Archiv der Kategorie: Gesundheit

she’s a maniac on the floor

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Das es vorletztes Jahr mit meiner Tanzpartnerin nicht so gut gelaufen ist hab ich euch ja schon erzählt. Was ich aber nicht erzählt habe ist die Sache mit den Kleidern. Auf den Fotos mit dem geborgten Tanzpartner (oder auch beim Rumalbern mit einer weiteren „Leihgabe“ dieses Jahr) seht ihr ja tolle Glitzerkleider, aber das sind die Teamkleider, die wir normalerweise nur zum Teammatch anziehen dürfen, also wenn wir am Ende des Tages in kleinen Gruppen gegen andere Uni-Teams antreten statt wie vorher jeder gegen jeden. Da dürfen wir nämlich bei den allermeisten Turnieren in meiner Kategorie „novice“ solche aufregenden Sachen nicht anziehen sondern müssen die schlichteren Regeln für „restricted dress“ einhalten. Dummerweise hatte mir das so aber niemand gesagt, geschweige denn wie genau diese Regeln lauten, sodass ich natürlich schnell den Plan hegte, mir spannendere Tanzkleider zu nähen und hierzu von meiner damaligen Partnerin (und den Lehrern) ausnahmsweise auch mal bestärkt wurde. (Bevor sie anfing, mich zu hetzen, dass die ja bis zum nächsten Turnier fertig sein müssten.)

Also suchte ich Ewigkeiten nach passenden Ideen und Materialien und brachte schließlich Stunden damit zu, auf dem Boden rumzukriechen und Tüll zuzuschneiden. Nachdem ich den zusammengenäht hatte und beim nächsten Turnier beim Anblick der weiter fortgeschrittenen Tänzerinnen und ihrer Kleider erwähnte, dass mich das inspiriere und mir Ideen liefere, meinte meine Partnerin dann doch glatt, dass ich solche Kleider ja in unserer Kategorie gar nicht tragen dürfe. Ich war natürlich entsprechend geschockt und angepisst, dass ich nun Stoffe gekauft und stundenlang auf dem Boden rumgekrochen war für nichts und wieder nichts! Hätte man mir ja auch mal vorher sagen können, zumal die Lehrer auch von meinem Vorhaben wussten.

Aber im Nachhinein stellte sich also raus, dass es allerlei kuriose Regeln bezüglich der erlaubten Kleider gibt – kein Glitzer, Federn o.ä. Deko größer als 7x7cm, nur eine Lage Fransen von maximal 10cm Länge, aber beliebig viele Lagen Rüschen oder Volants, und außerdem muss es doch bitte gekauft und unverändert sein. Bitte was?! Ihr habt richtig gelesen, in den Regeln der Inter Varsity Dance Association steht doch tatsächlich drin, dass für die eingeschränkte Kleiderordnung nur Kleidung von der Stange und ohne persönliche Änderungen oder Schneiderarbeiten getragen werden darf! Ich dachte echt mich trifft der Schlag. Nicht nur nichts selbstgenähtes, nein, nicht mal die Seitennähte dürfte ich theoretisch einnehmen oder die Hosenbeine kürzen wenn die Stangenware (wie so oft) halt nicht 100% passt. Also mal ehrlich… was haben die denn davon? Verschafft es denn irgendwem einen tänzerischen Vorteil, wenn er ein Kleidungsstück passend gemacht hat, das sonst halt nicht so gut passen oder aussehen würde? Was interessiert es die denn, ob ich die wie immer zu weite Taille meiner Bluse eingenommen habe oder nicht? Juckt das echt irgendwen?

Zumal: wer weiß denn bitte, ob ich da nun was selbstgemachtes oder angepasstes trage oder nicht (wenn es nicht gerade so schlecht gemacht ist)? Kommt dann die Saumpolizei und verlangt, die Nahtzugaben zu sehen? Schließlich hatte ich bis dato auch mein selbstgemachtes blaues Infitinykleid getragen und es hat niemanden gestört, weil es die meisten eben auch nicht wussten. (Die Lehrer allerdings schon, und die haben mich auch hier nicht darauf hingewiesen, dass das ja eigentlich regelwidrig sei, und wie gesagt auch ermutigt, was zu nähen.) Das bekloppte Regelwerk hält allerdings auch hierfür in der Tat eine kuriose Forderung bereit und erklärt, dass man als Besitzer des Kleidungstück der Beweispflicht unterliegt und tatsächlich beweisen können muss, dass das Teil gekaufte Stangenware ist. Die haben doch wohl einen an der Klatsche! Glauben die denn ernsthaft, ich hebe für alle Kleider, die ich je gekauft habe, für alle Ewigkeiten die Kassenzettel auf, nur für den Fall, dass ich das Ding mal auf einem Turnier tragen und mir jemand quer kommen will?! Immerhin werden großzügigerweise auch Links zu Webseiten oder Broschüren akzeptiert, aber trotzdem… Wenn das Ding ausverkauft ist ist sowas doch auch nicht mehr so leicht zu finden.

