hug my soul

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Bekanntermaßen bin ich ja leider nicht mehr wirklich mit ausreichend Zeit/Muße gesegnet, regelmäßig zu bloggen, auch wenn ich es gerne möchte, noch mit einer Nähmaschine vor Ort, aber gelegentlich fabriziere ich doch mal was. Beim Serien suchten nebenher zu häkeln funktioniert zum Beispiel ganz gut. Nach meiner Decke habe ich also schon ein paar Mal wieder zur Nadel gegriffen und dabei unter anderem dieses Gebilde mit dem gewöhnungsbedürftigen Namen „Seelenwärmer“ fabriziert, das mir bei Pinterest ganz gut gefiel, hauptsächlich wegen der Kapuze.Seelenwärmer2Da Wolle und Nadel in der Anleitung viel größer/dicker waren als bei mir habe ich mit meiner 6er-Nadel natürlich viel mehr Reihen häkeln müssen, aber das war in Ordnung und ging trotzdem flott voran. Problem daran war nur, dass ich keinen rechten Referenzwert für die Kapuzengröße hatte und diese bei näherer Betrachtung daher für meinen Geschmack viel zu groß geraten war.Seelenwärmer4Von hinten und von der Seite fiel das fand ich besonders auf.

Seelenwärmer3Bis zum Hintern gehen braucht so eine Kapuze dann doch nicht, oder? 😉SeelenwärmerJedenfalls hat es mich so genervt, dass ich die Kapuze kurzentschlossen nochmal geküzt habe. Das war kein großer Aufwand und gefällt mir so viel besser.

Seelenwärmer8Auch wenn das Ding keine Ärmel hat kann man sich darin soweit ganz gut einkuscheln und es sich gemütlich machen.

Seelenwärmer5Und wenn man die Arme ausstreckt hat man quasi Flügel.

Seelenwärmer6Fun fact übrigens: als ich das Teil das erste Mal anhatte bin ich mit einer der neuen Doktorandinnen, K., näher ins Gespräch gekommen und wir haben zufällig in unserer (*hust* ausgedehnten, 2-stündigen *hust*) Mittagspause festgestellt, dass wir nicht nur einen sehr ähnlichen Musikgeschmack haben, sondern sie auch häkelt und näht und schon im Stillen gedacht hatte, dass so ein Ding wie ich es da trug sicher gut selbstzumachen sei und sie das mal versuchen müsse.

Seelenwärmer7Ich hab ihr dann also prompt ein paar Links geschickt, sie mir auch, und beim nächsten Mittagessen haben wir sogar noch festgestellt, dass sie auch Katzen mag (Das war ja sozusagen die letzte offene „große Frage“.) und *Trommelwirbel* laktoseintolerant ist. Ist das nicht ein Zufall? Jetzt haben wir quasi unsere eigene Invalidentruppe, und neulich konnte ich sogar meine fruktosefreie Schokolade mit ihr teilen, weil die praktischerweise aus laktosefrei ist – der Dozent, der im Vortrag neben uns saß, hat uns etwas irritiert angesehen…
Kommentar meiner Mutter dazu übrigens: „Jetzt ist es raus, du hast eine Zwillingschwester.“
Kommentar K.s Freundes: „Oh Gott, da laufen zwei von euch rum?!“

Edit: Gehäkelt habe ich übrigens mit einer 6mm-Nadel (oder war’s 6.5mm?) und dabei 250g Wolle verbraucht, die dunkelgraue, die noch von der Decke übrig war/ist.

 

 

 

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In der linken Ecke: Rot!

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In letzter Zeit habe ich ja wieder häufiger gehäkelt, in Ermangelung einer Nähmaschine. Da ich gehäkelten Kleidungsstücken gegenüber aber erstmal skeptisch (oder einfallslos, wie mein Pinterestboard jetzt zeigt) war brachte mich Goldkind freundlicherweise auf die Idee, ich könne doch eine Decke häkeln, zum Beispiel Granny Squares. Statt in quietschbunt mit nur einigen ausgewählten Farben. Die Idee gefiel mir, also habe ich mich auf die Suche nach passenden Mustern gemacht und ganze Tage auf Pinterest und Ravelry zugebracht. (Randnotiz: Macht euch auf eine Bilderflut [neudeutsch: „picspam“] gefasst.)

Decke6

Das Muster, mit dem Goldkind mich angefixt hatte, finde ich nach wie vor toll, aber mal abgesehen davon, dass es mein Können womöglich doch noch um einiges übersteigt: für eine warme Decke wollte ich eigentlich nicht unbedingt so viele Löcher. Verschiedene andere Muster haben mir auch gut gefallen, auch wenn nicht alle Granny Squares waren. Einerseits wollte ich gerne etwas geekiges, zum Beispiels Star Wars oder ein Periodensystem oder Totenköpfe, aber irgendwie wollte sich da auch nichts 100%ig passendes, abwechslungsreiches ohne tausend Löcher finden lassen, und andererseits sind andere Muster ja schon auch schön… Zwischenzeitlich habe ich mich Hals über Kopf in Buntglasdesigns verliebt, die aber a.) leider alle Kaufmuster zu sein scheinen und b.) mein Können vermutlich auch etwas überschreiten. Sowas steht zwar für die Zukunft auf jeden Fall auch noch auf meiner Liste, aber ich glaube, so viele Decken, wie ich nach meiner Mustersuche häkeln wollte, kann ich meinen Lebtag lang nicht brauchen. Geschweige denn auf meinem Zweisitzersofa unterbringen.

Decke

Nach langer Recherche und noch längerem hin und her überlegen habe ich mich schlussendlich für ein Muster entschieden, dass eigentlich ziemlich einfach – und keine Granny Squares – ist, aber mich insbesondere in der abgebildeten Farbkombination irgendwie nachhaltig begeistert hat: ein Corner to Corner (oder C2C) Afghan. (Warum das Ganze ausgerechnet Afghan heißt weiß ich übrigens auch nicht so genau.) Statt wie angedacht vier solcher Segmente zu machen wollte ich aber lieber nur eins, also eine Reihe Diagonalen wie auf dem Bild, das mir bei Pinterest als oberstes angezeigt wurde und mein Herz im Sturm erobert hat.

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Die Beschaffung der Wolle war nicht so ganz einfach, da es irgendwie von keiner Wolle alle benötigten Farben gab und ich so auf verschiedene Hersteller zurückgreifen musste, aber im Endeffekt hat es doch geklappt. Die rote und hellgraue Wolle sind zwar etwas dicker als die restlichen Farben, aber zum Glück nur minimal. Die dunkelgraue Wolle sah dafür auf dem Foto viel dunkler aus als in echt, sodass der Kontrast nicht ganz so stark ist wie gewünscht, aber ich finde es noch in Ordnung.
Ein weiteres Problem war, dass ich überhaupt nicht einschätzen konnte, wie viel Wolle ich brauchen werde. Beim ravelry-Projekt stand nur irgendwo in den Kommentaren, dass von jeder Farbe in Etwa gleich viel gebraucht worden sei, aber da ich ja nicht das komplette 4-teilige Muster gehäkelt habe stimmte das bei mir, wie sich später rausstellte, auch nicht.

