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Schaluze oder Kapuzal?

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Ihr werdet euch jetzt vielleicht denken: „Bitte was? Was faselt die denn da?“ (Jetzt hätte ich fast fusselt geschrieben. Nomen est omen.) Tja, das kann ich euch erklären.

Als ob es nicht schon schwierig genug wäre, Wintermäntel zu finden, die passen, scheint es auch noch kaum Mäntel zu geben, die eine Kapuze haben. Geschweige denn beides. Dabei finde ich das gerade im Winter bei englischem unberechenbarem Wetter echt praktisch wenn man mal einen Satz warme Ohren oder Schutz vor Regen, Schnee und dergleichen braucht.

Mittlerweile habe ich zwar einen Mantel mit Rückenschnürung zwecks Passform und Kapuze, aber ich habe eben auch noch was ohne Kapuze. Und das hat mich letzte Saison regelmäßig fluchen lassen wenn es mal wieder unvermittelt anfing zu regnen und ich natürlich auch keinen Schirm dabei hatte. Schon damals fasste ich also den Entschluss, mir einen Kapuzenschal zu nähen. Was offensichtlich bis diesen Herbst gedauert hat. (Ich schwöre, ich musste wirklich nur noch die Taschen annähen und Fotos machen!) Aber jetzt ist er endlich fertig. Und weil mir „Kapuzenschal“ als Überschrift etwas langweilig erschien und ich ohnehin eine gewisse frühkindlich antrainierte Affinität zu dämlichen Wortspielen und Neologismen habe (ich sag nur „eine Kuh, viele Kuchen“…) überlegte ich, selbstverständlich nicht ganz ernsthaft, ob wohl Kapuzenschal oder Schalkapuze besser klinge.

Das ist sie also, die beinahe eierlegende Wollmilchsau, deren Taschen im wahren Leben nicht annähernd so schief sind, wie es auf dem Bild mal wieder aussieht:

1-12 2013Schwarzer Fleece, bestickte Taschen für warme Pfoten und Deko und Kapuze für warme Ohren. Letztere ist übrigens mit einem dünnen Baumwoll-Polygemisch gefüttert damit meine Haare sich nicht so aufladen. Dafür hab ich den einlagigen Schal einfach zwischen den Nahtzugaben der beiden Kapuzen mitgefasst.

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Und weil mir ein einfacher schwarzer Schal inbesondere zu einem dunklen Mantel nicht peppig genug war gab es selbstverständlich auch noch Stickerei, nämlich die genialen Steampunkschneeflocken von Urban Threads. (Bei denen ich übrigens fest davon ausgegangen war sie schon zu besitzen und erst als ich Garn raussuchen wollte feststellte, dass dem nicht so war. Netterweise kam mir UT dann aber wenige Tage später mit einem Sale entgegen.) Die eine Seite hat jedenfalls Flocken mit silbernen „Stacheln“, die andere hat goldene und überhaupt hab ich versucht, die Farben ein bisschen durchzumischen. Leider finde ich es oftmals gar nicht so einfach anhand der Garnliste und Bilder festzustellen, welches Teil jetzt womit gemeint ist, insofern passiert das fast zwangsläufig ohnehin und da ist so eine Zahnradansammlung in Metalltönen noch deutlich dankbarer für als andere Motive. (Ich habe beispielsweise mal übersehen, dass die Segel dieses Schiffs nicht ausgefüllt sind – auf dem dunkelgrünem Grund der Handyladestationen kam das dann allerdings nicht so gut…)

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Die  Taschen hätte ich eigentlich lieber direkt am Schal gehabt, aber das gab die ohnehin schon beträchliche Länge des Stoffs leider nicht mehr her.

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Ursprünglich sollte es das auch schon gewesen sein, aber dann stolperte ich bei der zu Inspirationszwecken angesehen UT-Anleitung über diese kongeniale Idee und ließ mich gerne dazu hinreißen, auch noch eine Art Stulpen in die Taschen einzubauen.

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Dazu wird auf der Rückseite der Tasche in der Nähe der Oberkante ein Schlitz in den Schal geschnitten, in den die kurze Stulpe genäht wird. So kann man die Hand in der Stulpe sowohl in die Tasche stecken als auch die Tasche am Handgelenk baumeln lassen und die Hand frei haben.

