Archiv der Kategorie: häkeln

biological woolfare

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Anfang September habe ich auf Instagram einen hübschen Häkelschal entdeckt, der es mir sofort angetan hatte. (Nein, ist nicht immer alles nur noch Pinterest hier. ;)) Netterweise lies sich über die Hashtags auch gleich leicht rausfinden, dass das schöne Teil – warum auch immer – Virus shawl heißt. Google hat mich dann bei Ravelry schnell auf eine Anleitung bzw. Häkelschrift gestoßen und anderswo auf eine Bilderanleitung auf facebook. Also hab ich während einer „Wochenendschicht“ in der Uni fix die Häkelschrift ausgedruckt und bin sonntags, nach Verlassen des sinkenden Schiffs (Toll wenn man sein Wochenende opfert und es dann trotzdem nicht funktioniert, oder?) und spätem Mittagessen mit einer Freundin, die ich viel zu lange nicht gesehen hatte, noch schnell zu Poundstretcher gespurtet und habe Wolle mit Farbverlauf gekauft. Da hatte ich schon mal so schöne gesehen und sie damals nicht mitgenommen, weil ich dachte „Nee, brauch erstmal die andere auf…“ (Hab ich natürlich nicht, das ist genau wie mit Stoff!), und jetzt war die Auswahl dann doch eher bescheiden, aber immerhin graue hatten sie noch. Die fand ich dann eigentlich doch ganz hübsch und für mich tragbar (eine der wenigen Alternativen war pink *grusel*). Außerdem wollte ich ja 2 Tage später auf der Zugfahrt zur Konferenz das Tuch häkeln und den nächsten Tag zum Ausgleich das Haus mal nicht verlassen. An den fehlenden Daten für die Konferenz war ja eh nichts mehr zu machen…

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Noch am selben Abend hab ich also mit dem Häkeln angefangen und mich dabei erstmal an der Bilderanleitung orientiert, die mich dann aber sehr schnell verwirrt hat. Warum? Weil da von 10 und 5 Luftmaschen (jetzt hatte ich doch tatsächlich Laufmaschen geschrieben…) die Rede war, in meiner Häkelschrift und der Videoanleitung (die ich, wie ich gestehen muss, wegen des schrecklichen deutschen Akzents im Englischen gar nicht angucken wollte/konnte) aber nur von 7 und 4. Gut, geht sicher beides, aber ausgedruckt hatte ich ja nun mal 7 und 4. Auch wenn, wie ich blöderweise erst daheim feststellte, dummerweise der Rand fehlte, weil das Muster nicht auf A4 skaliert ist. Also hab ich mit 7 und 4 weitergehäkelt und mich prompt bei der mittleren Luftmaschenkette gewundert, was da jetzt Sache ist. Da steht nämlich 7 auf der Häkelschrift, eingezeichnet sind aber 10 Punkte, die Luftmaschen darstellen. Weil da in der nächsten Reihe 10 Stäbchen reinsollen ging ich davon aus, dass da nur jemand die Nummern geändert hat und es zumindest beides mal die gleiche Anzahl sein sollte, aber im Video (musste ich mir dann ja doch zumindest teilweise ansehen) wurden tatsächlich 10 Stäbchen in den Zwischenraum der 7 Luftmaschen gehäkelt. Nachdem diese Unklarheiten beseitigt waren ging es dann aber mit dem Häkeln doch schnell voran und ich musste mich etwas bremsen, nicht schon Sonntag Abend und Montag ordentlich vorzuhäkeln – schließlich wollte ich ja Beschäftigung für die Zugfahrt.

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Auf eben dieser hab ich dann auch fleißig weitergehäkelt (unter zwischenzeitlichem Einwurf eines der mitreisenden Dozenten: „Keep going, knaxgurke.“), sogar so fleißig, dass ich doch noch ein zweites Knäuel Wolle aus dem Gepäck fischen musste. (Zum Glück hatte ich es in weiser Vorraussicht in die Außentasche gesteckt, sodass ich leicht dran kam.) Von dem hab ich dann auch mehr gebraucht als angenommen. Bei der Anleitung war der Garnverbrauch nämlich dummerweise nur in Metern angegeben – aber auf der Banderole meiner Wolle waren natürlich nur Gramm (immerhin keine Unzen) und keine Meter zu finden. Aber weil die Wolle schön ist und nur £2.99 kostete hatte ich spontan alle 3 Knäuel mitgenommen, die ich finden konnte.