Nichtsdestotrotz habe ich mich schlussendlich dafür entschieden, mir trotzdem neue, andere Kleider zu nähen. Die Lehrer meinten ebenfalls solange es nicht offensichtlich (schlampig?) selbstgenäht und ansonsten regelkonform sei sei das schon okay, und meine Meinung war ähnlich – schließlich hatte mich die Kleiderpolizei ja bisher auch noch nicht gefilzt und außerdem war das Infinitykleid nicht ideal, weil ich damit z.B. im Jive tatsächlich mal mit dem Absatz im Saum hängengeblieben war und mich fast auf die Nase gelegt hätte. Spaßeshalber(?) meinte ein Kumpel sogar notfalls er mache mir schnell eine entsprechende Webseite. Es ist schon schön, hilfsbereite Freunde zu haben.

Also musste ich wieder neuen Stoff kaufen und überlegen, was ich denn nun genau mache. Für das Lateinkleid fiel die Wahl schnell auf Volants für den Rock, nur die restliche Gestaltung bedurfte einiger genauerer Überlegungen. Außerdem musste ich mir die Nähmaschine einer Freundin ausleihen, da meine ja ärgerlicherweise keinen einzigen Stich tat. Nachdem das erledigt war und ich sicherheitshalber viel zu viel Stoff bestellt und vorgewaschen hatte hab ich also an einem Wochenende losgelegt und so ordentlich rangeklotzt, dass ich fast mit beiden Kleidern fertig geworden wäre. Das Standardkleid zeige ich euch aber wann anders.

Für Latein sollen die Röcke also oberhalb des Knies enden, und das macht – wie man an der Sache mit dem Absatz im Saum sieht – auch Sinn. Mein Kleid sollte also schon mal „kurz genug“ werden, und außerdem asymmetrisch. Im Prinzip habe ich mich wieder an meinem altbekannten T-Shirtschnitt bedient und diesen nach unten etwas verlängert und schräg abgeschnitten. An diese Kante kam dann ein Volant der entsprechenden Länge und ein enges Rockteil, das den Rock um die Volantlänge verlängerte, aber eben nicht ausgestellt ist. Nach diesem Prinzip habe ich dem Rock 3 Volantreihen verpasst, die ich zum Glück nicht versäumen musste, da der (leider nicht ganz optimale) Stoff nicht franste, sich aufrollte oder ähnliche Sperenzchen anstellte. Dafür knittert er dummerweise ziemlich.

Um das Kleid auch obenrum (fast im wahrsten Sinne des Wortes) etwas aufzurüschen habe ich unter dem Ausschnitt mehrere Reihen immer kürzer werdender gerüschter Volants angenäht. An die Armausschnitte kamen dann noch 3 Lagen rundliche, leicht gerüschte… ja was eigentlich? Ärmelklappen? So kommen sie mir jedenfalls vor, denn bei dem Stoff war diese Entscheidung auch nicht ganz ideal.

Sehr oft hatte ich aber leider eh nicht die Gelegenheit, die Kleider zu tragen, da meine Tanzpartnerin kurz darauf ihr Studium geschmissen hat (und meiner eh überdrüssig war, weil ich eben kein Mann bin, und mir daher ziemlich auf den Senkel ging) und ich dann erstmal gar keinen Partner mehr hatte. (Beziehungsweise nur für 1 Woche, bevor die dämlichen Lehrer den mir zugedachten glatt hinter meinem Rücken an jemand anderen vergeben haben!)

Im folgenden Jahr, man kann quasi sagen ich war blöd genug, es nochmal versuchen zu wollen, hatte ich dann zwar eine neue Partnerin, mit der ich mich auch gut verstand, aber da waren dann tatsächlich viele der Turniere, auf die wir gingen, „open dress“, sodass wir die Glitzerkleider tragen konnten. Außerdem hatte ich mir ja im Oktober so ordentlich in den Daumen gesäbelt, dass ich operiert werden musste und erstmal eine Weile außer Gefecht gesetzt war beziehungsweise nur Standard tanzen konnte, weil ich da den Arm ruhig halten kann, und mir den Rest des Geschehens von der Seitenlinie aus angucken musste. (Aber das musste ich ja eh meistens, weil die Lehrer uns ja mit Vorliebe ignorierten und wir ohne etwas beigebracht zu bekommen natürlich auch nicht wirklich voran kamen.)
Das wusste meine Partnerin aber auch gut einzusetzen, als bei einem Teammatch darum ging, kostümiert zu tanzen (das Thema war Christmas Pantomime, was auch immer das sein mag) und sie kurzerhand vorschlug, ich solle doch als Captain Hook gehen und sie als Peter Pan. Gesagt getan, sie bastelte mir aus Alufolie einen Haken und ich stellte den Bart, häkelte fix eine Augenklappe und brauchte ansonsten nicht mal shoppen gehen, weil ich die passenden Teile eh schon im Schrank hatte. Na ja, und die Haare halt auf dem Kopf.