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Das ist sicher ein veritabler Ersatz für die Tage, an denen man auch keine Handschuhe dabei hat, weil es morgens strahlend sonnig und verhältnismäßig warm war. Vorausgesetzt man muss nichts in der Hand tragen, aber selbst da sind „halbe“ Handschuhe mit Schalzipfel dran besser als gar keine.

Übrigens ist der Hybrid gerade rechtzeitig fertig geworden, denn als ich am nächsten Morgen das Rollo hochzog begrüßte mich dieser Anblick:20.1.2013(Nein, ich weiß nicht, warum da ein Kühlschrank unter meinem Fenster steht. Am Abend hab ich aber zufällig ein Spaziergängerpärchen dabei beobachtet, wie es ihn neugierig inspiziert und anschließend, nach dem Schreck über eine abbrechende Schneeplatte, die gesamte Inneneinrichtung mitgenommen hat. Ist doch auch mal was, kommt man von einem Schneespaziergang nicht nur mit nassen Turnschuhen sondern auch mit Einlegebögen und Schubladen für den Kühlschrank heim. Natürlich haben ihn kurz darauf ein paar Halbstarke um- und weitestgehend zerlegt. Freilaufende Kühlschränke haben’s schon nicht leicht.)

20.1.2013 (8)Mittlerweile ist der Schnee übrigens wieder weggetaut, vermutlich eine Wohltat für das Funktionieren (falls man das so nennen kann) der englischen Gesellschaft und des allgemeinen Lebens. (O-Ton Mutter: „Bei dir liegt Schnee? Und, ist das Leben in England schon zusammengebrochen?“)

Das Januar-Projekt von 12/12 ist übrigens auch schon fertig, aber bedarf wohl noch einer kleinen kosmetischen Änderung, von der ich momentan noch nicht ganz sicher bin wann ich mich dazu werde aufraffen können. Aber diesen Monat war ich ja blogtechnisch ausnahmsweise schon mal fleißig,  also darf das notfalls auch bis Februar warten.

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Jacke: check, Check: check – Projekt 12/12, Akt 11

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Bekanntermaßen wird es in unseren Breitengraden zu dieser Jahreszeit nicht wärmer. Genau genommen sind die Temperaturen in London glaube ich in den letzten 1-2 Wochen vor Beginn dieses Projekts nochmal sprunghaft von 12-15°C auf etwa 5°C gefallen (Ergibt das überhaupt einen Sinn?), was natürlich das Bedürfnis nach kuschelig warmen Klamotten verstärkt.

Geschürt von diesem Wunsch und der Tatsache, dass der Fleece schon seit letztem Jahr mit diesem Verwendungszweck in den Tiefen meiner Stoffkisten schlummert (natürlich auch ganz unten) und Platz wegnimmt musste jetzt also noch eine Jacke her.
Während ich so darüber nachdachte, ob ich für die Jacke einen etwas längeren Reißverschluss als für die letzte kaufe oder was ich stattdessen tun könnte und wie die Jacke überhaupt aussehen sollte stöberte ich etwas in den Weiten des Netz, eigentlich noch auf der Suche nach Inspiration für die Fellweste. Stattdessen, oder besser zusätzlich, fand ich auch ein Westenbild, das mich spontan dazu verleitete, der Jacke eine Kapuze und Knebelknöpfe verpassen zu wollen. Hatte ich zwar auch nicht, aber was soll’s, Tante eBay war diesbezüglich mal wieder recht hilfsbereit. Und mit einem 30er-Pack Knöpfe kommt man weiter als mit einem Reisverschluss zum gleichen Preis.

Während die Knöpfe noch durch die Weltgeschichte schipperten hab ich mich dann ans Zuschneiden begeben und prompt kamen auch die Knöpfe an.

Diesmal also ohne Bündchen, dafür mit ordentlicheren Paspeltaschen, Kapuze und Knebelknöpfen mit Satinband. Und den obligatorischen „meine Kamera bleibt hochkant nicht stehen und Licht ist auch Mangelware“-Fotos. Deshalb also nicht wundern dass ich knie und viel Tisch zu sehen ist. ^^

Etwas geschlafen hab ich aber trotzdem mal wieder. Dadurch, dass ich nämlich für die Kapuze ein strategisch günstig geschwungen-geschnittenes Stück Stoff verwendet habe war, wie ich selbstverständlich erst nach meinem vermeintlichen Geniestreich feststellte, nicht mehr genug Länge für zwei lange Ärmel über. Schweren Herzens schnitt ich also den einen wieder ab und passte ihn so an das Flickwerk des anderen an, sodass sie jetzt beide eine Naht am Unterarm haben. Na ja, gibt schlimmeres. Sieht man auf den Fotos vielleicht gerade so. Dafür sind sie diesmal weiter als beim letzten Versuch, nur mit Top drunter sogar etwas zu weit.