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Auf der Rückreise von der Konferenz hab ich das Teil dann, ziemlich überrascht und vom Glück beflügelt, einen Preis für den besten Karriereeinsteiger-/Studentenvortrag gewonnen zu haben, fast fertig gehäkelt. Fast deshalb, weil ich natürlich zwischendrin mal einen Fehler gemacht hatte und eine halbe bis ganze Reihe wieder aufribbeln musste, die mir dann bei der Ankunft in Sheffield gefehlt hat. Da war die letzte Reihe nämlich zu gut 2/3 fertig, aber die hab ich dann eben am nächsten Abend auf dem Sofa schnell erledigt.

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Gehäkelt habe ich das Ganze übrigens mit einer 4mm-Häkelnadel und die Wolle scheint ein für den Billigschuppen eigens fabriziertes oder umetikettiertes Model zu sein, denn die Banderole sagt überaus aufschlussreich nur „Colour Blend Yarn“, Shade Z894 und ein paar wenige Infos zu Maschenprobe, Waschtemperatur und Material (100% Acryl). Ein paar Fehler waren auch im Garn, wo quasi ein loses Ende mitten aus dem Faden rausstand, aber na ja… was soll man von 2.99 für 150g auch groß erwarten?

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Wie ihr seht ist das Ding übrigens breiter als ich groß… Außerdem wiegt es fertig 274g und lässt sich auch schön von einer Flexi 8 zusammenhalten (hier in Größe S, die sonst meistens meine Pferdeschwänze zusammenhält).

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Aber auch rumblödeln lässt sich damit prima: Flieg, Vogel, flieg!

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Ja, ich weiß, ich habe einen Vogel.

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Das Spannen des Tuchs war übrigens auch sehr… spannend. (Aber leider notwendig, vorher hat man die kleinen „Schuppen“ gar nicht richtig gesehen.) Die liebe Schmunsel, bei der ich das Muster glaube ich auch entdeckt hatte, hat mir netterweise ein Foto ihrer Spannvorrichtung geschickt, da ich sowas noch nie gemacht hatte. Aber mit Teppich ist es eben etwas doof, ein trotz kräftigen Auswringen tropfnasses Tuch aufzuhängen… Ich habe also Plasiktüten untergelegt, aber darauf hat sich im Nu eine Pfütze gebildet, die sich dann bei einer falschen Bewegung doch auf den Teppich ergossen hat. Außerdem hing das Tuch ziemlich schief, weil der Türknauf des Schranks natürlich nicht auf gleicher Höhe mit dem Fenstergriff war.

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Letzenendes bin ich dann zum Glück doch noch auf die Idee bekommen, die Wäscheleine statt um den Türknauf um eine der Lamellen der Schranktür zu knoten, und das hat zu meiner großen Erleichterung auch gehalten, ohne die Lamelle zu zerlegen. Puh! Und siehe da, dann hing das Ganze auch hoch genug um einen Eimer unterzustellen, der dem finalen Füllstand nach auch dringend nötig war.

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hug my soul

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Bekanntermaßen bin ich ja leider nicht mehr wirklich mit ausreichend Zeit/Muße gesegnet, regelmäßig zu bloggen, auch wenn ich es gerne möchte, noch mit einer Nähmaschine vor Ort, aber gelegentlich fabriziere ich doch mal was. Beim Serien suchten nebenher zu häkeln funktioniert zum Beispiel ganz gut. Nach meiner Decke habe ich also schon ein paar Mal wieder zur Nadel gegriffen und dabei unter anderem dieses Gebilde mit dem gewöhnungsbedürftigen Namen „Seelenwärmer“ fabriziert, das mir bei Pinterest ganz gut gefiel, hauptsächlich wegen der Kapuze.Seelenwärmer2Da Wolle und Nadel in der Anleitung viel größer/dicker waren als bei mir habe ich mit meiner 6er-Nadel natürlich viel mehr Reihen häkeln müssen, aber das war in Ordnung und ging trotzdem flott voran. Problem daran war nur, dass ich keinen rechten Referenzwert für die Kapuzengröße hatte und diese bei näherer Betrachtung daher für meinen Geschmack viel zu groß geraten war.Seelenwärmer4Von hinten und von der Seite fiel das fand ich besonders auf.

