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Ich versteh‘ nur Bahnhof…

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Erinnert ihr euch noch, wie ich euch das erste Mal vom Bahnhof in Sheffield vorgeschwärm habe? Und wie ich euch danach mehrfach mit der Ankündigung, dass ich Fotos gemacht habe, den Mund wässrig gemacht habe? Jetzt gibt’s endlich Futter!

Bahnhof
Meine lückenhafte Erinnerung hat mich damals also nicht ganz in die Irre geführt: es gibt bunte Blumenkästen. Wenn auch aus Plastik. Zusätzlich ist auch die gesamte Überdachung der Länge nach mit diesen hübschen Bögen und Dekoelementen verziert.

Bahnhof (9)
Bewegt man sich von den Gleisen selbst weg nimmt der pitoreske Eindruck aber nicht ab, nein, es gibt weitere Blumenampeln und noch stärker ausgeprägte Schnörkelelemente. Die finden sich sowohl in den Torbögen über den Durchgängen wieder…

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… als auch in den Metallstreben an der imposanten Glasdecke der Haupthalle. Bei schlechtem Wetter sieht das natürlich nicht halb so nett aus, aber bei so strahlendem Sonnenschein wie hier kann man sich doch ganz gut an dem Anblick erfreuen, oder?

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Ja, da steht ein Klavier. Mitten im Bahnhof. Und es spielt sogar gerade jemand dran.
Woran man sich also auch gelegentlich erfreuen kann ist Livemusik. Das ist mir aber auch erst aufgefallen, als ich am Tag an dem diese Fotos entstanden sind meinen Freund zum Zug brachte und mich beim Betreten des Bahnhofs wunderte, seit wann dort denn Musik laufe oder ob mir das zuvor nur nie aufgefallen sei. Tja, bis ich dann diesen Herrn in die Tasten hauen sah und begriff, dass man dort tatsächlich ein Klavier aufgestellt hatte um Passanten die Möglichkeit zu geben, nach Lust und Laune andere Passanten zu unterhalten. Gefällt mir jedenfalls deutlich besser als die fanatisch brüllenden, aufdringlichen Personen, die sich in London vor „meinem“ Bahnhof regelmäßig zum Sprachrohr Gottes ernannten und alle (gänzlich unverständlich) darüber informierten, wen oder was Gott warum hasse, liebe oder retten könne und dergleichen.

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Offensichtlich finden sich hierbei dann auch immer einige Leute, die ein paar Minuten Zeit haben, einem Fremden inmitten des mehr oder minder ausgeprägten Bahnhofstrubels beim Klimpern zuzuhören. Nett, oder?

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Hier hätten wir auch noch mal ein Beispiel der Ticket-Abholautomaten, die mir bei in Manchester bei meiner ersten Einreise solche Probleme gemacht hatten. Na ja, und mehr nette Steinbögen und Stahlornamente, auch wenn die Seite mit dem Klavier sicher reicher verziert war.

Bahnhof 2

So sieht der Bahnhof dann schlussendlich übrigens von außen aus. Türmchen, Bögen, Glas, Stein… also ich habe schon deutlich weniger einladende Bahnhofsgebäude gesehen.

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Falls ihr euch auch noch an die Installation der Wand erinnert, an der Wasser runterfloss: so sieht das Ganze ohne Wasser aus. Ich weiß nicht, ob das im Winter der Kälte wegen generell abgeschaltet wird, und meine mich auch zu erinnern, dass die Springbrunnen auf der anderen Seite an waren, aber trotzdem – ich war vollkommen begeistert von diesem Lichtspiel.

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Deshalb konnte ich mir auch ein zweites Foto nicht verkneifen. Mag zwar sein, dass das Licht letztes Mal einfach nur nicht perfekt dafür war und es grundsätzlich mit Wasser auch so schick aussehen kann, aber ich glaube fast, mir gefällt es ohne Wasser sogar noch einen Tick besser.

