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Fischen im Trüben – Projekt 12/12, Akt 8 (2012)

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Asche auf mein Haupt, jetzt kommt endlich der auch noch damals vorbereitete und -geschriebene und damit gar nicht mehr wirklich aktuelle Post von August 2012. Vorher hab ich das mit den Fotos ja irgendwie nicht auf die Reihe gekriegt… Denkt euch folgendes also zeitnaher:

Diese durchwachsene Jahreszeit, die sich Sommer nennt, zeigt sich gerade mal wieder von ihrer schwülheißen Seite.

Während meines Praktikums den ganzen Tag in langen Hosen im Labor zu stehen kann also ganz schön schweißtreibend sein und auch wenn meine Kolleginnen es glücklicherweise mit Sandalen und 3/4-Hosen nicht so ernst nehmen kann ich natürlich nicht einfach im luftigen Röckchen dort auftauchen.

Deshalb hab ich einen freien Nachmittag neulich dazu genutzt, ein lang gehegtes Vorhaben endlich in die Tat umzusetzen und mir eine luftige thailändische Fischerhose zu nähen. Das geht ja recht flott.

Thai-Fischerhose

Inklusive Chaos im Hintergrund, weil eine Schublade nicht mehr rein, aber auch nicht raus wollte.

Der Stoff ist ein dünnes BW-Poly-Gemisch aus dem Meterpack vom dänischen Bettenlager, das von mir öfter als „Allroundstoff“ herangezogen wird.
Der Schnitt basiert auf diesem hier, auch wenn ich die Maße etwas angepasst habe. Die Stoffbreite gab nur knapp 1,30m her, also ist das die Bundweite und für die Schenkel hab ich sicherheitshalber lieber ein paar Zentimeter mehr genommen. Obligatorisch waren natürlich auch die 10cm in entgegensetzte Richtung von Natron, denn für einen Zwerg wie mich sind selbst bei 75cm die Saumzugaben schon drin. Den Umklappteil hab ich auch gekürzt, im Nachhinein denke ich allerdings hätten da 5 bis 10cm mehr auch nicht geschadet.
Sowieso weiß ich nicht, ob es am Stoff oder der Länge liegt, dass der gefaltete Teil vorne etwas dick und krumpelig ist, eine Runde Bügeleisen hat jedenfalls nichts genutzt und auch die nachträgliche „Entdoppelung“ hat finde ich keine große Verbesserung gebracht. Oder ist der Bundteil zu weit oder eng um gut zu fallen?

Thai-Fischerhose 2

Durch den variablen Falt-, Wickel- und Knotmechanismus sicher auch im aktuellen Jahr 2013 nach meiner Bauch-OP ein toller Begleiter, der sich an die Druckempfindlichkeit meines Bauches sowie Verbände und eventuelle Umfangsänderungen anpassen lässt.
Drei Mal dürft ihr raten, was ich für die Entlassung mit ins Krankenhaus genommen habe.

Überhaupt kann ich leider nicht mit so einer schönen Bordüre oder anderem Dekostoff aufwarten wie Natron und Soda, aber vielleicht werde ich den Teil noch besticken wenn ich wieder bei meiner Maschine bin. Oder bemalen/-stenciln?
Da ich am liebsten eine runde Kordel zum Binden nehmen will, die ich aber noch nicht habe, hab ich hinten einfach eine Art Mini-Gürtelschlaufe aufgenäht, durch die Bindewerk jeglicher Art gefädelt werden kann damit es nicht immer gleich abfällt. Erschien mir irgendwie eh praktischer als festnähen.

Das alles ändert aber nichts an dem entscheidenden Makel des nahtsparenden Schnitts: die Innenbeinnaht verzieht sich total nach hinten und verläuft damit überhaupt nicht mittig am Bein entlang, sondern sitzt hinten am Allerwertesten. Das lässt sich vermutlich verhindern, indem man die rückwärtige Mittelnaht ausgleichend länger macht als die vordere um den Mehrumfang des Allerwertesten einzukalkulieren, dennoch werde ich bei Gelegenheit vermutlich mal einen Versuch näher am Burdaschnitt starten, dann vermutlich auch mit Taschen. Wobei eigentlich nichts dagegen gesprochen hätte, hier auch welche aufzunähen. Doof nur, dass das bei schon geschlossenen Hosenbeinen irgendwie nicht mehr so richtig gut gehen will. Hmpf.