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Ich habe jedenfalls von jeder Farbe großzügige 500g gekauft, außer von Hellgrau und Rot, die in 400g-Knäulen kamen. Das stellte sich als maßlose Fehlkalkulation heraus, denn ich habe gerade mal einen Bruchteil davon gebraucht. Um genau zu sein 73g Rot, 109g Dunkelrot, 118g Schwarz, 131g Dunkelgrau, 170g Hellgrau und gerade mal 62g Weiß, gemessen nach dem Prinzip „angeblich wog das Knäuel vorher x g, jetzt noch y, also hab ich sowie verbraucht“. Da die fertige Decke 684g wiegt (so gut sich das halt auf einer kleinen Küchenwaage wiegen lässt) kann das so auch nicht 100% (jetzt hatte ich doch tatsächlich „100g“ geschrieben…) hinhauen, aber ich gehe einfach mal davon aus, dass die Knäule im Zweifelsfall etwas mehr wogen.
Was die Größe angeht misst die Decke übrigens 130×184 cm, da ich pro Farbe immer 5 statt nur 3 Reihen gehäkelt habe. Irgendwo muss ich die fehlenden 3 Rechtecke des Originalpuzzles ja wieder wett machen. Im Übrigen habe ich mich auch beim Zeitaufwand ziemlich verschätzt, die Decke war nämlich nach nicht mal 2 Wochen fertig und ist somit viel schneller gewachsen als ich gedacht hatte. Diese kleinen Quadrate sind aber auch irgendwie süchtig-machend. „Nur noch diese Reihe fertig… Nur noch das erste Quadrat der neuen Reihe… Okay, nur noch diese eine Reihe… Jetzt aber wirklich…“ – ich konnte die Decke einfach nicht mehr aus der Hand legen und musste mich Abends regelmäßig zwingen, endlich ins Bett zu gehen statt zig mal „nur noch eine Reihe“ zu häkeln.

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Deshalb hat es mich auch gar nicht soo sehr geärgert, als ich einmal fast am Ende einer Reihe festgestellt habe, dass ich in der davor einen dummen Fehler gemacht hatte und deshalb die je 125cm beider Reihen nochmal aufribbeln und 250cm neu häkeln musste. Hat ja aber auch nicht lange gedauert.

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Jedenfalls kann man es sich mit der Decke ordentlich auf der Couch bequem machen:

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Na ja – so bequem es halt auf der blöden Mini-Couch geht.

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Generell kann man aber in allen möglichen Positionen damit auf der Couch lümmeln:

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Kurz gesagt: ich liebe meine neue Decke. 🙂 Auch wenn sie durch die Quadrate zugegebenermaßen doch gelegentlich mehr Löcher hat als vorgesehen beziehungsweise ziemlich elastisch ist wenn man sie zum Beispiel hochhebt oder -zieht. Aber das ist schon in Ordnung so. Decke5

 

V wie verdammt

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Mein neustes Projekt stand irgendwie (mal wieder) unter keinem guten Stern. Ganz grob hatte ich mir dieses Muster ausgeguckt um einen Shrug zu häkeln. Wolle und Nadeln auch vorhanden, so weit, so gut, also Luftmaschen angeschlagen und losgehäkelt.
Hm. Mit festen Maschen (aka single crochet) gab es mir da zu wenig Fortschritt, also bin ich schnell auf Stäbchen (double crochet) umgestiegen. Am Ende der 1. Reihe stellte ich dann aber fest, dass ich mal wieder schon jetzt viel zu wenig Maschen hatte.
Wie kommt’s? Nun, ich bin es gewohnt, anders in die Luftmaschen einzustechen, als es anscheinend (ich habe es extra gegoogelt) gedacht ist, nämlich so, dass wenn man von oben auf die Masche guckt nur der hintere/untere Strang unter der Nadel liegt – eben so, wie man es bei weiteren Reihen auch macht. Dann kann ich auch prima Maschen erkennen und zählen, aber wenn ich es so mache, wie es anscheinend gedacht ist, nämlich das nur der eine Teile der Schlaufe unter der Nadel und der andere plus „Rückseite“ obendrüber liegt, komme ich offenbar ziemlich durcheinander weil sich alles so verzieht und die einzelnen Schlaufen schlecht erkennbar sind.

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Also habe ich die 1. Reihe mehrfach gehäkelt, aufgeribbelt, nochmal gehäkelt, und mir schließlich alle 10 Maschen eine Markierung gemacht und mich so Schritt für Schritt vorgearbeitet. Danach, so dachte ich, dürfte es ja eigentlich kein Problem mehr sein.

Ha – denkste! Nach 7,5 Reihen habe ich wieder bis auf Reihe 1 aufgeribbelt, weil ich jetzt wiederum plötzlich viel zu viele Stiche hatte. Im Nachhinein habe ich dann festgestellt, dass ich wohl aus Versehen in eine Endmasche eingestochen habe, die gar nicht die letzte Masche war, sondern quasi die „Brücke“ zur Reihe darunter.
Damit aber nicht genug: im Original wird ja gesagt, für das V-Muster brauche man ein Vielfaches von 3 plus 1 als Maschenzahl, aber irgendwie wurden meine Reihenabschlüsse trotzdem immer ungleichmäßig. Mich beschlich das Gefühl, dass es vielleicht eher ein Vielfaches von 6 hätte sein sollen, denn so musste ich doch wieder in die „Brücke“ einstechen und eine Beule produzieren. Zum Glück sieht man das hinterher nicht, weil die Seiten ja eh zusammengenäht/-häkelt werden, aber ärgerlich fand ich es trotzdem.

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Im Übrigen habe ich für das V-Muster dann natürlich auch von double auf treble crochet (Doppelstäbchen) aufgestockt damit der Unterschied besser rauskommt. Immerhin die Muschelränder haben dann aber gut geklappt und die Tatsache, dass die Maschenzahl dafür nicht 100%ig aufgegangen ist ließ sich ganz gut kaschieren. Dass das Teil hinten so schlabbert – obwohl die Anleitung anpreist, man müsse bloß eine längere Laufmaschenkette machen um einen langärmlichen Shrug zu bekommen – gefällt mir allerdings nicht so. Da hätte wohl entweder die Laufmaschenkette kürzer sein müssen oder das ganze Ding eben in die Richtung schmaler werden. Aber hinterher ist man ja immer schlauer.

V-Shrug2

Das nächste Problem ergab sich, ganz unabhängig vom Machwerk, mal wieder beim fotografieren. Ich hatte mir ja ein kleines Tischstativ für’s Handy und eine Fernbedienung bestellt. So weit, so gut. Als das Stativ ankam stellte ich aber fest, dass ich dummerweise nicht darauf geachtet hatte, ob es sich auch für Hochkantfotos eignet – und das tut es natürlich nicht, weil es sich nicht verstellen lässt. Dumm gelaufen. Also erstmal nur Bilder im Querformat… beziehungsweise stark beschnitten.
Die Fernbedienung funktioniert aber zu allem Überfluss mit der handyeigenen Kameraapp nicht, sodass ich also auch noch eine andere App runterladen musste. Bei der muss man nach dem Auslösen aber nochmal drücken um wieder in den Aufnahmemodus zu kommen, weil sie einem sonst nur das Foto anzeigt, und kurioserweise fotografiert sie in einem ganz komischen Seitenverhältnis. Statt auf meine Üblichen 480×640 Pixel werden sie nämlich auf 360×640 oder 480×853 Pixel skaliert. Außerdem hat sie erstmal jedes Foto in einen eigenen Unterordner gepackt, was auch nicht gerade schön zu übertragen war. Glücklicherweise ließ sich das, genau wie das Format (was ich leider zu spät rausgefunden habe), in den Einstellungen ändern und hat dann auch die bereits gemachten Fotos brav in einen einzigen Ordner gepackt, der viel angenehmer auf den PC zu ziehen war. Nur die ganze Bearbeitung… So ganz glücklich bin ich mit der Geschichte jedenfalls nicht, aber immerhin kann ich mal Tragefotos machen.

