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Augen auf beim Stoffkauf

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Das kommt wohl davon, wenn man der Verkäuferin beim Zuschneiden mal nicht auf die Finger guckt:

KarstadtKiel

Bestellt und bezahlt habe ich übrigens einen Meter, bekommen aber wie ihr seht nicht mal 90cm. Leider habe ich die „Zahlenschwäche“ der Verkäuferin erst daheim bemerkt, sonst hätte ich der sicher was erzählt…
Herzlichen Dank auch, Karstadt Kiel! Läge mein nächster Besuch in Kiel nicht ohnehin noch ungeplant in weiter Ferne würde ich ja sagen: ihr seht mich so schnell nicht wieder.

Ein paar Zahlen zu viel hab ich hingegen neulich bei dem grauen Jerseycoupon vom Expo-Stoffmarkt entdeckt.

here's my number baby
Kaum minder ärgerlich, aber den hab ich wenigstens selbst schlampig ausgesucht, außerdem war günstiger und die betroffene Fläche ist deutlich kleiner als die oben unterschlagene. Wer rechnet auch schon mit sowas?

Oder soll das etwa die Rache der Stoffbilanz-Götter sein? Hey, die sind doch gar nicht für mich! Außerdem hab ich trotz der Käufe für Geschenke & Co. eine positive Abbaubilanz. Also, positiv im Sinne von negativ, die Massen sind nichtsdestotrotz weniger geworden. Kann ja wohl nicht angehen hier…

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Ich habe gesündigt

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… denn gestern war ich auf dem deutsch-holländischen Tuch- und Stoffmarkt von Expo Concept in Darmstadt. Davon hatte ich nur zufällig durch einen Kumpel erfahren, aber da ich tatsächlich noch ein paar Stoffe für Weihnachtsgeschenke brauchte (Brauchte!) sind wir zusammen hingefahren. Trotz der Unmengen von Stoffen in meinem Fundus und dem eigentlichen Enthaltsamkeitsgedanken hatte ich nämlich genau solche Stoffe, wie ich sie für die Geschenke brauche, natürlich nicht.

Stoffmarkt

Bisher war ich ja immer nur auf dem Stoffmarkt Holland in Mannheim gewesen, der gestern auch in Frankfurt gastierte, aber da dessen Herbsttermin in Mannheim quasi immer auf das Wochenende nach dem Geburtstag meiner Cousine fällt beschränkten sich meine Stoffmarktbesuche bis dato auf Frühjahr/Sommer. An besagten Herbstterminen war ich dann nämlich meistens mit Futtern beschäftigt. Dieses Jahr bot sich dieser Alternativtermin also insofern geradezu an und außerdem war ich ehrlich gesagt auch neugierig, wie die verschiedenen Märkte wohl zu vergleichen seien.

Leider hatte ich meinen Fotoapparat nicht dabei (und hatte womöglich auch vor lauter Stoffe gucken und angrabbeln und zu Ständen vorkämpfen gar nicht den Nerv gehabt, noch Fotos zu machen), deshalb kann ich leider nicht mit atmosphärischen Großkampffotos dienen sondern setze zu einem langatmigen Vergleichstext an und schiebe die Fotos meiner Beute zwischenrein. Sorry Leute!