Lange Rede, kurzer Sinn: ich habe endlich eine sommer- und labortaugliche Hose, die schön luftig und trotzdem lang ist. Und bequem ist sie obendrein. Genial, so eine Fischerhose. So genial wie einfach.

Ein erster Praxistest hat dann allerdings auch gleich zwei weitere Mängel zu Tage gefördert, nämlich einmal die fehlenden Taschen, was ja eigentlich eh klar war, und dann ein ganz anderes Problem:  zu weite Hosenbeine. Auf dem Weg die Treppe hoch zum Bahngleis habe ich mich nämlich prompt mehr oder weniger auf die Nase gelegt und auch Speedwalking zurück zum Bahnhof war keine so gute Idee und hätte mich ein bis zwei Mal fast niedergestreckt.
So viel Weite hab ich im unteren Bereich (vor den Bildern oben) noch aus den Hosenbeinen genommen:

Thai-Fischerhose 3
Gibt es hier irgendwelche Thai-Hosen-Experten, die mir bei den Bundproblemen weiterhelfen können? Welchen Stoff habt ihr gewählt, gerade bei den dekorierten Varianten, und wie habt ihr Knautschprobleme und sichtbare Nähte bei einlagiger Verarbeitung gelöst?

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as grey as a rock – Projekt 12/12, Akt 2

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Eigentlich hatte ich für Februar einen anderen Plan. Einen Plan, der sich trotz Zeitmangels auch schon in der Ausführung befand als ich feststellte, dass ich keinen passenden Reißverschluss habe. Kurzerhand habe ich also umgesattelt und, inspiriert von Natrons langem Jerseykleid, (mal wieder) einen Rock genäht, auch wenn meiner nicht annähernd (nähernd *kicher*) so cool und lässig aussieht wie ihr Kleid und ich mir noch nicht ganz einig mit mir selbst bin, ob ich das jetzt tragen kann oder es bescheuert aussieht.

Ursprünglich hatte ich kurz darüber nachgedacht, einen schwarzen Rock zu nähen, aber das schrie mir dann zumindest in einem derart multikulturell durchwanderten Land wie England doch irgendwie zu sehr „Burka“.   Jetzt ist der Rock jedenfalls dunkelgrau, leicht meliert und wird natürlich mal wieder viel zu spät vorgestellt.

2-12 2013

Ich habe versucht gescheite Fotos von mir im Rock zu machen, aber das klappte mit Selbstauslöser genau so wenig zufriedenstellend (aka vorteilhaft) wie ohne, also gibt’s ihn nochmal etwas besser an der Puppe zu sehen. Oder auch nicht, denn dafür ist jetzt der Standfuß im Weg – irgendwas ist doch immer.

2-12 2013 3

Weil natürlich ein Beinkleid ohne Taschen irgendwie gar nicht geht musste selbstverständlich auch noch eine denkbar einfache Aufbewahrungsmöglichkeit dran, deren Eingriff sich mehr oder weniger gut zwischen Bund und Rock versteckt.

2-12 2013 2

akute Entzugserscheinungen – Projekt 12/12, Akt 12

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Es ist so weit, das ist hier tatsächlich das letzte Werk des Projekts 12/12, welches hiermit für dieses Jahr erfolgreich abgeschlossen ist! Anfangs war ich ja etwas skeptisch ob ich das überhaupt schaffe, aber ich muss sagen, der mentale Tritt in den Allerwertesten war wirklich hilfreich.  Es waren zwar viele kleine, einfache Projekte dabei, aber auch die hätte ich sonst vermutlich nicht alle abgearbeitetet, sondern noch weniger genäht. *schäm* Insofern war es extrem gut, ab und zu einfach mal zu denken „Mist, der Monat ist schon fast rum und ich hab noch nichts genäht! Morgen muss ich mir wirklich mal Zeit nehmen.“, auch wenn dabei vielleicht nur ein flottes Projekt rauskam. Genau so hat es mir denke ich gut getan, mir zu überlegen, was ich im nächsten Monat nähen könnte, und dabei teils auch lang angesammelte Einfachheiten abzubauen. Gestern war es jedenfalls wieder Zeit für eine eben solche.

