Archiv der Kategorie: Stoff

with a little help from my friends

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Letztes Wochenende war ich wieder bei meiner Freundin A. – die mit den Katzen, mit der ich neulich auch im Peak District war. A. hat nämlich eine Nähmaschine als Dauerleihgabe einer Freundin und hatte mich gefragt, ob ich ihr dabei behilflich sein könnte, eines ihrer liebsten Jerseykleider nachzuarbeiten. Da sag ich natürlich nicht nein…
Als wir 2 Tage vorher auf der Suche nach Gardinengewichten für eines ihrer anderen Projekte in einem Stoff- und Gardinenladen laden waren kam mir dort, wie sollte es auch anders sein, ein hübscher Jersey unter. £2.99 der Meter und nicht mehr viel auf der Rolle, etwa 1,5m – ich denke, viel mehr brauche ich nicht sagen, oder? So weitete sich der Plan also von „A. helfen und ein paar T-Shirts einnähen“ um einen Rock aus und ich stolzierte um £4.50 ärmer mit einem Beutel Stoff heim. (Okay, streng genommen wurde ich heimgefahren und war um einiges mehr ärmer, weil ich hinterher noch Schuhe und Klamotten für zukünftige Peak District-Trips gekauft und einen größeren Einkauf bei Aldi getätigt habe – wenn mir schon mal ein Auto zur Verfügung steht und ich nicht alles schleppen muss…)

Das Wochenende haben wir dann auch gut kreativ genutzt: los ging’s mit dem Vorbereiten von Panini-Broten, die später gebacken und noch später belegt, gegrillt und gefuttert wurden, dazwischen wurde fleißig Stoff geschnippelt, gebügelt und genäht und anschließend durften noch ein paar Angel’s Foodcakes in der Hölle schmoren im Backofen schwitzen. A. hat erstmal eine einfache, luftige Bluse genäht, quasi ein großes Rechteck mit Ausschnitt, und ich wurde ein bisschen von den Massen meines Stoffes davongetragen…

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So sieht übrigens die Nähmaschine aus. Die Stichwahl ist auf den ersten (und zweiten und dritten, …) Blick ziemlich konfus gestaltet und es half nicht, dass der linke Schalter nicht etwa auf Position „A“ stehen muss wenn man die damit gekennzeichneten Stiche will, sondern nach oben zeigen muss. Aber wir hatten ja ein Reststück zum rumspielen, an dem wir uns dann meistens vorher vergewissert haben, dass wir auch wirklich den richtigen Stich erwischt haben, bevor es an die Klammotte ging.

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Um das also mal zu erklären: oben gibt es quasi 2 Reihen und 2 Spalten Stiche, die in verschiedenen Farben gekennzeichnet sind. Neben der oberen Reihe steht zusätzlich ein A, neben der unteren ein B, und über allen Stichen gibt es quasi ein kleines Fenster, ein bisschen wie die Indikatoren an Toilettentüren. Man muss also erstmal einstellen ob A (bzw. „oben“) oder B und dann den Ring um diesen Schalter herum drehen um die ToilettenIndikatoren zu bewegen.  Die bewegen sich aber in beiden Spalten gleichzeitig, also parallel zueinander, weshalb man dann an den anderen Rädern die Farbe anwählen muss, mit der der gewünschte Stich gekennzeichnet ist. Gleichzeitig stellt man an diesen Rädern aber auch noch Stichlänge und -breite ein (An dieser Stelle muss ich lobend anmerken, dass die Maschine die Nadel auch nach rechts stellen kann, was ich bei den meisten modernen Maschinen schmerzlich vermisse.) und muss deshalb dabei aufpassen, dass man nicht aus Versehen zu einer anderen Farbe und damit einem anderen Stich wechselt…

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Aber zum Glück hatten wir ja die üblichen, fleißigen Helfer, die uns mit Rat und Tatze zur Seite standen. Sowohl beim Messen, …

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Zuschneiden…

Sassy
… und nähen als auch bei der finalen Anprobe:

Ninja
Von der Nähhilfe gibt es leider kein Bild, weil mein Handy und A. beide in einem Zimmer waren als die Katze es sich auf meinem Schoß gemütlich machte während ich an der Nähmaschine saß. Etwas irritiert hat sie dann aber schon auf’s Füßchen geguckt als ich wieder anfang zu nähen…

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Ganz uneigennützig war diese Hilfestellung von den Pelzträgern natürlich nicht, denn für sie ist auch was abgefallen.