Stoffmarkt 2
Zuerst fallen da direkt die Unterschiede der Austragungsorte auf, die natürlich primär den verschiedenen Städten beziehungsweise Standorten geschuldet sind und vermutlich auch bei den jeweiligen Terminen des gleichen Marktes in anderen Städten anders ausfallen können. Während der Stoffmarkt Holland in Mannheim auf dem neuen Messplatz (anscheinend nur im Frühjahr, im Herbst ist er wohl auf dem Marktplatz) ein geordnetes Areal mit angrenzendem großen, kostenlosen Parkplatz hat befand sich der Expo-Markt in Darmstadt auf dem Friedensplatz quasi mitten in der Stadt. Parken ist in Innenstädten ja bekanntermaßen eher schwierig und so haben wir sicherheitshalber gleich auf dem berühmt-berüchtigten „Parkplatz“ in der Hügelstraße geparkt und einen etwa 10-minütigen Fußmarsch eingelegt.
Wenn man nun bedenkt, dass Stoffe gerne mal schwer sind und man bei einem größeren Einkauf ganz schön was zu schleppen haben kann ist ein Parkplatz direkt neben dem Markt natürlich viel praktischer. In Mannheim habe ich so gerne mal zwischendrin schon ein paar Tüten in den Kofferraum geladen oder einfach eine kleine Stärkung eingeworfen. Das fiel natürlich in Darmstadt gestern weg und ich musste Tüten und Verpflegung die ganze Zeit mit mir rumtragen. (So kann man seinen Kaufrausch natürlich auch zügeln…)

Stoffmarkt 6
Ebenfalls auffällig war beim Expo-Markt, dass er im Vergleich viel unübersichtlicher aufgebaut war. Beim Stoffmarkt Hollanden waren die Stände in parallelen Reihen aufgebaut und man konnte dementsprechend gut und gemütlich alles abgrasen. In Darmstadt hingegen herrschten, der Location wegen, beinahe labyrinthische Verhältnisse und ich hielt den Markt erst für viel kleiner als den in Mannheim, da man einfach auf den ersten Blick nur wenig davon sah und sich viele Stände erst nach und nach offenbarten während man sich durch die kreuz und quer gestreuten „Gassen“ kämpfte. Im Nachhinein kann ich gar nicht sagen, welcher Markt mehr Stände zu bieten hatte, da der in Darmstadt einfach so unübersichtlich war, dass ich die eigentlich Größe und tatsächliche Verkaufsfläche vor lauter Hindernissen gar nicht einschätzen kann. Er war zwar schön, aber irgendwie schlecht zu über- oder durchschauen und da es keine natürliche oder sinnvolle Laufroute gab musste man schon ein Bisschen aufpassen, dass man am Ende auch wirklich alles gesehen und nichts vergessen hatte, während an manchen Ständen doch automatisch mehrfach vorbeikam.

Stoffmarkt 4
Das Angebot der Märkte ist in vielen Punkten quasi gleich, es gibt Polsterstoffe, Markenstoffe, Patchworkstoffe, Jerseys, Baumwolle, Jeans, Cord, Kinderstoffe, Wachstuch und so weiter und so fort, sowie natürlich Kurzwaren und das eine oder andere Bastelzeug. Was ich jedoch gestern in Darmstadt gar nicht bewusst gesehen habe waren Satin und sowas wie Chinajaquard, wobei ich natürlich nicht weiß, ob es das vielleicht auch in Mannheim nur saisonal auf den Frühjahrsterminen gibt oder ich es auch einfach nur übersehen habe.

Stoffmarkt 7
Dafür ist mir in Darmstadt eine höhere Zahl an Ständen mit fertigen Produkten auch abseits des Näh- und DIY-Milieus aufgefallen, zum Beispiel gab es gleich mehrere Stände mit Taschen, Lederwaren, Schals, Schmuck oder anderen Accessoires, während es in Mannheim nur vereinzelt Stände gab, die zusätzlich zu ihren Stoffen auch einige fertige Nähwerke verkauften. Das mag zwar schön sein, aber ehrlich gesagt fand ich diese für mich eher irrelevanten Stände inmitten der Stoffe nicht nur etwas willkürlich verteilt, sondern teils auch irritierend oder ablenkend, es hätte mir wohl besser gefallen, wenn solche Stände gesammelt an einem Ende des Marktes zu finden gewesen wären.