Kennt ihr das, dass man plötzlich einfach den unwiderstehlichen Drang hat, etwas werkeln zu müssen? Auch wenn man eigentlich andere Dinge zu tun hätte? (Dabei komm ich hier eh zu nix…) Hinzu kommt natürlich, dass ich auf Unikram eigentlich eh keinen Bock habe (Zugegeben, es gibt 1000 Dinge, die schöner wären, oder?), aber mich beschleicht doch das Gefühl, dass es mir wenigstens halbwegs Spaß machen sollte, mir eine Uni für den Master oder was auch immer rauszusuchen. Vermutlich dämpft die Tatsache, dass ich dann wieder mit meinen verhassten Dozenten Kontakt aufnehmen und lang und breit erklären muss, warum ich diese und jene Uni rausgesucht habe, um ihnen dämliche Referenzen aus dem Kreuz zu leihern, das Ganze auch nochmal sehr. Zumal ich eigentlich vor hatte, mich an möglichst vielen Unis zu bewerben, die „Dozenten-Queenbitch“ aber schon angekündigt hat, maximal 5 Referenzen zu schreiben, die sie offenbar auf die Uni maßschneidern will. Ist ja super, aber eigentlich dachte ich es gehe darum, meine Leistungen akkurat und positiv darzustellen und generell anzupreisen, nicht den Unis in den Arsch zu kriechen. Was bin ich froh, wenn ich da weg bin…
Geschenke raussuchen wäre auch noch so ein Ding auf der Liste, aber das erweist sich meistens sowohl für mich selbst als auch für andere als schwierig. Was soll ich mir auch wünschen? Die FM loszuwerden und mit dem blöden Studium fertig zu sein passen wohl schlecht unter die Minitanne, die sich noch unbekleidet auf der Terrasse den Hintern abfriert…

Aber ich schweife ab. So ging’s mir jedenfalls gestern. Ich hab zwar auch erste Eis-DIY-Versuche unternommen und bin knapp alle 1 Stunde zum Eisschrank in den Keller getigert um umzurühren, aber auch das hat mich nicht befriedigt. Ich musste nähen. Es hat mich den ganzen Tag in den Fingern gekribbelt, bin ich schließlich nach dem Abendessen nicht mehr anders konnte. In weiser Voraussicht hatte ich unter anderem einen Rest grauen Wollstoff in meinen übervollen Koffer gestopft, den ich mich entsinne mal auf irgendeinem Grabbeltisch gefunden zu haben. Beim Auffalten war mir dann auch klar wieso, denn obgleich ich natürlich wusste, dass es nur knapp 35cm waren, die ich da erstanden hatte, war mir nicht bewusst gewesen, dass die so schief und schlangenlinienförmig geschnitten waren, dass  teilweise nur gute 30cm über ware Dennoch hab ich mich davon nicht abhalten lassen und den Stoff endlich seiner seit jeher angedachten Bestimmung zugeführt: einem Wednesday Winterrock.

Die Länge hab ich hinterher etwas angepasst und den Rock begradigt, da ich Schnittteile einfach erstmal aufgelegt hatte, es war ja nicht viel was da so gefehlt hat. Ansonsten ist das ganz unspektakulär, ohne viel Schnickschnack,  einfach ein grauer, schlichter Wollrock. Sollte sich ja zu vielen Anlässen passend kombinieren lassen.

12-12 2012

Was ich an Wollstoffen wie diesem allerdings nicht mag ist der latente Fusselmagnetismus, der ihnen innewohnen zu scheint. Hier kommt mir aber schätzungsweise entgegen, dass dieses Modell – im Gegensatz zum schwarzen Vorgänger – ohnehin grau meliert ist, sodass die Fussel sich weitestgehend gut verstecken dürften.

12-12 2012 (1)

Sieht ja ordentlich schief aus jetzt so von der Seite auf dem Foto…
Hinten wird der Reißverschluss von einem schmalen Stoffstreifen verdeckt, weil ich nicht das komplette Rückteil aufschneiden und neu zusammen nähen wollte um den Reisverschluss anderweitig unsichtbarer einzusetzen, und eigentlich ist das ja ein ganz nettes Detail (wenn’s nicht gerade so absteht). Mal wieder ein „Wie schaffe ich es, meinen eigenen Hintern zu fotografieren?“-Bild. Entsprechend schief. Irgendwie wollte der Selbstauslöser da aber auch keine besseren Fotos machen. Vielleicht war er etwas pikiert?

