with a little help from my friends

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Letztes Wochenende war ich wieder bei meiner Freundin A. – die mit den Katzen, mit der ich neulich auch im Peak District war. A. hat nämlich eine Nähmaschine als Dauerleihgabe einer Freundin und hatte mich gefragt, ob ich ihr dabei behilflich sein könnte, eines ihrer liebsten Jerseykleider nachzuarbeiten. Da sag ich natürlich nicht nein…
Als wir 2 Tage vorher auf der Suche nach Gardinengewichten für eines ihrer anderen Projekte in einem Stoff- und Gardinenladen laden waren kam mir dort, wie sollte es auch anders sein, ein hübscher Jersey unter. £2.99 der Meter und nicht mehr viel auf der Rolle, etwa 1,5m – ich denke, viel mehr brauche ich nicht sagen, oder? So weitete sich der Plan also von „A. helfen und ein paar T-Shirts einnähen“ um einen Rock aus und ich stolzierte um £4.50 ärmer mit einem Beutel Stoff heim. (Okay, streng genommen wurde ich heimgefahren und war um einiges mehr ärmer, weil ich hinterher noch Schuhe und Klamotten für zukünftige Peak District-Trips gekauft und einen größeren Einkauf bei Aldi getätigt habe – wenn mir schon mal ein Auto zur Verfügung steht und ich nicht alles schleppen muss…)

Das Wochenende haben wir dann auch gut kreativ genutzt: los ging’s mit dem Vorbereiten von Panini-Broten, die später gebacken und noch später belegt, gegrillt und gefuttert wurden, dazwischen wurde fleißig Stoff geschnippelt, gebügelt und genäht und anschließend durften noch ein paar Angel’s Foodcakes in der Hölle schmoren im Backofen schwitzen. A. hat erstmal eine einfache, luftige Bluse genäht, quasi ein großes Rechteck mit Ausschnitt, und ich wurde ein bisschen von den Massen meines Stoffes davongetragen…

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So sieht übrigens die Nähmaschine aus. Die Stichwahl ist auf den ersten (und zweiten und dritten, …) Blick ziemlich konfus gestaltet und es half nicht, dass der linke Schalter nicht etwa auf Position „A“ stehen muss wenn man die damit gekennzeichneten Stiche will, sondern nach oben zeigen muss. Aber wir hatten ja ein Reststück zum rumspielen, an dem wir uns dann meistens vorher vergewissert haben, dass wir auch wirklich den richtigen Stich erwischt haben, bevor es an die Klammotte ging.

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Um das also mal zu erklären: oben gibt es quasi 2 Reihen und 2 Spalten Stiche, die in verschiedenen Farben gekennzeichnet sind. Neben der oberen Reihe steht zusätzlich ein A, neben der unteren ein B, und über allen Stichen gibt es quasi ein kleines Fenster, ein bisschen wie die Indikatoren an Toilettentüren. Man muss also erstmal einstellen ob A (bzw. „oben“) oder B und dann den Ring um diesen Schalter herum drehen um die ToilettenIndikatoren zu bewegen.  Die bewegen sich aber in beiden Spalten gleichzeitig, also parallel zueinander, weshalb man dann an den anderen Rädern die Farbe anwählen muss, mit der der gewünschte Stich gekennzeichnet ist. Gleichzeitig stellt man an diesen Rädern aber auch noch Stichlänge und -breite ein (An dieser Stelle muss ich lobend anmerken, dass die Maschine die Nadel auch nach rechts stellen kann, was ich bei den meisten modernen Maschinen schmerzlich vermisse.) und muss deshalb dabei aufpassen, dass man nicht aus Versehen zu einer anderen Farbe und damit einem anderen Stich wechselt…

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Aber zum Glück hatten wir ja die üblichen, fleißigen Helfer, die uns mit Rat und Tatze zur Seite standen. Sowohl beim Messen, …

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Zuschneiden…

Sassy
… und nähen als auch bei der finalen Anprobe:

Ninja
Von der Nähhilfe gibt es leider kein Bild, weil mein Handy und A. beide in einem Zimmer waren als die Katze es sich auf meinem Schoß gemütlich machte während ich an der Nähmaschine saß. Etwas irritiert hat sie dann aber schon auf’s Füßchen geguckt als ich wieder anfang zu nähen…

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Ganz uneigennützig war diese Hilfestellung von den Pelzträgern natürlich nicht, denn für sie ist auch was abgefallen.

Ninja3Und das nicht nur beim Nähen…

Sassy3
Mein ursprünglicher Plan als ich den Stoff gesehen hatte war eine Art Tellerrock mit Zipfeln, also quasi einfach ein Quadrat mit Bund. (Irgendwie habe ich hierfür den Begriff „handkerchief skirt“ im Hinterkopf?) Das hab ich mir mit den Streifen, die dadurch ja in verschiedene Richtungen laufen, ganz hübsch vorgestellt, und siehe da:

Rock
Der Plan ging auf. Als Bund habe ich einfach einen langen Streifen Jersey genommen, den ich dann umgeschlagen habe. Kann man aber natürlich auch un-gekrempelt als längeren Rock tragen, und sogar als Top macht das Ganze erstaunlich gut. (Hab ich aber natürlich vergessen zu fotografieren.)