V-Shrug
Für dieses Projekt sind übrigens nicht mal 100g Wolle (Knitting Essentials, Shade 991-28 Grey Sparkle) mit empfohlener (Strick-)Nadelstärke 4mm draufgegangen. (Kurioserweise wiegt der Shrug 98g, aber es sind noch 10g Wolle übrig, plus abgeschnitte Fadenenden.) Weil es die im Angebot mit 3 50g-Knäulen zu £2 gab war das also ein ganz preiswertes Vergnügen.

 

 

Couscous-Gurken-Feta-Salat mit Walnüssen

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IMG_20150504_190118Obwohl ich nicht ganz untätig war war es hier schon wieder viel zu still. Ich war nämlich auf Heimaturlaub und habe dort sogar eine Thai-Fischerhose genäht. Sonst aber nix. Irgendwie komme ich da ja trotz Urlaub zu nichts. Weil ich natürlich auch nicht zum fotografieren gekommen bin habe ich mir jetzt vorgestern spontan Mini-Stativ und Fernauslöser für’s Handy bestellt, damit ich es hier wenigstens auch mehr oder weniger problemlos zeigen kann, wenn ich denn mal wieder was gemacht habe. Hoffentlich klappt das…

Heute gibt’s aber erstmal wieder ein flottes Rezept, das ich mir gestern Abend in Ermangelung anderer Planung für’s heutige (und morgige… deshalb auch etwa 2 Portionen) Mittagessen aus den Fingern gesaugt habe. Weil ich natürlich erst hinterher daran gedacht habe, dass ich das ja bloggen könnte, sind die Angaben mal wieder nur so grob geschätzt, aber zum Glück kommt’s darauf hier ja eh nicht an.

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Couscous-Gurken-Feta-Salat mit Walnüssen

2 Portionen Couscous (laut Packungsempfehlung also etwa 72g)
ca. 120g Gurke
ca. 80g Feta
1 Handvoll gehackter Walnüsse
1 Schalotte
nach Belieben und Verträglichkeit etwas gehackten Knoblauch
1 Schuss Öl
1 Schuss Zitronensaft
Pfeffer & Salz
etwas Basilikum

Couscous nach Packungsanweisung zubereiten. In der Zwischenzeit Gurke, Schalotte und Feta würfeln.
Grob gehackte Walnüsse in einer Pfanne anrösten und anschließend bei Seite stellen. Die Schalottenwürfel mit etwas Öl in der heißen Pfanne glasig schwitzen, dann den Knobi zugeben und kurz weiter braten bis er duftet. (Achtung: Knobi verbrennt schnell, deshalb erst zugeben wenn die Schalotten schon glasig sind.)
Schalotten, Knobi, Gurke, Feta und Walnüsse zum fertigen Couscous geben und vermischen. Mit etwas Öl, einem Schuss Zitronensaft sowie Pfeffer und Salz abschmecken. Anschließend ein paar Blättchen Basilikum als Zierde drüberstreuen – für den Geschmack tut das natürlich auch was. 😉

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Das Ganze kann ich mir übrigens auch gut mit Zucchini statt Gurke vorstellen, aber die hatte ich natürlich nicht da. Schließlich war das ein „Hm, was nehm‘ ich denn Morgen mit was die Schränke so hergeben?“-Essen. Aber auch als Beilage z.B. zu Gegrilltem oder Hähnchenbrustfilet wäre der Salat bestimmt lecker.

 

Eule mit W(eu/)olle

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Mitte letzter Woche hatte meine Freundin A. Geburtstag und zu diesem Anlass im Voraus eine Gruppe Freunde einschließlich meiner Wenigkeit zum Essen gebeten. Da ich natürlich nicht mit leeren Händen aufkreuzen wollte und ohnehin eine Idee hatte habe ich ihr kurzerhand (und kurzfristig) was gehäkelt. Sie mag nämlich – wer auch quasi nicht? – Eulen, Füchse und Co. und meine Eulenstulpen fand sie auch niedlich. Also Eulenstulpen. Auf dem Markt ein Knäuel senfgelbe Wolle gekauft und los.

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Oder auch nicht… Die 6er-Häkelnadel, die ich von daheim mitgenommen hatte, passte zwar für die Wolle selbst theoretisch gut (auf der Banderole werden auch 6er empfohlen, aber nur Stricknadeln), produzierte dann aber viel zu große Resultate, und ewig viele Stiche wegnehmen kann man ja nun auch nicht. Also nochmal los, 4 Läden in der Nähe der Uni erfolglos nach einer 4er-Häkelnadel abgeklappert und dann am nächsten Tag doch noch mal zum Markt gestiefelt. Kurioserweise kostete die 4er-Nadel dort 3 mal so viel wie alle anderen, und irgendwie erschien mir 3,5 dann sogar doch etwas passender.

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So bin ich also mit meiner 3,5er-Häkelnadel nach Hause marschiert und habe angefangen die Eulen zu häkeln. Diesmal mit 26 statt 30 Maschen, das passte gut und ging soweit wieder einfach von der Hand, wenn man mal davon absieht, dass die 3-fädige Wolle sich natürlich gerne mal etwas spaltete, insbesondere mit der kleinen Nadel.
Als die erste Eule fast fertig war fiel mir dann natürlich ein, dass ich ja eigentlich auch noch Knöpfe oder Perlen für die Augen bräuchte… So viel zum Thema Eile mit Weile.
Die Läden in Uninähe gaben natürlich wieder nichts her, das nicht weiß, pink oder pastellgrün/-gelb und blümchenförmig war, und so musste ich Anfang der Woche ein drittes Mal zum Markt traben und Knöpfe aussuchen. Hätte ich mir natürlich auch sparen können wenn ich da früher drüber nachgedacht hätte…

Stulpen

Die Krone habe ich dem Ganzen dann aber damit aufgesetzt, dass ich nur zwei Knöpfe gekauft habe. Sind ja auch zwei Augen, ne? *Kopf–>Tisch* Diese Dämlichkeit ist mir dann natürlich erst am Abend vor’m Geburtstag aufgefallen als ich die Knöpfe annähen wollte, den ersten mit der ersten Stulpe zur Hand nahm und plötzlich dachte „Moment – ich hab nur noch einen anderen Knopf. Aber… oooh neeiiin! Wie kann man nur so blöd sein?!“
Dabei wäre es das Endergebnis echt wert gewesen.

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Schlussendlich habe ich die Stulpen dann also zähneknirschend ohne Augen verschenkt und versprochen, diese nach meinem Urlaub nachzureichen bzw. noch anzunähen.

Die Farbe, laut Banderole übrigens „Old Gold“, ist bekanntermaßen ja nicht so meins, aber die Stulpen sind ja auch nicht für mich. Zum Glück scheine ich auch etwas dazugelernt zu haben, denn diesmal sind die sogar ohne Aufwand gleich groß geworden. Eigentlich ist zwar schon nicht mehr wirklich das Wetter für kalte Pfoten und Stulpen, aber die nächste Kälteperiode kommt bestimmt…

Stulpen4
Verwendet habe ich übrigens 82g der 100g Magnum lightweight chunky-Wolle von King Cole, und weil es ja gerade lief dann beim Rausholen des Geschenkpapiers festgestellt, dass das zwar – wie in meiner Erinnerung – niedliche Füchse zeigt, aber eben auch weihnachtliche Glückwünsche ausspricht. Natürlich ebenfalls am Abend vor’m Geburtstag…

Geschenkpapier
Auch hier konnte ich die Situation aber in einen Lacher verwandeln, der meine Freundin schon vor dem Auspacken gänzlich verzückte und köstlich amüsierte: ich habe weil ich faul bin nur auf der Front einfach „season’s“ durchgestrichen und durch „birthday“ ersetzt und das gleiche mit „winter“ und „spring“ getan. Okay, Schneeflocken sind trotzdem noch drauf, aber… die Botschaft kam jedenfalls an (und wurde voller Freude den anderen Gästen präsentiert), und das Geschenk gefiel auch.

