Archiv der Kategorie: nähen

don’t you step on my suede sole shoes

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Letztes Jahr in der Erstiwoche bin ich glücklicherweise darauf aufmerksam geworden, dass es hier doch ein Tanzsportteam an der Uni gibt. Da das eigentlich zur anderen Uni gehört, Mitglieder aber dankend von beiden Unis angenommen werden, da sonst keine von beiden ein ausreichend großes Team hätte, will meine Uni das aber offensichtlich nicht auf der Webseite der „Uni Societies“ auflisten, sodass ich es eben leider erst fast 1 Jahr nach Beginn meines PhD gefunden habe. Man könnte also sagen die Uni hat mich darum gebracht, ein Jahr früher wieder das Tanzbein schwingen zu können. Frechheit.

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So habe ich also etwas verspätet wieder mit dem Tanzen angefangen und musste mich erstmal ziemlich umstellen, da ich zwar als Teenie eine ganze Reihe Tanzkurse belegt und viel getanzt hatte, aber eben immer nur aus Spaß an der Freude und „sozial“ in der Tanzschule und nie auf Turnieren. So hatte ich zwar viele Figuren in allen Tänzen gelernt (und durch die lange Pause natürlich auch die meisten wieder vergessen), aber leider nie so wirklich viel Technik, Fußarbeit oder „hübsche Arme“. Das Uniteam hingegen ist eigentlich nur auf Turniere ausgelegt, wo hauptsächlich 4 Tänze getanzt werden, aber dafür eben viel Wert auf die richtige Technik und auffallendes Aussehen gelegt wird – womit ich nicht gerade glänzen konnte, da viel Wissen vorausgesetzt zu werden schien, das ich nicht besaß. Zusätzlich hatte ich mit meiner Tanzpartnerin Pech und wir wurden von denn Lehrern vielfach nicht beachtet, sodass das Ganze für mich irgendwann eher frustrierend wurde.

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Dennoch hatte ich mich entschlossen, zu meinen Latein-Tanzschuhen auch ein Paar Standard-Schuhe kaufen zu wollen und bin netterweise bei Amazon günstig fündig geworden. Für den Preis hatte ich nichts hochwertiges erwartet, aber bei dem Stand der Dinge war das auch nicht unbedingt nötig/sinnvoll und tatsächlich erwiesen sich die Schuhe bisher als sehr bequem.
Da sie aber eben nicht von einem namhaften Tanzschuhhersteller kamen gab es auch keinen Beutel o.ä. als Aufbewahrung dazu und ich musste erstmal einen anderen nehmen als ich z.B. mit einem netten „ausgeliehenen“ Herren zu einem Turnier gefahren bin, das mir aufgrund seiner Frohnatur und tänzerischen Leistung auch viel mehr Spaß gemacht hat als die Turniere mit meiner grummeligen Partnerin, die mich nur rumkommandiert hat selbst wenn sie Fehler gemacht hat (was leider beides ständig vorkam), bevor sie mich schließlich wegen ihres Studienabbruchs komplett hat sitzen lassen. (Ich meine, dieses Foto sagt doch wohl einiges, oder? Da wird einem ständig eingetrichtert man soll Lächeln/Strahlen und sie sieht aus, als hege sie Mordgedanken. Was sie womöglich auch tat.)

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Dieses Jahr habe ich aber eine neue Partnerin – einen Herren hab ich aufgrund deren extremer Unterzahl mal wieder nicht abbekommen 😉 – mit der ich mich bisher sehr gut verstehe und sicherlich auch besser tanze (etwas hab ich ja schließlich im letzten Jahr auch gelernt, und allgemein harmoniert es zwischen uns besser), und von den Lehrern bekommen wir glücklicherweise bisher auch mehr Aufmerksamkeit. Toi toi toi. Jedenfalls sollte jetzt auch endlich mal eine passende Tasche für die Schuhe her, und damit sie sich darin nicht gegenseitig den Glitzer abreiben und anschließend alles vollglitzern hab ich dem Beutel eine Mittelnaht als Trennsteg verpasst.

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Minimal knapp ist es geworden, sodass es ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl bedarf, die Schuhe in die entsprechenden Abteile zu stecken, aber es passt und erfüllt seinen Zweck. Hübsch ist es noch dazu, und ganz zufällig ist der Stoff von Ikea auch noch teamfarben Blau.

 

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adjust as necessary

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Letztes Jahr im Oktober fand ich mich recht kurzfristig daheim wieder um meinen Pass im aufpreispflichtigen Expressverfahren zu verlängern. Nicht, dass ich mich über einen Heimatbesuch beschweren würde, aber wenn man Anfang Dezember nach Brasilien muss sollte es doch wohl eigentlich reichen, wenn der Pass noch bis folgenden März gültig ist, oder? Oder ist es so wahrscheinlich, dass man bei einem für 9 Tage angesetzten Trip plötzlich für über 4 Monate im Reiseland festsitzt?

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Wie dem auch sei, daheim hatte ich wieder Zugang zu meiner treuen Nähmaschine und meinen überbordenden Stoffvorräten und habe spontan was schnelles gewerkelt, nämlich einen Wickelshrug. Gesehen hatte ich das, wie sollte es anders sein, bei Pinterest, und die „Anleitung“ ist natürlich denkbar einfach. Wenn man denn den Maßen traut. Es ist vermerkt, dass man die Maße doch bitte unbedingt an die eigenen Körpermaße anpassen soll – aber leider wird mit keinem Wort erwähnt, wie genau oder gar nützliche Referenz- oder Toleranzwerte gegeben.

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Also habe ich auf gut Glück losgewerkelt, das ging ja schnell, und den dicken, roten Polojersey vernäht, den ich beim roten Faltenrock schon mal erwähnt hatte. Was auf den Anleitungsfotos noch charmant oversized aussah wirkte dann an mir und aus diesem Stoff aber irgendwie doch nicht so gut und hat mich nicht ganz überzeugt, weil es einfach nur beulte und ständig von den Schultern rutschte. So viel zum Thema wärmend, ne? Hätte ich das Teil mal kürzer gemacht…

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Bis vor kurzem lag es dann dementsprechend ungetragen im Schrank, bis ich es voller guten Willens, ihm noch eine Chance zu geben und etwas rumzuprobieren, mal wieder rausgezogen habe. Und siehe da, mit etwas Zuppeln und Zoppeln fand ich mich plötzlich in einer schräg über dem Bauch endenden Variante wieder, die ich eigentlich sogar ziemlich cool fand (und beim nächsten Tragen prompt genau so nicht mehr hinbekommen habe). Dazu habe ich die beulende Oberkante einfach etwas nach außen umgeschlagen.