Hab ich nicht einen schönen Bart? =D Damit habe ich die anwesenden, inbesondere die Teammitglieder, die mitgekriegt haben, wie ich mir die Haare um’s Kinn geschnallt habe, glaube ich ganz schön geschockt, weil den meisten anscheinend nicht bewusst war, wie lang sie sind. Da haben sich selbst die Richter amüsiert und gegenseitig drauf aufmerksam gemacht, als wir vorbeigetanzt sind. Nur genutzt hat’s natürlich wieder nichts, weitergekommen sind wir nicht und den Preis für’s beste Kostüm hat auch jemand anders gewonnen. (Ich glaube ein Aladdin, der sich komplett blau angemalt hat, und eine Dame, die sich ganz kreativ in ein fertiges Maskottchenkostüm nach Art Mickey Maus oder Riesenteddy in der Fußgängerzone gequetscht hat.) Aber der Haken hat einfach zu gut gepasst…


Übrigens: der Hand geht’s wieder bestens, hab jetzt halt nur meine persönliche „Blitznarbe“… auf der Hand.

 

 

No smoking within 7 metres of these doors!

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Schilder mit dieser oder ähnlicher Aufschrift hingen bei meiner Uni an jeder Außentür. Fazit nach 3 Jahren: Entweder haben rauchende Englänger keine Ahnung, wie viel 7 Meter sind, oder es ist ihnen Schnuppe. Ich jedenfalls musste nahezu jedes Mal beim Betreten oder Verlassen eines Gebäudes luftanhaltend durch eine Rauchwolke eilen, die wenn überhaupt maximal einen Meter von der Tür entfernt war. Nicht nur einqualmen, nein, auch noch den Weg blockieren, genial. Aber das ist ja in Deutschland auch nicht anders, nur dass da keine Schilder hängen.

Ich will keinen Hehl daraus machen, normalerweise herrscht in meiner Umgebung rauchfreie Zone sofern ich das beeinflussen kann. Mit Rauchen kann ich nichts anfangen und hätte auch kein Problem damit, wenn es komplett verboten würde, im Gegenteil. Ist schließlich auch nur eine gesundheitsschädliche Sucht, die die Taschen der Produzenten füllt und auch noch unbeteiligte beinflusst. Wenn mir nur jemand mit einer Kippe in der Hand auf der Straße entgegen kommt rieche ich das 50 Meter gegen den Wind und kriege meistens postwendend Hustenanfälle, bin ich gar längere Zeit dem ätzenden Qualm ausgesetzt komme ich aus dem röchelnden Husten noch Tage später nicht raus und habe mindestens eine Woche mit einer schmerzenden Lunge zu kämpfen. (In diesem Zusammenhang meinte übrigens die Mutter einer Freundin, die uns – vor dem Rauchverbot – mal von einem Konzert abholte, ich habe wohl schon ein paar Zigaretten zu viel in meinem Leben geraucht. Es war keine einzige, nicht mal ein Zug! So viel zum Thema Passivrauchen.)
Das geht sogar so weit, dass ich quasi ein menschlicher Rauchmelder bin. Einer meiner Mitbewohner in meiner ersten WG in England war besonders schlecht in der „Lebensmittelzubereitung“ und so kam es, dass ich eines Tages in meinem Zimmer im ersten Stock den Geruch von Rauch vernahm und mich fragte, ob Adam mal wieder versuchte was warmes zu Essen zu machen. Wohlgemerkt, die Küche lag im Erdgeschoss und Türen und Fenster waren verschlossen. Ungefähr 30 Sekunden später ging der Rauchmelder – in der Küche! – los. Meine Nase hat also selbst auf mehrere Meter und ein Stockwerk inklusive Türen und Fenster ein sensibles Gerät in knapp ein Meter hindernissfreier Entfernung zum Herd geschlagen. Ohne visuelle,  akustische oder andere Hilfsmittel oder Vorwarnungen.