with a little help from my friends

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Letztes Wochenende war ich wieder bei meiner Freundin A. – die mit den Katzen, mit der ich neulich auch im Peak District war. A. hat nämlich eine Nähmaschine als Dauerleihgabe einer Freundin und hatte mich gefragt, ob ich ihr dabei behilflich sein könnte, eines ihrer liebsten Jerseykleider nachzuarbeiten. Da sag ich natürlich nicht nein…
Als wir 2 Tage vorher auf der Suche nach Gardinengewichten für eines ihrer anderen Projekte in einem Stoff- und Gardinenladen laden waren kam mir dort, wie sollte es auch anders sein, ein hübscher Jersey unter. £2.99 der Meter und nicht mehr viel auf der Rolle, etwa 1,5m – ich denke, viel mehr brauche ich nicht sagen, oder? So weitete sich der Plan also von „A. helfen und ein paar T-Shirts einnähen“ um einen Rock aus und ich stolzierte um £4.50 ärmer mit einem Beutel Stoff heim. (Okay, streng genommen wurde ich heimgefahren und war um einiges mehr ärmer, weil ich hinterher noch Schuhe und Klamotten für zukünftige Peak District-Trips gekauft und einen größeren Einkauf bei Aldi getätigt habe – wenn mir schon mal ein Auto zur Verfügung steht und ich nicht alles schleppen muss…)

Das Wochenende haben wir dann auch gut kreativ genutzt: los ging’s mit dem Vorbereiten von Panini-Broten, die später gebacken und noch später belegt, gegrillt und gefuttert wurden, dazwischen wurde fleißig Stoff geschnippelt, gebügelt und genäht und anschließend durften noch ein paar Angel’s Foodcakes in der Hölle schmoren im Backofen schwitzen. A. hat erstmal eine einfache, luftige Bluse genäht, quasi ein großes Rechteck mit Ausschnitt, und ich wurde ein bisschen von den Massen meines Stoffes davongetragen…

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So sieht übrigens die Nähmaschine aus. Die Stichwahl ist auf den ersten (und zweiten und dritten, …) Blick ziemlich konfus gestaltet und es half nicht, dass der linke Schalter nicht etwa auf Position „A“ stehen muss wenn man die damit gekennzeichneten Stiche will, sondern nach oben zeigen muss. Aber wir hatten ja ein Reststück zum rumspielen, an dem wir uns dann meistens vorher vergewissert haben, dass wir auch wirklich den richtigen Stich erwischt haben, bevor es an die Klammotte ging.

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Um das also mal zu erklären: oben gibt es quasi 2 Reihen und 2 Spalten Stiche, die in verschiedenen Farben gekennzeichnet sind. Neben der oberen Reihe steht zusätzlich ein A, neben der unteren ein B, und über allen Stichen gibt es quasi ein kleines Fenster, ein bisschen wie die Indikatoren an Toilettentüren. Man muss also erstmal einstellen ob A (bzw. „oben“) oder B und dann den Ring um diesen Schalter herum drehen um die ToilettenIndikatoren zu bewegen.  Die bewegen sich aber in beiden Spalten gleichzeitig, also parallel zueinander, weshalb man dann an den anderen Rädern die Farbe anwählen muss, mit der der gewünschte Stich gekennzeichnet ist. Gleichzeitig stellt man an diesen Rädern aber auch noch Stichlänge und -breite ein (An dieser Stelle muss ich lobend anmerken, dass die Maschine die Nadel auch nach rechts stellen kann, was ich bei den meisten modernen Maschinen schmerzlich vermisse.) und muss deshalb dabei aufpassen, dass man nicht aus Versehen zu einer anderen Farbe und damit einem anderen Stich wechselt…

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Aber zum Glück hatten wir ja die üblichen, fleißigen Helfer, die uns mit Rat und Tatze zur Seite standen. Sowohl beim Messen, …

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Zuschneiden…

Sassy
… und nähen als auch bei der finalen Anprobe:

Ninja
Von der Nähhilfe gibt es leider kein Bild, weil mein Handy und A. beide in einem Zimmer waren als die Katze es sich auf meinem Schoß gemütlich machte während ich an der Nähmaschine saß. Etwas irritiert hat sie dann aber schon auf’s Füßchen geguckt als ich wieder anfang zu nähen…

Ninja2
Ganz uneigennützig war diese Hilfestellung von den Pelzträgern natürlich nicht, denn für sie ist auch was abgefallen.

Ninja3Und das nicht nur beim Nähen…

Sassy3
Mein ursprünglicher Plan als ich den Stoff gesehen hatte war eine Art Tellerrock mit Zipfeln, also quasi einfach ein Quadrat mit Bund. (Irgendwie habe ich hierfür den Begriff „handkerchief skirt“ im Hinterkopf?) Das hab ich mir mit den Streifen, die dadurch ja in verschiedene Richtungen laufen, ganz hübsch vorgestellt, und siehe da:

Rock
Der Plan ging auf. Als Bund habe ich einfach einen langen Streifen Jersey genommen, den ich dann umgeschlagen habe. Kann man aber natürlich auch un-gekrempelt als längeren Rock tragen, und sogar als Top macht das Ganze erstaunlich gut. (Hab ich aber natürlich vergessen zu fotografieren.)

Rock4
Weil damit von knappen 1,6m Stoff natürlich noch eine ganze Menge übrig war habe ich als nächstes einen Shrug genäht. Hier ist die Einfassung finde ich ein bisschen labbrig geworden, da würde ich beim nächsten Mal einen kürzeren Streifen nehmen und ihn leicht gedehnt annähen, sodass das Ganze besser anliegt.

Rock 2
Aber so schlimm ist es auch wieder nicht. Da so ein Shrug aber natürlich nicht viel Stoff frisst durfte auch noch ein Top her. Weil wir keine Zwillingsnadel zur Hand hatten habe ich das übrigens mit dem elastischen ZickZack gesäumt – ihr wisst schon, diesem dreigeteilten ZickZack. Das gefällt mir sogar überraschen gut, ich glaube, das werde ich jetzt öfter machen.

Shirt
Am Ende des Wochenendes stellte A. also fest, dass ich quasi ein gesamtes Outfit genäht hatte und fragte amüsiert bis erstaunt: „Wie viel hat der Stoff nochmal gekostet? £4.50?“ Die letzten Reste hab ich nämlich auch noch zu einem kurzen Loopschal verarbeitet.