Die Kapuze ist mal wieder mit französischen Nähten festgenäht damit man nicht auf rohe Nahtzugaben schaut wenn die Front aufgeklappt ist. Man merkt gaar nicht, dass ich diese Art Nähte mag, oder?

Die Paspeltaschen haben diesmal auch hervorragend geklappt:


Die Innentasche hab ich gleich in der Saumkante bzw. der vorderen Mitte mitgefasst, genau wie die Knöpfe. Das war allerding vielleicht keine so gute Idee, dadurch klafft die Jacke nämlich vorne auf, weil die Knöpfe die Seiten nicht so dicht zueinander ziehen. Irgendwas ist ja immer.

„Hast du einen Bären erlegt?!“ – Projekt 12/12, Akt 10

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Es wird langsam Winter, die schmusige Katze sehe ich sowieso erst zu den Weihnachtsferien wieder =( und der Winterschlaf fällt dieses Jahr leider auch wieder aus. Also brauchte ich was warmes, kuscheliges und habe eine kleine Kunstfellweste genäht.

Das Fell hatte ich glaube ich irgendwann mal im N&S-Flohmarkt gekauft und es schlummerte friedlich in den tiefen einer meiner Stoffkisten. Der untersten, um genau zu sein, aber andererseits muss ich da ja auch quasi nie dran. Dass es elastisch ist kam mir in diesem Fall sehr engegen, so brauchte ich nämlich keinen aufwändigen Westenschnitt produzieren sondern konnte mal wieder auf meinen Standard-T-Shirt-Schnitt zurückgreifen und, für noch mehr Wärme, mit Fleece füttern.

Da Kaja das Teil leider eher weniger gut steht, man an ihr nichts erkennt und es einfach nicht sitzt diesmal Fotos am lebenden Objekt, die vermutlich auch nicht wirklich besser sind. Eine schlaflose Nacht voller hin- und herwälzen und ein langer Tag in der Uni taten ihr Übriges. Merke außerdem: meine Arme sind zu kurz für halbwegs brauchbare Fotos meines eigenen Oberkörpers und die Kamera bleibt hochkant nicht stehen.

Eben jenes Fleecefutter habe ich (außer um die Armlöcher rum) kleiner zugeschnitten als die Außenweste, ursprünglich mit dem Gedanken, dass man dann die verstürzte Innenseite nicht so leicht sieht. Dann kam mir jedoch die Idee, die Weste ja auch als Wendeweste tragen zu können, in welchem Fall die Fleeceweste quasi einen Fellrand hat. Der durch’s Umfalten natürlich keinen konsequenten Strich hat, aber was soll’s, so lang ist der Flor ist eh nicht. (Um genau zu sein hatte ich eigentlich eine Weste mit längerem Flor im Kopf, aber neuen Plüsch kaufen, während ein großes Stück fast eine Stoffkiste für sich alleine beansprucht, war mir dann doch zu doof.)

Zu Schließen ist die Weste ganz simpel mit einem Bindebändchen aus Satin, das ich zwischen den zwei Lagen zwischengefasst habe. So verschwindet es bei offener Fellweste komplett im Innenteil, sollte bei geschlossener Fellweste nicht so auffällig sein und bei geschlossener Fleeceweste vielleicht noch ein nettes Dekoelement abgeben (Das klingt jetzt als hätte ich mehrere Westen genäht…), was leider daran gescheitert ist, dass sich das Ganze schlecht so eng zubinden lässt, dass das tatächlich der Fall ist, weil die Bänder natürlich wieder auseinanderrutschen. Entweder brauche ich also noch etwas Übung, oder es bleibt bei einer offeneren Weste, deren gerade geschnittenes Mittelteil nicht direkt auf eine einzelne Schleife ausgelegt ist und sich deshalb seltsam verzieht. Wobei, vielleicht wären Sicherheitsnadeln bzw. Broschen eine hübsche Alternative…

Um zu verhindern, dass die Lagen sich immer gegeneinander verschieben habe ich außerdem von der Fleeceseite einmal im Nahtschatten zwischen den Übergängen langgesteppt. Von der Fleeceseite aus sieht man das nicht und im Flor der anderen Seite geht so eine Naht ohnehin unter.

