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In der linken Ecke: Rot!

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In letzter Zeit habe ich ja wieder häufiger gehäkelt, in Ermangelung einer Nähmaschine. Da ich gehäkelten Kleidungsstücken gegenüber aber erstmal skeptisch (oder einfallslos, wie mein Pinterestboard jetzt zeigt) war brachte mich Goldkind freundlicherweise auf die Idee, ich könne doch eine Decke häkeln, zum Beispiel Granny Squares. Statt in quietschbunt mit nur einigen ausgewählten Farben. Die Idee gefiel mir, also habe ich mich auf die Suche nach passenden Mustern gemacht und ganze Tage auf Pinterest und Ravelry zugebracht. (Randnotiz: Macht euch auf eine Bilderflut [neudeutsch: „picspam“] gefasst.)

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Das Muster, mit dem Goldkind mich angefixt hatte, finde ich nach wie vor toll, aber mal abgesehen davon, dass es mein Können womöglich doch noch um einiges übersteigt: für eine warme Decke wollte ich eigentlich nicht unbedingt so viele Löcher. Verschiedene andere Muster haben mir auch gut gefallen, auch wenn nicht alle Granny Squares waren. Einerseits wollte ich gerne etwas geekiges, zum Beispiels Star Wars oder ein Periodensystem oder Totenköpfe, aber irgendwie wollte sich da auch nichts 100%ig passendes, abwechslungsreiches ohne tausend Löcher finden lassen, und andererseits sind andere Muster ja schon auch schön… Zwischenzeitlich habe ich mich Hals über Kopf in Buntglasdesigns verliebt, die aber a.) leider alle Kaufmuster zu sein scheinen und b.) mein Können vermutlich auch etwas überschreiten. Sowas steht zwar für die Zukunft auf jeden Fall auch noch auf meiner Liste, aber ich glaube, so viele Decken, wie ich nach meiner Mustersuche häkeln wollte, kann ich meinen Lebtag lang nicht brauchen. Geschweige denn auf meinem Zweisitzersofa unterbringen.

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Nach langer Recherche und noch längerem hin und her überlegen habe ich mich schlussendlich für ein Muster entschieden, dass eigentlich ziemlich einfach – und keine Granny Squares – ist, aber mich insbesondere in der abgebildeten Farbkombination irgendwie nachhaltig begeistert hat: ein Corner to Corner (oder C2C) Afghan. (Warum das Ganze ausgerechnet Afghan heißt weiß ich übrigens auch nicht so genau.) Statt wie angedacht vier solcher Segmente zu machen wollte ich aber lieber nur eins, also eine Reihe Diagonalen wie auf dem Bild, das mir bei Pinterest als oberstes angezeigt wurde und mein Herz im Sturm erobert hat.

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Die Beschaffung der Wolle war nicht so ganz einfach, da es irgendwie von keiner Wolle alle benötigten Farben gab und ich so auf verschiedene Hersteller zurückgreifen musste, aber im Endeffekt hat es doch geklappt. Die rote und hellgraue Wolle sind zwar etwas dicker als die restlichen Farben, aber zum Glück nur minimal. Die dunkelgraue Wolle sah dafür auf dem Foto viel dunkler aus als in echt, sodass der Kontrast nicht ganz so stark ist wie gewünscht, aber ich finde es noch in Ordnung.
Ein weiteres Problem war, dass ich überhaupt nicht einschätzen konnte, wie viel Wolle ich brauchen werde. Beim ravelry-Projekt stand nur irgendwo in den Kommentaren, dass von jeder Farbe in Etwa gleich viel gebraucht worden sei, aber da ich ja nicht das komplette 4-teilige Muster gehäkelt habe stimmte das bei mir, wie sich später rausstellte, auch nicht.