Ninja3Und das nicht nur beim Nähen…

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Mein ursprünglicher Plan als ich den Stoff gesehen hatte war eine Art Tellerrock mit Zipfeln, also quasi einfach ein Quadrat mit Bund. (Irgendwie habe ich hierfür den Begriff „handkerchief skirt“ im Hinterkopf?) Das hab ich mir mit den Streifen, die dadurch ja in verschiedene Richtungen laufen, ganz hübsch vorgestellt, und siehe da:

Rock
Der Plan ging auf. Als Bund habe ich einfach einen langen Streifen Jersey genommen, den ich dann umgeschlagen habe. Kann man aber natürlich auch un-gekrempelt als längeren Rock tragen, und sogar als Top macht das Ganze erstaunlich gut. (Hab ich aber natürlich vergessen zu fotografieren.)

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Weil damit von knappen 1,6m Stoff natürlich noch eine ganze Menge übrig war habe ich als nächstes einen Shrug genäht. Hier ist die Einfassung finde ich ein bisschen labbrig geworden, da würde ich beim nächsten Mal einen kürzeren Streifen nehmen und ihn leicht gedehnt annähen, sodass das Ganze besser anliegt.

Rock 2
Aber so schlimm ist es auch wieder nicht. Da so ein Shrug aber natürlich nicht viel Stoff frisst durfte auch noch ein Top her. Weil wir keine Zwillingsnadel zur Hand hatten habe ich das übrigens mit dem elastischen ZickZack gesäumt – ihr wisst schon, diesem dreigeteilten ZickZack. Das gefällt mir sogar überraschen gut, ich glaube, das werde ich jetzt öfter machen.

Shirt
Am Ende des Wochenendes stellte A. also fest, dass ich quasi ein gesamtes Outfit genäht hatte und fragte amüsiert bis erstaunt: „Wie viel hat der Stoff nochmal gekostet? £4.50?“ Die letzten Reste hab ich nämlich auch noch zu einem kurzen Loopschal verarbeitet.

Saum

Etwas weniger amüsiert war zumindest ich allerdings als ich mich, wieder daheim, in mein WiFi einwählte und etwa 10 WhatsApp-Nachrichten und 2 E-Mails meiner Eltern und meines Freundes fand, die panisch fragten, ob ich noch lebe und offenbar jederzeit bereit waren, einen Suchtrupp loszuschicken – weil ich mal ganze 30 Stunden nicht online war.
Obwohl ich vorher gesagt hatte, dass ich am Wochenende zu A. gehe und mich auch schon mehrfach darüber ausgelassen hatte, dass ich keine mobilen Daten habe weil die Mobilfunkanbieter hier mir derzeit aus ungeklärten Gründen selbst die günstigsten Verträge verweigern.
Obwohl ich zuletzt Samstags gegen Mittag online gewesen war und WhatsApp ihnen das anzeigt.
Obwohl es deshalb natürlich überhaupt keinen Sinn macht, mir 10 Nachrichten zu schicken und um Antwort zu bitten, wenn ich  die erste noch nicht gelesen habe.
Obwohl meine Mutter im gleichen Atemzug fragte, ob ich denn meine neuen Wandersachen schon ausprobiert habe, und ich, so ich es denn getan hätte, im Peak District natürlich auch keinen Empfang oder Internet gehabt hätte.
Obwohl es für mich gar nicht ungewöhnlich ist, mal eine Weile nicht online zu sein, weil ich nicht zu denjenigen gehöre, denen das Handy quasi an der Handfläche festgewachsen ist, sondern das Ding insbesondere in guter Gesellschaft gut und gerne auch mal beiseite legen kann und möchte.
Obwohl ich bereits mehrfach klargestellt habe, dass ich gar nicht rund um die Uhr erreichbar sein will und mir diese Erwartungshaltung ziemlich stinkt.
Dennoch hat mein Freund offenbar sogar mehrere meiner Freunde hier in Sheffield bei Facebook angeschrieben weil sie ja „seit Tagen“ nichts von mir gehört hätten. Es ist ja lieb und nett, dass sie sich Sorgen um mich machen, aber seit wann bitte ist von Samstag Mittag bis Sonntag früher Abend „seit Tagen“?! (Zumal ich meine harmlosen Pläne ja angekündigt und man sie offenbar nur mal wieder vergessen hatte…) Mir hat diese unnütze Flut an Nachrichten voller Erwartungshaltung dass ich doch bitte gefälligst online zu sein und mich zu melden habe jedenfalls irgendwie einen ganz schönen Dämpfer verpasst und etwas die Stimmung nach einem eigentlich tollen Wochenende verdorben.