Seelenwärmer3Bis zum Hintern gehen braucht so eine Kapuze dann doch nicht, oder? 😉SeelenwärmerJedenfalls hat es mich so genervt, dass ich die Kapuze kurzentschlossen nochmal geküzt habe. Das war kein großer Aufwand und gefällt mir so viel besser.

Seelenwärmer8Auch wenn das Ding keine Ärmel hat kann man sich darin soweit ganz gut einkuscheln und es sich gemütlich machen.

Seelenwärmer5Und wenn man die Arme ausstreckt hat man quasi Flügel.

Seelenwärmer6Fun fact übrigens: als ich das Teil das erste Mal anhatte bin ich mit einer der neuen Doktorandinnen, K., näher ins Gespräch gekommen und wir haben zufällig in unserer (*hust* ausgedehnten, 2-stündigen *hust*) Mittagspause festgestellt, dass wir nicht nur einen sehr ähnlichen Musikgeschmack haben, sondern sie auch häkelt und näht und schon im Stillen gedacht hatte, dass so ein Ding wie ich es da trug sicher gut selbstzumachen sei und sie das mal versuchen müsse.

Seelenwärmer7Ich hab ihr dann also prompt ein paar Links geschickt, sie mir auch, und beim nächsten Mittagessen haben wir sogar noch festgestellt, dass sie auch Katzen mag (Das war ja sozusagen die letzte offene „große Frage“.) und *Trommelwirbel* laktoseintolerant ist. Ist das nicht ein Zufall? Jetzt haben wir quasi unsere eigene Invalidentruppe, und neulich konnte ich sogar meine fruktosefreie Schokolade mit ihr teilen, weil die praktischerweise aus laktosefrei ist – der Dozent, der im Vortrag neben uns saß, hat uns etwas irritiert angesehen…
Kommentar meiner Mutter dazu übrigens: „Jetzt ist es raus, du hast eine Zwillingschwester.“
Kommentar K.s Freundes: „Oh Gott, da laufen zwei von euch rum?!“

Edit: Gehäkelt habe ich übrigens mit einer 6mm-Nadel (oder war’s 6.5mm?) und dabei 250g Wolle verbraucht, die dunkelgraue, die noch von der Decke übrig war/ist.

 

 

 

In der linken Ecke: Rot!

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In letzter Zeit habe ich ja wieder häufiger gehäkelt, in Ermangelung einer Nähmaschine. Da ich gehäkelten Kleidungsstücken gegenüber aber erstmal skeptisch (oder einfallslos, wie mein Pinterestboard jetzt zeigt) war brachte mich Goldkind freundlicherweise auf die Idee, ich könne doch eine Decke häkeln, zum Beispiel Granny Squares. Statt in quietschbunt mit nur einigen ausgewählten Farben. Die Idee gefiel mir, also habe ich mich auf die Suche nach passenden Mustern gemacht und ganze Tage auf Pinterest und Ravelry zugebracht. (Randnotiz: Macht euch auf eine Bilderflut [neudeutsch: „picspam“] gefasst.)

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Das Muster, mit dem Goldkind mich angefixt hatte, finde ich nach wie vor toll, aber mal abgesehen davon, dass es mein Können womöglich doch noch um einiges übersteigt: für eine warme Decke wollte ich eigentlich nicht unbedingt so viele Löcher. Verschiedene andere Muster haben mir auch gut gefallen, auch wenn nicht alle Granny Squares waren. Einerseits wollte ich gerne etwas geekiges, zum Beispiels Star Wars oder ein Periodensystem oder Totenköpfe, aber irgendwie wollte sich da auch nichts 100%ig passendes, abwechslungsreiches ohne tausend Löcher finden lassen, und andererseits sind andere Muster ja schon auch schön… Zwischenzeitlich habe ich mich Hals über Kopf in Buntglasdesigns verliebt, die aber a.) leider alle Kaufmuster zu sein scheinen und b.) mein Können vermutlich auch etwas überschreiten. Sowas steht zwar für die Zukunft auf jeden Fall auch noch auf meiner Liste, aber ich glaube, so viele Decken, wie ich nach meiner Mustersuche häkeln wollte, kann ich meinen Lebtag lang nicht brauchen. Geschweige denn auf meinem Zweisitzersofa unterbringen.