Saum

Etwas weniger amüsiert war zumindest ich allerdings als ich mich, wieder daheim, in mein WiFi einwählte und etwa 10 WhatsApp-Nachrichten und 2 E-Mails meiner Eltern und meines Freundes fand, die panisch fragten, ob ich noch lebe und offenbar jederzeit bereit waren, einen Suchtrupp loszuschicken – weil ich mal ganze 30 Stunden nicht online war.
Obwohl ich vorher gesagt hatte, dass ich am Wochenende zu A. gehe und mich auch schon mehrfach darüber ausgelassen hatte, dass ich keine mobilen Daten habe weil die Mobilfunkanbieter hier mir derzeit aus ungeklärten Gründen selbst die günstigsten Verträge verweigern.
Obwohl ich zuletzt Samstags gegen Mittag online gewesen war und WhatsApp ihnen das anzeigt.
Obwohl es deshalb natürlich überhaupt keinen Sinn macht, mir 10 Nachrichten zu schicken und um Antwort zu bitten, wenn ich  die erste noch nicht gelesen habe.
Obwohl meine Mutter im gleichen Atemzug fragte, ob ich denn meine neuen Wandersachen schon ausprobiert habe, und ich, so ich es denn getan hätte, im Peak District natürlich auch keinen Empfang oder Internet gehabt hätte.
Obwohl es für mich gar nicht ungewöhnlich ist, mal eine Weile nicht online zu sein, weil ich nicht zu denjenigen gehöre, denen das Handy quasi an der Handfläche festgewachsen ist, sondern das Ding insbesondere in guter Gesellschaft gut und gerne auch mal beiseite legen kann und möchte.
Obwohl ich bereits mehrfach klargestellt habe, dass ich gar nicht rund um die Uhr erreichbar sein will und mir diese Erwartungshaltung ziemlich stinkt.
Dennoch hat mein Freund offenbar sogar mehrere meiner Freunde hier in Sheffield bei Facebook angeschrieben weil sie ja „seit Tagen“ nichts von mir gehört hätten. Es ist ja lieb und nett, dass sie sich Sorgen um mich machen, aber seit wann bitte ist von Samstag Mittag bis Sonntag früher Abend „seit Tagen“?! (Zumal ich meine harmlosen Pläne ja angekündigt und man sie offenbar nur mal wieder vergessen hatte…) Mir hat diese unnütze Flut an Nachrichten voller Erwartungshaltung dass ich doch bitte gefälligst online zu sein und mich zu melden habe jedenfalls irgendwie einen ganz schönen Dämpfer verpasst und etwas die Stimmung nach einem eigentlich tollen Wochenende verdorben.

Die Tücken der modernen Kommunikation…

Ich versteh‘ nur Bahnhof…

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Erinnert ihr euch noch, wie ich euch das erste Mal vom Bahnhof in Sheffield vorgeschwärm habe? Und wie ich euch danach mehrfach mit der Ankündigung, dass ich Fotos gemacht habe, den Mund wässrig gemacht habe? Jetzt gibt’s endlich Futter!

Bahnhof
Meine lückenhafte Erinnerung hat mich damals also nicht ganz in die Irre geführt: es gibt bunte Blumenkästen. Wenn auch aus Plastik. Zusätzlich ist auch die gesamte Überdachung der Länge nach mit diesen hübschen Bögen und Dekoelementen verziert.

Bahnhof (9)
Bewegt man sich von den Gleisen selbst weg nimmt der pitoreske Eindruck aber nicht ab, nein, es gibt weitere Blumenampeln und noch stärker ausgeprägte Schnörkelelemente. Die finden sich sowohl in den Torbögen über den Durchgängen wieder…

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… als auch in den Metallstreben an der imposanten Glasdecke der Haupthalle. Bei schlechtem Wetter sieht das natürlich nicht halb so nett aus, aber bei so strahlendem Sonnenschein wie hier kann man sich doch ganz gut an dem Anblick erfreuen, oder?

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Ja, da steht ein Klavier. Mitten im Bahnhof. Und es spielt sogar gerade jemand dran.
Woran man sich also auch gelegentlich erfreuen kann ist Livemusik. Das ist mir aber auch erst aufgefallen, als ich am Tag an dem diese Fotos entstanden sind meinen Freund zum Zug brachte und mich beim Betreten des Bahnhofs wunderte, seit wann dort denn Musik laufe oder ob mir das zuvor nur nie aufgefallen sei. Tja, bis ich dann diesen Herrn in die Tasten hauen sah und begriff, dass man dort tatsächlich ein Klavier aufgestellt hatte um Passanten die Möglichkeit zu geben, nach Lust und Laune andere Passanten zu unterhalten. Gefällt mir jedenfalls deutlich besser als die fanatisch brüllenden, aufdringlichen Personen, die sich in London vor „meinem“ Bahnhof regelmäßig zum Sprachrohr Gottes ernannten und alle (gänzlich unverständlich) darüber informierten, wen oder was Gott warum hasse, liebe oder retten könne und dergleichen.

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Offensichtlich finden sich hierbei dann auch immer einige Leute, die ein paar Minuten Zeit haben, einem Fremden inmitten des mehr oder minder ausgeprägten Bahnhofstrubels beim Klimpern zuzuhören. Nett, oder?

Bahnhof (22)
Hier hätten wir auch noch mal ein Beispiel der Ticket-Abholautomaten, die mir bei in Manchester bei meiner ersten Einreise solche Probleme gemacht hatten. Na ja, und mehr nette Steinbögen und Stahlornamente, auch wenn die Seite mit dem Klavier sicher reicher verziert war.

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So sieht der Bahnhof dann schlussendlich übrigens von außen aus. Türmchen, Bögen, Glas, Stein… also ich habe schon deutlich weniger einladende Bahnhofsgebäude gesehen.

Bahnhof (24)
Falls ihr euch auch noch an die Installation der Wand erinnert, an der Wasser runterfloss: so sieht das Ganze ohne Wasser aus. Ich weiß nicht, ob das im Winter der Kälte wegen generell abgeschaltet wird, und meine mich auch zu erinnern, dass die Springbrunnen auf der anderen Seite an waren, aber trotzdem – ich war vollkommen begeistert von diesem Lichtspiel.

Bahnhof (23)

Deshalb konnte ich mir auch ein zweites Foto nicht verkneifen. Mag zwar sein, dass das Licht letztes Mal einfach nur nicht perfekt dafür war und es grundsätzlich mit Wasser auch so schick aussehen kann, aber ich glaube fast, mir gefällt es ohne Wasser sogar noch einen Tick besser.

Corporate Identity

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Letztes Wochenende hatte ich quasi die volle Bandbreite an Programm.
Freitag Abend wurde ich zu einer angeblichen „Rocknacht“ in den örtlichen „Rockclub“ namens „Corporation“ (oder kurz „Corp“) gelockt. Die Schwester einer Freundin hatte Geburtstag und besagte Freundin wollte nicht nur mit Freunden ihrer Schwester losziehen. Nun denn…

Bereits im Vorfeld wurde ich gewarnt Schuhe anzuziehen, die mir egal sind bzw. um die ich mich nicht schere, da der Boden sehr klebrig sei. Hm, na ja. Ich weiß ja nicht, wie ihr das handhabt, aber wenn ich ins Ausland gehe und quasi nur einen Koffer mitnehmen kann, dann nehme ich nicht gerade Dinge mit, die ich nicht mag. Aber sei’s drum, ich dachte so schlimm könne es schon nicht werden, schließlich ist es ja quasi normal, dass Clubböden eher klebrig sind.
Wie sich herausstellte ist Corp aber kein Vergleich zu den Clubs, in denen ich bisher in Deutschland war – selbst zu denen, die man mir dort als eher schmuddelig anpries.
(Weil ich aber im Club keine Fotos gemacht habe und nicht einfach welche von Facebook klauen möchte streue ich an dieser Stelle zur optischen Auflockerung ein paar der Bilder aus der Nähe des Bahnhofs ein, die ich neulich erwähnt habe. Ist eh viel hübscher.)

Blick auf den Bahnhof

Das Problem beginnt wohl hauptsächlich damit, dass die Getränke recht günstig sind und in pfandlosen Plastikbechern oder maximal Blechdosen verkauft werden (Gläser wären sicher auch fatal). Will heißen: sobald der Becher mehr oder weniger leer ist landet er auf dem Boden, wo er von der Masse plattgetrampelt wird. Dementsprechend ist der Boden eigentlich im kompleten Club mit verschütteten Getränken bedeckt, denn entsprechend viel wird ja auch getrunken.
Hinzu kommt, dass meinem Empfinden (und der Sichtung der Facebookfotos) nach der Club trotz Ausweiskontrolle sehr stark mit Teenies und „jungen Leuten“ bevölkert war – und wenn ich das mit meinen 24 Jahren sage und mir regelrecht alt vorkomme will das wohl was heißen. Überhaupt: seit wann sind eigenlich Bauchfreitops wieder modern? Am besten in Kombi mit Leggins…?