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Ein Problem war auch, dass die Wickelung irgendwie auf einer Seite unter dem Arm durch musste um vorne halbwegs gut zu sitzen, was eben auch dazu führte, dass es dann oben beulte und vor allem von hinten aussieht wie Kraut und Rüben. Vielleicht bestünde das Problem aber bei einem weicher fallenden Stoff gar nicht. Jetzt, wo ich mir die Fotos der Anleitung nochmal ansehe, kommt mir allerdings auch der Gedanke, es mal mit einer anderen Anziehtechnik zu probieren und zuerst beide Arme in die Ärmel zu stecken und dann den Rest z.B. um den Hals zu schlingen um diesen Wasserfalleffekt wie bei der Anleitung zu kreieren, statt wie bisher einen Arm anzuziehen, dann um den Körper zu wickeln und den anderen Arm einzustecken.

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Bis auf die Rückansicht, an der ich immer etwas zuppeln muss, und die Tatsache, dass die Ärmel besonders bei Bewegung öfter mal von den Schultern rutschen bin ich jetzt aber doch ganz zufrieden mit der Tragevariante. Das mit dem von der Schulter rutschen lässt sich bei näherer Betrachtung vermutlich auch gar nicht vermeiden wenn das Ding quasi keine Schulter oder zusätzlichen Stoff rund um die Achsel vorgesehen hat… Man sieht ja auch, die Ärmelnaht verzieht sich dadurch etwas nach vorne.

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Aber mit einem Augenzwinkern kann man das doch tragen, oder?

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noch mehr Falten

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Beim roten Rock neulich hab ich euch ja schon verraten, dass es zwischenzeitlich auch eine weitere Variante gegeben hat. Diesmal aus einem schönen, dicken, dunkelgrün-bis-leicht-petrolfarbenen Jersey, den ich mal wieder günstig bei Karstadt ergattert habe (und dessen Farbe sich schon schlecht genug beschreiben oder fotografieren lässt ohne dass die dämliche Fotoapp selbstständig einen doofen Filter drüberlegt). Das Prinzip ist natürlich das Selbe, aber dieses Mal habe ich die Seitennähte weiter nach vorne verlegt.

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Als jemand, der seine Röcke im Laufe des Tages öfter mal daran ausrichtet, dass die Seitennähte seitlich sind, hat mich das bei der roten Version irgendwie immer mal wieder aus dem Konzept gebracht, und irgendwie hat sich mir auch nicht ganz erschlossen, warum es jetzt bei etwas dickeren Nähten so viel vorteilhafter sein soll, die auf dem Hintern zu tragen als an der Seite. Davon werden sie schließlich auch nicht dünner.

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Außerdem habe ich diesen Rock länger gemacht als den roten, und anscheinend mehr oder weniger freiwillig auch weiter, denn er sitzt bei weitem nicht so knackig. Ob ich das jetzt gut finden soll oder nicht weiß ich ehrlich gar nicht so genau, aber ich trage ihn trotzdem gerne. Im Normalfall übrigens auch nicht so zerknittert, aber für die Fotos hatte ich ihn nur schnell spontan aus dem Schrank gezogen und nicht extra gebügelt.

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Damit ich aus dem restlichen Stoff auch noch was gescheites machen kann und der Rock zusätzlich nicht zu dick wird habe ich das Futter diesmal aus einem anderen Stoff zugeschnitten. Farblich passt der nicht ganz 100%ig dazu, aber das man das Futter ja die meiste Zeit nicht sieht war mir das auch egal. Lieber so, als großen Verschnitt am Stoff, aus dem ich dann nicht anderes mehr machen kann, und dicke, beulende Seitennähte. Das Futter war übrigens mal ein billiges Bettlaken vom dänischen Bettenlager, da hab ich früher häufiger mal Jerseylaken für Probeteile oder ähnliches gekauft. Von dem Gedanken, richtige Klamotten damit zu nähen, bin ich aber mittlerweile abgerückt, weil die meistens doch ziemlich hanebüchen krumm und schief zugeschnitten sind was den Fadenlauf angeht. Aber ich lasse mich ja überraschen, ein paar Laken hab ich nämlich noch an Lager.

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schwarze Tulpen rocken

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Heute gibt’s mal wieder was ein wenig schickeres, das ich vor einer Weile (ich verliere den Überblick…) spontan daheim genäht habe. Ich war nämlich über dieses Kleid mit Tulpenrock gestolpert und dachte mir so ein Rock könne ja für eine Konferenz in heißen Gefilden ganz gut sein. Also hab ich mir schwarzen Jersey geschnappt und losgelegt. Weil ich die obere Kante (aus welchen Gründen auch immer?) aber kaum abgerundet habe sah das Ganze am Ende doch etwas anders aus und hat, vermutlich auch wegen der Stoffbreite, nicht so schön viele Falten. Na ja, beim nächsten Mal…tulip-skirt

Den Bund habe ich schlicht doppelt umgeschlagen und ein Gummiband eingezogen, dazu gab es einen mehr oder weniger gut geglückten Blindsaum für die Unterkante. Den hab ich übrigens zuerst gemacht, weil der Saum durch den Überlapp ja bis oben zum Bund reicht und deshalb für den Gummibund mit umgeschlagen werden musste.

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Leider erkennt man auf den Fotos mal wieder nicht viel, weil die komische App, die ich zur Nutzung der Fernbedienung brauche, anscheinend ohne mein Wissen einen Filter über die Fotos gelegt hat, der die Fotos ziemlich abdunkelt. Sowas doofes… Gut, dass ich auch etwas rumgealbert habe, damit man wenigstens den Überlapp etwas sieht.

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Immerhin ist der Plan für einen luftigen Businessrock aber soweit aufgegangen und der Rock hat mir im Juni bei einer Konferenz im heißen San Antonia, Texas (Hitzschlag ahoi!), gute Dienste geleistet. Na ja, wenn man mal von den Lüftungsgittern im Gehweg absieht, aber auch da waren ehrlich gesagt andere Kleider mit weiter schwingenden Röcken viel schlimmer und haben für den einen oder anderen unerwarteten Marylin Monroe-Moment gesorgt…

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Aber auch das war immer noch besser und amüsanter als mit 2 ununterbrochen laut schnatternden Labertaschen das Zimmer teilen zu müssen, die mich fast in den Wahnsinn getrieben haben. So schön San Antonio an sich war, ich war so froh als ich wieder daheim war und hatte das dringende Bedürfnis, mich mindestens 3 Wochen lang allein in meiner Wohnung einschließen und keine Menschenseele sehen zu müssen. Aber immerhin hatte ich ein bisschen amerikanische Kosmetik shoppen können und sogar Rabatt bekommen, weil die nette Dame in der Schlange hinter mir ihre Kundenkarte für mich durchgezogen hat, sodass ich den Angebotspreis bekam und sie die Treuepunkte – win/win sozusagen.