Die Tücken der modernen Kommunikation…

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am Schlafittchen gepackt

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Nach wie vor „schulde“ ich euch ja noch ein paar Weihnachts- und Adventskalendergeschenke, die ich zum Teil aber noch fotografieren muss. Ein Teil, das ich schon abgelichtet habe, zeige ich euch aber heute.

Krawatte
Für meinen Vater habe ich nämlich recht spontan eine Krawatte genäht, bestickt und in den Adventskalender gepackt. Natürlich wieder mit nautischen Anleihen… aber solange er noch keinen Palstek als Krawattenknoten macht sollte wohl alles in Ordnung sein.

Krawatte 2

Bei den Abmaßen hab ich mich an einer seiner gekauften Krawatten orientiert, die Verarbeitung ist – natürlich – bei Natron und Soda schön erklärt. Lediglich die übliche Einstecklasche auf der Rückseite hab ich noch zugefügt.

Da 2013 jetzt vorbei ist möchte ich euch natürlich auch noch ein gutes und erfolgreiches neues Jahr wünschen. Auf dass eure Wünsche und Pläne in Erfüllung gehen mögen! Ich hoffe ihr habt schön gefeiert? (Mich hat es ja am meisten gefreut, als die verängstigte Katze irgendwann wieder unter meinem Bett vorkam und sich morgens um 8 bis mittags vertrauensvoll zu mir ins Bett kuschelte. An die Tiere denken die meisten ja wohl nicht, wenn sie stundenlang sinnlos ihr Geld anzünden und ihr Erspartes in Form von lauten Böllern verpulvern, die womöglich nicht mal hübsch aussehen…)

Einen Jahresrückblick, wie er momentan an jeder Ecke auf beinahe jedem Blog aus dem Boden sprießt, möchte ich euch und mir an dieser Stelle aber sparen. Es sei nur so viel gesagt: die erste Jahreshälfte war anstrengend und arbeitsreich, hielt dafür aber – neben dem Rückzug aus England – mit etwas Verzögerung einen ausgezeichneten Studienabschluss bereit, die Jahresmitte wartete mit einer zum Glück sehr gut verlaufenen großen Bauch-OP auf und die zweite Jahreshälfte war eigentlich hauptsächlich nur noch frustrierend und deprimierend (um nicht zu sagen scheiße), weil der tolle Studienabschluss und alle anderen Mühen mir bisher leider trotzdem keinen Job oder ähnliches beschert haben.  Bleibt also zu hoffen, dass sich das 2014 bald endlich ändern wird! (Sonst bin ich nämlich ehrlich gesagt mit meinem Latein, das ich nie konnte, auch am Ende.)

Einen positiveren Schluss kann ich aber zumindest bezüglich der Stoffbilanz ziehen: seit 21. August habe ich nämlich meinen Aufzeichnungen zufolge in Etwa 24,8596 m² Stoff verarbeitet! (Wenn ich nichts vergessen habe…) Es sind zwar auch 14,904 m² dazu gekommen, nahezu ausschließlich für Geschenke, von denen aber immerhin 10,454 m² für selbige auch gleich wieder drauf gingen, sodass nur 4,45 m² unverplante Reste übrig blieben, die tatsächlich auf den Stoffberg aufschlagen. Nichtsdestotrotz mussten so immerhin 14,4056 m² meines ursprünglichen Stoffbergs dran glauben und dessen Gesamtheit ist um 9,9556 m² geschrumpft.  Zusätzlich ist von einigen Stoffen jetzt nur noch so wenig übrigens – meistens auch noch unförmiger Verschnitt, der sich kaum richtig messen lässt – dass sich einiges getrost eher der Restekiste zuordnen lässt, aus der ich ausgleichend natürlich auch gelegentlich gezehrt habe.
Dafür, dass ich doch einiges zukaufen musste, in der ersten Jahreshälfte kaum Zeit zum Nähen hatte und mich in der zweiten auch nicht immer unbedingt als sonderlich produktiv empfunden habe ist ein effektives Minus von fast 10 m² gar nicht so schlecht, oder? Ich bin gespannt, wie das nächstes Jahr aussehen wird.