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Um jedenfalls zum Thema zurück zu kommen, ich habe bezüglich des Smoken mal eine Ausnahme gemacht, und zwar eine unter Umweltaspekten betrachtete, gesundheitlich und geruchstechnisch gänzlich unbedenkliche (jedenfalls für mich): ich habe ein Nähwerk gesmokt. Okay, ich gebe zu, das hat nichts mit Rauchen zu tun, aber dieses Shirt hier wäre ja schließlich glatt ein passendes Exemplar aus diesem amüsanten Sammelsurium an Anti-Raucher-Sprüchen.

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Das Kleid, das ich mir kürzlich spontan genäht habe, finde ich dann aber doch hübscher. 😉 Inspiriert hat mich eigentlich dieses Exemplar, vermutlich vorrangig wegen des tollen Stoffs, aber so einen tollen Stoff hatte ich natürlich nicht. Und eigentlich wollte ich auch nicht bloß einen Gummizug in der Taille, auf solche überdimensioniert-schlabbrigen Ärmel war ich auch nicht scharf, und überhaupt… überhaupt ist eigentlich alles ganz anders. Aber so ist das wohl manchmal mit der Inspiration und dem, was letzten Endes daraus wird.

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Weil ich auch sonst keinen meiner gemusterten Jerseys passend fand – gesmokte Streifen müssen irgendwie nicht sein, oder? – hab ich schlussendlich zu dem roten Jersey gegriffen, aus dem auch schon mein erstes Infinitydress und der Cozy sind. Keine Ahnung, warum ich da so viel von habe und woher, aber sei’s drum, hübsch ist er ja, wenn auch, je nach Schnitt, etwas knitteranfällig. Aber bei den Kräuseln, die durch’s Smoken enstehen, fällt das glaube ich nicht weiter negativ auf.

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Gesmokt habe ich also auf gut Glück 9 Reihen im Taillenbereich. Danach war die zweite Unterfadenspule Gummifaden leer und ich hatte keine Lust, noch eine dritte aufzuwickeln. Etwas erstaunt über den Verbrauch hierbei war ich allerdings schon. Ansonsten ging das Smoken aber relativ problemlos – nach der Erkenntnis, dass meine Maschine von mir möchte, dass ich den Unterfaden nach jeder Reihe und dem folgenden Abschneiden wieder neu einfädele.

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Die kleinen Falten im Ausschnitt sind übrigens durchaus gewollt – nur irgendwie nicht so. Eigentlich hatte ich mir da schöne, größere, tiefere Falten vorgestellt, die ein bisschen das Brustteil hinunterragen, aber dafür habe ich ganz offensichtlich zu sparsam kalkuliert.

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Bei den Ärmeln sah das ursprünglich genau so aus, wenn nicht noch blöder, aber die hatten immerhin den Vorteil, dass ein neuer Zuschnitt nicht so viel Stoff verschwendete wie bei einem komplett neuen Frontteil. Viel besser hat es das allerdings auch nicht gemacht, und einen Tick zu lange finde ich sie im Nachhinein auch. Hätte ich nicht das Ausschnittdetail noch mal aufgreifen wollen hätte ich vermutlich eh Flatterärmel gemacht.

Beim nächsten Mal werde ich dann wohl auch den Taillentbereich großzügiger zuschneiden, denn während die 10 cm Zugabe um die Hüfte, die der Inspirationsquelle empfohlen werden, dort gut ausreichen finde ich es doch etwas schade, dass vom Smok in der Taille im angezogenen Zustand nicht mehr viele Kräusel überbleiben. Da empfiehlt es sich vielleicht tatsächlich, einfach gerade oder gar leicht ausgewölbte Stoffteile für den Korpus zu nehmen, damit auch getragen genug Smok übrig bleibt.

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Da ja jetzt offenbar schon der Herbst vor der Tür steht und die warmen Tage noch spärlicher gesäht sind werde ich das Kleid übrigens zu einem Sommerfest (Welch Ironie!) gestern voraussichtlich erstmal mit einem langärmligen Oberteil drunter oder Shrug drüber und Strumpfhosen getragen haben. (Wer sich über den kuriosen zeitlichen Satzbau wundert: das hier ist vorgebloggt, demnach kann ich Donnerstag noch nicht wissen, ob ich das Samstag wirklich so tragen werde.) Ein längeres Jäckchen drüber zu ziehen fände ich bei dem Smokteil gerade doch noch irgendwie schade.
Aber immerhin habe ich für die Fotos noch mal einen sonnigen, halbwegs warmen Tag erwischt. Eine neue Kamera habe ich übrigens immer noch nicht, irgendwie gibt es das, was ich suche, so nicht oder nur als teure Spiegelreflex außerhalb meines Budgets (Stichwort Fernbedienung). Dafür habe ich dran gedacht, dass mein Handy ja auch einen Selbstauslöser haben könnte, und siehe da… Die Qualität ist nicht die beste, aber besser als gar nichts. Einziges Problem: wie stellt man so ein Handy hin?