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Ich habe jedenfalls von jeder Farbe großzügige 500g gekauft, außer von Hellgrau und Rot, die in 400g-Knäulen kamen. Das stellte sich als maßlose Fehlkalkulation heraus, denn ich habe gerade mal einen Bruchteil davon gebraucht. Um genau zu sein 73g Rot, 109g Dunkelrot, 118g Schwarz, 131g Dunkelgrau, 170g Hellgrau und gerade mal 62g Weiß, gemessen nach dem Prinzip „angeblich wog das Knäuel vorher x g, jetzt noch y, also hab ich sowie verbraucht“. Da die fertige Decke 684g wiegt (so gut sich das halt auf einer kleinen Küchenwaage wiegen lässt) kann das so auch nicht 100% (jetzt hatte ich doch tatsächlich „100g“ geschrieben…) hinhauen, aber ich gehe einfach mal davon aus, dass die Knäule im Zweifelsfall etwas mehr wogen.
Was die Größe angeht misst die Decke übrigens 130×184 cm, da ich pro Farbe immer 5 statt nur 3 Reihen gehäkelt habe. Irgendwo muss ich die fehlenden 3 Rechtecke des Originalpuzzles ja wieder wett machen. Im Übrigen habe ich mich auch beim Zeitaufwand ziemlich verschätzt, die Decke war nämlich nach nicht mal 2 Wochen fertig und ist somit viel schneller gewachsen als ich gedacht hatte. Diese kleinen Quadrate sind aber auch irgendwie süchtig-machend. „Nur noch diese Reihe fertig… Nur noch das erste Quadrat der neuen Reihe… Okay, nur noch diese eine Reihe… Jetzt aber wirklich…“ – ich konnte die Decke einfach nicht mehr aus der Hand legen und musste mich Abends regelmäßig zwingen, endlich ins Bett zu gehen statt zig mal „nur noch eine Reihe“ zu häkeln.

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Deshalb hat es mich auch gar nicht soo sehr geärgert, als ich einmal fast am Ende einer Reihe festgestellt habe, dass ich in der davor einen dummen Fehler gemacht hatte und deshalb die je 125cm beider Reihen nochmal aufribbeln und 250cm neu häkeln musste. Hat ja aber auch nicht lange gedauert.

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Jedenfalls kann man es sich mit der Decke ordentlich auf der Couch bequem machen:

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Na ja – so bequem es halt auf der blöden Mini-Couch geht.

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Generell kann man aber in allen möglichen Positionen damit auf der Couch lümmeln:

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Kurz gesagt: ich liebe meine neue Decke. 🙂 Auch wenn sie durch die Quadrate zugegebenermaßen doch gelegentlich mehr Löcher hat als vorgesehen beziehungsweise ziemlich elastisch ist wenn man sie zum Beispiel hochhebt oder -zieht. Aber das ist schon in Ordnung so. Decke5

 

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Herbst im Advent?

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Dass ich im grünen Forum an einem Adventskalender-Swap teilgenommen habe wisst ihr ja bereits, denn ich konnte mit meiner Freude über meinen Kalender von Todeszebra ja nicht hinter dem Berg halten.
Natürlich habe ich aber selbst auch einen Kalender zusammengestellt und mit Basteleien und anderen Dingen befüllt, und zwar für die liebe Lilienkind. Weil die jetzt alle Geschenke ausgepackt haben sollte kann ich euch dann endlich zumindest die selbstgemachten auch zeigen. Der Rest hat der Beschenkten zwar glücklicherweise auch gefallen, ist aber hierfür erstmal unwichtig.

Ihrem Steckbrief zufolge mag Lilienkind unter anderem die Natur, Blätter, Eiche(l)n, Windlichter und Dinge, bei denen man noch erkennt, dass sie aus Holz gemacht sind. Daran habe ich mich dann hauptsächlich orientiert und so ist ihr Adventskalender etwas jahreszeitenuntypisch recht herbstlich ausgefallen.

Zum Thema Blätter und Windlichter fiel mir sofort etwas ein, nämlich mit buntem Herbstlaub dekorierte Teelichthalter aus Glas. Dafür habe ich einen gemütlichen Spaziergang gemacht und Blätter gesammelt, die ich hinterher – ganz wie als Kind – zwischen zwei Lagen Zeitungspapier in einem dicken Buch getrocknet habe.
Danach habe ich meinen alten Serviettentechnikkleber rausgekramt und die Blätter damit auf ein etwas größeres Glas geklebt und großzügig mit dem Kleber bestrichen. Bei den dünnen Blättern hat das ganz gut geklappt, die dickeren hingegen brauchten etwas Überredung, da sie anscheinend so steif waren, dass ich sie länger ans Glas drücken musste, bis sie sich der Form zumindest größtenteils beugten. Das erforderte etwas Geduld und Fingerspitzengefühl, hat sich aber finde ich gelohnt.
Nachdem der Kleber durchsichtig getrocknet war habe ich das Ganze zur Sicherheit noch mit nicht enflammbarem Klarlack eingesprüht und ta-da:

Herbstteelicht
Testweise mal beleuchtet sieht es dann so aus. Schön gemütlich, oder?

