigen, die auf ein Update auf 2.0 drängt.

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Genau genommen hat sie das sogar schon, denn beim Ragnarock zeigte sich schnell, dass selbst der Jeansstoff nicht wirklich stabil genug war – oder meine Planung was den verstellbaren Verschluss angeht etwas suboptimal. Es war zwar durchaus so geplant, dass der Umfang vergrößert werden kann, aber eben auch so, dass er noch etwas Spiel nach unten hat, und das ist leider im getragenen, befüllten Zustand nicht mehr der Fall. Da muss ich den Gurt schon ganz eng stellen und habe immer noch das leichte Bedürfnis, nachjustieren zu wollen. Version 2.0 verlangt also nach einem festeren Stoff (oder starker Bügeleinlage, um Neukäufe vermeiden zu können) und anderer Platzierung des verstellbaren Verschlussgurtes. Der verursacht nämlich so unter Umständen schon mal den einen oder anderen blauen Fleck auf dem Hüftknochen und geht dummerweise auch gerne mal auf wenn man beispielsweise in die Knie geht, was mitunter zu komischen „Ich habe eigentlich keine Hand frei, aber möchte meine Tasche nicht verlieren“-Verrenkungen führt.

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Was man hingegen als positiv oder negativ betrachten kann ist die Größe der Tasche. Die hat nämlich quasi eine eingebaute Diebstahlsicherung, weil da vermutlich außer meinen kleinen Händen ohnehin keine reinpassen. Womit wir aber natürlich auch schon wieder beim Problem wären, weil ich doch etwas vorsichtig sein musste und durchaus das eine oder andere Mal selbst so meine Mühe hatte, den gewünschten Inhalt rauszufischen, was wohl eindeutig für eine größere Tasche spricht. Das widerstrebt mir ein bisschen, weil dann auch die Basis und der auf dem Bein aufliegende Teil größer und wuchtiger werden muss, um trotzdem auch den Becherhalter beherbergen zu können, aber was muss, das muss. IMG_20140804_163454

Der Becherhalter wäre dann auch (erstmal) der letzte Punkt auf der Liste. Ursprünglich wollte ich das, ähnlich wie hier, mit einer Art Stoffköcher mit Gummizugband lösen, der sogar schon fertig bereit lag, als ich Sodas Post las. Dummerweise lies ich mich dann hinreißen, die Idee mit Gurtband und Klettverschluss auch gut zu finden, da sie mir weniger wuchtig und größentechnisch variabler vorkam, sodass ich hier ebenfalls meine Pläne über den Haufen geworfen habe. Das erste Problem daran zeigte sich schon bei der Eruierung der Anbringungsposition der Klettverschlüsse, da ich nicht nur keinen typischen Festivalbecher zum Maß nehmen hatte, sondern auch gerne mal eine kleine Wasserflasche einspannen können wollte. Nach etwas Rumgeeier hatte ich mich (bzw. die Kletterverschlüsse) dann festgelegt und dem Konstrukt sicherheitshalber noch einen verstellbaren Bodenriemen spendiert. So weit, so gut, nur stellte sich dann im Laufe des Festivals raus, dass weder Becher noch kleine Wasserflaschen sonderlich gut darin hielten. Für das eine lies sich der Verschluss in die eine, für’s andere in die andere Richtung kaum genug regulieren, und die Wasserflasche brachte es mit ihren asymmetrischen 5 Standfüßchen sogar fertig, am Bodenriemen vorbei zu rutschen und runterzufallen.
Voller Erfolg also. Für Version 2.0 werde ich daher sicher doch wieder auf den Köcher zurückgreifen. Der hat wenigstens einen gescheiten Boden, und wenn er oben zu weit ist ist das 1. weniger dramatisch und 2. mit Gummi- und/oder Kordelzug denke ich passabel zu regeln.