12-12 2012 (3)

Der Bund ist übrigens wieder mit Schrägband verstürzt, neben französischen Nähten eine meiner Lieblingstechniken, damit umgeklappte Wolle nicht so knubbelt.

Jacke: check, Check: check – Projekt 12/12, Akt 11

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Bekanntermaßen wird es in unseren Breitengraden zu dieser Jahreszeit nicht wärmer. Genau genommen sind die Temperaturen in London glaube ich in den letzten 1-2 Wochen vor Beginn dieses Projekts nochmal sprunghaft von 12-15°C auf etwa 5°C gefallen (Ergibt das überhaupt einen Sinn?), was natürlich das Bedürfnis nach kuschelig warmen Klamotten verstärkt.

Geschürt von diesem Wunsch und der Tatsache, dass der Fleece schon seit letztem Jahr mit diesem Verwendungszweck in den Tiefen meiner Stoffkisten schlummert (natürlich auch ganz unten) und Platz wegnimmt musste jetzt also noch eine Jacke her.
Während ich so darüber nachdachte, ob ich für die Jacke einen etwas längeren Reißverschluss als für die letzte kaufe oder was ich stattdessen tun könnte und wie die Jacke überhaupt aussehen sollte stöberte ich etwas in den Weiten des Netz, eigentlich noch auf der Suche nach Inspiration für die Fellweste. Stattdessen, oder besser zusätzlich, fand ich auch ein Westenbild, das mich spontan dazu verleitete, der Jacke eine Kapuze und Knebelknöpfe verpassen zu wollen. Hatte ich zwar auch nicht, aber was soll’s, Tante eBay war diesbezüglich mal wieder recht hilfsbereit. Und mit einem 30er-Pack Knöpfe kommt man weiter als mit einem Reisverschluss zum gleichen Preis.

Während die Knöpfe noch durch die Weltgeschichte schipperten hab ich mich dann ans Zuschneiden begeben und prompt kamen auch die Knöpfe an.

Diesmal also ohne Bündchen, dafür mit ordentlicheren Paspeltaschen, Kapuze und Knebelknöpfen mit Satinband. Und den obligatorischen „meine Kamera bleibt hochkant nicht stehen und Licht ist auch Mangelware“-Fotos. Deshalb also nicht wundern dass ich knie und viel Tisch zu sehen ist. ^^

Etwas geschlafen hab ich aber trotzdem mal wieder. Dadurch, dass ich nämlich für die Kapuze ein strategisch günstig geschwungen-geschnittenes Stück Stoff verwendet habe war, wie ich selbstverständlich erst nach meinem vermeintlichen Geniestreich feststellte, nicht mehr genug Länge für zwei lange Ärmel über. Schweren Herzens schnitt ich also den einen wieder ab und passte ihn so an das Flickwerk des anderen an, sodass sie jetzt beide eine Naht am Unterarm haben. Na ja, gibt schlimmeres. Sieht man auf den Fotos vielleicht gerade so. Dafür sind sie diesmal weiter als beim letzten Versuch, nur mit Top drunter sogar etwas zu weit.


Die Kapuze ist mal wieder mit französischen Nähten festgenäht damit man nicht auf rohe Nahtzugaben schaut wenn die Front aufgeklappt ist. Man merkt gaar nicht, dass ich diese Art Nähte mag, oder?

Die Paspeltaschen haben diesmal auch hervorragend geklappt:


Die Innentasche hab ich gleich in der Saumkante bzw. der vorderen Mitte mitgefasst, genau wie die Knöpfe. Das war allerding vielleicht keine so gute Idee, dadurch klafft die Jacke nämlich vorne auf, weil die Knöpfe die Seiten nicht so dicht zueinander ziehen. Irgendwas ist ja immer.

„Hast du einen Bären erlegt?!“ – Projekt 12/12, Akt 10

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Es wird langsam Winter, die schmusige Katze sehe ich sowieso erst zu den Weihnachtsferien wieder =( und der Winterschlaf fällt dieses Jahr leider auch wieder aus. Also brauchte ich was warmes, kuscheliges und habe eine kleine Kunstfellweste genäht.