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Mit Hilfsmitteln. Sie sehen: eine verstaubte, eigentlich immer leere Vase aus dem Wohnzimmer und eine Untertasse aus dem Küchenschrank. Dazwischen „klemmte“ dann mein Handy, in beide Richtungen gegen das abrutschen geblockt, aber das konnte ich selbstredend so nicht in Aktion fotografieren. (Jetzt wo ich darüber nachdenke, ein Spiegel hätte es getan… aber ich schätze, das Terrain ist hier auch ohne schon kurios genug.)

Ingesamt habe ich, trotz Neuzuschnitt der Ärmel, für das Kleid etwa 90cm Jersey von 1,8m Breite verbraucht. Warum ich das hier extra erwähne? Weil meine Stoffbilanz, oder um genau zu sein mein gesamtes Stoffarchiv, leider trotz vielfacher Datensicherung beim kürzlichen Neu-Aufsetzen des PCs flöten gegangen ist. Einfach so.
Da habe ich Stunden reingesteckt, sämtliche Bestände abzutippen, Neuzugänge einzufügen und verbrauchtes möglich genau aufzuführen und rauszurechnen, habe extra ein Programm, dass Festplattensicherungen, Synchronisierungen & Co. macht und das mehrfach behauptet hat, alle Daten auf die externe Festplatte kopiert zu haben, und dann? Dann fehlt doch alles Mögliche! Ich hätte so kotzen können.  Ich meine, was soll denn das bitte? Entweder es ist alles als Kopie gesichert oder eben nicht, aber so kommt man sich doch ziemlich verarscht vor, oder?

Zum Glück ist das nicht mitten im Studium mit irgendwelchen wichtigen Daten passiert und zum Glück habe ich die Stoffbestände auch noch jeweils auf Zetteln an/in den Kisten selbst vermerkt, sonst müsste ich das jetzt auch noch alles wieder neu ausmessen. So muss ich es immerhin „nur“ neu abtippen, die paar noch nicht vermerkten neuen Stoffe ausmessen und mich ärgern, dass ich jetzt doch keine Stoffbilanz für das Jahr abgeben kann. Leider kann ich mich nämlich nur noch erinnern, dass die ganz gut aussah, aber eben nicht wie gut genau, und deshalb will ich jetzt sicherheitshalber lieber immer direkt dazuschreiben, wie viel ich wofür verbraucht habe. Doof ist das nur bei Dingen, die es aus diversen Gründen nicht zeitnah auf den Blog schaffen…  aber auch das Problem werde ich wohl in absehbarer Zeit erstmal nicht mehr haben.

Frusano jetzt bei dm

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Gestern rief mich meine Mutter ganz aufgeregt aus dem dm an: im Regal stehen Frusano-Produkte! Kurze Nachfrage bei der Mitarbeiterin ergab dann, das jetzt tatsächlich alle dm-Filialen eine Auswahl fruktosearmer Produkte von Frusano ins Sortiment aufnehmen, auch wenn vereinzelt noch nicht alle Produkte geliefert wurden – das Fach für die Schokolade war zum Beispiel noch leer.
Ist das nicht eine tolle Nachricht? Meine Wenigkeit wäre jedenfalls vermutlich vor Freude jubelnd durch den dm gehüpft, bis mich alle irr angeguckt hätten. Aber wenn endlich mal jemand Produkte für die häufigste, aber dennoch vom Markt vollkommen vernachlässigte Unverträglichkeit ins Programm nimmt und einfach verfügbar macht muss man sich doch wohl freuen, oder? Zumal vielleicht auch die Hoffnung besteht, dass die Produkte (und das Problem an sich) so bekannter, damit die Nachfrage höher und auf Dauer der Preis niedriger wird. Aber selbst wenn nicht, allein die Ersparnis der Versandkosten und –zeit finde ich schon super, und ganz nebenbei erwähnt war der Preis für den Johannisbeersirup, den meine Mutter mir mitgebracht hat, mit 4,25€ auch noch ohnehin günstiger als der Preis für eine Einzelflasche im Onlineshop.