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Corporate Identity

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Letztes Wochenende hatte ich quasi die volle Bandbreite an Programm.
Freitag Abend wurde ich zu einer angeblichen „Rocknacht“ in den örtlichen „Rockclub“ namens „Corporation“ (oder kurz „Corp“) gelockt. Die Schwester einer Freundin hatte Geburtstag und besagte Freundin wollte nicht nur mit Freunden ihrer Schwester losziehen. Nun denn…

Bereits im Vorfeld wurde ich gewarnt Schuhe anzuziehen, die mir egal sind bzw. um die ich mich nicht schere, da der Boden sehr klebrig sei. Hm, na ja. Ich weiß ja nicht, wie ihr das handhabt, aber wenn ich ins Ausland gehe und quasi nur einen Koffer mitnehmen kann, dann nehme ich nicht gerade Dinge mit, die ich nicht mag. Aber sei’s drum, ich dachte so schlimm könne es schon nicht werden, schließlich ist es ja quasi normal, dass Clubböden eher klebrig sind.
Wie sich herausstellte ist Corp aber kein Vergleich zu den Clubs, in denen ich bisher in Deutschland war – selbst zu denen, die man mir dort als eher schmuddelig anpries.
(Weil ich aber im Club keine Fotos gemacht habe und nicht einfach welche von Facebook klauen möchte streue ich an dieser Stelle zur optischen Auflockerung ein paar der Bilder aus der Nähe des Bahnhofs ein, die ich neulich erwähnt habe. Ist eh viel hübscher.)

Blick auf den Bahnhof

Das Problem beginnt wohl hauptsächlich damit, dass die Getränke recht günstig sind und in pfandlosen Plastikbechern oder maximal Blechdosen verkauft werden (Gläser wären sicher auch fatal). Will heißen: sobald der Becher mehr oder weniger leer ist landet er auf dem Boden, wo er von der Masse plattgetrampelt wird. Dementsprechend ist der Boden eigentlich im kompleten Club mit verschütteten Getränken bedeckt, denn entsprechend viel wird ja auch getrunken.
Hinzu kommt, dass meinem Empfinden (und der Sichtung der Facebookfotos) nach der Club trotz Ausweiskontrolle sehr stark mit Teenies und „jungen Leuten“ bevölkert war – und wenn ich das mit meinen 24 Jahren sage und mir regelrecht alt vorkomme will das wohl was heißen. Überhaupt: seit wann sind eigenlich Bauchfreitops wieder modern? Am besten in Kombi mit Leggins…?

Hatte ich mir jetzt von einer Rock- und Alternativenacht halbwegs gute Musik erhofft wurde ich leider auch eher enttäuscht. Zu Anfang lief wenigstens noch hauptsächlich etwas, das ich milde als erträglichen „Poprock“ (oder „Teenierock“) beschreiben würde und die Massen gröhlten zu (wie google mir verriet) Biffy Clyro und Sum 41, aber dazu mischten sich schnell Sachen, die eindeutig eher Techno oder HipHop und dergleichen waren, und immer wenn mal kurz 1 annehmbarer Song kam reihten sich danach direkt mehrere furchtbare ein, sodass es sich nicht lohnte, überhaupt auf der Tanzfläche zu bleiben.
Während ich mir vorher also noch wohlwollend dachte „Na ja, immerhin etwas besser als die Musik in ’normalen‘ Clubs…“ wandte sich das schnell zu „Das ist genau die Musik, wegen der ich in einen Rockclub statt in ’normale‘ gehe um sie zu vermeiden!“. Ich meine: Eminem geht doch nun wirklich beim besten Willen nicht mehr als Rock oder Alternative durch, oder?! Aber die Teenies auf der großen Tanzfläche fanden es offenbar gut und gröhlten weiter fleißig mit, sodass man zum Glück oftmals  kaum noch die Musik hören konnte, inbesondere wenn man weiter weg von der „DJ-Bühne“ war. Einzig eine (ältere) Freundin pflichtete mir bei, erklärte, dass das früher (vor ein paar Jahren) besser gewesen sei, und wir ja noch die kleine Tanzfläche im Nebenraum hätten, auf der ich (sie musste leider weiter zur nächsten Veranstaltung) mich dann auch etwas besser aufgehoben fühlte.

Letzteres sogar wortwörtlich, denn als ich – enthusiastisch darüber, nach 1 einsamen Stunde mal wieder ein bekanntes Gesicht zu sehen – über die Tanzfläche hüpfte hätte ich mir gewünscht, dass sie klebrig gewesen wäre. Stattdessen bestand aber leider Aquaplaninggefahr, ich schlitterte meiner Freundin fast über die Füße und legte mich volle Lotte auf der Tanzfläche lang.
Tat aber zum Glück nicht weh, ich konnte herzhaft drüber lachen und es waren sofort ein paar Hände zur Stelle, die mir unter die Arme griffen und aufhalfen. Bis auf eine aufdringliche Ausnahme schienen sich auf der anderen, kleineren Tanzfläche nämlich auch vorwiegend halbwegs erwachsene Menschen rumzutreiben und es wurde zumindest größtenteils bessere Musik gespielt. Mit dem Rumhüpfen zu einer Reihe Skasongs oder Rock’n’Roll war ich danach trotzdem etwas vorsichtiger…