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In the circle

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Letztes Mal als ich daheim war und das zweifelhafte Vergnügen hatte, mein Zimmer zwecks neuen Fußbodens auszuräumen, hab ich natürlich beim bummeln mit meiner Mutter auch wieder mal bei Karstadt zugeschlagen. Neben einem schönen, wie gemalten Jersey, hab ich dabei auch diesen hübschen, grauen Strickstoff mit einer Art Zebramuster ergattert, den ich ebenfalls gleich verarbeitet habe, und zwar zu einer Kreisjacke. Natürlich auf Pinterest entdeckt. Sowas hatte ich schon länger mal vor, aber eben keinen Stoff gehabt.

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Dummerweise waren dazu aber keine Maße zu finden, und so hab ich mal wieder Pi mal Daumen gearbeitet (Hierzu übrigens eine Weißheit meiner Mutter: „Pi ist ja eine feste Größe, aber der Daumen ist immer unterschiedlich…“) und einfach vom Oberkopf bis zum Hintern gemessen, damit ich auch sowas wie eine Kapuze habe, ähnlich wie hier. Das Teil, das mich dazu inspiriert hat, finde ich jetzt natürlich gerade nicht, aber im Prinzip war der Nacken einfach nach oben hin lang genug, um ihn auch als Kapuze nutzen zu können.

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Was meiner natürlich nicht ist. Zu wenig Stoff, zu viel Haare, wie auch immer, es hält halt nicht auf dem Kopf. Aber so ist ja auch schön, und für’s nächste Mal weiß ich, dass ich mehr als die hier benutzen 45cm Radius veranschlagen muss. Dann sollte ich auch vorne mehr Länge und mehr Stoff zum überschlagen und kuschelig einwickeln haben, der ist so nämlich auch etwas spärlich.

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Dafür fällt das Ganze gerade seitlich aber trotzdem sehr schön, finde ich, und wie ihr seht hab ich natürlich Ärmel angefügt, damit es eben auch schön kuschelig warm ist. Westen schön und gut, aber irgendwie finde ich die was die Wärme anbelangt halt doch immer etwas… unbefriedigend.

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Für die Ärmel habe ich einfach meinen T-Shirt-Schnitt aufgelegt um den richtigen Schulterabstand hinzubekommen, und dann je einen minimal gebogenen Schlitz geschnitten, sodass die Ärmel (ebenfalls vom Shirt-Schnitt) genau reinpassten. Genäht und gesäumt hab ich das ganze Ding übrigens mit meiner neuen Overlock, der ich bei meinem Heimaturlaub nicht widerstehen konnte, aber dazu ein andern mal mehr. Jetzt erst nochmal Rumgehampel mit der Jacke.

Kreisjacke Die Fotos hab ich übrigens neulich gemacht, nachdem ich vom Kaffeeklatsch bei meiner netten Nachbarin zurück war, wo ich das Teil anhatte – Mensch war das ein kalter, regnerischer Tag. Aber den hab ich ja tatsächlich fast zur Hälfte mit der Nachbarin verquatscht, mit der ich mich um 11 Uhr zum Kaffee verabredet hatte und von der ich dann um halb 5 wieder daheim war. Ups. Na ja, ich würde mal sagen, wir haben uns gut unterhalten. Hat eben nicht nur was die Wohnung anbelangt Vorteile, dass ich endlich umgezogen bin. (Ich habe jetzt übrigens Tageslicht!)

Faltenrock mal anders

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Als ich neulich (mittlerweile ist das auch schon fast 1 Jahr her!) letzten Oktober daheim und ein anderes Teil, das ich noch nicht fotografiert habe, fast fertig war stöberte ich noch etwas weiter in meinen Stoffkisten und bei Pinterest auf der Suche nach Inspiration und Ideen, was ich kurzfristig so nähen könnte. Dabei stieß ich wieder auf diesen hübschen Rock, den ich mir mal etwas genauer ansah. Ursprünglich wollte ich ihn aus dem Rest des roten Polojerseys machen, der noch vom Shrug anderen Teil übrig war, aber der war dann doch nicht lang genug, also habe ich mich spontan für einen anderen roten Jersey entschieden. Der ist dünner, und das war vielleicht auch besser so, denn sowohl Vorder- als auch Rückteil des Rock kommen am Ende mit doppelten Stofflagen daher, die Falten natürlich sogar mit noch mehr.

Am Anfang fand ich die Anleitung etwas konfus und nicht so gut erklärt, aber am Ende klappte es dann doch ganz gut. Im Prinzip wird das Vorderteil nur in Falten gelegt, die untere Lage davon auf dem Futter festgenäht sodass die eigentliche Falte die Naht verdeckt und dieser Doppeldecker dann mit dem Rückteil zu einem Sandwich verarbeitet, wobei das Rückteil an der Unterkante hochgefaltet wird – dadurch spart man sich auch noch einen Saum und hat innen keine offen liegenden Nähte. Gar nicht so doof.

Faltenrock rot

Den Part mit dem Falten festnähen fand ich etwas konfus erklärt und gelöst – ich habe einfach die Falte hochgeklappt, sodass der Bruch frei lag, diesen mit Kreide markiert und am darunter liegenden Futter festgesteckt und dann genäht. Nichts mit kryptisch unter dem Stoff Falten fühlen und bei den Fingerspitzen feststecken…

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Als die Seitennähte dann aufeinander gesteckt waren hieß es anprobieren, hier habe ich oben auf jeder Seite etwa 1,5-2cm weggenommen. Bei dieser Gelegenheit stellte ich aber auch fest, dass der Rock trotz meiner *hust* überschaubaren *hust* Körpergröße doch eher ziemlich kurz war, weshalb ich einen längeren Bund von etwa 10cm angenäht habe. Im Nahtschatten. Wie ich es liebe… Tausend Mal stecken und heften und trotzdem immer irgendwelche nicht mitgefassten Kanten auf der Innenseite.

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Mit einem kürzeren Bund sähe das vielleicht besser aus, aber das kann ich ja dann beim nächsten Mal machen, wenn ich entsprechend mehr Länge einkalkuliert habe. Nichtsdestotrotz gefällt mir der Rock nämlich sehr gut und es wird sicher nicht der letzte seiner Art gewesen sein. (Ich kann schon verraten, dass er es nicht ist, weil ich zwischen Schreiben dieses Beitrags, Fotos machen und Fotos bearbeiten und veröffentlichen glatt noch einen genäht habe.) Obwohl die Anleitung elastischen Stoff verlangt kann ich mir den Rock sogar auch aus festem, nicht dehnbarem Material vorstellen, dann eben mit Reißverschluss wie in diesen Versionen. Nur ob ich gestreiften Stoff so in Falten legen möchte bin ich mir noch nicht ganz schlüssig, aber ich denke, ich würde andere Muster bevorzugen.