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Nach langer Recherche und noch längerem hin und her überlegen habe ich mich schlussendlich für ein Muster entschieden, dass eigentlich ziemlich einfach – und keine Granny Squares – ist, aber mich insbesondere in der abgebildeten Farbkombination irgendwie nachhaltig begeistert hat: ein Corner to Corner (oder C2C) Afghan. (Warum das Ganze ausgerechnet Afghan heißt weiß ich übrigens auch nicht so genau.) Statt wie angedacht vier solcher Segmente zu machen wollte ich aber lieber nur eins, also eine Reihe Diagonalen wie auf dem Bild, das mir bei Pinterest als oberstes angezeigt wurde und mein Herz im Sturm erobert hat.

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Die Beschaffung der Wolle war nicht so ganz einfach, da es irgendwie von keiner Wolle alle benötigten Farben gab und ich so auf verschiedene Hersteller zurückgreifen musste, aber im Endeffekt hat es doch geklappt. Die rote und hellgraue Wolle sind zwar etwas dicker als die restlichen Farben, aber zum Glück nur minimal. Die dunkelgraue Wolle sah dafür auf dem Foto viel dunkler aus als in echt, sodass der Kontrast nicht ganz so stark ist wie gewünscht, aber ich finde es noch in Ordnung.
Ein weiteres Problem war, dass ich überhaupt nicht einschätzen konnte, wie viel Wolle ich brauchen werde. Beim ravelry-Projekt stand nur irgendwo in den Kommentaren, dass von jeder Farbe in Etwa gleich viel gebraucht worden sei, aber da ich ja nicht das komplette 4-teilige Muster gehäkelt habe stimmte das bei mir, wie sich später rausstellte, auch nicht.

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Ich habe jedenfalls von jeder Farbe großzügige 500g gekauft, außer von Hellgrau und Rot, die in 400g-Knäulen kamen. Das stellte sich als maßlose Fehlkalkulation heraus, denn ich habe gerade mal einen Bruchteil davon gebraucht. Um genau zu sein 73g Rot, 109g Dunkelrot, 118g Schwarz, 131g Dunkelgrau, 170g Hellgrau und gerade mal 62g Weiß, gemessen nach dem Prinzip „angeblich wog das Knäuel vorher x g, jetzt noch y, also hab ich sowie verbraucht“. Da die fertige Decke 684g wiegt (so gut sich das halt auf einer kleinen Küchenwaage wiegen lässt) kann das so auch nicht 100% (jetzt hatte ich doch tatsächlich „100g“ geschrieben…) hinhauen, aber ich gehe einfach mal davon aus, dass die Knäule im Zweifelsfall etwas mehr wogen.
Was die Größe angeht misst die Decke übrigens 130×184 cm, da ich pro Farbe immer 5 statt nur 3 Reihen gehäkelt habe. Irgendwo muss ich die fehlenden 3 Rechtecke des Originalpuzzles ja wieder wett machen. Im Übrigen habe ich mich auch beim Zeitaufwand ziemlich verschätzt, die Decke war nämlich nach nicht mal 2 Wochen fertig und ist somit viel schneller gewachsen als ich gedacht hatte. Diese kleinen Quadrate sind aber auch irgendwie süchtig-machend. „Nur noch diese Reihe fertig… Nur noch das erste Quadrat der neuen Reihe… Okay, nur noch diese eine Reihe… Jetzt aber wirklich…“ – ich konnte die Decke einfach nicht mehr aus der Hand legen und musste mich Abends regelmäßig zwingen, endlich ins Bett zu gehen statt zig mal „nur noch eine Reihe“ zu häkeln.