Frusano
Um aber noch mal auf die Häufigkeit zurückzukommen: verschiedenen Quellen zufolge leiden in Deutschland/Europa ca. 30-40% der Bevölkerung an einer Fruktosemalabsorption. Laktoseintolerante gibt es mit 15-20% (Achtung, ungefragter Videostart – wie ich sowas hasse!) also nur halb so viele und den Vergleich mit Glutenintoleranten mit weniger als 1% braucht man wohl kaum noch ziehen. Schaut man sich in deutschen Lebensmittelmärkten um könnte man dennoch meinen die Verteilung sei genau andersrum, denn die Regale haben sich in den letzten Jahren immer mehr mit gluten- und laktosefreien Produkten gefüllt (was ich ja per se auch begrüßenswert finde). Mittlerweile findet man sie selbst bei Discountern und viele Firmen drucken ihren Produkten freiwillig einen entsprechenden Stempel oder Vermerk auf, selbst wenn sie von Natur aus immer allergenfrei sind, einfach weil es auch ohne Unverträglichkeit „in Mode“ gekommen zu sein scheint.
Auf zahlreichen Verpackungen finden sich mittlerweile freiwillig bzw. zu Werbezwecken ganze Listen mit Informationen wie „glutenfrei, laktosefrei, vegan, ohne Konservierungsstoffe, ohne Farbstoffe, für Diabetiker geeignet“ und so weiter und so fort, zusätzlich zu den vorgeschriebenen Allergiehinweisen auf Schalenfrüchte, Nüsse und Co.

Warum also gibt es kein entsprechendes Äquivalent, das die betroffenen 30-40% der Deutschen auf einen Blick vor Fruktose und Zucker warnt? Warum müssen 30-40% der Bevölkerung jede Packung rumdrehen, die Inhaltsangaben genauestens studieren um dann immer noch unsicher zu sein, ob sie vage Zutaten ohne Mengenangaben wie „Gemüse“ oder „Gewürz(extrakt)e“ vertragen? Und warum müssen sie ohnehin die große Mehrzahl der Produkte im Laden lassen, weil immer noch in die erdenklichsten Dinge Zucker reingepanscht wird? Ist denn Zucker in herzhaftem Aufschnitt wirklich unabdingbar? Ich glaube kaum.

Selbst wenn vielleicht zu viele der Betroffenen gar nicht wissen, was sie da genau plagt, da hinlänglich bekannt ist, dass Zucker nicht zu den gesündesten Lebensmitteln gehört, warum scheinen 30-40% der Bevölkerung und eine entsprechende Lebensmittelkennzeichnung Behörden und Verbraucherschützern egal zu sein? Es gibt doch schließlich auch unzählige Diät- und Diabetikerprodukte und entsprechende Hinweise, aber selbst wenn auf einer Packung „zuckerfrei“ draufsteht müssen bei Fruktosemalabsorbern die Alarmglocken schrillen, weil das oft bedeutet, dass stattdessen genau so unverträgliche Zuckeralkohole wie Sorbit oder Maltitol enthalten sind oder beispielsweise mit der Fruktosebombe Honig gesüßt wurde.

Während es also für deutlich kleinere Personengruppen an jeder Ecke ganze Regale voll geeigneter Produkte gibt und Diabetiker aus 10-15 Sorten mit Fruktose gesüßter Schokolade für 1,20€ auswählen können gehen 30-40% in den meisten Produktkategorien leer aus. Oder können jetzt 3,70€ für eine 85g-Tafel Schokolade zahlen, wobei sie mit etwas Glück 3 Sorten zur Auswahl haben. Versteht mich nicht falsch, ich bin wirklich froh, dass es immerhin diese Möglichkeit gibt und die Produkte jetzt bei dm einfach zu erwerben sind und hoffentlich bekannter werden, aber ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum das Angebot und der Bekanntheitsgrad ausgerechnet für die häufigste Unverträglichkeit so verschwindend gering sind.

Ich würde mir jedenfalls wünschen, dass Industrie, Behörden und Verbraucherschützer da nachrüsten und auf die Bedürfnisse immerhin gut eines Drittels der Bevölkerung eingehen. Ich erwarte ja nicht, dass jemand fruktosearme Obst- und Gemüsesorten entwickelt, aber ein paar mehr herkömmliche Produkte in fruktosearm und eine bessere Kennzeichnung aller Lebensmittel dahingehend wären schon nicht verkehrt. Allein ein entsprechender Vermerk auf der Packung könnte die Dauer einer gewöhnliche Einkaufstour eines Malabsorbers jedenfalls signifikant verkürzen und auch Außenstehenden, die ihnen eine Freude machen oder für sie kochen wollen, die Auswahl erleichtern.

Nichts desto trotz, einen Schritt nach dem anderen, also freue ich mich erstmal, dass dm abseits der Reformhäuser (die bei uns auch nichts vorrätig haben) hier eine Pionierstellung einnimmt und hoffe, dass die Verkaufszahlen dem Recht geben werden. Danke, dm!