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with a little help from my friends

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Letztes Wochenende war ich wieder bei meiner Freundin A. – die mit den Katzen, mit der ich neulich auch im Peak District war. A. hat nämlich eine Nähmaschine als Dauerleihgabe einer Freundin und hatte mich gefragt, ob ich ihr dabei behilflich sein könnte, eines ihrer liebsten Jerseykleider nachzuarbeiten. Da sag ich natürlich nicht nein…
Als wir 2 Tage vorher auf der Suche nach Gardinengewichten für eines ihrer anderen Projekte in einem Stoff- und Gardinenladen laden waren kam mir dort, wie sollte es auch anders sein, ein hübscher Jersey unter. £2.99 der Meter und nicht mehr viel auf der Rolle, etwa 1,5m – ich denke, viel mehr brauche ich nicht sagen, oder? So weitete sich der Plan also von „A. helfen und ein paar T-Shirts einnähen“ um einen Rock aus und ich stolzierte um £4.50 ärmer mit einem Beutel Stoff heim. (Okay, streng genommen wurde ich heimgefahren und war um einiges mehr ärmer, weil ich hinterher noch Schuhe und Klamotten für zukünftige Peak District-Trips gekauft und einen größeren Einkauf bei Aldi getätigt habe – wenn mir schon mal ein Auto zur Verfügung steht und ich nicht alles schleppen muss…)

Das Wochenende haben wir dann auch gut kreativ genutzt: los ging’s mit dem Vorbereiten von Panini-Broten, die später gebacken und noch später belegt, gegrillt und gefuttert wurden, dazwischen wurde fleißig Stoff geschnippelt, gebügelt und genäht und anschließend durften noch ein paar Angel’s Foodcakes in der Hölle schmoren im Backofen schwitzen. A. hat erstmal eine einfache, luftige Bluse genäht, quasi ein großes Rechteck mit Ausschnitt, und ich wurde ein bisschen von den Massen meines Stoffes davongetragen…

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So sieht übrigens die Nähmaschine aus. Die Stichwahl ist auf den ersten (und zweiten und dritten, …) Blick ziemlich konfus gestaltet und es half nicht, dass der linke Schalter nicht etwa auf Position „A“ stehen muss wenn man die damit gekennzeichneten Stiche will, sondern nach oben zeigen muss. Aber wir hatten ja ein Reststück zum rumspielen, an dem wir uns dann meistens vorher vergewissert haben, dass wir auch wirklich den richtigen Stich erwischt haben, bevor es an die Klammotte ging.

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Um das also mal zu erklären: oben gibt es quasi 2 Reihen und 2 Spalten Stiche, die in verschiedenen Farben gekennzeichnet sind. Neben der oberen Reihe steht zusätzlich ein A, neben der unteren ein B, und über allen Stichen gibt es quasi ein kleines Fenster, ein bisschen wie die Indikatoren an Toilettentüren. Man muss also erstmal einstellen ob A (bzw. „oben“) oder B und dann den Ring um diesen Schalter herum drehen um die ToilettenIndikatoren zu bewegen.  Die bewegen sich aber in beiden Spalten gleichzeitig, also parallel zueinander, weshalb man dann an den anderen Rädern die Farbe anwählen muss, mit der der gewünschte Stich gekennzeichnet ist. Gleichzeitig stellt man an diesen Rädern aber auch noch Stichlänge und -breite ein (An dieser Stelle muss ich lobend anmerken, dass die Maschine die Nadel auch nach rechts stellen kann, was ich bei den meisten modernen Maschinen schmerzlich vermisse.) und muss deshalb dabei aufpassen, dass man nicht aus Versehen zu einer anderen Farbe und damit einem anderen Stich wechselt…

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Aber zum Glück hatten wir ja die üblichen, fleißigen Helfer, die uns mit Rat und Tatze zur Seite standen. Sowohl beim Messen, …

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Zuschneiden…

Sassy
… und nähen als auch bei der finalen Anprobe:

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Von der Nähhilfe gibt es leider kein Bild, weil mein Handy und A. beide in einem Zimmer waren als die Katze es sich auf meinem Schoß gemütlich machte während ich an der Nähmaschine saß. Etwas irritiert hat sie dann aber schon auf’s Füßchen geguckt als ich wieder anfang zu nähen…

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Ganz uneigennützig war diese Hilfestellung von den Pelzträgern natürlich nicht, denn für sie ist auch was abgefallen.

Ninja3Und das nicht nur beim Nähen…

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Mein ursprünglicher Plan als ich den Stoff gesehen hatte war eine Art Tellerrock mit Zipfeln, also quasi einfach ein Quadrat mit Bund. (Irgendwie habe ich hierfür den Begriff „handkerchief skirt“ im Hinterkopf?) Das hab ich mir mit den Streifen, die dadurch ja in verschiedene Richtungen laufen, ganz hübsch vorgestellt, und siehe da:

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Der Plan ging auf. Als Bund habe ich einfach einen langen Streifen Jersey genommen, den ich dann umgeschlagen habe. Kann man aber natürlich auch un-gekrempelt als längeren Rock tragen, und sogar als Top macht das Ganze erstaunlich gut. (Hab ich aber natürlich vergessen zu fotografieren.)

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Weil damit von knappen 1,6m Stoff natürlich noch eine ganze Menge übrig war habe ich als nächstes einen Shrug genäht. Hier ist die Einfassung finde ich ein bisschen labbrig geworden, da würde ich beim nächsten Mal einen kürzeren Streifen nehmen und ihn leicht gedehnt annähen, sodass das Ganze besser anliegt.

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Aber so schlimm ist es auch wieder nicht. Da so ein Shrug aber natürlich nicht viel Stoff frisst durfte auch noch ein Top her. Weil wir keine Zwillingsnadel zur Hand hatten habe ich das übrigens mit dem elastischen ZickZack gesäumt – ihr wisst schon, diesem dreigeteilten ZickZack. Das gefällt mir sogar überraschen gut, ich glaube, das werde ich jetzt öfter machen.

Shirt
Am Ende des Wochenendes stellte A. also fest, dass ich quasi ein gesamtes Outfit genäht hatte und fragte amüsiert bis erstaunt: „Wie viel hat der Stoff nochmal gekostet? £4.50?“ Die letzten Reste hab ich nämlich auch noch zu einem kurzen Loopschal verarbeitet.