Augen auf beim Stoffkauf

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Das kommt wohl davon, wenn man der Verkäuferin beim Zuschneiden mal nicht auf die Finger guckt:

KarstadtKiel

Bestellt und bezahlt habe ich übrigens einen Meter, bekommen aber wie ihr seht nicht mal 90cm. Leider habe ich die „Zahlenschwäche“ der Verkäuferin erst daheim bemerkt, sonst hätte ich der sicher was erzählt…
Herzlichen Dank auch, Karstadt Kiel! Läge mein nächster Besuch in Kiel nicht ohnehin noch ungeplant in weiter Ferne würde ich ja sagen: ihr seht mich so schnell nicht wieder.

Ein paar Zahlen zu viel hab ich hingegen neulich bei dem grauen Jerseycoupon vom Expo-Stoffmarkt entdeckt.

here's my number baby
Kaum minder ärgerlich, aber den hab ich wenigstens selbst schlampig ausgesucht, außerdem war günstiger und die betroffene Fläche ist deutlich kleiner als die oben unterschlagene. Wer rechnet auch schon mit sowas?

Oder soll das etwa die Rache der Stoffbilanz-Götter sein? Hey, die sind doch gar nicht für mich! Außerdem hab ich trotz der Käufe für Geschenke & Co. eine positive Abbaubilanz. Also, positiv im Sinne von negativ, die Massen sind nichtsdestotrotz weniger geworden. Kann ja wohl nicht angehen hier…

Ich habe gesündigt

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… denn gestern war ich auf dem deutsch-holländischen Tuch- und Stoffmarkt von Expo Concept in Darmstadt. Davon hatte ich nur zufällig durch einen Kumpel erfahren, aber da ich tatsächlich noch ein paar Stoffe für Weihnachtsgeschenke brauchte (Brauchte!) sind wir zusammen hingefahren. Trotz der Unmengen von Stoffen in meinem Fundus und dem eigentlichen Enthaltsamkeitsgedanken hatte ich nämlich genau solche Stoffe, wie ich sie für die Geschenke brauche, natürlich nicht.

Stoffmarkt

Bisher war ich ja immer nur auf dem Stoffmarkt Holland in Mannheim gewesen, der gestern auch in Frankfurt gastierte, aber da dessen Herbsttermin in Mannheim quasi immer auf das Wochenende nach dem Geburtstag meiner Cousine fällt beschränkten sich meine Stoffmarktbesuche bis dato auf Frühjahr/Sommer. An besagten Herbstterminen war ich dann nämlich meistens mit Futtern beschäftigt. Dieses Jahr bot sich dieser Alternativtermin also insofern geradezu an und außerdem war ich ehrlich gesagt auch neugierig, wie die verschiedenen Märkte wohl zu vergleichen seien.

Leider hatte ich meinen Fotoapparat nicht dabei (und hatte womöglich auch vor lauter Stoffe gucken und angrabbeln und zu Ständen vorkämpfen gar nicht den Nerv gehabt, noch Fotos zu machen), deshalb kann ich leider nicht mit atmosphärischen Großkampffotos dienen sondern setze zu einem langatmigen Vergleichstext an und schiebe die Fotos meiner Beute zwischenrein. Sorry Leute!

Stoffmarkt 2
Zuerst fallen da direkt die Unterschiede der Austragungsorte auf, die natürlich primär den verschiedenen Städten beziehungsweise Standorten geschuldet sind und vermutlich auch bei den jeweiligen Terminen des gleichen Marktes in anderen Städten anders ausfallen können. Während der Stoffmarkt Holland in Mannheim auf dem neuen Messplatz (anscheinend nur im Frühjahr, im Herbst ist er wohl auf dem Marktplatz) ein geordnetes Areal mit angrenzendem großen, kostenlosen Parkplatz hat befand sich der Expo-Markt in Darmstadt auf dem Friedensplatz quasi mitten in der Stadt. Parken ist in Innenstädten ja bekanntermaßen eher schwierig und so haben wir sicherheitshalber gleich auf dem berühmt-berüchtigten „Parkplatz“ in der Hügelstraße geparkt und einen etwa 10-minütigen Fußmarsch eingelegt.
Wenn man nun bedenkt, dass Stoffe gerne mal schwer sind und man bei einem größeren Einkauf ganz schön was zu schleppen haben kann ist ein Parkplatz direkt neben dem Markt natürlich viel praktischer. In Mannheim habe ich so gerne mal zwischendrin schon ein paar Tüten in den Kofferraum geladen oder einfach eine kleine Stärkung eingeworfen. Das fiel natürlich in Darmstadt gestern weg und ich musste Tüten und Verpflegung die ganze Zeit mit mir rumtragen. (So kann man seinen Kaufrausch natürlich auch zügeln…)