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Deshalb hat es mich auch gar nicht soo sehr geärgert, als ich einmal fast am Ende einer Reihe festgestellt habe, dass ich in der davor einen dummen Fehler gemacht hatte und deshalb die je 125cm beider Reihen nochmal aufribbeln und 250cm neu häkeln musste. Hat ja aber auch nicht lange gedauert.

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Jedenfalls kann man es sich mit der Decke ordentlich auf der Couch bequem machen:

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Na ja – so bequem es halt auf der blöden Mini-Couch geht.

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Generell kann man aber in allen möglichen Positionen damit auf der Couch lümmeln:

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Kurz gesagt: ich liebe meine neue Decke. 🙂 Auch wenn sie durch die Quadrate zugegebenermaßen doch gelegentlich mehr Löcher hat als vorgesehen beziehungsweise ziemlich elastisch ist wenn man sie zum Beispiel hochhebt oder -zieht. Aber das ist schon in Ordnung so. Decke5

 

V wie verdammt

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Mein neustes Projekt stand irgendwie (mal wieder) unter keinem guten Stern. Ganz grob hatte ich mir dieses Muster ausgeguckt um einen Shrug zu häkeln. Wolle und Nadeln auch vorhanden, so weit, so gut, also Luftmaschen angeschlagen und losgehäkelt.
Hm. Mit festen Maschen (aka single crochet) gab es mir da zu wenig Fortschritt, also bin ich schnell auf Stäbchen (double crochet) umgestiegen. Am Ende der 1. Reihe stellte ich dann aber fest, dass ich mal wieder schon jetzt viel zu wenig Maschen hatte.
Wie kommt’s? Nun, ich bin es gewohnt, anders in die Luftmaschen einzustechen, als es anscheinend (ich habe es extra gegoogelt) gedacht ist, nämlich so, dass wenn man von oben auf die Masche guckt nur der hintere/untere Strang unter der Nadel liegt – eben so, wie man es bei weiteren Reihen auch macht. Dann kann ich auch prima Maschen erkennen und zählen, aber wenn ich es so mache, wie es anscheinend gedacht ist, nämlich das nur der eine Teile der Schlaufe unter der Nadel und der andere plus „Rückseite“ obendrüber liegt, komme ich offenbar ziemlich durcheinander weil sich alles so verzieht und die einzelnen Schlaufen schlecht erkennbar sind.

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Also habe ich die 1. Reihe mehrfach gehäkelt, aufgeribbelt, nochmal gehäkelt, und mir schließlich alle 10 Maschen eine Markierung gemacht und mich so Schritt für Schritt vorgearbeitet. Danach, so dachte ich, dürfte es ja eigentlich kein Problem mehr sein.

Ha – denkste! Nach 7,5 Reihen habe ich wieder bis auf Reihe 1 aufgeribbelt, weil ich jetzt wiederum plötzlich viel zu viele Stiche hatte. Im Nachhinein habe ich dann festgestellt, dass ich wohl aus Versehen in eine Endmasche eingestochen habe, die gar nicht die letzte Masche war, sondern quasi die „Brücke“ zur Reihe darunter.
Damit aber nicht genug: im Original wird ja gesagt, für das V-Muster brauche man ein Vielfaches von 3 plus 1 als Maschenzahl, aber irgendwie wurden meine Reihenabschlüsse trotzdem immer ungleichmäßig. Mich beschlich das Gefühl, dass es vielleicht eher ein Vielfaches von 6 hätte sein sollen, denn so musste ich doch wieder in die „Brücke“ einstechen und eine Beule produzieren. Zum Glück sieht man das hinterher nicht, weil die Seiten ja eh zusammengenäht/-häkelt werden, aber ärgerlich fand ich es trotzdem.

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Im Übrigen habe ich für das V-Muster dann natürlich auch von double auf treble crochet (Doppelstäbchen) aufgestockt damit der Unterschied besser rauskommt. Immerhin die Muschelränder haben dann aber gut geklappt und die Tatsache, dass die Maschenzahl dafür nicht 100%ig aufgegangen ist ließ sich ganz gut kaschieren. Dass das Teil hinten so schlabbert – obwohl die Anleitung anpreist, man müsse bloß eine längere Laufmaschenkette machen um einen langärmlichen Shrug zu bekommen – gefällt mir allerdings nicht so. Da hätte wohl entweder die Laufmaschenkette kürzer sein müssen oder das ganze Ding eben in die Richtung schmaler werden. Aber hinterher ist man ja immer schlauer.