Saum

Etwas weniger amüsiert war zumindest ich allerdings als ich mich, wieder daheim, in mein WiFi einwählte und etwa 10 WhatsApp-Nachrichten und 2 E-Mails meiner Eltern und meines Freundes fand, die panisch fragten, ob ich noch lebe und offenbar jederzeit bereit waren, einen Suchtrupp loszuschicken – weil ich mal ganze 30 Stunden nicht online war.
Obwohl ich vorher gesagt hatte, dass ich am Wochenende zu A. gehe und mich auch schon mehrfach darüber ausgelassen hatte, dass ich keine mobilen Daten habe weil die Mobilfunkanbieter hier mir derzeit aus ungeklärten Gründen selbst die günstigsten Verträge verweigern.
Obwohl ich zuletzt Samstags gegen Mittag online gewesen war und WhatsApp ihnen das anzeigt.
Obwohl es deshalb natürlich überhaupt keinen Sinn macht, mir 10 Nachrichten zu schicken und um Antwort zu bitten, wenn ich  die erste noch nicht gelesen habe.
Obwohl meine Mutter im gleichen Atemzug fragte, ob ich denn meine neuen Wandersachen schon ausprobiert habe, und ich, so ich es denn getan hätte, im Peak District natürlich auch keinen Empfang oder Internet gehabt hätte.
Obwohl es für mich gar nicht ungewöhnlich ist, mal eine Weile nicht online zu sein, weil ich nicht zu denjenigen gehöre, denen das Handy quasi an der Handfläche festgewachsen ist, sondern das Ding insbesondere in guter Gesellschaft gut und gerne auch mal beiseite legen kann und möchte.
Obwohl ich bereits mehrfach klargestellt habe, dass ich gar nicht rund um die Uhr erreichbar sein will und mir diese Erwartungshaltung ziemlich stinkt.
Dennoch hat mein Freund offenbar sogar mehrere meiner Freunde hier in Sheffield bei Facebook angeschrieben weil sie ja „seit Tagen“ nichts von mir gehört hätten. Es ist ja lieb und nett, dass sie sich Sorgen um mich machen, aber seit wann bitte ist von Samstag Mittag bis Sonntag früher Abend „seit Tagen“?! (Zumal ich meine harmlosen Pläne ja angekündigt und man sie offenbar nur mal wieder vergessen hatte…) Mir hat diese unnütze Flut an Nachrichten voller Erwartungshaltung dass ich doch bitte gefälligst online zu sein und mich zu melden habe jedenfalls irgendwie einen ganz schönen Dämpfer verpasst und etwas die Stimmung nach einem eigentlich tollen Wochenende verdorben.

Die Tücken der modernen Kommunikation…

Liste 1

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Ein Laptop ist bestellt (d.h. genau genommen mittlerweile gestern schon angekommen, derzeit schlage ich mich mit der Treiberinstallation rum), Stoffe für eine erste, schnelle „Hauptsache-ich-hab-erstmal-was“-Hülle liegen auch bereit (bei Gelegenheit werde ich dann hoffentlich was hübscheres produzieren, endlich mal was zu patchworken böte sich zum Beispiel an) und so hab ich mich daran gemacht, ein paar Dinge auf der Liste der noch zu nähenden Sachen abzuarbeiten.

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Zuerst wäre da eine beinahe kurios anmutende Änderung: die Ärmel meines Wintermantels verlängern. Moment – verlängern?! Es kommt ja nun höchst selten – also eigentlich gar nicht – vor, dass ich mal was verlängern muss, aber diesmal war es wirklich notwendig. Schon vor 1 oder 2 Jahren habe ich einen langen, schwarzen Wintermantel mit Kapuze bei ebay geschossen, den die Vorbesitzerin durch eine Rückenschnürung aufgemotzt hatte. Das hatte für mich, neben dem günstigen Preis, zwei Vorteile: eine Kapuze ist bei dem wechselhaften englischen Winterwetter und plötzlich einsetzenden Regenschauern nie verkehrt, und mit einer Rückenschnürung kann ich Oberbekleidung hinlänglich ganz gut an meine Figur anpassen. Ich suche nämlich schon lange immer mal wieder nach Wintermänteln mit Kapuze, aber wie das nun mal so ist – an der Brust zu eng, um die Taille viel zu weit – passen nicht mal die ohne. Und Kapuzen scheinen noch dazu einfach Mangelware zu sein.
Kurioserweise sind bei diesem Mantel die Ärmel aber einfach zu kurz. Also habe ich mir etwas schwarzen Wollstoff, ein bisschen Kunstfell und Futterstoff geschnappt und beschlossen, die Kunstfelleinfassung am Kapuzenrand noch mal aufzugreifen. Der Plüsch ist zwar ein ganz anderer, aber das soll mich nicht weiter stören.

Manteländerung

Ebenfalls auf meiner Liste stand ein Brotbeutel – wenn man nämlich, wie ich, sein Brot selbst backt bekommt man natürlich auch keine Papier- oder Plastiktüten zur Aufbewahrung. Aber wiederverwertbare Stofftüten sind ja eigentlich eh viel ökonomischer (zumal der grüne Stoff ein Rest von perfekter Größe war), und hübscher anzusehen obendrein. Aus hygienischen Gründen habe ich dann übrigens gleich zwei genäht, damit ich nach jeder Benutzung wechseln und waschen kann.

Brotbeutel

Vermutlich erstmal das Wichtigste auf meiner Liste war aber ein Kleinteiletui für meine Unitasche, in dem der ganze Kleinkram verstaut werden kann, der sonst lose darin rumfliegt und nie oder nur schlecht auffindbar ist wenn man ihn braucht.

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Während meines Bachelorstudiums hatte ich sowas in der Art schon mal genäht, allerdings war das wirklich nur ein winziges Etui mit einem einzigen Reißverschluss, sodass der Krempel dann eben darin unsortiert und durcheinander rumflog. Auch nicht das Gelbe vom Ei. Also habe ich mir überlegt, was da überhaupt so rein muss und anhand dessen ein Konzept entwickelt (Das klingt jetzt irgendwie so wissenschaftlich-geschäftlich…), das auf diese Bedürfnisse nach Trennung und schneller Auffindbar- oder Sichtbarkeit Rücksicht nimmt.

Täschchen

Deshalb hat das Täschchen zwei Reißverschlussfächer und ein Klarsichtfach. In dem einen Fach dürfen sich Dinge wie Kopfschmerztabletten und die Notration Traubenzucker gegen akute Süßlust tummeln,…

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… während das andere Lippenpflege und Lippenstift beherbergt und bestimmt auch mal dem einen oder anderen USB-Stick Asyl gewähren wird.

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Das Fach aus dicker, durchsichtiger Plastikfolie/Tischdecke – hier nur stellvertretend von der PayBackkarte bevölkert – hingegen ist für den Studentenausweis gedacht. Ich gehe davon aus, dass der, wie bei meiner alten Uni, im üblichen Kartenformat kommen und auch als Schlüssel oder zumindest Einlassberechtigung fungieren wird, demnach muss er natürlich schnell verfügbar und gegebenenfalls sichtbar sein. Wenn es, wie in meinem letzten Bachelorjahr, sogar ein kontaktloses Öffnungsverfahren gibt, bei dem man die Karte nur an ein Lesegerät halten muss: um so besser, aber der als Verschluss gewählte Klettverschluss würde es auch nicht übermäßig kompliziert machen (Also: nicht komplizierter als das Verfahren ohnehin schon ist.), die Karte rauszunehmen und durch einen Leser zu ziehen, wie es in meinen ersten beiden Studienjahren erforderlich war.