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Ebenfalls auffällig war beim Expo-Markt, dass er im Vergleich viel unübersichtlicher aufgebaut war. Beim Stoffmarkt Hollanden waren die Stände in parallelen Reihen aufgebaut und man konnte dementsprechend gut und gemütlich alles abgrasen. In Darmstadt hingegen herrschten, der Location wegen, beinahe labyrinthische Verhältnisse und ich hielt den Markt erst für viel kleiner als den in Mannheim, da man einfach auf den ersten Blick nur wenig davon sah und sich viele Stände erst nach und nach offenbarten während man sich durch die kreuz und quer gestreuten „Gassen“ kämpfte. Im Nachhinein kann ich gar nicht sagen, welcher Markt mehr Stände zu bieten hatte, da der in Darmstadt einfach so unübersichtlich war, dass ich die eigentlich Größe und tatsächliche Verkaufsfläche vor lauter Hindernissen gar nicht einschätzen kann. Er war zwar schön, aber irgendwie schlecht zu über- oder durchschauen und da es keine natürliche oder sinnvolle Laufroute gab musste man schon ein Bisschen aufpassen, dass man am Ende auch wirklich alles gesehen und nichts vergessen hatte, während an manchen Ständen doch automatisch mehrfach vorbeikam.

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Das Angebot der Märkte ist in vielen Punkten quasi gleich, es gibt Polsterstoffe, Markenstoffe, Patchworkstoffe, Jerseys, Baumwolle, Jeans, Cord, Kinderstoffe, Wachstuch und so weiter und so fort, sowie natürlich Kurzwaren und das eine oder andere Bastelzeug. Was ich jedoch gestern in Darmstadt gar nicht bewusst gesehen habe waren Satin und sowas wie Chinajaquard, wobei ich natürlich nicht weiß, ob es das vielleicht auch in Mannheim nur saisonal auf den Frühjahrsterminen gibt oder ich es auch einfach nur übersehen habe.

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Dafür ist mir in Darmstadt eine höhere Zahl an Ständen mit fertigen Produkten auch abseits des Näh- und DIY-Milieus aufgefallen, zum Beispiel gab es gleich mehrere Stände mit Taschen, Lederwaren, Schals, Schmuck oder anderen Accessoires, während es in Mannheim nur vereinzelt Stände gab, die zusätzlich zu ihren Stoffen auch einige fertige Nähwerke verkauften. Das mag zwar schön sein, aber ehrlich gesagt fand ich diese für mich eher irrelevanten Stände inmitten der Stoffe nicht nur etwas willkürlich verteilt, sondern teils auch irritierend oder ablenkend, es hätte mir wohl besser gefallen, wenn solche Stände gesammelt an einem Ende des Marktes zu finden gewesen wären.

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Vielleicht war ich einfach ein Bisschen übersättigt von den Massen an Stoffen, die sich schon in meinem Besitz befinden, aber diesmal war glücklicherweise auch gar nicht so viel dabei, was unbedingt mit nach Hause kommen wollte. Obwohl – oder gerade weil? – ich vielfach den Eindruck hatte, die Stoffe schon zu kennen. Punkte, Sterne, Eulen, Karos, … im Vergleich zu meinem letzten Besuch in Mannheim scheint sich an den „Stofftrends“ nicht viel geändert zu haben, wobei ich da durchaus noch den einen oder anderen Obstprint gesehen hatte, den ich in Darmstadt nicht entdecken konnte. Tatsächlich wurde ich erst an zwei der letzten Stände unserer Route fündig, vorher hatte ich insbesondere die Jerseycoupons irgendwie vermisst.
Außerdem meine ich mich erinnern zu können, dass viele Stoffe auf dem Stoffmarkt Holland günstiger waren als auf dem Expo-Markt. Dort schien es mir als gebe es kaum etwas, das weniger als 10€ pro Meter kostete, selbst bei den einfachen Baumwollstoffen, die ich vom Stoffmarkt Holland mit 6-8€ in Erinnerung habe.