Herbstteelicht 2
Weil mein Wichtelkind außerdem hatte verlauten lassen, dass es stimmungsvolle Dekoration mag, dachte ich mir, dass es ja nicht unbedingt bei einem Windlicht bleiben müsse, und habe mich an einem Stück orientiert, das bereits bei uns auf dem Wohnzimmertisch steht: ein Teelichthalter aus Treibholz. Gut, Treibholz vom Bodensee war jetzt spontan nicht aufzutreiben, aber glücklicherweise habe ich bei meinem Waldspaziergang doch ein paar Stücke Holz gefunden, die schon „organisch“ genug waren um natürlich auszusehen, ohne vermodert zu sein.
Das habe ich dann gründlich abgebürstet und gereinigt, ehe ich es erstmal sicherheitshalber zum Trocknen in den Heizungskeller legte. Danach brauchte ich nur noch mit dem Forsterbohrer drei Aussparungen bohren, in die die Teelicher perfekt reinpassen, und fertig ist die charaktervolle Holzdeko:

Holzteelicht
Holzteelicht 2
Und als ob zwei Utensilien für Zimmerfeuer im Miniaturformat noch nicht genug wären hab ich noch ein weiteres Glas verziert, diesmal allerdings mit silberner Farbe und Schablonen-Tupftechnik. Lilienkind mag nämlich auch den Landhausstil, und auch meine ursprüngliche Idee etwas anders aussah hoffe ich doch, hiermit die richtige Richtung eingeschlagen zu haben.

Landhausteelicht 2
Das ließ sich wegen der hohen Transparenz nur schlecht fotografieren und wurde daher für die Bilder mit buntem Papier gefüllt, aber beleuchtet sieht es eh wieder viel schöner aus:

Landhausteelicht
Kommen wir endlich mal weg von den Kerzenhaltern und hin zu den eher nützlichen Kleinigkeiten des Kalenders, denn auch davon hatte Lilienkind welche auf ihrer Wunschliste stehen. Mit dabei: Maschenmarkierer. Dazu gibt’s eigentlich nicht viel zu sagen… etwas Nylondraht, Quetschperlen und verschiedene Dekoperlen später war eine kleine Armee von Maschenmarkierern geboren und mir dünkte, Lilienkind werde nie so viele Hände (oder Strickteile) haben, um sie alle auf einmal in Gebrauch zu haben. Aber wer weiß…

Maschenmarkierer 2
Das langwierigste daran war jedenfalls das Warte auf die Quetschperlen, die einfach nicht ankommen wollten… Zum Glück kamen sie dann kurz vor knapp doch noch, um sich mit ihren Kumpanen von wegrutschenden Drähten durchs Wohnzimmer katapultieren zu lassen. (Muss schließlich ein Heidenspaß für die Dinger sein… wie Achterbahn fahren oder Fallschirm springen!)

Maschenmarkierer
Mit fallschirmartigen Abgängen kennen sich vielleicht auch diese fallenden Blätter aus.

Notizbuch
Die habe ich auf eine Miniaturbuchhülle gestickt, weil der Steckbrief besagte, dass sich über hübsche Notizbücher gefreut würde. Ein vielleicht nicht ganz so hübsches Exemplar hab ich dann selbstverständlich reingesteckt.

Notizbuch 2
Hierzu gibt es auch mal wieder eine kleine Anekdote aus dem Hause knaxgurke. Als ich nämlich in meinem Zimmer saß und an der Hülle werkelte mahnte mein Vater plötzlich durch den Türspalt: „Mach das ja ordentlich!“ Auf mein etwas irritiertes „Äh, ja, natürlich?“ antwortete er dann: „Gut… Was machst du da eigentlich?“
Bei der Inspektion der fertigen Hülle – die übliche Qualitätsprüferin durfte hier leider ihre Nase nicht reinstecken, weil Lilienkind eine Katzenhaarallergie hat – hatte er dann zu vermelden: „Das ist aber schööön.“

Notizbuch 3
Und damit wenigstens auch noch ein Bisschen was weihnachtliches den Weg in den Kalender findet bin ich noch Lilienkinds Wunsch nach Untersetzern für Tassen oder Gläser nachgekommen. In Form lace-gestickter Schneeflocken.

Untersetzer
Die können sogar eine zweite Schicht als Tannenbaumanhänger schieben und sind bei genauerem Hingucken steampunk-inspiriert.

Eine weitere Jahreszeit hat sich dann mit dem kleinen Kosmetiktäschen in den Kalender gemogelt, welches sich Lilienkind „für das nötigste“ gewünscht hatte.

Kosmetiktasche
Lustigerweise hatte ich sogar einen Reißverschluss in exakt der passenden Farbe und Länge da, obwohl ich sonst, außer dem Stoffrest, eigentlich absolut gar nichts in der Farbe hatte. Das Futter ist allerdings hell, damit man den Inhalt hoffentlich besser findet.