Stoffmarkt 5

Vielleicht war ich einfach ein Bisschen übersättigt von den Massen an Stoffen, die sich schon in meinem Besitz befinden, aber diesmal war glücklicherweise auch gar nicht so viel dabei, was unbedingt mit nach Hause kommen wollte. Obwohl – oder gerade weil? – ich vielfach den Eindruck hatte, die Stoffe schon zu kennen. Punkte, Sterne, Eulen, Karos, … im Vergleich zu meinem letzten Besuch in Mannheim scheint sich an den „Stofftrends“ nicht viel geändert zu haben, wobei ich da durchaus noch den einen oder anderen Obstprint gesehen hatte, den ich in Darmstadt nicht entdecken konnte. Tatsächlich wurde ich erst an zwei der letzten Stände unserer Route fündig, vorher hatte ich insbesondere die Jerseycoupons irgendwie vermisst.
Außerdem meine ich mich erinnern zu können, dass viele Stoffe auf dem Stoffmarkt Holland günstiger waren als auf dem Expo-Markt. Dort schien es mir als gebe es kaum etwas, das weniger als 10€ pro Meter kostete, selbst bei den einfachen Baumwollstoffen, die ich vom Stoffmarkt Holland mit 6-8€ in Erinnerung habe.

Stoffmarkt 8
Trotzdem bin ich wie gesagt fündig geworden und kann stolz berichten, dass ich tatsächlich gleichzeitig asketisch meinem Vorsatz treu geblieben bin und nichts für mich mitgenommen habe. Na gut, ein paar Steckschließen für eine Tasche hab ich doch gekauft, aber das ist ja kein Stoff, also zählt das ja quasi nicht, oder?

Hier also ein Gesamtbild meiner Ausbeute für diverse Geschenke plus besagte Steckschließen:

Stoffmarkt 3
Jerseys in Braun, Grau, Braun mit beigem Paisleymuster, Blau mit barocken Schnörkeln, Grau mit Schnörkelrauten in Offwhite und ein toller mit Waben und Rauten in verschiedenen Rottönen. Na ja, und die Steckschließen natürlich.

Besonder der Rote hat es mir angetan, im Nachhinein bereue ich es ein Bisschen, nur genug für einen Schal für meine Mutter mitgenommen zu haben.

Stoffmarkt 9
Wie schon beim letzten Mal bekam ich übrigens auch wieder den einen oder anderen amüsanten Wortwechsel mit, so zum Beispiel, als ein kleines Mädchen ihren Opa fragte, wie viel ein Stoffcoupon koste. Er antwortete 6€ und die Kleine entgegnete unschuldig: „Ich habe 2… dann fehlen mir noch 4.“ (Natürlich wäre es jetzt böswillige Unterstellung zu mutmaßen, dass sie ihren Opa damit unauffällig um einen Zuschuss bitten wollte.)
Oder die zwei Mädels im Alter von etwa 10-12 Jahren, von denen die eine die andere ermahnte: „Jetzt komm endlich, wir sind hier um Stoffe zu kaufen, nicht um schönen Röcken nachzugucken!“

Stoffmarkt 10
Außerdem gut war, als Djendja, kaum von den weichen Kunstfellen, an denen er sicher 10 Minuten hing, losgeeist, an einem Perlenstand hängen blieb und der Verkäuferin auf Nachfrage, wofür er die denn brauche, erklärte er suche etwas für’s LARP und sie nur mit einem Kopfnicken antwortete: „Ach, davon hab ich schon gehört, aber mein Sohn kennt sich da aus.“ Leider hatte der sehr gutaussehende junge Herr Kundschaft und konnte nicht mehr als ein wohlwollendes Nicken und Lächeln in unsere Richtung erübrigen, dabei hatte es durchaus den Anschein, er hätte sich gern zu einem Schwätzchen hinreißen lassen. (Hübsche junge Männer und Stoff… was will man mehr?)