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Trotzdem bin ich wie gesagt fündig geworden und kann stolz berichten, dass ich tatsächlich gleichzeitig asketisch meinem Vorsatz treu geblieben bin und nichts für mich mitgenommen habe. Na gut, ein paar Steckschließen für eine Tasche hab ich doch gekauft, aber das ist ja kein Stoff, also zählt das ja quasi nicht, oder?

Hier also ein Gesamtbild meiner Ausbeute für diverse Geschenke plus besagte Steckschließen:

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Jerseys in Braun, Grau, Braun mit beigem Paisleymuster, Blau mit barocken Schnörkeln, Grau mit Schnörkelrauten in Offwhite und ein toller mit Waben und Rauten in verschiedenen Rottönen. Na ja, und die Steckschließen natürlich.

Besonder der Rote hat es mir angetan, im Nachhinein bereue ich es ein Bisschen, nur genug für einen Schal für meine Mutter mitgenommen zu haben.

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Wie schon beim letzten Mal bekam ich übrigens auch wieder den einen oder anderen amüsanten Wortwechsel mit, so zum Beispiel, als ein kleines Mädchen ihren Opa fragte, wie viel ein Stoffcoupon koste. Er antwortete 6€ und die Kleine entgegnete unschuldig: „Ich habe 2… dann fehlen mir noch 4.“ (Natürlich wäre es jetzt böswillige Unterstellung zu mutmaßen, dass sie ihren Opa damit unauffällig um einen Zuschuss bitten wollte.)
Oder die zwei Mädels im Alter von etwa 10-12 Jahren, von denen die eine die andere ermahnte: „Jetzt komm endlich, wir sind hier um Stoffe zu kaufen, nicht um schönen Röcken nachzugucken!“

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Außerdem gut war, als Djendja, kaum von den weichen Kunstfellen, an denen er sicher 10 Minuten hing, losgeeist, an einem Perlenstand hängen blieb und der Verkäuferin auf Nachfrage, wofür er die denn brauche, erklärte er suche etwas für’s LARP und sie nur mit einem Kopfnicken antwortete: „Ach, davon hab ich schon gehört, aber mein Sohn kennt sich da aus.“ Leider hatte der sehr gutaussehende junge Herr Kundschaft und konnte nicht mehr als ein wohlwollendes Nicken und Lächeln in unsere Richtung erübrigen, dabei hatte es durchaus den Anschein, er hätte sich gern zu einem Schwätzchen hinreißen lassen. (Hübsche junge Männer und Stoff… was will man mehr?)

Dafür habe ich aber eine nette Geste mitbekommen, über die ich etwas schmunzeln musste: ein junges Mädchen kaufte im Beisein ihrer Mutter einen Meter der 8€-Stoffe und wollte bezahlen, da sagte die Verkäuferin doch glatt mit einem Grinsen: „7,20€ bitte, bei mir gibt’s nämlich Teenie-Rabatt.“ *kicher*
Als wir schon am Gehen waren sahen wir außerdem einen Mann, der einer betagten alten Dame hinterherlief um ihr einen 20€-Schein in die faltigen Hände zu drücken und dachten erst, sie habe Geld vergessen, da bat er sie, ihr die Stoffe schenken zu dürfen – was sie wiederum kaum annehmen wollte mit der Begründung „Aber Sie müssen doch auch von was leben!“

die unendlichen Weiten des blauen Meeres

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So oder so ähnlich komme ich mir jedenfalls in meinem neuen Kleid vor – fehlt bloß die Abkühlung.

Äh, ja, sehr vorteilhaft fotografiert... blöder Selbstauslöser.

Äh, ja, sehr vorteilhaft fotografiert… blöder Selbstauslöser.