Cashew-Mozzarella-Nudelsalat

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Nun ist es nach meiner OP doch erstmal wieder etwas ruhig hier geworden, aber das hatte nicht etwa gesundheitliche Gründe, sondern ist primär mal wieder meiner Fotofaulheit und der plättenden Hitzewelle geschuldet. Die OP hab ich nämlich gut überstanden, erstaunlich gut sogar, und kann zu meiner großen Freude sogar schon wieder auf dem Bauch liegen. Überhaupt hatte ich nach der Bauchspiegelung damals viel mehr und länger Schmerzen und konnte viel länger nicht auf dem Bauch liegen, obwohl das nur ein winziger Schnitt am Bauchnabel war – nicht zu vergleichen mit 3 Löchern für die Geräte und einem kaiserschnittartigen Schnitt von 13cm Länge, über den auch bei Minimalstbekleidung noch was drüber muss. Einziges noch vorhandenes Ärgernis ist ein – immerhin nicht schmerzhaft – geblähter Bauch, der sich noch ungern in Hosen oder enge Oberteile quetschen lässt. Aber bei der Hitze der letzten Wochen ließ sich auch dieses Problem mit Infinitykleidern größtenteils ganz passabel umschiffen.

Na jedenfalls hat mich die OP auch essenstechnisch viel weniger eingeschränkt als ich erwartet hatte und ich konnte bereits nach wenigen Tagen wieder mehr oder weniger feste Nahrung zu mir nehmen. Sofern das Krankenhaus mir denn mal was fruktosearmes vorsetzen konnte.Daheim durfte ich dann wieder essen wonach mir beliebte ohne mich rechtfertigen zu müssen, warum ich dies und jenes nicht essen kann, und das hab ich neulich ausgenutzt als meine Eltern ein befreundetes Paar zum Grillen eingeladen hatten. Nachdem ich nämlich hier und hier von einem „Nudelsalat mit Rucola, Mozzarella, getrockneten Tomaten und Cashewkernen“ gelesen hatte wollte ich so was in der Art gerne auch mal probieren. Natürlich ohne Tomaten, aber ein Rezept hatte ich ja eh nicht, also frei Schnauze. (Mutter: „Was sagt denn das Rezept?“ – Ich: „Es gibt kein Rezept.“ – Mutter: „Wie, du hast kein Rezept?“ – Vater: „Du kennst doch unsere Tochter, die ist da wie ich: Kreativkoch.“)

Also hab ich kurz bevor die Gäste kamen kommen sollten („Die wollten doch um 6 kommen, oder?“ – „Sagen wir so, wir haben sie zu um 6 eingeladen…“) noch fix ein paar Fotos für den Blog gemacht – denn geschmeckt hat’s uns.

Nudelsalat

Cashew-Mozzarella-Nudelsalat

Nudeln
2 Packungen Minimozzarella
ca. 120g Cashewkerne
1 Packung Speckwürfel
1 Packung Rucola (ca. 100g)
3 EL Creme Fraiche (oder saure Sahne)
Pfeffer und Salz
Öl

Nudeln mit einem Schuss Öl und Salz kochen.
Speck in der Pfanne knusprig auslassen und ggf. „entfetten“.
Cashewkerne grob hacken und in einer Pfanne ohne Fett anrösten bis sie leicht bräunen und duften.
Rucola waschen, trocknen und eventuell kleinrupfen, Minimozzarella abtropfen.
Nudeln abkippen, ggf. abschrecken und mit Creme Fraiche und dem Speck vermischen. Mit Pfeffer und Salz und nach Belieben/Verträglichkeit anderen Gewürzen abschmecken.
Kurz vor dem Verzehr Rucola, Mozzarella und Cashewkerne untermischen und, falls die Nudeln zu viel Flüssigkeit gezogen haben und trocken geworden sind, noch etwas Öl und/oder Creme Fraiche zufügen.
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Blogparade: Top 3 Sommer-Rouges

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Letztens habe ich ja im Rahmen von Dianas Blogparade meine 3 spontan liebsten Catrice-Lidschatten vorgestellt und währenddessen schon gedacht, dass Rouge eigentlich auch mal ein tolles Thema wäre. Als könne sie Gedanken lesen hat Diana die nächste Runde auch prompt zu genau diesem Thema eingeläutet: Top 3 Sommer-Blushes. (Das Wort „Blush“ war mir übrigens vor der Lektüre einiger Beautyblogs zumindest im Deutschen auch noch nie begegnet, für mich war das Rouge und ich hatte viel Jahre genau eins davon, welches ich fast nie benutzte, weil ich da trotz frühpubertär konsumierter Anleitungen dubioser Mädchenzeitschriften nie so fit drin war.)