Hatte ich mir jetzt von einer Rock- und Alternativenacht halbwegs gute Musik erhofft wurde ich leider auch eher enttäuscht. Zu Anfang lief wenigstens noch hauptsächlich etwas, das ich milde als erträglichen „Poprock“ (oder „Teenierock“) beschreiben würde und die Massen gröhlten zu (wie google mir verriet) Biffy Clyro und Sum 41, aber dazu mischten sich schnell Sachen, die eindeutig eher Techno oder HipHop und dergleichen waren, und immer wenn mal kurz 1 annehmbarer Song kam reihten sich danach direkt mehrere furchtbare ein, sodass es sich nicht lohnte, überhaupt auf der Tanzfläche zu bleiben.
Während ich mir vorher also noch wohlwollend dachte „Na ja, immerhin etwas besser als die Musik in ’normalen‘ Clubs…“ wandte sich das schnell zu „Das ist genau die Musik, wegen der ich in einen Rockclub statt in ’normale‘ gehe um sie zu vermeiden!“. Ich meine: Eminem geht doch nun wirklich beim besten Willen nicht mehr als Rock oder Alternative durch, oder?! Aber die Teenies auf der großen Tanzfläche fanden es offenbar gut und gröhlten weiter fleißig mit, sodass man zum Glück oftmals  kaum noch die Musik hören konnte, inbesondere wenn man weiter weg von der „DJ-Bühne“ war. Einzig eine (ältere) Freundin pflichtete mir bei, erklärte, dass das früher (vor ein paar Jahren) besser gewesen sei, und wir ja noch die kleine Tanzfläche im Nebenraum hätten, auf der ich (sie musste leider weiter zur nächsten Veranstaltung) mich dann auch etwas besser aufgehoben fühlte.

Letzteres sogar wortwörtlich, denn als ich – enthusiastisch darüber, nach 1 einsamen Stunde mal wieder ein bekanntes Gesicht zu sehen – über die Tanzfläche hüpfte hätte ich mir gewünscht, dass sie klebrig gewesen wäre. Stattdessen bestand aber leider Aquaplaninggefahr, ich schlitterte meiner Freundin fast über die Füße und legte mich volle Lotte auf der Tanzfläche lang.
Tat aber zum Glück nicht weh, ich konnte herzhaft drüber lachen und es waren sofort ein paar Hände zur Stelle, die mir unter die Arme griffen und aufhalfen. Bis auf eine aufdringliche Ausnahme schienen sich auf der anderen, kleineren Tanzfläche nämlich auch vorwiegend halbwegs erwachsene Menschen rumzutreiben und es wurde zumindest größtenteils bessere Musik gespielt. Mit dem Rumhüpfen zu einer Reihe Skasongs oder Rock’n’Roll war ich danach trotzdem etwas vorsichtiger…

Blick auf den Bahnhof 2

Schließlich war es aber doch meine Freundin B., die ich am Ende des Abends mit einem Haufen blutiger Taschentücher auf dem Schoß und einer noch blutigeren Nase in der Nähe des Ausgangs wiederfand, da sie anscheinend im „Moshpit“ (Keine Ahnung, wozu die Teenies da gemosht haben sollen! Aber wenn sie natürlich die ganze Zeit rücksichtslos mit den Armen rudernd durch die Gegend hüpfen wie in diesem Video bei z.B. 6:10… ) aus versehen eins auf die Nase bekommen hat – die ist übrigens gebrochen. Muss ich noch mehr sagen?

Insgesamt konnte Corp übrigens finde ich auch von den Räumlichkeiten selbst keinem der deutschen Clubs in denen ich bisher war das Wasser reichen. (Dabei hätte es zumindest Flüssigkeit eigentlich mehr als genug gegeben…) Es gab ein absolutes Minimum an Sitzgelegenheiten und sonst eigentlich nur Bar und Tanzfläche. Keinerlei Deko, nicht mal anständige Licht- oder Nebeleffekte, nichts. Nur einen Haufen gröhlender, mit den Armen rudernder, besoffener Teenies. Unter anderem deshalb ist auch das Wort, das mir am ehesten in den Sinn kommt um Corp zu beschreiben, „unzivilisiert“.
Aber hey: ich kenne jetzt immerhin ein paar Gründe, warum es – zumindest in Corp – tatsächlich Sinn macht immer mindestens zu zweit auf’s Klo zu gehen. Dann hat man nämlich jemanden der 1. die eigenen Sachen  und 2. die Klotür zuhalten kann. Ungelogen, ich habe bei meinen 4-5 Toilettenbesuchen keine einzige Klokabine gefunden, die noch einen Riegel oder ein anderweitig intaktes Schloss hatte. Keine einzige. Eine (vermutlich weniger frequentierte) hatte immerhin Klopapier und in 4 Waschbecken mit je 2 Wasserhähnen fand sich auch ein Hahn, der tatsächlich ein Rinnsal Wasser ausspuckte. Allerdings nicht genug, um die etwa 2,5 zentimeterhohe, geschlossene Flüssigkeitsschicht zu erklären, die mich um ca. 2 Uhr auf der Damentoilette erwartete. Da möchte man doch nun wirklich nicht weiter drüber nachdenken, oder? Ein Votum mehr für „unzivilisiert“… *grusel*

Um so weniger dürfte es vermutlich überraschen, dass ich nur zu gerne dem Kontrasprogramm zustimmte, das meine Freundin A. am nächsten Tag spontan vorschlug als sie mich fragte, ob ich Lust habe, Sonntag mit in den Peak District zu kommen. Das ist ein Nationalpark in der Nähe Sheffields, der etwa 1440km² Fläche misst, wovon allerdings (beides Wikipedia zufolge) nur 8% Waldgebiet ist.
Dort habe ich natürlich, trotz der Tatsache, dass ich nach wie vor nur die Kamera meines Handys zur Verfügung habe, einen Haufen Fotos gemacht, aber die zeige ich euch wann anders, denn 1. würde das jetzt ziemlich den Rahmen sprengen und 2. bin ich gerade fix und fertig, weil ich heute mit einem Kollegen auf dem Sheffield Festival of Science and Engineering einen Stand betrieben habe, an dem sich die Kinder vermutlich mehr für kostenlose Mitbringsel als für die Wissenschaft dahinter interessiert haben.

 

Schneeflöckchen, Eisdeckchen…

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Auch Schnee kann England.

Hinterhof im SchneeNur damit umgehen leider nicht.

jetzt geht's Berg abAuf dem ersten Viertel meines Weges zur Uni sieht es etwa so aus. Also, wenn etwas frischer Schnee liegt.

City CentreAber auch nach 2/3 sieht es mitten im Stadtzentrum nicht viel besser aus – nur etwas weniger hügelig. Man könnte auch das nonchalante Motto „Ach, tritt sich fest!“ anwenden.

Turm im SchneeNa ja, und die Town Hall sieht eigentlich sogar ganz nett aus. Wobei, das tut sie ohne Schnee auch. Aber mit wirkt sie finde ich noch etwas märchenhafter. Findet ihr nicht?