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Was mich abseits des genannten Verbesserungspotentials noch an der Tasche ärgert habe ich aber immerhin meiner eigenen Dusseligkeit zuzuschreiben. Nachdem ich meinen Plan durch Sodas Input kurzerhand noch um ein Futter erweitert hatte (das man bei der kleinen Tasche im Übrigen beim Reingucken sowieso nicht sieht und ich mir demnach auch hätte sparen können) musste ich mich nämlich bereits vorher mehrfach bremsen, die vorgesehenen Gurtbänder mit D-Ringen für Schlüsselbund & Co. nicht zu früh einzunähen – mit dem Ergebnis, dass ich sie dann natürlich vergessen habe und hinterher umständlich noch dranpfuschen musste. Ihr könnt euch in Etwa vorstellen, wie ich geflucht habe? IMG_20140804_163249
Gut geklappt und bewährt haben sich dafür in meinen Augen die restlichen Details, die ich von Anfang an eingeplant hatte: 2 „geheime“ Reißverschlussfächer und ein Beinriemen. Letzteren wollte ich vor allem, weil ich durchaus auch mal auf Konzerte gehe, bei denen viel gehüpft und gesprungen wird, wie zum Beispiel die Ska-Konzerte auf dem Hessentag, bei denen es mir nur blieb, Wasserflasche und Jacke ganz nonchalant in die Ecke zu feuern. (Bei der grandios-riesigen Publikumsmenge von, inkl. mir, ganzen 3 tanzen Leuten bzw. einem anderen Konzert, wo ich quasi Solotänzerin war, allerdings auch kein Problem.) Da finde ich jegliche Art von Tasche oder Bauchtasche die ständig auf und ab fliegt dann ziemlich nervig, was bei einer etwas längeren Tasche wie dieser sicher noch schlimmer gewesen wäre. Also ein Beinriemen, mit dem ich die Tasche „hüpfsicher“ am Oberschenkel festschnallen kann.

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Abnehmbar, natürlich, falls ich die Tasche auch mal zu anderen Gelegenheiten möglicherweise sogar mit Rock tragen möchte. IMG_20140804_163822
Ja, und die Reißverschlussfächer sorgten dafür, dass ich nicht meinen ganzen, großen Geldbeutel mit mir rumschleppen musste, sondern einfach ein bisschen Geld in das kleine Fach am Hüftgurt und ggf. andere, flache Papiere in die Rückseite der Tasche stecken konnte, wo sie auch nicht gleich auffallen. Abgesehen davon, dass langfingrige Hände da wohl nun wirklich Schwierigkeiten haben dürften, während des Tragens dranzukommen.

IMG_20140804_163130Jetzt also noch mal ein paar Tragefotos:

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Ganz zum Schluss zeige ich euch auch noch den schönen Festivalbecher mit dem coolen Beer-O-Meter, das einen charmant über den kritischen Zustand des Bierfüllstandes informiert:

Becher

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Über knaxgurke

- Baujahr 1990 in Südhessen - Doktorandin in Sheffield, UK - näht gerne - macht gelegentlich einfache Versuche im Stricken/Häkeln - würde ganz viele andere tolle, kreative Dinge auch gern können oder zumindest die Zeit haben, sie zu lernen - kocht und isst eigentlich gerne, würde das aber noch viel lieber tun wenn sie endlich nicht mehr von jedem Bissen ungeklärte Bauchschmerzen und andere Beschwerden bekäme nicht auf Fruktose verzichten müsste

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  1. Hihi, also, wenn ich’s mal zusammenfasse, ist eigentlich Soda mit ihrem Blogpost an deinen Schwierigkeiten Schuld… 😛

    Schade, dass sich die Tasche im Festivalalltag nicht sooo sehr bewährt hat. Ich finde sie nämlich optisch ziemlich hübsch! Und so kleine Extras wie das geheime Geldfach und der abnehmbare Beinriemen sind natürlich super-praktisch.

    Ich drücke die Daumen fürs potentielle Update! 🙂

    • =P Also so wollte ich das jetzt eigentlich nicht sagen oder rüberbringen. 😉 Ich hätte den Input aus Sodas Post ja nicht übernehmen müssen, das hab ich mir also schon selbst zuzuschreiben, und wenn nur der Begeisterungsfähigkeit.

  2. Oh, ich finde sie ganz wunderbar und toll 😀
    Schade, dass sie so ein bissken den Spielverderber gibt, da du doch so viel Mühe hineingesteckt hast [und so ordentlich bei der Friemelei, Respekt!] – sogar eine eingebaute Diebstahlsicherung! Hihi. =^.^=

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