Sommer-Blushes

Dank meiner neuerdings neu/stärker aufgeflammten Leidenschaft für dekorative Kosmetik habe ich aber auch das mittlerweile besser im Griff und mir, nicht zuletzt der erschwinglichen £1-Blushes der englischen Marke MUA wegen, eine ganz brauchbare Auswahl zugelegt. Wie auch bei den Lidschatten waren die Top 3 aber trotzdem eher eine Entscheidung kurzfristiger Farbvorlieben, getroffen als ich mir am Wochenende kurzerhand den halben Arm vollmalte und spontan 3 frische, mehrheitlich eher zurückhaltende Farben rauspickte. (Kräftigere kommen aber natürlich durchaus auch gerne zum Zug.)
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Auf Platz 3 dieser Spontanauswahl hat es dann auch gleich eines der besagten £1-Stücke von MUA geschafft, nämlich das mit dem klangvollen Namen „Shade 1“. Ein hübscher, frischer, zurückhaltend-heller Ton, der trotzdem auch auf meinen blassen Bäckchen zu sehen ist und ein Bisschen Sommerfrische verleiht, ohne gleich nach Sonnenbrand auf den Wangen auszusehen. Pluspunkt außerdem: dieser Hauch von Farbe ist finde ich ziemlich universell einsetzbar und läuft wenig Gefahr, sich mit Lippenstift, Lidschatten oder Klamotten zu beißen.

Sommer-Blushes 4
Platz 2
geht an einen schimmernden Kandidaten aus der grob pfirsich-orange-bernsteinartigen Farbfamilie, nämlich „Amber Glow“ von FashionistA. Trotz des Glitzers und der im Vergleich zu Shade 1 etwas auffälligeren Farbe immer noch ein Stück, das zu vielem passt und auch im Auftrag und der Haltbarkeit keine Zicken macht.

Sommer-Blushes 5
Im Rahmen meiner steigenden Experimentierfreudigkeit was sowohl Farben als auch Konsistenzen angeht habe ich dann vor kurzem meinen Platz 1 bei Rossmann aus dem, wie fast immer gut gefüllten, Grabbelständer errettet. Da ich noch nie ein Cremerouge hatte konnte ich für müde 0,90€ nicht nein zum sehr pinken „Mission Flower“ aus der Guerilla Gardening Limited Edition von Essence sagen. Der rote Ton wäre zwar mehr mein Beuteschema gewesen, aber der war bei Rossmann nicht mehr zu finden und auch DM hatte nur noch ein angetatschtes Exemplar. Also pink, Experimentierfreude deluxe sozusagen. Tja, und was soll ich sagen? Ich habe es offensichtlich nicht bereut.

Mal abgesehen davon, dass die Farbe, die natürlich nicht zu allem passt, für mich mal was anderes ist, hat es mir für den Sommer vor allem die Textur angetan, denn das Cremerouge hält bombig. Auch als wir neulich bei 34°C auf der Suche nach einem neuen Auto für meine Mutter stundenlang durch die Sonne getrabt sind war es noch sichtbar an Ort und Stelle als wir später fix und fertig wieder kamen. Definitiv etwas, was ich bei Gelegenheit wieder kaufen werde.

Sommer-Blushes 6
Wie letztes Mal schon hat Diana übrigens auch dieses Mal ein kleines Dankeschön im Lostopf parat, das sich farblich sicher gut in eine Reihe mit meinem Platz 1 stellen könnte. Leider habe ich die LE bei unserem dm immer noch nicht entdeckt und vermute, dass er sie gar nicht kriegt, sodass ich mich natürlich um so mehr freuen würde, wenn ich das Glück haben sollte, das begehrte Schätzchen zu gewinnen.

Sommer-Blushes 7
Eine kleine Ankündigung in eigener Sache übrigens noch: ich komme am Mittwoch ins Krankenhaus und am Freitag auf die Schlachtbank werde Freitag operiert. Etwas Bammel hab ich ja schon. Mal davon ab, dass ich keinen Schimmer habe, in welcher Verfassung ich dann sein werde, werde ich dort maximal ein bisschen Internet mit dem Handy haben, sodass ich wohl eher nicht großartig surfen werde. Ich habe zwar noch ein paar vorbereitete Posts im Petto, aber wundert euch nicht, wenn auf Kommentare erstmal keine Antwort kommt.

Soweit ich es in Erinnerung habe soll ich voraussichtlich etwa 7-10 (oder waren es 10-14?) Tage im Krankenhaus bleiben, aber wer weiß… Ich werde jedenfalls verlauten lassen, wenn ich wieder daheim bin, wie erschlagen ich mich fühle und wie es mir ergangen ist. Insbesondere auf die Verpflegung bin ich auch mal gespannt, denn das ist ja nun nicht gerade einfach, oder jedenfalls denke ich, dass Zulieferer da auf Fruktose und Zucker nicht so viel Rücksicht nehmen können oder wollen. Andererseits kann ich mir eh nicht vorstellen, dass ich so bald nach der OP überhaupt wieder richtig werde essen können…