Das Fell hatte ich glaube ich irgendwann mal im N&S-Flohmarkt gekauft und es schlummerte friedlich in den tiefen einer meiner Stoffkisten. Der untersten, um genau zu sein, aber andererseits muss ich da ja auch quasi nie dran. Dass es elastisch ist kam mir in diesem Fall sehr engegen, so brauchte ich nämlich keinen aufwändigen Westenschnitt produzieren sondern konnte mal wieder auf meinen Standard-T-Shirt-Schnitt zurückgreifen und, für noch mehr Wärme, mit Fleece füttern.

Da Kaja das Teil leider eher weniger gut steht, man an ihr nichts erkennt und es einfach nicht sitzt diesmal Fotos am lebenden Objekt, die vermutlich auch nicht wirklich besser sind. Eine schlaflose Nacht voller hin- und herwälzen und ein langer Tag in der Uni taten ihr Übriges. Merke außerdem: meine Arme sind zu kurz für halbwegs brauchbare Fotos meines eigenen Oberkörpers und die Kamera bleibt hochkant nicht stehen.

Eben jenes Fleecefutter habe ich (außer um die Armlöcher rum) kleiner zugeschnitten als die Außenweste, ursprünglich mit dem Gedanken, dass man dann die verstürzte Innenseite nicht so leicht sieht. Dann kam mir jedoch die Idee, die Weste ja auch als Wendeweste tragen zu können, in welchem Fall die Fleeceweste quasi einen Fellrand hat. Der durch’s Umfalten natürlich keinen konsequenten Strich hat, aber was soll’s, so lang ist der Flor ist eh nicht. (Um genau zu sein hatte ich eigentlich eine Weste mit längerem Flor im Kopf, aber neuen Plüsch kaufen, während ein großes Stück fast eine Stoffkiste für sich alleine beansprucht, war mir dann doch zu doof.)

Zu Schließen ist die Weste ganz simpel mit einem Bindebändchen aus Satin, das ich zwischen den zwei Lagen zwischengefasst habe. So verschwindet es bei offener Fellweste komplett im Innenteil, sollte bei geschlossener Fellweste nicht so auffällig sein und bei geschlossener Fleeceweste vielleicht noch ein nettes Dekoelement abgeben (Das klingt jetzt als hätte ich mehrere Westen genäht…), was leider daran gescheitert ist, dass sich das Ganze schlecht so eng zubinden lässt, dass das tatächlich der Fall ist, weil die Bänder natürlich wieder auseinanderrutschen. Entweder brauche ich also noch etwas Übung, oder es bleibt bei einer offeneren Weste, deren gerade geschnittenes Mittelteil nicht direkt auf eine einzelne Schleife ausgelegt ist und sich deshalb seltsam verzieht. Wobei, vielleicht wären Sicherheitsnadeln bzw. Broschen eine hübsche Alternative…

Um zu verhindern, dass die Lagen sich immer gegeneinander verschieben habe ich außerdem von der Fleeceseite einmal im Nahtschatten zwischen den Übergängen langgesteppt. Von der Fleeceseite aus sieht man das nicht und im Flor der anderen Seite geht so eine Naht ohnehin unter.

Eben war doch noch Sommer? – Projekt 12/12, Akt 9

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So kommt es mir jedenfalls vor. Nicht nur, dass ich doch „gerade erst“ im Mai heimgeflogen und jetzt schon wieder in UK bin, sondern  auch das Sommerwetter hat sich wohl für dieses Jahr verabschiedet. Was läge also näher als die Zeit vorm Unistart nochmal zu nutzen um was warmes zu nähen?

Ich weiß, ich schulde euch noch Projekt 8, aber was sind schon konsekutive Zahlenfolgen? Zu Nummer 8 hab ich leider vergessen Fotos zu machen bevor ich zurück nach UK geflogen bin, das wird also frühestens Weihnachten wieder was, denn Sommer ist hier eh nicht mehr wirklich, also hab ich die Hose daheim gelassen.

Aber zurück zu was warmem… Erinnert ihr euch noch an den „Na Sie haben wohl kein Mädchen, was?“-Fleece vom Stoffmarkt? Daraus wurde – nein, ich habe immer noch keinen Jungen 😉 – eine kuschelige Jacke. Um das Muster etwas zu entschärfen mit schwarzem Fleece kombiniert, der fasst sich allerdings etwas anders an. Eigentlich wollte ich hier auch wieder Gebrauch von meinem Schneidefuß machen, aber das hab ich schnell wieder verworfen als ich merkte, dass der Stoff sich offenbar zwischen schneiden und nähen so verschob, dass daraus nichts gescheites wurde.