Town Hall im SchneeAls ich morgens aufgestanden war hatte es übrigens bei mir noch eher geregnet als geschneit, aber bis ich das Haus verließ hatte sich die Situation eindeutig zu Schneeflocken geändert. Auf dem Weg zur Uni wurden die dann auch immer größer und klumpten zu bis zu ca. 5cm großen Schneeflockenkomplexen zusammen, und als ich später im Labor mal aus dem Fenster sah schneite es gerade waagerecht.
Am Tag, an dem es schneite, war es in der Uni übrigens ziemlich leer, weil anscheinend viele im Verkehr stecken geblieben waren oder sich sicherheitshalber gar nicht erst raus getraut hatten. Andererseits, da in England offenbar nicht geräumt und nur in seltenen Einzelfällen gestreut wird braucht es mich wohl nicht wundern. Ich persönlich muss dennoch sagen: ich fand den Tag danach viel schlimmer. Was Abends nur noch Schneematsch gewesen war hatte so nämlich die ganze Nacht Zeit, gemütlich zu einer mehrere Zentimeter dicken, geschlossenen Eisschicht auf den Gehwegen und wenig befahreren Straßen zusammenzufrieren, und die war arschglatt.

EislaufbahnErschwerend hinzu kommt, dass Sheffield dummerweise auch noch ein einziges bergauf und bergab ist, dessen vielfach glatte Gehwegplatten schon bei Regen ordentlich rutschig sein können, weshalb ich den Frost schon seit meiner Ankunft etwas gefürchtet hatte, und ich sollte Recht behalten. Es war wie Schlittschuhlaufen, nur ohne Schnittschuhe. Na ja, und halt bergauf und bergab.

„In Einzelfällen gestreut“ heißt übrigens so viel wie „Der Fahrer des LKWs, der mitten in der Kurve am oberen Ende der Straße stand, kippte Splitt rund um seine Reifen um doch noch vorwärts zu kommen.“. Da kann ich wohl froh sein, dass es nicht schon vor oder um Weihnachten geschneit hat und auch im neuen Jahr nur ein paar Mal. Letzte Woche war sogar mal ein paar Tage lang richtig schönes Wetter, mit Sonnenschein und so, da konnte ich direkt endlich mal eine Gelegenheit nutzen und ein paar Fotos vom Bahnhof machen. Die zeige ich euch aber wann anders, denn vom Weihnachtsmarkt und der festlich beleuchteten Innenstadt habe ich auch noch ein paar Fotos, die hier denke ich auch ohne Schnee etwas besser reinpassen.

Weihnachtsmarkt3Der kleine Weihnachtsmarkt, der sich die „Fußgängerzone“ von der Town Hall bis zur Straßenbahnlinie hinunterzog bestand vornehmlich aus kleinen, beleuchteten Holzbuden, die allerlei Krims und Krams anboten – vorwiegend natürlich Essen. Neben Lammburgern mit Minzsoße und indischen Curries fand sich darunter auch ein von meinen Kommilitonen/Kollegen schon geradezu sehnsüchtig erwarteter deutscher Wurststand, der vor allem Bratwurst, Krakauer (so viel zum Thema Deutsch…) und Käsewurst verkaufte. Ob die Mitarbeiter tatsächlich Deutsch sprachen habe ich allerdings nicht ausprobiert, ich war nämlich zu sehr davon abgelenkt mir a.) ein richtiges Brötchen statt diesem weichen Pappzeug zu wünschen, in das die Wurst da gestopft wurde (man denke in etwa an nicht aufgebackene Aufbackbrötchen, nur noch weicher und geschmacksneutraler), und b.) meinen Freunden auf expliziten Wunsch wiederholt die korrekte Aussprache des Wortes „Käsewurst“ zu demonstrieren, damit sie voller Stolz eine selbige statt einer „cheesy sausage“ bestellen konnten. Aber irgendwie ist es ja auch süß, wenn sie einen bitten doch noch mal die „Umlauts“ aufzusagen…

Weihnachtsmarkt2Auch auf dem Weg von der Uni in den Kern der Innenstadt wurde übrigens schon schnörkelige Beleuchtung aufgefahren – mal was anderes als die Sterne, die man in Deutschland überall findet. Noch etwas, was ich bisher bewusst nur in Sheffield gesehen habe, ist übrigens diese grüne Police Box an der City Hall. Meine Dr. Who-Kenntnisse beschränken sich beschämenderweise auf etwa 2-3 Folgen, aber dennoch musste ich da sofort dran denken. Der Dr. Who-vernarrte und überhaupt allgemein sehr wissensreiche und gebildete R., der AirBnB-Gastgeber, bei dem ich ursprünglich untergekommen war, erklärte mir dann aber auch bei Gelegenheit, dass die Polizei früher in diesen Boxen unter anderem einkassierte Ganoven eingeschlossen hatte, wobei ein Licht auf dem Dach anzeigte, ob die Box besetzt sei, damit ein Gefangener nicht etwa aus Versehen wieder freigelassen – oder vergessen – wurde.

WeihnachtsmarktÜbrigens: mit Blick auf die multikulturelle Identität Großbrittaniens wünscht Sheffield nicht etwa nur frohe Weihnachten, nein, es werden auch Juden und Muslime mit Festtagswünschen in Leuchtbuchstaben bedacht. Genau genommen werden Eid und Chanukah sogar noch von passenden Symbolen begleitet, während dafür beim Weihnachtsfest wohl kein Platz mehr war. (Erinnert mich übrigens alles an das hier, was ich neulich mit dem netten Titel „die 4 großen Weltreligionen“ gesehen habe.)

Happy Holidays

Lebenszeichen

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Puh, mein letzer Beitrag ist eine halbe Ewigkeit her… wie  die Zeit vergeht! (Jetzt bin ich schon 4 Monate lang Doktorandin… kaum zu glauben.) So war das nicht geplant. Aber wie das nun mal so ist wenn man (sprich: ich) sich erstmal eingewöhnen muss und dann jeden Abend erst um ~18 Uhr daheim ist… Kurz gesagt: ich bin faul. Ich komme nach der Arbeit heim, koche, esse und versacke dabei, passiv Serien guckend vor dem PC zu hocken. Nicht mal andere Blogs gelesen habe ich wirklich in den letzten Monaten, und meine Motivation und Inspiration schaut auch nur phasenweise vorbei. Vorranging dann, wenn ich doch mal kurz surfe, zum Beispiel weil ich irgendwas kaufen will, und dabei über zig Umwege doch wieder was interessantes finde.
Gerade bei Klamotten ist das schlimm, weil mich das Angucken anderer Kleidungsstücke und Accessoires immer ziemlich inspiriert und dafür sorgt, dass es mir gehörig in den Fingern juckt, auch was zu nähen oder zu basteln. Aber leider, leider ist sämtliches Näh- und Bastelzubehör ja in Deutschland zurückgeblieben… Auch wenn ich eigentlich (gefühlt) kaum Zeit habe, in der ich überhaupt was machen könnte, außer vielleicht an faulen Wochenenden fehlt mir das Nähen und alles sehr. Allein schon mal ein paar schnelle Änderungen oder Reparaturen machen… ich halte meine Augen jedenfalls weiterhin nach einer günstigen (Gebraucht-)Maschine offen, aber da sowas meistens nur zur Abholung irgendwo in weiter Ferne angeboten wird ist das auch nicht so einfach.

Andererseits ist meine Wohnung jetzt auch ehrlich gesagt nicht so schön oder wohnlich, dass ich mich da sonderlich entspannt meiner Kreativität hingeben könnte, und allem voran würde garantiert auch Stauraum fehlen. Obwohl meine 1-Zimmer-Wohnung nämlich von der Grundfläche her eigentlich nicht klein ist ist die Ausstattung einfach miserabel und lässt für unsere Luxusstandards gehörig zu Wünschen übrig.
Während ich diesen Post tippe liege ich – ziemlich unbequem – auf einem winzigen Zweisitzersofa aus dem dunklem Kunstleder, aus dem hier so ziemlich jedes Sofa einer möblierten Wohnung gemacht zu sein scheint. Liegen bedeutet in diesem Fall selbst bei meinen 1,56m die Beine und den Oberkörper auf die harten Armlehnen aufzulegen und jeweils ein Kissen der Rückenlehne unterzuschieben. Sämtliche Lehnen scheinen nämlich zu allem Überfluss nahezu ungepolstert zu sein und mit ziemlicher Sicherheit aus Pressspahnholz zu bestehen.
Gemütlich auf der Couch faulenzen ist da also schon mal nicht.