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Das nächste Problem ergab sich, ganz unabhängig vom Machwerk, mal wieder beim fotografieren. Ich hatte mir ja ein kleines Tischstativ für’s Handy und eine Fernbedienung bestellt. So weit, so gut. Als das Stativ ankam stellte ich aber fest, dass ich dummerweise nicht darauf geachtet hatte, ob es sich auch für Hochkantfotos eignet – und das tut es natürlich nicht, weil es sich nicht verstellen lässt. Dumm gelaufen. Also erstmal nur Bilder im Querformat… beziehungsweise stark beschnitten.
Die Fernbedienung funktioniert aber zu allem Überfluss mit der handyeigenen Kameraapp nicht, sodass ich also auch noch eine andere App runterladen musste. Bei der muss man nach dem Auslösen aber nochmal drücken um wieder in den Aufnahmemodus zu kommen, weil sie einem sonst nur das Foto anzeigt, und kurioserweise fotografiert sie in einem ganz komischen Seitenverhältnis. Statt auf meine Üblichen 480×640 Pixel werden sie nämlich auf 360×640 oder 480×853 Pixel skaliert. Außerdem hat sie erstmal jedes Foto in einen eigenen Unterordner gepackt, was auch nicht gerade schön zu übertragen war. Glücklicherweise ließ sich das, genau wie das Format (was ich leider zu spät rausgefunden habe), in den Einstellungen ändern und hat dann auch die bereits gemachten Fotos brav in einen einzigen Ordner gepackt, der viel angenehmer auf den PC zu ziehen war. Nur die ganze Bearbeitung… So ganz glücklich bin ich mit der Geschichte jedenfalls nicht, aber immerhin kann ich mal Tragefotos machen.

V-Shrug
Für dieses Projekt sind übrigens nicht mal 100g Wolle (Knitting Essentials, Shade 991-28 Grey Sparkle) mit empfohlener (Strick-)Nadelstärke 4mm draufgegangen. (Kurioserweise wiegt der Shrug 98g, aber es sind noch 10g Wolle übrig, plus abgeschnitte Fadenenden.) Weil es die im Angebot mit 3 50g-Knäulen zu £2 gab war das also ein ganz preiswertes Vergnügen.

 

 

Eule mit W(eu/)olle

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Mitte letzter Woche hatte meine Freundin A. Geburtstag und zu diesem Anlass im Voraus eine Gruppe Freunde einschließlich meiner Wenigkeit zum Essen gebeten. Da ich natürlich nicht mit leeren Händen aufkreuzen wollte und ohnehin eine Idee hatte habe ich ihr kurzerhand (und kurzfristig) was gehäkelt. Sie mag nämlich – wer auch quasi nicht? – Eulen, Füchse und Co. und meine Eulenstulpen fand sie auch niedlich. Also Eulenstulpen. Auf dem Markt ein Knäuel senfgelbe Wolle gekauft und los.

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Oder auch nicht… Die 6er-Häkelnadel, die ich von daheim mitgenommen hatte, passte zwar für die Wolle selbst theoretisch gut (auf der Banderole werden auch 6er empfohlen, aber nur Stricknadeln), produzierte dann aber viel zu große Resultate, und ewig viele Stiche wegnehmen kann man ja nun auch nicht. Also nochmal los, 4 Läden in der Nähe der Uni erfolglos nach einer 4er-Häkelnadel abgeklappert und dann am nächsten Tag doch noch mal zum Markt gestiefelt. Kurioserweise kostete die 4er-Nadel dort 3 mal so viel wie alle anderen, und irgendwie erschien mir 3,5 dann sogar doch etwas passender.

