Archiv für den Monat Juni 2018

Ready for Raglan?

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Ich weiß, es war wieder viel zu lange ruhig hier (es ist einiges passiert) und ich sollte öfter posten, aber ich gelobe ja eh immer nur Besserung und kriege es dann doch nicht auf die Reihe… Aber falls es euch tröstet: nähen tue ich weiter fleißig. Insofern gibt’s eigentlich zig Dinge, die ich euch „schulde“… aber statt zu posten nähe ich nur immer weiter.

So wurde ich zum Beispiel kürzlich von der lieben Carina von Sewera netterweise zum Probenähen für ihr neues Raglanshirt „Simply Raglan“ ausgewählt, das heute veröffentlicht wird und auf das es bis Sonntag (1. Juli) noch 50% Einführungsrabatt gibt. (Falls es nicht klar ist: Sicherheitshalber ist das hier also wohl als unbezahlte Werbung zu kennzeichnen, auch wenn ihr hoffentlich wisst, dass das in keinster Weise Einfluss auf meine Meinung hat.) Spannend, denn sowas hatte ich bisher noch nicht gemacht, und ein Raglanschnitt fehlte in meinem Repertoire auch noch.

Zuerst hieß es also den ausgedruckten Papierschnitt zusammenkleben. Dabei möchte ich lobend erwähnen, dass direkt auf der 1. Seite klar erklärt ist, welche Seiten wofür gedruckt werden müssen – es gibt nämlich eine Version für Cup A-C und eine für D+. (Auch wenn ich als alte Busenfreundin da natürlich eigentlich anmerken muss, dass die Buchstaben alleine bedeutungslos sind, weil sie nur die Differenz zwischen Unterbrust und Brust bezeichnen und ein 65D dadurch trotzdem nicht das Gleiche ist wie 85D. Aber ich schweife ab…) Außerdem sind Saumlinien für ganze 4 verschiedene Ärmellängen sowie einen V- und Rundhalsausschnitt enthalten, und das alles für ein Größenspektrum von 32 bis 50 – Respekt!
Das Zusammenkleben ist durch die mit Zahlen und Buchstaben versehenen Kreise auf dem Schnitt außerdem vollkommen selbsterklärend und auch ohne Anleitung oder Lageplan locker zu schaffen. Einziges Manko war für mich, dass auf manchen Seiten nur noch kleine Schnittteile waren, die ich persönlich vielleicht lieber mit auf dem freien Platz einer anderen Seite gehabt hätte, aber ich kann natürlich nachvollziehen, dass das einerseits bei den größeren Größen schwieriger/unmöglich wäre und andererseits komplizierter zu erklären ist und damit vielleicht nicht bei allen gleich ankäme.

Da ich mit meinen 1,56m allerdings ein gutes Stück kleiner bin als die für gewöhnlich veranschlagten 1,68m habe ich den Schnitt für mich erstmal auf Taillenhöhe gekürzt damit dann auch alles da ist, wo es hin soll. Ebenfalls sehr hilfreich fand ich übrigens, dass in der Anleitung nicht nur angeben ist, auf welcher Höhe die Abnäher jeweils sitzen, sondern auch eine entsprechende Anleitung zum Nachmessen und Verschieben enthalten war. Dadurch konnte ich einfach prüfen, ob die Abnäher bei mir an der richtigen Stelle sein werden oder ich die auch noch verschieben muss. (Musste ich nicht.)

Überhaupt sind die einzelnen Arbeitsschritte gut bebildert und erklärt und es werden sogar Richtwerte gegeben, mit welchem Wert man die Länge des Ausschnitts bei welchem Stoff multiplizieren sollte um ein Bündchen in der richtigen Länge zu bekommen. Hinzu kommen je eine Anleitung für Rundhals- und V-Ausschnitt. Besonders letztere hat mir gut gefallen, weil ich da bisher meistens „so irgendwie“ rumgefriemelt (oder Rundhals genäht :P) habe und jetzt endlich mal eine schöne Variante kenne.

Als erstes habe ich eine Version aus gestreiftem Jersey genäht, der schon ewig in größerer Menge in meinen Vorräten rumfliegt, irgendwie nie eine besondere Bestimmung fand und immer mal wieder für dieses und jenes rangezogen wird (und sich leider gerne aufrollt…). Ihr erinnert euch vielleicht? (Quatsch, bestimmt nicht. Warum ich da aber so viel von habe und auf dem alten Bild nur etwa ein Meter zu sehen ist ist mir ein Rätsel…)

Das ist übrigens Größe 32 und für meine Verhältnisse noch recht locker, aber das ist ja wohl so gedacht, da anscheinend viele die sonst eher stramme Passform von Carinas Schnitten bemängelt haben. Je nach Tagesform bzw. restlichem Styling auf jeden Fall auch schön.

Danach hat Carina, Dank des Feedbacks vom Probenähen, noch ein paar kleinere Änderungen am Schnitt vorgenommen, vor allem an den Ärmelansatznähten und der Hüftweite. Was da an Shirts zusammen gekommen ist… ich war ein bisschen baff, wie viele tolle Varianten manche Damen da genäht haben und auf den einen oder anderen Stoff bin ich auch ein bisschen neidisch. Ich gebe zu, ich kam etwas ins Grübeln, welche meiner Stoffe ich mir noch so in dem Schnitt vorstellen könnte. Für die Ärmel hatte ich eine Idee, nämlich die Reste eines anderen Kleides, das ich vor kurzem genäht hatte, aber für den Korpus? Ich dachte dunkelblauer Jersey würde gut passen, aber den habe ich nicht. Oder doch?

Tatsächlich hatte ich schon einen anderen Stoff aus meinen Kisten gefischt als ich dachte „Moment, der da ist ja gar nicht schwarz, oder?“ – und siehe da, ich habe doch dunkelblauen Jersey. (Und wieder keine Ahnung warum. Dabei trage ich eigentlich selten blau. Wobei, jetzt fällt mir ein, das könnte der gewesen sein, den ich mal als vermeintlich leuchtendes Blau für ein Infinity-Dress bestellt hatte und dann ob der falschen Farbe nichts mit anzufangen wusste.)
Aus dieser Kombi habe ich dann also noch flott ein weiteres Shirt genäht, mit der geänderten Ärmelführung. (Ich habe mir die Freiheit vorbehalten, die Hüfte nicht wie im geänderten Schnitt weiter zu machen, weil ich sie bei mir eigentlich ausreichend fand.)

Abschließend bleibt mir noch zu sagen, dass mir das Probenähen großen Spaß gemacht hat und ich es schön fand, so viele Designbeispiele von den anderen Probenäherinnen zu sehen. Vielen Dank für die Möglichkeit zur Teilnahme, Carina!

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