Blick auf den Bahnhof 2

Schließlich war es aber doch meine Freundin B., die ich am Ende des Abends mit einem Haufen blutiger Taschentücher auf dem Schoß und einer noch blutigeren Nase in der Nähe des Ausgangs wiederfand, da sie anscheinend im „Moshpit“ (Keine Ahnung, wozu die Teenies da gemosht haben sollen! Aber wenn sie natürlich die ganze Zeit rücksichtslos mit den Armen rudernd durch die Gegend hüpfen wie in diesem Video bei z.B. 6:10… ) aus versehen eins auf die Nase bekommen hat – die ist übrigens gebrochen. Muss ich noch mehr sagen?

Insgesamt konnte Corp übrigens finde ich auch von den Räumlichkeiten selbst keinem der deutschen Clubs in denen ich bisher war das Wasser reichen. (Dabei hätte es zumindest Flüssigkeit eigentlich mehr als genug gegeben…) Es gab ein absolutes Minimum an Sitzgelegenheiten und sonst eigentlich nur Bar und Tanzfläche. Keinerlei Deko, nicht mal anständige Licht- oder Nebeleffekte, nichts. Nur einen Haufen gröhlender, mit den Armen rudernder, besoffener Teenies. Unter anderem deshalb ist auch das Wort, das mir am ehesten in den Sinn kommt um Corp zu beschreiben, „unzivilisiert“.
Aber hey: ich kenne jetzt immerhin ein paar Gründe, warum es – zumindest in Corp – tatsächlich Sinn macht immer mindestens zu zweit auf’s Klo zu gehen. Dann hat man nämlich jemanden der 1. die eigenen Sachen  und 2. die Klotür zuhalten kann. Ungelogen, ich habe bei meinen 4-5 Toilettenbesuchen keine einzige Klokabine gefunden, die noch einen Riegel oder ein anderweitig intaktes Schloss hatte. Keine einzige. Eine (vermutlich weniger frequentierte) hatte immerhin Klopapier und in 4 Waschbecken mit je 2 Wasserhähnen fand sich auch ein Hahn, der tatsächlich ein Rinnsal Wasser ausspuckte. Allerdings nicht genug, um die etwa 2,5 zentimeterhohe, geschlossene Flüssigkeitsschicht zu erklären, die mich um ca. 2 Uhr auf der Damentoilette erwartete. Da möchte man doch nun wirklich nicht weiter drüber nachdenken, oder? Ein Votum mehr für „unzivilisiert“… *grusel*

Um so weniger dürfte es vermutlich überraschen, dass ich nur zu gerne dem Kontrasprogramm zustimmte, das meine Freundin A. am nächsten Tag spontan vorschlug als sie mich fragte, ob ich Lust habe, Sonntag mit in den Peak District zu kommen. Das ist ein Nationalpark in der Nähe Sheffields, der etwa 1440km² Fläche misst, wovon allerdings (beides Wikipedia zufolge) nur 8% Waldgebiet ist.
Dort habe ich natürlich, trotz der Tatsache, dass ich nach wie vor nur die Kamera meines Handys zur Verfügung habe, einen Haufen Fotos gemacht, aber die zeige ich euch wann anders, denn 1. würde das jetzt ziemlich den Rahmen sprengen und 2. bin ich gerade fix und fertig, weil ich heute mit einem Kollegen auf dem Sheffield Festival of Science and Engineering einen Stand betrieben habe, an dem sich die Kinder vermutlich mehr für kostenlose Mitbringsel als für die Wissenschaft dahinter interessiert haben.

 

Schneeflöckchen, Eisdeckchen…

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Auch Schnee kann England.

Hinterhof im SchneeNur damit umgehen leider nicht.

jetzt geht's Berg abAuf dem ersten Viertel meines Weges zur Uni sieht es etwa so aus. Also, wenn etwas frischer Schnee liegt.

City CentreAber auch nach 2/3 sieht es mitten im Stadtzentrum nicht viel besser aus – nur etwas weniger hügelig. Man könnte auch das nonchalante Motto „Ach, tritt sich fest!“ anwenden.

Turm im SchneeNa ja, und die Town Hall sieht eigentlich sogar ganz nett aus. Wobei, das tut sie ohne Schnee auch. Aber mit wirkt sie finde ich noch etwas märchenhafter. Findet ihr nicht?