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So bin ich also mit meiner 3,5er-Häkelnadel nach Hause marschiert und habe angefangen die Eulen zu häkeln. Diesmal mit 26 statt 30 Maschen, das passte gut und ging soweit wieder einfach von der Hand, wenn man mal davon absieht, dass die 3-fädige Wolle sich natürlich gerne mal etwas spaltete, insbesondere mit der kleinen Nadel.
Als die erste Eule fast fertig war fiel mir dann natürlich ein, dass ich ja eigentlich auch noch Knöpfe oder Perlen für die Augen bräuchte… So viel zum Thema Eile mit Weile.
Die Läden in Uninähe gaben natürlich wieder nichts her, das nicht weiß, pink oder pastellgrün/-gelb und blümchenförmig war, und so musste ich Anfang der Woche ein drittes Mal zum Markt traben und Knöpfe aussuchen. Hätte ich mir natürlich auch sparen können wenn ich da früher drüber nachgedacht hätte…

Stulpen

Die Krone habe ich dem Ganzen dann aber damit aufgesetzt, dass ich nur zwei Knöpfe gekauft habe. Sind ja auch zwei Augen, ne? *Kopf–>Tisch* Diese Dämlichkeit ist mir dann natürlich erst am Abend vor’m Geburtstag aufgefallen als ich die Knöpfe annähen wollte, den ersten mit der ersten Stulpe zur Hand nahm und plötzlich dachte „Moment – ich hab nur noch einen anderen Knopf. Aber… oooh neeiiin! Wie kann man nur so blöd sein?!“
Dabei wäre es das Endergebnis echt wert gewesen.

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Schlussendlich habe ich die Stulpen dann also zähneknirschend ohne Augen verschenkt und versprochen, diese nach meinem Urlaub nachzureichen bzw. noch anzunähen.

Die Farbe, laut Banderole übrigens „Old Gold“, ist bekanntermaßen ja nicht so meins, aber die Stulpen sind ja auch nicht für mich. Zum Glück scheine ich auch etwas dazugelernt zu haben, denn diesmal sind die sogar ohne Aufwand gleich groß geworden. Eigentlich ist zwar schon nicht mehr wirklich das Wetter für kalte Pfoten und Stulpen, aber die nächste Kälteperiode kommt bestimmt…

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Verwendet habe ich übrigens 82g der 100g Magnum lightweight chunky-Wolle von King Cole, und weil es ja gerade lief dann beim Rausholen des Geschenkpapiers festgestellt, dass das zwar – wie in meiner Erinnerung – niedliche Füchse zeigt, aber eben auch weihnachtliche Glückwünsche ausspricht. Natürlich ebenfalls am Abend vor’m Geburtstag…

Geschenkpapier
Auch hier konnte ich die Situation aber in einen Lacher verwandeln, der meine Freundin schon vor dem Auspacken gänzlich verzückte und köstlich amüsierte: ich habe weil ich faul bin nur auf der Front einfach „season’s“ durchgestrichen und durch „birthday“ ersetzt und das gleiche mit „winter“ und „spring“ getan. Okay, Schneeflocken sind trotzdem noch drauf, aber… die Botschaft kam jedenfalls an (und wurde voller Freude den anderen Gästen präsentiert), und das Geschenk gefiel auch.

Es hätte so einfach sein können…

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Während der Rock sich in den letzten Zügen der Vollendung befindet – es fehlen nur noch Saum, eine Rundum-Naht am Bund und die Oberseite der Druckknöpfe – möchte ich euch heute noch mal was anderes zeigen.

Als ich neulich bei Centi die tollen Eulenstulpen sah, die Goldkind ihr gehäkelt hatte, war es sofort um mich geschehen und ich wusste: das muss ich auch probieren. Meine Häkelkenntnisse waren zwar bescheiden und etwas eingerostet, aber ein paar Videos später hatte ich  schnell den englischsprachigen Häkeljargon durchschaut und geschnallt, wie die mir fehlenden Stiche der Anleitung funktionieren.

Meine Wolle ist recht dick, die Banderole empfahl 7er- oder 8er-Nadeln, aber das war mit den veranschlagten 30 Maschen für meine Minipfoten einfach viel zu weit. Schlussendlich habe ich mit einer 4er-Nadel gehäkelt und nur 24 Luftmaschen angeschlagen um eine passable Größe zu erzielen. Da die Eule davon unberührt bleibt funktioniert das ganz gut.
Ich häkelte also munter drauf los, vergewisserte mich durch die Anleitungsvideos beim ersten Mal noch, dass ich die Zöpfe auch wirklich richtig machte – und fabrizierte eine etwas ungleichmäßige Stulpe. Mit der Verbindung der Runden war ich allerdings überhaupt nicht zufrieden und beschloss, erst mal die zweite Stulpe – jetzt ordentlicher und routinierter – zu häkeln und dann die erste noch mal neu zu machen.