Premiere dabei: Pattentaschen. Ich bin mir sicher, das wäre professioneller gegangen, aber dafür, dass ich das ohne Anleitung mit purem Vorstellungsvermögen durchgezogen habe hat es wirklich gut geklappt.

Sieht man kaum, gell? Das war allerdings auch so beabsichtigt, denn das Muster großartig zu unterbrechen wäre wohl recht wild geworden, weshalb ich auch Pattentaschen statt der üblichen aufgesetzten Kängurutaschen gewählt habe. Die Taschenbeutel sind hierbei aus einem Rest dunkelgrauen Jerseys, der mir in meinem Fundus zwischen die Finger kam, damit das nicht so aufträgt. Mal wieder mit französischen Nähten und an der Front einfach beim Reißverschluss mitgefasst. (Hier sieht man auch, dass ich den sicherheitshalber mit einem Streifen Bügeleinlage verstärkt habe damit er sich hoffentlich nicht verzieht oder wellt. Und die herrlich flauschige Inneseite des Fleece. *kuschel*)

Aber was wäre schon ein Projekt von mir wenn es retrospektiv nicht auch was zu bemängeln gäbe, das man hätte besser machen können?
In erste Linie sind das die Taschen, die in Ermangelung irgendwelcher Muster leider recht kleine Eingriffe haben. Da habe ich wohl zu sehr von „Hm, wo und wie würde ein Tascheneingriff gut aussehen? Gut, da kommt er hin.“ leiten lassen. Meine recht kleinen Hände passen gerade so rein. Und mein Handy auch. Phew.

Ein weiterer Punkt sind die Ärmel, denn der Elastizität sei Dank hab ich beim Zuschneiden leider nicht bedacht, dass ich unter so einer Jacke vermutlich meistens was drunter tragen würde. Dementsprechend sitzen die Oberarme jetzt etwas *hust* straff *hust*. Vielleicht behebe ich das nochmal mit schwarzen Fleeceeinsätzen, die natürlich ein vollkommen gewolltes und beabsichtigtes Designelement wären.

Des Musters wegen und weil sie mich außer bei Regen meistens doch nur nerven wollte ich keine Kapuze machen. Gänzlich ohne Abschluss sah die Jacke aber natürlich auch etwas dämlich aus, also hab ich als Ausgleich zum Bund einen großen Stegkragen gemacht, der seitlich mit einem großen Knopf zu schließen ist. (Es lebe die Knopflochautomatik!) Hätte ich das Kopfloch (Nein, nicht Knopfloch!) etwas kleiner gemacht wäre der Kragen vielleicht auch näher an den Hals gekommen um tatsächlich eine wärmende Funktion zu haben. Andererseits hab ich eh meistens noch ein Halstuch oder dergleichen an, dass gegebenenfalls die Lücke ausfüllen könnte.

Produkt eines regnerischen Nachmittags – Projekt 12/12, Akt 6

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Jetzt endlich auch der schon lange fertig geschriebene Eintrag zum Juni-Projekt, von dem ich leider nur auf dem Boden ausgebreitete Fotos habe.

Der Sommer machte gerade Pause und ich hatte die Zeit nochmal genutzt, diesmal die Garderobe meiner Mutter etwas aufzustocken. Aus dem Stoff hatte ich – wenig sommerlich – vor ein oder zwei Jahren schon mal einen Muff für sie genäht, diesmal sollte es also ein Rock werden. Einen passenden zur Schnittabnahme hab ich ihr auch gleich aus dem Kreuz geleiert, insofern war das weder schnitttechnisch noch aus kreativer Sicht eine große Meisterleistung, aber Mama freut sich trotzdem über was selbstgenähtes. Sie kann sich sowas eh nie in fertig vorstellen, sie sieht einen Stoff und sieht Stoff, aber kein potentielles Kleidungsstück und wie es aussehen könnte, da ist es dann immer an mir zu sagen „Daraus könnte man so und so das und das machen.“ wenn sie mit „Hm, was könnte man denn daraus machen?“ und „Meinst du, das sähe gut aus?“ kommt. Das war also mal wieder so ein Fall und als ich ihr gegen Ende eines verregneten Nachmittages schon den Rock überreichte war sie gleich in doppelter Hinsicht baff.