Kosmetiktasche 2
Als letztes selbstgemachtes Geschenk gäbe es dann noch ein paar Haarspangen zu zeigen, die dafür sorgen, dass sich auch der herbstliche Kreis wieder schließt.

Haarspangen
Wegen Lilienkinds Vorliebe für Eicheln habe ich bei meinem Spaziergang nämlich auch davon welche gesammelt und sie, zusammen mit etwas Bastelfilz, zu einem kleinen Laubarrangement für die Haare verarbeitet.

Haarspangen 2
Haarspangen 3
Zu den 24 Päckchen dazu gab’s dann noch eine Karte nach Centis Vorbild und, zum restlichen Kalender eigentlich völlig ohne Bezug, für jedes Geschenk einen Pacman-Anhänger, der die Nummer des entsprechenden „Päc-chens“ mampft. Die hab ich aber dummerweise nicht mehr fotografiert.

Karte

fallen leaves

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Der Herbst steht vor der Tür und ist für mich eine Zeit, die gerade endlich mal wieder zum Basteln einlädt und inspiriert. Dass ich das viel zu lange nicht mehr richtig gemacht habe merkt man vor allem daran, dass meine Mutter seit Jahren immer wieder und wieder die gleichen eher weniger schön geratenen Basteleien aus meinen Kindertagen an die Küchentür hängt. Obwohl da mittlerweile durch’s häufige Ankleben und Abnehmen doch schon das eine oder andere Gliedmaß der Figuren fehlt…

Beim Anblick einer einzelnen schiefen Fledermaus, die gefühlt von den Ferienspielen 1998 stammen dürfte, kam mir jedenfalls die Idee, dass ich ja mal ein paar neue, schönere Fledermäuse basteln könnte. Der Schrank im Keller, in dem sich Spiele und allerlei alte Bastelmaterialen befinden müsste ohnehin mal wieder aufgeräumt und entrümpelt werden, da böte es sich ja an, gleich mal ein paar Materialen zu verbrauchen. Außerdem wollte ich ja noch einen Blumenstecker für meine neue Pflanze basteln…

Bevor ich mich an den Schrank machte entsann ich mich aber noch einiger pastellfarbener und schwarzer Papierbögen in meiner Kommode und Centis herbstlichem Bastelbeitrag neulich. Dass ich darauf nicht früher gekommen bin… dabei haben sich meine Bastelarbeiten der letzten Jahre doch quasi fast ausschließlich auf Schneeflocken nach dem selben Prinzip beschränkt.

Herbstdeko 14

Herbstdeko 13

Herbstdeko 12

Herbstdeko 11

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Neben verschiedenen Blätter habe ich dann auch gleich noch ein paar Pilze, Geister und Kürbisse gemacht. Leider kam mir die Idee aber natürlich erst, als ich das leuchtend orangene Papier schon für die Blätter verwendet hatte. Immerhin ein kleiner Rest orangener Tonkarton war dann aber noch im Kellerschrank versteckt.

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Herbstdeko 3

Herbstdeko 8
Das ist übrigens das Ergebnis einer erneuten Datenrettung von meiner „neuen“ Speicherkarte – „corrupt JPEG data: premature end of data segment“. Ja, genau, das Mistding hat doch glatt wieder alle Fotos gelöscht als ich versucht habe, selbige auf meine Festplatte zu kopieren! Da ich die Karte ja nun vor nicht mal einem Monat erstand habe ich mich jetzt mal an den Verkäufer gewandt, kann ja wohl nicht angehen, dass sie keine 4 Wochen durchhält und dabei auch noch meine Fotos schrottet.

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Aber zurück zu den Blättern, anscheinend habe ich nämlich sogar so viele von den Teilen gebastelt, dass meine treue Nagelschere, die ich schon seit Jahren zum Fäden abschneiden und für ähnliche Fummelarbeiten zweckentfremde, kurzentschlossen das Zeitliche segnete. Die Schraube war zwar flugs wieder festgedreht, lockerte sich beim schneiden aber mindestens genau so schnell wieder, sodass sie bereits nach dem ersten Blatt wieder so wackelig wurde, dass es unmöglich war, damit präzise zu schneiden.

Herbstdeko 2
Zum Glück fand ich aber noch eine andere und so stand den Fledermäusen nichts mehr im Weg.

Herbstdeko
Sogar die Reste sehen irgendwie aus wie eine coole, stilisierte Fledermaus, die über einen Graben fliegt, oder?

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