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Was jetzt noch auf meiner Liste steht ist – bis auf die Laptophülle – nicht mehr kritisch. Eine Babyhose für die Patentochter meines Freundes, die im November kommen soll, habe ich die Tage auch noch schnell zusammengeschustert (und kein Foto gemacht, weil sie exakt so aussieht wie die erste), und weil ich die dann vermutlich eh erst um Weihnachten rum zu Gesicht bekommen werde brauche ich mich auch mit einem möglichen Lätzchen noch nicht stressen.
Das übernimmt aktuell zu meinem Leidwesen ohnehin lieber der Laptop, der Treiber verlangt, nach deren Installation aber prompt anfängt, sich über (System-)Fehler zu beschweren und nur mit Windows-Starthilfe hochfährt, um mir dann eine Systemwiederherstellung anzubieten. Ja was jetzt: Treiber oder keine Treiber? Und wenn keine Treiber: was soll ich dann damit anfangen ohne Internet, USB & Co., für die es ja Treiber braucht? Was die ganzen Treiber aktuell tun ist eher mich in den Wahnsinn zu treiben… aber ich bleibe hartnäckig. Es ist vielleicht nicht schön, komfortabel oder zeitgemäß, das alles selbst installieren zu müssen (bei meinem Desktop-PC habe ich Win7 installiert, hatte sofort alle Treiber und es lief alles von alleine), aber ich will mich nicht bezwingen lassen.

No smoking within 7 metres of these doors!

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Schilder mit dieser oder ähnlicher Aufschrift hingen bei meiner Uni an jeder Außentür. Fazit nach 3 Jahren: Entweder haben rauchende Englänger keine Ahnung, wie viel 7 Meter sind, oder es ist ihnen Schnuppe. Ich jedenfalls musste nahezu jedes Mal beim Betreten oder Verlassen eines Gebäudes luftanhaltend durch eine Rauchwolke eilen, die wenn überhaupt maximal einen Meter von der Tür entfernt war. Nicht nur einqualmen, nein, auch noch den Weg blockieren, genial. Aber das ist ja in Deutschland auch nicht anders, nur dass da keine Schilder hängen.

Ich will keinen Hehl daraus machen, normalerweise herrscht in meiner Umgebung rauchfreie Zone sofern ich das beeinflussen kann. Mit Rauchen kann ich nichts anfangen und hätte auch kein Problem damit, wenn es komplett verboten würde, im Gegenteil. Ist schließlich auch nur eine gesundheitsschädliche Sucht, die die Taschen der Produzenten füllt und auch noch unbeteiligte beinflusst. Wenn mir nur jemand mit einer Kippe in der Hand auf der Straße entgegen kommt rieche ich das 50 Meter gegen den Wind und kriege meistens postwendend Hustenanfälle, bin ich gar längere Zeit dem ätzenden Qualm ausgesetzt komme ich aus dem röchelnden Husten noch Tage später nicht raus und habe mindestens eine Woche mit einer schmerzenden Lunge zu kämpfen. (In diesem Zusammenhang meinte übrigens die Mutter einer Freundin, die uns – vor dem Rauchverbot – mal von einem Konzert abholte, ich habe wohl schon ein paar Zigaretten zu viel in meinem Leben geraucht. Es war keine einzige, nicht mal ein Zug! So viel zum Thema Passivrauchen.)
Das geht sogar so weit, dass ich quasi ein menschlicher Rauchmelder bin. Einer meiner Mitbewohner in meiner ersten WG in England war besonders schlecht in der „Lebensmittelzubereitung“ und so kam es, dass ich eines Tages in meinem Zimmer im ersten Stock den Geruch von Rauch vernahm und mich fragte, ob Adam mal wieder versuchte was warmes zu Essen zu machen. Wohlgemerkt, die Küche lag im Erdgeschoss und Türen und Fenster waren verschlossen. Ungefähr 30 Sekunden später ging der Rauchmelder – in der Küche! – los. Meine Nase hat also selbst auf mehrere Meter und ein Stockwerk inklusive Türen und Fenster ein sensibles Gerät in knapp ein Meter hindernissfreier Entfernung zum Herd geschlagen. Ohne visuelle,  akustische oder andere Hilfsmittel oder Vorwarnungen.

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Um jedenfalls zum Thema zurück zu kommen, ich habe bezüglich des Smoken mal eine Ausnahme gemacht, und zwar eine unter Umweltaspekten betrachtete, gesundheitlich und geruchstechnisch gänzlich unbedenkliche (jedenfalls für mich): ich habe ein Nähwerk gesmokt. Okay, ich gebe zu, das hat nichts mit Rauchen zu tun, aber dieses Shirt hier wäre ja schließlich glatt ein passendes Exemplar aus diesem amüsanten Sammelsurium an Anti-Raucher-Sprüchen.

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Das Kleid, das ich mir kürzlich spontan genäht habe, finde ich dann aber doch hübscher. 😉 Inspiriert hat mich eigentlich dieses Exemplar, vermutlich vorrangig wegen des tollen Stoffs, aber so einen tollen Stoff hatte ich natürlich nicht. Und eigentlich wollte ich auch nicht bloß einen Gummizug in der Taille, auf solche überdimensioniert-schlabbrigen Ärmel war ich auch nicht scharf, und überhaupt… überhaupt ist eigentlich alles ganz anders. Aber so ist das wohl manchmal mit der Inspiration und dem, was letzten Endes daraus wird.

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Weil ich auch sonst keinen meiner gemusterten Jerseys passend fand – gesmokte Streifen müssen irgendwie nicht sein, oder? – hab ich schlussendlich zu dem roten Jersey gegriffen, aus dem auch schon mein erstes Infinitydress und der Cozy sind. Keine Ahnung, warum ich da so viel von habe und woher, aber sei’s drum, hübsch ist er ja, wenn auch, je nach Schnitt, etwas knitteranfällig. Aber bei den Kräuseln, die durch’s Smoken enstehen, fällt das glaube ich nicht weiter negativ auf.

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Gesmokt habe ich also auf gut Glück 9 Reihen im Taillenbereich. Danach war die zweite Unterfadenspule Gummifaden leer und ich hatte keine Lust, noch eine dritte aufzuwickeln. Etwas erstaunt über den Verbrauch hierbei war ich allerdings schon. Ansonsten ging das Smoken aber relativ problemlos – nach der Erkenntnis, dass meine Maschine von mir möchte, dass ich den Unterfaden nach jeder Reihe und dem folgenden Abschneiden wieder neu einfädele.

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Die kleinen Falten im Ausschnitt sind übrigens durchaus gewollt – nur irgendwie nicht so. Eigentlich hatte ich mir da schöne, größere, tiefere Falten vorgestellt, die ein bisschen das Brustteil hinunterragen, aber dafür habe ich ganz offensichtlich zu sparsam kalkuliert.

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Bei den Ärmeln sah das ursprünglich genau so aus, wenn nicht noch blöder, aber die hatten immerhin den Vorteil, dass ein neuer Zuschnitt nicht so viel Stoff verschwendete wie bei einem komplett neuen Frontteil. Viel besser hat es das allerdings auch nicht gemacht, und einen Tick zu lange finde ich sie im Nachhinein auch. Hätte ich nicht das Ausschnittdetail noch mal aufgreifen wollen hätte ich vermutlich eh Flatterärmel gemacht.