Town Hall im SchneeAls ich morgens aufgestanden war hatte es übrigens bei mir noch eher geregnet als geschneit, aber bis ich das Haus verließ hatte sich die Situation eindeutig zu Schneeflocken geändert. Auf dem Weg zur Uni wurden die dann auch immer größer und klumpten zu bis zu ca. 5cm großen Schneeflockenkomplexen zusammen, und als ich später im Labor mal aus dem Fenster sah schneite es gerade waagerecht.
Am Tag, an dem es schneite, war es in der Uni übrigens ziemlich leer, weil anscheinend viele im Verkehr stecken geblieben waren oder sich sicherheitshalber gar nicht erst raus getraut hatten. Andererseits, da in England offenbar nicht geräumt und nur in seltenen Einzelfällen gestreut wird braucht es mich wohl nicht wundern. Ich persönlich muss dennoch sagen: ich fand den Tag danach viel schlimmer. Was Abends nur noch Schneematsch gewesen war hatte so nämlich die ganze Nacht Zeit, gemütlich zu einer mehrere Zentimeter dicken, geschlossenen Eisschicht auf den Gehwegen und wenig befahreren Straßen zusammenzufrieren, und die war arschglatt.

EislaufbahnErschwerend hinzu kommt, dass Sheffield dummerweise auch noch ein einziges bergauf und bergab ist, dessen vielfach glatte Gehwegplatten schon bei Regen ordentlich rutschig sein können, weshalb ich den Frost schon seit meiner Ankunft etwas gefürchtet hatte, und ich sollte Recht behalten. Es war wie Schlittschuhlaufen, nur ohne Schnittschuhe. Na ja, und halt bergauf und bergab.

„In Einzelfällen gestreut“ heißt übrigens so viel wie „Der Fahrer des LKWs, der mitten in der Kurve am oberen Ende der Straße stand, kippte Splitt rund um seine Reifen um doch noch vorwärts zu kommen.“. Da kann ich wohl froh sein, dass es nicht schon vor oder um Weihnachten geschneit hat und auch im neuen Jahr nur ein paar Mal. Letzte Woche war sogar mal ein paar Tage lang richtig schönes Wetter, mit Sonnenschein und so, da konnte ich direkt endlich mal eine Gelegenheit nutzen und ein paar Fotos vom Bahnhof machen. Die zeige ich euch aber wann anders, denn vom Weihnachtsmarkt und der festlich beleuchteten Innenstadt habe ich auch noch ein paar Fotos, die hier denke ich auch ohne Schnee etwas besser reinpassen.

Weihnachtsmarkt3Der kleine Weihnachtsmarkt, der sich die „Fußgängerzone“ von der Town Hall bis zur Straßenbahnlinie hinunterzog bestand vornehmlich aus kleinen, beleuchteten Holzbuden, die allerlei Krims und Krams anboten – vorwiegend natürlich Essen. Neben Lammburgern mit Minzsoße und indischen Curries fand sich darunter auch ein von meinen Kommilitonen/Kollegen schon geradezu sehnsüchtig erwarteter deutscher Wurststand, der vor allem Bratwurst, Krakauer (so viel zum Thema Deutsch…) und Käsewurst verkaufte. Ob die Mitarbeiter tatsächlich Deutsch sprachen habe ich allerdings nicht ausprobiert, ich war nämlich zu sehr davon abgelenkt mir a.) ein richtiges Brötchen statt diesem weichen Pappzeug zu wünschen, in das die Wurst da gestopft wurde (man denke in etwa an nicht aufgebackene Aufbackbrötchen, nur noch weicher und geschmacksneutraler), und b.) meinen Freunden auf expliziten Wunsch wiederholt die korrekte Aussprache des Wortes „Käsewurst“ zu demonstrieren, damit sie voller Stolz eine selbige statt einer „cheesy sausage“ bestellen konnten. Aber irgendwie ist es ja auch süß, wenn sie einen bitten doch noch mal die „Umlauts“ aufzusagen…