Eben war doch noch Sommer? – Projekt 12/12, Akt 9

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So kommt es mir jedenfalls vor. Nicht nur, dass ich doch „gerade erst“ im Mai heimgeflogen und jetzt schon wieder in UK bin, sondern  auch das Sommerwetter hat sich wohl für dieses Jahr verabschiedet. Was läge also näher als die Zeit vorm Unistart nochmal zu nutzen um was warmes zu nähen?

Ich weiß, ich schulde euch noch Projekt 8, aber was sind schon konsekutive Zahlenfolgen? Zu Nummer 8 hab ich leider vergessen Fotos zu machen bevor ich zurück nach UK geflogen bin, das wird also frühestens Weihnachten wieder was, denn Sommer ist hier eh nicht mehr wirklich, also hab ich die Hose daheim gelassen.

Aber zurück zu was warmem… Erinnert ihr euch noch an den „Na Sie haben wohl kein Mädchen, was?“-Fleece vom Stoffmarkt? Daraus wurde – nein, ich habe immer noch keinen Jungen 😉 – eine kuschelige Jacke. Um das Muster etwas zu entschärfen mit schwarzem Fleece kombiniert, der fasst sich allerdings etwas anders an. Eigentlich wollte ich hier auch wieder Gebrauch von meinem Schneidefuß machen, aber das hab ich schnell wieder verworfen als ich merkte, dass der Stoff sich offenbar zwischen schneiden und nähen so verschob, dass daraus nichts gescheites wurde.

Premiere dabei: Pattentaschen. Ich bin mir sicher, das wäre professioneller gegangen, aber dafür, dass ich das ohne Anleitung mit purem Vorstellungsvermögen durchgezogen habe hat es wirklich gut geklappt.

Sieht man kaum, gell? Das war allerdings auch so beabsichtigt, denn das Muster großartig zu unterbrechen wäre wohl recht wild geworden, weshalb ich auch Pattentaschen statt der üblichen aufgesetzten Kängurutaschen gewählt habe. Die Taschenbeutel sind hierbei aus einem Rest dunkelgrauen Jerseys, der mir in meinem Fundus zwischen die Finger kam, damit das nicht so aufträgt. Mal wieder mit französischen Nähten und an der Front einfach beim Reißverschluss mitgefasst. (Hier sieht man auch, dass ich den sicherheitshalber mit einem Streifen Bügeleinlage verstärkt habe damit er sich hoffentlich nicht verzieht oder wellt. Und die herrlich flauschige Inneseite des Fleece. *kuschel*)

Aber was wäre schon ein Projekt von mir wenn es retrospektiv nicht auch was zu bemängeln gäbe, das man hätte besser machen können?
In erste Linie sind das die Taschen, die in Ermangelung irgendwelcher Muster leider recht kleine Eingriffe haben. Da habe ich wohl zu sehr von „Hm, wo und wie würde ein Tascheneingriff gut aussehen? Gut, da kommt er hin.“ leiten lassen. Meine recht kleinen Hände passen gerade so rein. Und mein Handy auch. Phew.

Ein weiterer Punkt sind die Ärmel, denn der Elastizität sei Dank hab ich beim Zuschneiden leider nicht bedacht, dass ich unter so einer Jacke vermutlich meistens was drunter tragen würde. Dementsprechend sitzen die Oberarme jetzt etwas *hust* straff *hust*. Vielleicht behebe ich das nochmal mit schwarzen Fleeceeinsätzen, die natürlich ein vollkommen gewolltes und beabsichtigtes Designelement wären.

Des Musters wegen und weil sie mich außer bei Regen meistens doch nur nerven wollte ich keine Kapuze machen. Gänzlich ohne Abschluss sah die Jacke aber natürlich auch etwas dämlich aus, also hab ich als Ausgleich zum Bund einen großen Stegkragen gemacht, der seitlich mit einem großen Knopf zu schließen ist. (Es lebe die Knopflochautomatik!) Hätte ich das Kopfloch (Nein, nicht Knopfloch!) etwas kleiner gemacht wäre der Kragen vielleicht auch näher an den Hals gekommen um tatsächlich eine wärmende Funktion zu haben. Andererseits hab ich eh meistens noch ein Halstuch oder dergleichen an, dass gegebenenfalls die Lücke ausfüllen könnte.