Beim nächsten Mal werde ich dann wohl auch den Taillentbereich großzügiger zuschneiden, denn während die 10 cm Zugabe um die Hüfte, die der Inspirationsquelle empfohlen werden, dort gut ausreichen finde ich es doch etwas schade, dass vom Smok in der Taille im angezogenen Zustand nicht mehr viele Kräusel überbleiben. Da empfiehlt es sich vielleicht tatsächlich, einfach gerade oder gar leicht ausgewölbte Stoffteile für den Korpus zu nehmen, damit auch getragen genug Smok übrig bleibt.

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Da ja jetzt offenbar schon der Herbst vor der Tür steht und die warmen Tage noch spärlicher gesäht sind werde ich das Kleid übrigens zu einem Sommerfest (Welch Ironie!) gestern voraussichtlich erstmal mit einem langärmligen Oberteil drunter oder Shrug drüber und Strumpfhosen getragen haben. (Wer sich über den kuriosen zeitlichen Satzbau wundert: das hier ist vorgebloggt, demnach kann ich Donnerstag noch nicht wissen, ob ich das Samstag wirklich so tragen werde.) Ein längeres Jäckchen drüber zu ziehen fände ich bei dem Smokteil gerade doch noch irgendwie schade.
Aber immerhin habe ich für die Fotos noch mal einen sonnigen, halbwegs warmen Tag erwischt. Eine neue Kamera habe ich übrigens immer noch nicht, irgendwie gibt es das, was ich suche, so nicht oder nur als teure Spiegelreflex außerhalb meines Budgets (Stichwort Fernbedienung). Dafür habe ich dran gedacht, dass mein Handy ja auch einen Selbstauslöser haben könnte, und siehe da… Die Qualität ist nicht die beste, aber besser als gar nichts. Einziges Problem: wie stellt man so ein Handy hin?

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Mit Hilfsmitteln. Sie sehen: eine verstaubte, eigentlich immer leere Vase aus dem Wohnzimmer und eine Untertasse aus dem Küchenschrank. Dazwischen „klemmte“ dann mein Handy, in beide Richtungen gegen das abrutschen geblockt, aber das konnte ich selbstredend so nicht in Aktion fotografieren. (Jetzt wo ich darüber nachdenke, ein Spiegel hätte es getan… aber ich schätze, das Terrain ist hier auch ohne schon kurios genug.)

Ingesamt habe ich, trotz Neuzuschnitt der Ärmel, für das Kleid etwa 90cm Jersey von 1,8m Breite verbraucht. Warum ich das hier extra erwähne? Weil meine Stoffbilanz, oder um genau zu sein mein gesamtes Stoffarchiv, leider trotz vielfacher Datensicherung beim kürzlichen Neu-Aufsetzen des PCs flöten gegangen ist. Einfach so.
Da habe ich Stunden reingesteckt, sämtliche Bestände abzutippen, Neuzugänge einzufügen und verbrauchtes möglich genau aufzuführen und rauszurechnen, habe extra ein Programm, dass Festplattensicherungen, Synchronisierungen & Co. macht und das mehrfach behauptet hat, alle Daten auf die externe Festplatte kopiert zu haben, und dann? Dann fehlt doch alles Mögliche! Ich hätte so kotzen können.  Ich meine, was soll denn das bitte? Entweder es ist alles als Kopie gesichert oder eben nicht, aber so kommt man sich doch ziemlich verarscht vor, oder?

Zum Glück ist das nicht mitten im Studium mit irgendwelchen wichtigen Daten passiert und zum Glück habe ich die Stoffbestände auch noch jeweils auf Zetteln an/in den Kisten selbst vermerkt, sonst müsste ich das jetzt auch noch alles wieder neu ausmessen. So muss ich es immerhin „nur“ neu abtippen, die paar noch nicht vermerkten neuen Stoffe ausmessen und mich ärgern, dass ich jetzt doch keine Stoffbilanz für das Jahr abgeben kann. Leider kann ich mich nämlich nur noch erinnern, dass die ganz gut aussah, aber eben nicht wie gut genau, und deshalb will ich jetzt sicherheitshalber lieber immer direkt dazuschreiben, wie viel ich wofür verbraucht habe. Doof ist das nur bei Dingen, die es aus diversen Gründen nicht zeitnah auf den Blog schaffen…  aber auch das Problem werde ich wohl in absehbarer Zeit erstmal nicht mehr haben.

Hüfte, medium-durch

Standard

Bereits Anfang Juni war Hessentag, dessen kleine Konzerte ich vor allem aufgrund der räumlichen Nähe rege besucht habe. Eigentlich wollte ich dazu – um die Hände frei zu haben und mir keinen Kopf um den potentiellen Verlust irgendwelcher Wertsachen machen zu müssen – gerne eine Gürteltasche haben. Also, eine praktische, schöne, selbstgemachte – normale hab ich sogar. Leider fiel mir dieses Bedürfnis aber natürlich erst wieder viel zu spät ein, und in der Festwoche hatte ich dann auch nicht die Zeit, mehr als den Zuschnitt zu erledigen, sodass es auf Minimalprogramm (Haustürschlüssel) und große Hosentaschen (dann ggf. auch noch Handy) hinauslief. Aber wenn man schon mal angefangen hat… ist das kein Grund, nicht weiter zu trödeln.

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Als ich dann kurzfristig noch entschloss, das schöne Ragnarock-Festival zu besuchen, waren Gelegenheit und der entsprechende Fertigstellungsarschtritt natürlich doch da und ich hab weiter gemacht. Zwischenzeitlich hatte ich mir auch noch Sodas Festivaltaschenpost zu Gemüte geführt und prompt meine eigentliche Planung noch ein bisschen verfeinert. IMG_20140804_163048
Dass ich mir das Steckfach für die Running Order und das kleine Fach für Ohrenstöpsel und Lippenpflege (Was sich übrigens beides sehr bewährt hat, vielen Dank!) kurzfristig noch bei Soda abgeguckt habe sieht man zum Beispiel daran, dass beides nur aufgenäht ist. Da der Taschenbeutel sonst eigentlich nur aus einem an den Kanten abgesteppten Teil besteht konnte ich das nämlich nicht, wie es ja durchaus sinnvoll gewesen wäre, in den vorderen Seitennähten mitfassen. So ein cooles, doppelt und dreifach gesichertes Kamerafach wie Sodas Tasche hat meine allerdings nicht, aber das hat mehrere Gründe. Erstens wusste ich gar nicht, ob ich überhaupt eine Kamera mitnehmen wollte (hab ich beim Ragnarock gemacht) bzw. sie brauche (hab ich beim Ragnarock nicht), und zweitens müsste ich dazu ja erstmal eine funktionstüchtige haben (die mitgeführte war von meinem Vater geliehen, und weil die genau die bleiche Akkubulimie hat wie meine mussten die Fotos für diesen Post auch mit dem Handy entstehen), die Modell für die Abmessungen stehen könnte. Aber das ist ja auch nur Version 1.0, vermutlich wird sich auch hier mit der Zeit die eine oder andere Optimierungsoption zeigen, die auf ein Update auf 2.0 drängt.