Leider habe ich es versäumt bei der ersten Anprobe gleich den Fotoapparat zu zücken und irgendwie hat meine Mutter den Rock dann im Sommer doch nicht angehabt, da er ihr wohl zu schick (oder dick?) war (Im Büro wird fleißig umgeräumt und ausgemistet.) oder ich weiß auch nicht was. Vielleicht hab ich ja im Herbst mehr Glück und mein Vater kann mir mal ein Bild mailen.

Und auf der Vorderseite ,bis das durch die Rundung nicht mehr möglich ist, auch die Linien aufeinander. *augenroll*

Schnitttechnisch ist das Ganze ein leicht geschwungener Bund mit je einem geschätzten viertel Teller als Vorder- und Rückseite, also insgesamt ein halber, weshalb das mit den aufeinander treffenden Linien auch nur streckenweise funktioniert. Hinten hab ich zugegebenermaßen selbst das verpennt.

Ringe unter den Augen und Falten im… Rock – Projekt 12/12, Akt 7

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Inspiriert vom letzten super schwarzen Mannheim-Besuch war ich der Meinung es sei mal wieder Zeit für einen Faltenrock. Schlicht schwarz und einfach, mit dem Potential womöglich zu fast allem zu passen.
Das ist dabei rausgekommen.

Ursprünglich war das eine einfache Bahn schwarzen Satins, von dem ich seit dem Unterrock für mein Abiballkleid immer noch ungezählte Meter übrig habe. Nach Saum, Reißverschluss und Seitennaht kamen da also einfach nur noch stupide Kelleralten rein, die überschüssige Mehrweite von Po zu Hüfte hab ich dabei auch gleichmäßig auf alle Falten verteilt, sodass diese quasi gleichzeitig als Abnäher fungieren.
Nachdem alle Falten an allen erdenklichen Stellen abgesteppt waren kam dann also nur noch rotes Schrägband innen an den Bund und fertig war der neue Rock.

Irgendwie scheint mir aber hätte etwas Mehrweite bei den Falten oder weicher fallender Stofwohl nicht geschadet. Komisch eigentlich, ich hab noch so viel von dem Satin und egal was ich daraus mache, irgendwie ist es nie wirklich der geeignete Stoff…

stressige Streifen – Projekt 12/12, Akt 5

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Der Mai ist dieses Mal bei mir ein besonders vollgepackter Monat. Erst Prüfungen, davor natürlich entsprechende Vorbereitung und ein paar andere Abgabetermine, dann zurück zu meinen Eltern, dort gleich ein weiterer Untersuchungstag beim bereits erwähnten DKD, gefolgt von 3 Tagen Messe und dann ist der Monat eigentlich auch schon wieder rum.
Deshalb musste Nummer 5 mal wieder ein entsprechend schnelles Kurzprojekt sein, das sich in ein paar Lernpausen ohne großen Denkaufwand erledigen ließ, so jedenfalls der Plan.

Komischerweise ließen diesmal trotz des vollen Terminkalenders das Kreativplateau und der Nähwahn vergeblich auf sich warten und mir fehlten im Vorhinein vollkommen die Ideen und die Kreativität. Also hab ich mich auf ein relativ langweiliges Tanktop eingeschossen, das ich aus diesem Stoff schon ewig machen wollte. So versau ich mir wenigstens vor lauter Trantütigkeit nichts, von dem ich später denken würde „Verdammt, hättest du mal bloß nicht… das wäre doch viel toller gewesen!“. Und mehr als bereits abgespeicherte super-simple Möchtegern-Ideen gab mein Hirn irgendwie auch gerade nicht her.

Heute war es dann aber endlich so weit, nachdem ich die ersten beiden (und wohl schlimmsten) Prüfungen endlich hinter mich gebracht hatte und bis zur nächsten noch ein paar Tage Zeit habe habe ich mir heute mal einen „unifreien Tag“ gegönnt und neben dem Shirt gleich noch den Rock vom letzten Monat geflickt, ein vor einiger Zeit angefangenes Jäckchen fertig genäht (mehr dazu demnächst) und ein paar zu große Shirts eingenäht. So viel dann auch zum Thema „Plan“ und „kein Nähwahn“. Dafür hat es heute aber auch erstaunlich gut und problemlos geklappt, das musste ich ja wohl auskosten.
Ich hatte schon ganz vergessen wie gut so ein freier Nähtag tun kann.