Das Infinity Dress heißt aber keinesfalls so, weil das Säumen sich ins unendliche zieht und gefühlte 20.000 Stecknadeln braucht (Stimmt allerdings auch!), sondern weil es unzählige Tragevarianten gibt.  Und dass ich auf sowas stehe hab ich ja bereits erwähnt.
Genau genommen kannte ich das auch als Convertible Dress bekannte Kleid schon länger als den Cozy und bin das erste Mal hier darauf gestoßen. Noch genauer genommen habe ich sogar bereits eins im Schrank, nämlich in rot – sogar aus dem gleichen leider recht knitteranfälligen Stoff wie der Cozy. (Langsam wird’s wirr, oder?) Schon damals hab ich eine Änderung vorgenommen: das Unterbrustband. In der herkömmlichen Variante verdeckt es nämlich keinen BH, was mir dann doch recht wichtig war, sodass ich es kurzerhand entsprechend verbreitert habe. Dabei geht dann aber auch der Ausschnitt flöten…

Nicht so bei dieser Version, denn hier habe ich eine entsprechende Aussparung eingebaut, sodass das Unterbrustband des BHs verdeckt wird, aber vorne noch etwas Ausschnitt sichtbar bleibt. Wenn man es nicht gerade trägerlos wickelt.

Säumen macht ja sooo viel Spaß!

Im Übrigen ist das Kleid nicht nur auf Grund der Wandelbarkeit klasse, sondern auch weil der Rock (natürlich, bei dem Umfang) herrlich luftig ist. Okay, Wind sollte man vielleicht vermeiden, logisch, aber sonst ist das ein prima Begleiter für den Sommer und aus dem richtigen, knitterarmen Stoff sogar für den Urlaubskoffer. Ein Teil, zig Looks, ade „Was pack ich nur ein?“.

Komplimente absahnen kann man damit übrigens auch bestens. 😉

Und das kommt dabei heraus, wenn man den schwingenden Rock fotografisch festhalten und sich 10 Sekunden auf der Stelle drehen will, bis der Selbstauslöser knipst...

Und das kommt dabei heraus, wenn man den schwingenden Rock fotografisch festhalten und sich 10 Sekunden mehr oder weniger auf der Stelle drehen will, bis der Selbstauslöser knipst… Dass ich nie Ballett getanzt habe brauche ich wohl nicht zu erwähnen?

P.S.: Damit wäre dann auch mit der neuste Stoff aus meinem Lager seiner angedachten Bestimmung zugeführt und, obgleich ich etwas großzügig eingekauft hatte (heißt: brauchbare Reste), freut sich die Stoffbilanz über ein Minus von etwa 1,65m x 1,60m. Gar nicht so viel für ein eigentlich so stoffintensives Kleid, was?

der Mount McKinley der Textilwaren

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Jetzt, wo mein ganzer Schotter und ich erstmal endlich wieder in Deutschland sind, habe ich das ganze Aus-, Um- und Aufräumen diverser Dinge genutzt, um auch mal wieder meine Stoffe zu sortieren. Alle. Und zu vermessen. Auch alle.

Dass meine Eltern beide aus beruflichen Gründen von Sonntag/Montag bis Mittwoch/Donnerstag nicht daheim sein sollten kam mir dabei entscheidend zu Gute, denn so konnte ich mich in aller Ruhe im elterlichen Schlafzimmer ausbreiten, das bedeutend größer und geräumiger ist als meins. Dachte ich.
Montag Nachmittag, ich stand noch mitten im Chaos, rief nämlich mein Vater an und verkündete eine kleine Planänderung: er komme heute doch nach Hause. Ihr könnt euch meinen entsetzten Gesichtsausdruck und den leicht panisch durch den Raum schweifenden Blick vielleicht vorstellen… Ich musste also ranklotzen, das Zimmer zumindest mal wieder begehbar zu machen, und habe zu meiner Überraschung doch tatsächlich das meiste an besagtem Montag erledigt und bei der Gelegenheit die Zeit und das Essen vollkommen vergessen. Über die beiden für den Speicher bestimmten Vakuumsäcke mit in absehbarer Zeit nicht dringend benötigten Stoffen vor seiner Kommode sah mein Vater dann auch großzügig hinweg: „Kein Problem, schon klar, du dachtest, du hättest 3 Tage Zeit…“

IMG_7663 Nein, das sind nicht alle.

Wie dem auch sei, mittlerweile sind alle meine Stoffe wieder verstaut und mehr oder minder genau ausgemessen, in Länge und Breite. Denn obwohl ich bereits eine Exceltabelle über meine Stoffvorräte führte kam es immer wieder vor, dass ich es versäumte, einen Zuwachs oder die Nutzung gleich einzutragen, oder schlichtweg die Breite gar nicht beachtet hatte. Ein neuer Überblick und ein besseres „In welcher Kiste war der Stoff doch gleich wieder?“-System war also fällig. Zweifelsohne wusste ich bereits vorher, dass ich zu viel Stoff habe, aber ich schätze das stundenlange sortieren und vermessen half auch, mir mal vor Augen zu halten wie viel zu viel das ist.