Nachdem ich dann die ersten 2-3 Reihen der zweiten Stulpe geschätz 5 Mal wieder aufgeribbelt hatte, weil ich irgendwie immer eine Masche zu viel hatte, egal wie oft ich vorher, hinterher und zwischendrin durchzählte, dämmerte mir langsam, dass ich vielleicht doch nicht so genau wusste, wie ein „slip stitch“ funktioniert. Den hatte ich nämlich nicht nachgeguckt, und siehe da: Fehler gefunden. Im Nachhinein eigentlich logisch, es war mir sogar schon vorher unterbewusst aufgefallen – aber genau so unterbewusst hatte ich es offenbar auch verdrängt.Tja, dann war das Problem endlich behoben und ich häkelte zufrieden weiter, als mir nach der Hälfte der Runden plötzlich was ganz anderes auffiel.


Na, seht ihr es auch? Da hab ich doch tatsächlich in meinem „jetzt weiß ich ja, wie’s geht“-Tran  einen der Zöpfe falschrum gekreuzt. Und es erst gemerkt, als ich es bei der Wiederholung des Zopfes richtig machen wollte und mich wunderte, dass das doch vorher anders war. Also wieder ein paar Reihen aufribbeln…
Vorteil an der Sache ist aber: Übung macht den Meister und mittlerweile gingen mir die Reihen doch recht schnell von der Hand.

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Gut gefällt mir auch das Daumenloch, das noch dazu super einfach zu häkeln war. Überhaupt fand ich die Spulpen, wenn man die Anleitung denn erstmal richtig ausführt, gar nicht schwierig. Fast glaube ich, dass es sich bei Wollarbeiten bei mir verhält wie beim Wintersport: mit einem Gerät komme ich irgendwie besser klar als mit zwei, die ständig Gefahr laufen, sich (oder mich) zu verknoten oder irgendwas fallen zu lassen, was gar nicht fallen sollte.

Stulpe
Beim zweiten Versuch habe ich dann euch deutlich straffer gehäkelt, erstens weil der erste doch noch etwas weit und ungleichmäßig war und zweitens weil ein Knäuel Wolle doch etwas knapp kalkuliert (oder eher gar nicht kalkuliert) war. Deshalbe habe ich unten direkt nach den Zöpfen auch noch eine Reihe schwarz drangehäkelt, denn für eine – oder gar wie in der Anleitung veranschlagt drei – hätte die rote Wolle einfach nicht mehr gereicht. So sitzen die Eulen halt auf einem schwarzen Ast, das finde ich auch hübsch. Mehr Reihen hätten mir so aber nicht gefallen, also sind das wohl eher Pulswärmer als veritable Stulpen.

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Dummerweise ist aber wie man sieht auch mein „straffes Häkeln“ offensichtlich nicht so gleichmäßig-reproduzierbar geworden, wie ich es gehofft hatte. In sich sind die Stulpen zwar gleichmäßig, aber miteinander verglichen eben leider doch unterschiedlich, trotz gleicher Maschen- und Reihenzahl. Das ärgert mich etwas, ist mir aber auch erst beim direkten Nebeneinanderlegen aufgefallen als alle Fäden abgeschnitten waren, von daher hoffe ich, dass das im getragenen Zustand nicht so sehr aufallen wird.

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Zu guter Letzt haben sie aber selbstverständlich auch noch Augen bekommen. Ohne hat zumindest meine Mutter sie nämlich auch nicht auf Anhieb als Eulen erkannt. Andererseits war sie nach einem langen Tag auch so neben der Spur, dass sie meinte da (wo die Zöpfe sich kreuzen und zwangsweise eine kleine Lücke ensteht) sei ein Loch am Maul und auf meine Korrektur „Schnabel“ leicht irritiert fragte: „Schnabel? Haben Eulen einen Schnabel? Ach ja, klar… ups.“

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