Heute gibt’s mal nur Fotos an Kaja, der Sommer lässt hier in UK irgendwie gerade noch auf sich warten, da hatte ich keine Lust mich aus meinen dicken Sachen zu schälen.

Der Stoff ist übrigens ein toller Rippenstoff und die dunklen Streifen eher seehr dunkelblau als schwarz. Hab ich glaube ich glaubt meine Mutter irgendwann mal bei Karstadt gekauft („Der Stoff kommt mir bekannt vor!“ – „Ach ja? Na ja, den hab ich schon länger, keine Ahnung ob wir den zusammen gekauft haben.“ – „Jaa, bei Karstadt, oder?“ – „Öhm… kann sein?“ Sonst erinnert sich meine Mutter nie an sowas.)  Ist aber schon länger her.
Jetzt brauche ich bloß noch sowas wie Sommer. Vielleicht hab ich ja in Deutschland mehr Glück.

Busy business – Projekt 12/12, Akt 4

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Haha, Ausnahmen bestätigen die Regel! Ich habe es tatsächlich mal geschafft, ein Ergebnis von 12/12 im richtigen Monat zu posten, Wahnsinn.

Ich habe mir schon vor Längerem mal vorgenommen, mir ein paar businesstaugliche Klamotten zu nähen, da sowas in meinem Kleiderschrank nahezu komplett fehlt (und dazu sogar angefangen einen Post zu verfassen, aber ihr kennt mich ja…). Da ich nicht gleich den geplanten Stoff verhunzen wollte und der ohnehin in England lag, während ich bei meinen Eltern war, hab ich mich mit Hertas Hilfe an schwarzem Satin vergangen und einen schlichten Businessrock genäht. Jedenfalls weitestgehend, den Bund und den restlichen Reißverschluss hab ich nämlich doch erst in UK mit Ruby gemacht, Herta hat für Reißverschlüsse einfach nicht die richtige Einstellung. Man kann die Nadel nur nach links oder in die Mitte stellen, was mich ohnehin immer ganz verrückt macht, und dann stimmt der Abstand zum RV-Füßchen einfach nie – entweder zu weit von den Zähnchen entfernt oder so nah dran, dass man den Verschluss nicht mehr aufkriegt. Ein Zwischending ist praktisch nahezu unmöglich und wenn dann sehr unpraktisch, kompliziert und unordentlich, also hab ich es nach einigen Auftrennsessions und Gefluche gelassen. Der Schlitz hinten hat auch etwas darunter gelitten, dass ich den benötigten Überstand auf der einen Seite nicht anschneiden konnte sondern drannähen musste, aber das fällt vermutlich live eh wieder nur auf, wenn man darauf achtet oder es weiß. Außerdem kommt der „richtige“ Rock zum geplanten Ensemble ja eh erst noch.
Der fertige Rock gefällt mir aber trotzdem ganz gut. Schlicht, elegant, nicht so voller Fussel wie mein Wednesday-Wollrock, der sonst für solche Gelegenheiten immer herhalten musste…

Nun ja, nachdem ich den Rock mittlerweile auch mal ausgeführt habe kann ich leider zwei Dinge sagen: der Bund ist wie man vielleicht sieht noch zu weit (okay, ist ja kein großes Ding) und der Rock hat es leider nicht ganz überlebt – vielleicht war Speedwalking zum Bahnhof dann doch zu viel. Wieder zuhause durfte ich nämlich leider feststellen, dass an der rechten Seitennaht und leicht auch in der hinteren Mittelnaht oberhalb des Schlitzes der Stoff  ausgerissen ist. =( Satin für so einen Rock mit begrenzter Schrittkapazität zu nehmen war wohl keine so gute Idee. Schade eigentlich, denn ansonsten fand ich den Stoff sehr passend. Hier mal das drastische Ausmaß der Tragödie (hinten ist es dagegen kaum sichtbar):

Ich werde wohl mal versuchen, das Ganze mit Vliesline zu verstärken, aber große Hoffnungen, dass das auf Dauer hält brauche ich mir wohl nicht machen. Schade, aber na ja, eigentlich war es ja eh nur eine Art Probestück, das so lange herhalten sollte, bis ich zum „real deal“ komme. Damit sollte ich mich vielleicht besser beeilen.