Deshalb möchte ich jetzt, wie Natron bei ihrer Stoffbilanz, dieses Ausmaß ein wenig als motivierenden Arschtritt nutzen und mir gleichzeitig bei der reizenden Veführung möglicher neuer Einkäufe besser auf die Finger hauen. Im Übrigen hatte ich zwar eh vor, diesen Sommer in den nächsten Monaten endlich mal wieder mehr zu nähen, meine Stoffberge zu dezimieren und lange gehegte Ideen in die Tat umzusetzen, aber das so amtlich zu verzeichnen bietet sich natürlich zusätzlich an. Demnach wird’s in nächster Zeit hoffentlich auch endlich wieder mehr Nähposts geben.  Yay!

Ziel ist also jetzt, Stoffberge (der Mount McKinley ist übrigens einer der „Seven Summits“ ) in Klamottenberge zu verwandeln.
Zugegeben: ob sich der Kleiderschrank darüber nun wiederum so sehr freut ist die andere Frage.

vom holländischen Stoffmarkt und deutschen Tomaten

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Am vorletzten Samstag war es endlich wieder so weit: holländischer Stoffmarkt. Ich liebe ihn. Mein Geldbeutel nicht so sehr.

Mein erster Stoffmarktbesuch liegt schon einige Jahre zurück und hat mich vor allem eines gelehrt: Stoffmarkt ohne Auto oder zumindest irgendeine Art von Rollkoffer oder Einkaufstrolley ist keine gute Idee. Damals hatte ich noch keinen Führerschein, meine Eltern setzten mich bei brütender Hitze unterwegs ab, ich trat Stunden später völlig fertig und überlagen wie ein Packesel den Rückweg mit Straßenbahn und Zug an und war dementsprechend gänzlich platt als ich mich endlich wieder bis nach Hause vorgekämpft hatte.
Danach war ich nur noch einmal mit Gruftmuffel mit dem Auto da, dann kamen immer andere Dinge dazwischen, Familienfeiern, Auslandsstudium, … und ich war seit langem nicht mehr da.

Diesmal hat’s aber endlich mal wieder geklappt und Gruftmuffel, Schimmernde Rebellion und ich haben das Ganze zu einem N&S-CT erklärt und mit einem netten kleinen Picknick (Tomaten!) am Neckar verbunden. Soom war eigentlich auch noch eingeplant aber leider kurzfristig krank und die sonst so eifrige Morag war auch verhindert.
Nichts desto Trotz und obwohl ich mich dummerweise erstmal total verfahren und später beim Picknick dann das Etui meiner Sonnenbrille verloren habe war es ein schöner Tag und neben den benötigten Garnkonen ist mir natürlich auch das ein oder andere Stöffchen in den Kofferraum gehüpft:

Im Einzelnen sind das:

Zebreajersey und ein elastischer Spitzenstoff

dunkelrot-schwarz gemustertes Elastik-irgendwas

schwarzer Totenkopfjersey und, ganz die andere Schiene, putziger Eulenjersey

graue Sternchen-Baumwolle

Fleece mit Totenköpfen und Sternen, der die Frau vor mir (die u.a. nach Pinguinen, Walen und Giraffen für ihre Tochter gefragt hatte)  als sie denn eeeendlich fertig war dazu veranlasste meinen Wunsch mit einem amüsierten „Na, Sie haben wohl kein Mädchen, was?“ zu kommentieren. Ihren Blick auf mein „Nein, ich habe überhaupt keine Kinder – das ist für mich.“ habe ich leider nicht gesehen, aber ich kann ihn mir in Etwa vorstellen. =P

Damit ist auch schon wieder Schluss für heute, aber da mein ursprünglich geplantes Praktikum sich leider als todlangweilige Nullnummer ohne sittlichen Nährwert entpuppt hat und das neue, das ich glücklicherweise über Umwege bekommen habe, erst am 17. anfängt hoffe ich, bis dahin die Zeit auch noch ein bisschen zum nähen nutzen zu können. Und wenn ich wieder für mich selbst nähe sollte es auch wieder früher Fotos geben als für das Juniprojekt für meine Muter, in das ich sie für Fotos natürlich mal wieder nicht reinzukriegen scheine.