Dafür habe ich aber eine nette Geste mitbekommen, über die ich etwas schmunzeln musste: ein junges Mädchen kaufte im Beisein ihrer Mutter einen Meter der 8€-Stoffe und wollte bezahlen, da sagte die Verkäuferin doch glatt mit einem Grinsen: „7,20€ bitte, bei mir gibt’s nämlich Teenie-Rabatt.“ *kicher*
Als wir schon am Gehen waren sahen wir außerdem einen Mann, der einer betagten alten Dame hinterherlief um ihr einen 20€-Schein in die faltigen Hände zu drücken und dachten erst, sie habe Geld vergessen, da bat er sie, ihr die Stoffe schenken zu dürfen – was sie wiederum kaum annehmen wollte mit der Begründung „Aber Sie müssen doch auch von was leben!“

vom holländischen Stoffmarkt und deutschen Tomaten

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Am vorletzten Samstag war es endlich wieder so weit: holländischer Stoffmarkt. Ich liebe ihn. Mein Geldbeutel nicht so sehr.

Mein erster Stoffmarktbesuch liegt schon einige Jahre zurück und hat mich vor allem eines gelehrt: Stoffmarkt ohne Auto oder zumindest irgendeine Art von Rollkoffer oder Einkaufstrolley ist keine gute Idee. Damals hatte ich noch keinen Führerschein, meine Eltern setzten mich bei brütender Hitze unterwegs ab, ich trat Stunden später völlig fertig und überlagen wie ein Packesel den Rückweg mit Straßenbahn und Zug an und war dementsprechend gänzlich platt als ich mich endlich wieder bis nach Hause vorgekämpft hatte.
Danach war ich nur noch einmal mit Gruftmuffel mit dem Auto da, dann kamen immer andere Dinge dazwischen, Familienfeiern, Auslandsstudium, … und ich war seit langem nicht mehr da.

Diesmal hat’s aber endlich mal wieder geklappt und Gruftmuffel, Schimmernde Rebellion und ich haben das Ganze zu einem N&S-CT erklärt und mit einem netten kleinen Picknick (Tomaten!) am Neckar verbunden. Soom war eigentlich auch noch eingeplant aber leider kurzfristig krank und die sonst so eifrige Morag war auch verhindert.
Nichts desto Trotz und obwohl ich mich dummerweise erstmal total verfahren und später beim Picknick dann das Etui meiner Sonnenbrille verloren habe war es ein schöner Tag und neben den benötigten Garnkonen ist mir natürlich auch das ein oder andere Stöffchen in den Kofferraum gehüpft:

Im Einzelnen sind das:

Zebreajersey und ein elastischer Spitzenstoff

dunkelrot-schwarz gemustertes Elastik-irgendwas

schwarzer Totenkopfjersey und, ganz die andere Schiene, putziger Eulenjersey

graue Sternchen-Baumwolle

Fleece mit Totenköpfen und Sternen, der die Frau vor mir (die u.a. nach Pinguinen, Walen und Giraffen für ihre Tochter gefragt hatte)  als sie denn eeeendlich fertig war dazu veranlasste meinen Wunsch mit einem amüsierten „Na, Sie haben wohl kein Mädchen, was?“ zu kommentieren. Ihren Blick auf mein „Nein, ich habe überhaupt keine Kinder – das ist für mich.“ habe ich leider nicht gesehen, aber ich kann ihn mir in Etwa vorstellen. =P

Damit ist auch schon wieder Schluss für heute, aber da mein ursprünglich geplantes Praktikum sich leider als todlangweilige Nullnummer ohne sittlichen Nährwert entpuppt hat und das neue, das ich glücklicherweise über Umwege bekommen habe, erst am 17. anfängt hoffe ich, bis dahin die Zeit auch noch ein bisschen zum nähen nutzen zu können. Und wenn ich wieder für mich selbst nähe sollte es auch wieder früher Fotos geben als für das Juniprojekt für meine Muter, in das ich sie für Fotos natürlich mal wieder nicht reinzukriegen scheine.