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Weil damit von knappen 1,6m Stoff natürlich noch eine ganze Menge übrig war habe ich als nächstes einen Shrug genäht. Hier ist die Einfassung finde ich ein bisschen labbrig geworden, da würde ich beim nächsten Mal einen kürzeren Streifen nehmen und ihn leicht gedehnt annähen, sodass das Ganze besser anliegt.

Rock 2
Aber so schlimm ist es auch wieder nicht. Da so ein Shrug aber natürlich nicht viel Stoff frisst durfte auch noch ein Top her. Weil wir keine Zwillingsnadel zur Hand hatten habe ich das übrigens mit dem elastischen ZickZack gesäumt – ihr wisst schon, diesem dreigeteilten ZickZack. Das gefällt mir sogar überraschen gut, ich glaube, das werde ich jetzt öfter machen.

Shirt
Am Ende des Wochenendes stellte A. also fest, dass ich quasi ein gesamtes Outfit genäht hatte und fragte amüsiert bis erstaunt: „Wie viel hat der Stoff nochmal gekostet? £4.50?“ Die letzten Reste hab ich nämlich auch noch zu einem kurzen Loopschal verarbeitet.

Saum

Etwas weniger amüsiert war zumindest ich allerdings als ich mich, wieder daheim, in mein WiFi einwählte und etwa 10 WhatsApp-Nachrichten und 2 E-Mails meiner Eltern und meines Freundes fand, die panisch fragten, ob ich noch lebe und offenbar jederzeit bereit waren, einen Suchtrupp loszuschicken – weil ich mal ganze 30 Stunden nicht online war.
Obwohl ich vorher gesagt hatte, dass ich am Wochenende zu A. gehe und mich auch schon mehrfach darüber ausgelassen hatte, dass ich keine mobilen Daten habe weil die Mobilfunkanbieter hier mir derzeit aus ungeklärten Gründen selbst die günstigsten Verträge verweigern.
Obwohl ich zuletzt Samstags gegen Mittag online gewesen war und WhatsApp ihnen das anzeigt.
Obwohl es deshalb natürlich überhaupt keinen Sinn macht, mir 10 Nachrichten zu schicken und um Antwort zu bitten, wenn ich  die erste noch nicht gelesen habe.
Obwohl meine Mutter im gleichen Atemzug fragte, ob ich denn meine neuen Wandersachen schon ausprobiert habe, und ich, so ich es denn getan hätte, im Peak District natürlich auch keinen Empfang oder Internet gehabt hätte.
Obwohl es für mich gar nicht ungewöhnlich ist, mal eine Weile nicht online zu sein, weil ich nicht zu denjenigen gehöre, denen das Handy quasi an der Handfläche festgewachsen ist, sondern das Ding insbesondere in guter Gesellschaft gut und gerne auch mal beiseite legen kann und möchte.
Obwohl ich bereits mehrfach klargestellt habe, dass ich gar nicht rund um die Uhr erreichbar sein will und mir diese Erwartungshaltung ziemlich stinkt.
Dennoch hat mein Freund offenbar sogar mehrere meiner Freunde hier in Sheffield bei Facebook angeschrieben weil sie ja „seit Tagen“ nichts von mir gehört hätten. Es ist ja lieb und nett, dass sie sich Sorgen um mich machen, aber seit wann bitte ist von Samstag Mittag bis Sonntag früher Abend „seit Tagen“?! (Zumal ich meine harmlosen Pläne ja angekündigt und man sie offenbar nur mal wieder vergessen hatte…) Mir hat diese unnütze Flut an Nachrichten voller Erwartungshaltung dass ich doch bitte gefälligst online zu sein und mich zu melden habe jedenfalls irgendwie einen ganz schönen Dämpfer verpasst und etwas die Stimmung nach einem eigentlich tollen Wochenende verdorben.

Die Tücken der modernen Kommunikation…

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Über knaxgurke

- Baujahr 1990 in Südhessen - Doktorandin in Sheffield, UK - näht gerne - macht gelegentlich einfache Versuche im Stricken/Häkeln - würde ganz viele andere tolle, kreative Dinge auch gern können oder zumindest die Zeit haben, sie zu lernen - kocht und isst eigentlich gerne, würde das aber noch viel lieber tun wenn sie endlich nicht mehr von jedem Bissen ungeklärte Bauchschmerzen und andere Beschwerden bekäme nicht auf Fruktose verzichten müsste

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  1. Jaaaa, moderne Kommunikation kann echt ein stolperstein sein. Das lief ja nicht so gut bei dir.

    Aber das Wochenende war ja dann schon sehr viel erfolgreicher was die Stoffverarbeitung angeht! 😀
    So zipfelige Röcke sind zwar nicht ganz so meins, aber du hast zumindest optimal gearbeitet, wenn man bedenkt, das du Rock, Top, Schal und Shrug aus den 1,5m gezaubert hast! 😀
    Respekt!

  2. Ich musste gerade herzhaft lachen: 30 Stunden nicht online?! Wie kannst du es denn auch wagen?! Dann auch noch mit Ankündigung! Das ist ja einfach unerhört 😀

    Dein Rock ist sehr schick geworden =) [und das Top und der Shrug…und bestimmt auch der Loop 🙂 ]
    Ich bin ja immer begeistert, wie Katzen so beim Nähen mithelfen 😉

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