Archiv für den Monat Juni 2015

V wie verdammt

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Mein neustes Projekt stand irgendwie (mal wieder) unter keinem guten Stern. Ganz grob hatte ich mir dieses Muster ausgeguckt um einen Shrug zu häkeln. Wolle und Nadeln auch vorhanden, so weit, so gut, also Luftmaschen angeschlagen und losgehäkelt.
Hm. Mit festen Maschen (aka single crochet) gab es mir da zu wenig Fortschritt, also bin ich schnell auf Stäbchen (double crochet) umgestiegen. Am Ende der 1. Reihe stellte ich dann aber fest, dass ich mal wieder schon jetzt viel zu wenig Maschen hatte.
Wie kommt’s? Nun, ich bin es gewohnt, anders in die Luftmaschen einzustechen, als es anscheinend (ich habe es extra gegoogelt) gedacht ist, nämlich so, dass wenn man von oben auf die Masche guckt nur der hintere/untere Strang unter der Nadel liegt – eben so, wie man es bei weiteren Reihen auch macht. Dann kann ich auch prima Maschen erkennen und zählen, aber wenn ich es so mache, wie es anscheinend gedacht ist, nämlich das nur der eine Teile der Schlaufe unter der Nadel und der andere plus „Rückseite“ obendrüber liegt, komme ich offenbar ziemlich durcheinander weil sich alles so verzieht und die einzelnen Schlaufen schlecht erkennbar sind.

V-Shrug3

Also habe ich die 1. Reihe mehrfach gehäkelt, aufgeribbelt, nochmal gehäkelt, und mir schließlich alle 10 Maschen eine Markierung gemacht und mich so Schritt für Schritt vorgearbeitet. Danach, so dachte ich, dürfte es ja eigentlich kein Problem mehr sein.

Ha – denkste! Nach 7,5 Reihen habe ich wieder bis auf Reihe 1 aufgeribbelt, weil ich jetzt wiederum plötzlich viel zu viele Stiche hatte. Im Nachhinein habe ich dann festgestellt, dass ich wohl aus Versehen in eine Endmasche eingestochen habe, die gar nicht die letzte Masche war, sondern quasi die „Brücke“ zur Reihe darunter.
Damit aber nicht genug: im Original wird ja gesagt, für das V-Muster brauche man ein Vielfaches von 3 plus 1 als Maschenzahl, aber irgendwie wurden meine Reihenabschlüsse trotzdem immer ungleichmäßig. Mich beschlich das Gefühl, dass es vielleicht eher ein Vielfaches von 6 hätte sein sollen, denn so musste ich doch wieder in die „Brücke“ einstechen und eine Beule produzieren. Zum Glück sieht man das hinterher nicht, weil die Seiten ja eh zusammengenäht/-häkelt werden, aber ärgerlich fand ich es trotzdem.

V-Shrug4

Im Übrigen habe ich für das V-Muster dann natürlich auch von double auf treble crochet (Doppelstäbchen) aufgestockt damit der Unterschied besser rauskommt. Immerhin die Muschelränder haben dann aber gut geklappt und die Tatsache, dass die Maschenzahl dafür nicht 100%ig aufgegangen ist ließ sich ganz gut kaschieren. Dass das Teil hinten so schlabbert – obwohl die Anleitung anpreist, man müsse bloß eine längere Laufmaschenkette machen um einen langärmlichen Shrug zu bekommen – gefällt mir allerdings nicht so. Da hätte wohl entweder die Laufmaschenkette kürzer sein müssen oder das ganze Ding eben in die Richtung schmaler werden. Aber hinterher ist man ja immer schlauer.

V-Shrug2

Das nächste Problem ergab sich, ganz unabhängig vom Machwerk, mal wieder beim fotografieren. Ich hatte mir ja ein kleines Tischstativ für’s Handy und eine Fernbedienung bestellt. So weit, so gut. Als das Stativ ankam stellte ich aber fest, dass ich dummerweise nicht darauf geachtet hatte, ob es sich auch für Hochkantfotos eignet – und das tut es natürlich nicht, weil es sich nicht verstellen lässt. Dumm gelaufen. Also erstmal nur Bilder im Querformat… beziehungsweise stark beschnitten.
Die Fernbedienung funktioniert aber zu allem Überfluss mit der handyeigenen Kameraapp nicht, sodass ich also auch noch eine andere App runterladen musste. Bei der muss man nach dem Auslösen aber nochmal drücken um wieder in den Aufnahmemodus zu kommen, weil sie einem sonst nur das Foto anzeigt, und kurioserweise fotografiert sie in einem ganz komischen Seitenverhältnis. Statt auf meine Üblichen 480×640 Pixel werden sie nämlich auf 360×640 oder 480×853 Pixel skaliert. Außerdem hat sie erstmal jedes Foto in einen eigenen Unterordner gepackt, was auch nicht gerade schön zu übertragen war. Glücklicherweise ließ sich das, genau wie das Format (was ich leider zu spät rausgefunden habe), in den Einstellungen ändern und hat dann auch die bereits gemachten Fotos brav in einen einzigen Ordner gepackt, der viel angenehmer auf den PC zu ziehen war. Nur die ganze Bearbeitung… So ganz glücklich bin ich mit der Geschichte jedenfalls nicht, aber immerhin kann ich mal Tragefotos machen.

V-Shrug
Für dieses Projekt sind übrigens nicht mal 100g Wolle (Knitting Essentials, Shade 991-28 Grey Sparkle) mit empfohlener (Strick-)Nadelstärke 4mm draufgegangen. (Kurioserweise wiegt der Shrug 98g, aber es sind noch 10g Wolle übrig, plus abgeschnitte Fadenenden.) Weil es die im Angebot mit 3 50g-Knäulen zu £2 gab war das also ein ganz preiswertes Vergnügen.

 

 

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