Das Bett ist auch nicht wirklich bequem oder stabil, aber immerhin hat die Firma, die die Wohnung vermietet, es nach über 3 Monaten endlich mal geschafft, Matratze und Bettgestell auszutauschen. Hatte ich seit meinem Einzug drum gebeten, weil das Bett selbst unter mir bedrohlich wackelte und knarzte und die durchgelegene Matratze mich mit ihren Federn  aufzuspießen drohte piekste. Als dann nach 3 Monaten endlich mal jemand vorbeikam schrieb man mir tags drauf, dass man eine neue Matratze bestellen müsse – hatte ich denen ja auch nur schon vor 3 Monaten gesagt. Immerhin bekam ich dann auch kaum 3 Tage später die Nachricht, dass ich doch gefälligst am nächsten Tag zur in Empfangnahme daheim zu sein habe. Ist ja nicht so, als müsse ich eigentlich von 9 bis 17 Uhr arbeiten… Dafür hat das neue Bett sogar sowas wie einen Lattenrost – das alte hatte nämlich tatsächlich nur hohle Metallstreben bzw. – rohre, die auch schon ganz durchgewölbt waren.
Nur größer ist es leider nicht, aber für die Engländer scheint es tatsächlich ein großes Mysterium zu sein, warum man von ein Doppelbett erwartet, dass es auch doppelt so breit ist wie ein Einzelbett (und was man mit „dem ganzen Platz“ eines uns bekannten Doppelbettes will…). In England ist ein „Double Bed“ nämlich sage und schreibe 140x 190cm, und ein „King Size“ wartet mit ganzen 10cm mehr und 150x190cm zur Krönung auf – King Size wäre das für mich genau dann, wenn es für eine Person gedacht wäre. Aber mathematisch kann man hier wohl nicht zu viel erwarten…

Bett
Wie bereits erwähnt ein anderes, essentielles Problem der Wohnung ist allerdings Stauraum. Es gibt zwar 2 Kleiderschränke mit je genau einem Einlegeboden, eine Kommode (deren eine Front mir auch in der 1. Woche abgefallen ist und nach 3 Monaten endlich mal wieder angebracht wurde) und einen Nachttischschrank, aber das war’s auch schon.

Schlafzimmer
Küchenschränke gibt’s natürlich noch ein paar, sogar zwei kleine Hängeschränke, aber sonst nichts. Kein Bücherregal, keine Kommode oder sonstwas, gar nichts – das einzige andere Möbel sind Couch- und Esstisch und 4 Stühle. Demnach bin ich immer schön dabei, sämtlichen Papier- und Kleinkram der sich so ansammelt auf freie Stühle und Tische zu verteilen und nach Bedarf umzuschichten, und habe sogar schon einige Pappkartons als Aufbewahrungskisten/“Regale“ herangezogen, aber wirklich schön oder praktisch ist das auch nicht. Und Bettwäsche und Handtücher müssen natürlich auch in einem der beiden Kleiderschränke untergebracht werden, weil es ja keinen Badschrank oder ähnliches gibt. Handtuchhaken, Klorollenhalter oder ein Halterung für Küchenutensilien selbstverständlich auch nicht, und Klebehaken fallen auch ohne Last nach ungefähr 60 Sekunden wieder ab. Also alles in eine Ecke feuern und hurra!

Wohnzimmer
Genau genommen gibt es im Bad eigentlich außer dem Badewannenrand (Immerhin!) und der Ablage über Klo und Waschbecken (immerhin mit Mischbattieren! – auch immer noch eher eine Seltenheit hier) gar nichts, nicht mal Steckdosen, weil die Engländer ja noch nicht im Zeitalter der FI-Schalter angekommen sind (Welches in Deutschland ja schließlich für Neubauten erst seit 1984 verpflichtend herrscht! [Und ein Makler in London behauptete vor 3 Jahren, UK sei Deutschland und den Niederlanden was Wohnungen angehe 20 Jahre hinterher – womit wir wieder bei den mathematischen Fähigkeiten wären…]), und man ihnen offensichtlich nicht trauen kann, sich nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit selbst zu elektrokutieren.
Also gibt es nur den beheizten Handtuchhalter (von dem Handtücher liebend gerne abrutschen), der gleichzeitig die Heizung darstellen soll und zwar bei Berührung scheißheiß ist, aber den kleinen Raum trotzdem überhaupt nicht wirklich aufheizt. Alles, was man so an Hygieneartikeln und Pflegemitteln hat muss also offen sichtbar auf der spärlichen Abstellfläche verteilt werden damit es ja auch hübsch chaotisch aussieht und man jederzeits möglichst viel umwerfen oder runterschmeißen kann.
Ach ja: mit von der Partie ist außerdem der nette Wasserfleck, der am Tage meines Einzuges anfing, sich seinen Weg von der Decke hinab zu bahnen, und der – wie ich Montag, als das Büro des Vermieters endlichwieder besetzt war, erfuhr – davon herrührte, dass der Obermieter sein Badezimmer „sehr gründlich geschrubt und viel Wasser verschüttet“ habe. Na prima, herzlichen Dank auch… Zum Glück hat es bis jetzt nicht (sichtbar) angefangen zu schimmeln, sonst hätten die aber was erleben können!

Bad
Andererseits wäre das vielleicht wenigstens ein guter Grund für einen frühzeitigen Auszug gewesen… Leider habe ich nämlich mal wieder eine ganze Reihe nerviger, lärmender Nachbarn erwischt (gerade werde ich mit chinesischen Schmachtfetzen beschallt) und bin quasi jedes Wochenende mindestens einer, wenn nicht mehreren Parties ausgesetzt. Auch die zahlreichen gröhlenden Chinesen aus dem Studentenwohnheim zum Hinterhof hinaus, dessen Existenz ich mir leider erst nach Einzug bewusst wurde, kann ich für gewöhnlich noch gut hören wenn sie sich kreischend um die Tische jagen oder lautstark ihre Freude respektive ihren Ärger über einen besonders guten bzw. schlechten Billardstoß oder Kartenzug kundtun. Aber auch laute, nicht minder schiefe Karaokeversionen von „let it go“ durfte ich mir schon urplötzlich mitten in der Nacht von der anderen Seite der Wand am Kopfende meines Bettes anhören…

Balkon
Ich bin jedenfalls froh, erstmal nur einen 6-Monatsvertrag unterschrieben zu haben, der Anfang/Mitte April ausläuft, sodass ich mich jetzt tatsächlich schon langsam aber sicher wieder auf die Suche nach was hoffentlich besserem machen muss/möchte. Hier in Sheffield ist der Wohnungsmarkt nämlich anscheinend nicht so kurzfristig ausgerichtet wie in London, weshalb ich zu Anfang auch Probleme hatte, zügig was zu finden, weil das meiste erst 1-2 Monate später verfügbar war. Also, drückt mir die Daumen, dass ich bald was schönes, leises finde…

Wer weiß, vielleicht schafft der Saftladen es ja sogar noch vor meinem Auszug, endlich zumindest das Licht im Hausflur in Gang zu kriegen, dessen Disfunktionalität dafür sorgt, dass ich regelmäßig im Dunkeln vor der Tür stehe und nach dem Türschloss stochere, oder mich so verrenken muss, dass das spärlich einfallende Licht der Straßenlaterne auf’s Türschloss trifft anstatt meinen Schatten auf selbiges zu werfen…