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Genau genommen hat sie das sogar schon, denn beim Ragnarock zeigte sich schnell, dass selbst der Jeansstoff nicht wirklich stabil genug war – oder meine Planung was den verstellbaren Verschluss angeht etwas suboptimal. Es war zwar durchaus so geplant, dass der Umfang vergrößert werden kann, aber eben auch so, dass er noch etwas Spiel nach unten hat, und das ist leider im getragenen, befüllten Zustand nicht mehr der Fall. Da muss ich den Gurt schon ganz eng stellen und habe immer noch das leichte Bedürfnis, nachjustieren zu wollen. Version 2.0 verlangt also nach einem festeren Stoff (oder starker Bügeleinlage, um Neukäufe vermeiden zu können) und anderer Platzierung des verstellbaren Verschlussgurtes. Der verursacht nämlich so unter Umständen schon mal den einen oder anderen blauen Fleck auf dem Hüftknochen und geht dummerweise auch gerne mal auf wenn man beispielsweise in die Knie geht, was mitunter zu komischen „Ich habe eigentlich keine Hand frei, aber möchte meine Tasche nicht verlieren“-Verrenkungen führt.

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Was man hingegen als positiv oder negativ betrachten kann ist die Größe der Tasche. Die hat nämlich quasi eine eingebaute Diebstahlsicherung, weil da vermutlich außer meinen kleinen Händen ohnehin keine reinpassen. Womit wir aber natürlich auch schon wieder beim Problem wären, weil ich doch etwas vorsichtig sein musste und durchaus das eine oder andere Mal selbst so meine Mühe hatte, den gewünschten Inhalt rauszufischen, was wohl eindeutig für eine größere Tasche spricht. Das widerstrebt mir ein bisschen, weil dann auch die Basis und der auf dem Bein aufliegende Teil größer und wuchtiger werden muss, um trotzdem auch den Becherhalter beherbergen zu können, aber was muss, das muss. IMG_20140804_163454

Der Becherhalter wäre dann auch (erstmal) der letzte Punkt auf der Liste. Ursprünglich wollte ich das, ähnlich wie hier, mit einer Art Stoffköcher mit Gummizugband lösen, der sogar schon fertig bereit lag, als ich Sodas Post las. Dummerweise lies ich mich dann hinreißen, die Idee mit Gurtband und Klettverschluss auch gut zu finden, da sie mir weniger wuchtig und größentechnisch variabler vorkam, sodass ich hier ebenfalls meine Pläne über den Haufen geworfen habe. Das erste Problem daran zeigte sich schon bei der Eruierung der Anbringungsposition der Klettverschlüsse, da ich nicht nur keinen typischen Festivalbecher zum Maß nehmen hatte, sondern auch gerne mal eine kleine Wasserflasche einspannen können wollte. Nach etwas Rumgeeier hatte ich mich (bzw. die Kletterverschlüsse) dann festgelegt und dem Konstrukt sicherheitshalber noch einen verstellbaren Bodenriemen spendiert. So weit, so gut, nur stellte sich dann im Laufe des Festivals raus, dass weder Becher noch kleine Wasserflaschen sonderlich gut darin hielten. Für das eine lies sich der Verschluss in die eine, für’s andere in die andere Richtung kaum genug regulieren, und die Wasserflasche brachte es mit ihren asymmetrischen 5 Standfüßchen sogar fertig, am Bodenriemen vorbei zu rutschen und runterzufallen.
Voller Erfolg also. Für Version 2.0 werde ich daher sicher doch wieder auf den Köcher zurückgreifen. Der hat wenigstens einen gescheiten Boden, und wenn er oben zu weit ist ist das 1. weniger dramatisch und 2. mit Gummi- und/oder Kordelzug denke ich passabel zu regeln.

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Was mich abseits des genannten Verbesserungspotentials noch an der Tasche ärgert habe ich aber immerhin meiner eigenen Dusseligkeit zuzuschreiben. Nachdem ich meinen Plan durch Sodas Input kurzerhand noch um ein Futter erweitert hatte (das man bei der kleinen Tasche im Übrigen beim Reingucken sowieso nicht sieht und ich mir demnach auch hätte sparen können) musste ich mich nämlich bereits vorher mehrfach bremsen, die vorgesehenen Gurtbänder mit D-Ringen für Schlüsselbund & Co. nicht zu früh einzunähen – mit dem Ergebnis, dass ich sie dann natürlich vergessen habe und hinterher umständlich noch dranpfuschen musste. Ihr könnt euch in Etwa vorstellen, wie ich geflucht habe? IMG_20140804_163249
Gut geklappt und bewährt haben sich dafür in meinen Augen die restlichen Details, die ich von Anfang an eingeplant hatte: 2 „geheime“ Reißverschlussfächer und ein Beinriemen. Letzteren wollte ich vor allem, weil ich durchaus auch mal auf Konzerte gehe, bei denen viel gehüpft und gesprungen wird, wie zum Beispiel die Ska-Konzerte auf dem Hessentag, bei denen es mir nur blieb, Wasserflasche und Jacke ganz nonchalant in die Ecke zu feuern. (Bei der grandios-riesigen Publikumsmenge von, inkl. mir, ganzen 3 tanzen Leuten bzw. einem anderen Konzert, wo ich quasi Solotänzerin war, allerdings auch kein Problem.) Da finde ich jegliche Art von Tasche oder Bauchtasche die ständig auf und ab fliegt dann ziemlich nervig, was bei einer etwas längeren Tasche wie dieser sicher noch schlimmer gewesen wäre. Also ein Beinriemen, mit dem ich die Tasche „hüpfsicher“ am Oberschenkel festschnallen kann.

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Abnehmbar, natürlich, falls ich die Tasche auch mal zu anderen Gelegenheiten möglicherweise sogar mit Rock tragen möchte. IMG_20140804_163822
Ja, und die Reißverschlussfächer sorgten dafür, dass ich nicht meinen ganzen, großen Geldbeutel mit mir rumschleppen musste, sondern einfach ein bisschen Geld in das kleine Fach am Hüftgurt und ggf. andere, flache Papiere in die Rückseite der Tasche stecken konnte, wo sie auch nicht gleich auffallen. Abgesehen davon, dass langfingrige Hände da wohl nun wirklich Schwierigkeiten haben dürften, während des Tragens dranzukommen.

IMG_20140804_163130Jetzt also noch mal ein paar Tragefotos:

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Ganz zum Schluss zeige ich euch auch noch den schönen Festivalbecher mit dem coolen Beer-O-Meter, das einen charmant über den kritischen Zustand des Bierfüllstandes informiert:

Becher