Weihnachtsmarkt2Auch auf dem Weg von der Uni in den Kern der Innenstadt wurde übrigens schon schnörkelige Beleuchtung aufgefahren – mal was anderes als die Sterne, die man in Deutschland überall findet. Noch etwas, was ich bisher bewusst nur in Sheffield gesehen habe, ist übrigens diese grüne Police Box an der City Hall. Meine Dr. Who-Kenntnisse beschränken sich beschämenderweise auf etwa 2-3 Folgen, aber dennoch musste ich da sofort dran denken. Der Dr. Who-vernarrte und überhaupt allgemein sehr wissensreiche und gebildete R., der AirBnB-Gastgeber, bei dem ich ursprünglich untergekommen war, erklärte mir dann aber auch bei Gelegenheit, dass die Polizei früher in diesen Boxen unter anderem einkassierte Ganoven eingeschlossen hatte, wobei ein Licht auf dem Dach anzeigte, ob die Box besetzt sei, damit ein Gefangener nicht etwa aus Versehen wieder freigelassen – oder vergessen – wurde.

WeihnachtsmarktÜbrigens: mit Blick auf die multikulturelle Identität Großbrittaniens wünscht Sheffield nicht etwa nur frohe Weihnachten, nein, es werden auch Juden und Muslime mit Festtagswünschen in Leuchtbuchstaben bedacht. Genau genommen werden Eid und Chanukah sogar noch von passenden Symbolen begleitet, während dafür beim Weihnachtsfest wohl kein Platz mehr war. (Erinnert mich übrigens alles an das hier, was ich neulich mit dem netten Titel „die 4 großen Weltreligionen“ gesehen habe.)

Happy Holidays

Was lange währt wird endlich gut… (hoffentlich)

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Nachdem ich bereits im letzten Sommer mein Bachelorstudium erfolgreich beendet habe war ich ja lange vergeblich auf der Suche nach einem Job oder im Idealfall einer Doktorandenstelle. Bevor sich jemand wundert: ja, im englischsprachigen Ausland ist es durchaus üblich und demnach natürlich auch erlaubt, nach dem Bachelor direkt zur Promotion (PhD) überzugehen wenn man die entsprechenden Noten hat. Ein Master ist keine Grundvoraussetzung für eine PhD-Position und wird vielfach nur zwischengeschoben, wenn entweder die Noten „nicht gut genug“ für einen Direkteinstieg sind oder man eben kein Thema bzw. keinen Studienplatz für einen PhD findet.

Nun war ja bei mir das Problem, dass ich zwar ausgezeichnete Noten, aber eben keine eigene Forschungsidee hatte, und somit auf eine ausgeschriebene Stelle angewiesen war, die wiederum in meinem Feld natürlich rar gesät sind. Auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat man mich mit meinem Abschluss gelinde gesagt mit dem Arsch nicht angeschaut und lieber fleißig Quereinsteiger (entweder Laboranten oder Doktoren anderer Fachrichtungen) eingestellt und mir maximal erzählt, ich sei ja fachlich überqualifiziert, aber habe eben nicht genug Erfahrung. Welche natürlich intelligenterweise auch niemand bereit war, mich machen zu lassen.

Ich hatte mir also für September sicherheitshalber schon mal einen Masterstudienplatz als Plan B gesichert und mich weiter umgesehen und auf Doktorandenstellen beworben, die komischerweise alle erst kurz vor Beginn beworben werden. Aber so sind sie wohl, die Engländer, hätte ich mir ja eigentlich denken können. Jedenfalls schickte ich einige Bewerbungen los, erhielt natürlich die eine oder andere Absage, und siehe da: beim zweiten Vorstellungsgespräch erzählte man mir, man werde sich am nächsten Tag melden, nur um dann keine 45 Minuten später anzurufen und meine Zusage zu erbitten. Die muss ich anscheinend überzeugt haben. (Man sagte mir allerdings auch direkt am Gesprächsende, ich sei die einzige gewesen, die mit dem gewählten Kommunikationsprogramm WebEx zurechtgekommen sei. Oha.)

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Ab 6. Oktober werde ich also wieder offiziell Studentin – beziehungsweise viel mehr Doktorandin – sein. Doktorandin – das klingt irgendwie so… komisch. Aber da werde ich mich wohl dran gewöhnen, ich hab schließlich 3 Jahre Zeit.

Diesmal geht es aber zum Glück nicht wieder nach London, sondern ziemlich in die Mitte Englands, nämlich nach Sheffield, und ich hoffe, dass es dort besser für mich laufen wird. Bisher macht die Uni jedenfalls einen ganz guten Eindruck auf mich – viel schlimmer als meine alte geht’s aber auch ehrlich gesagt gar nicht, die lag nämlich die letzten Jahre konsequent auf den letzten oder gar dem letzten oder vorletzten Platz des UK-Rankings. Es kann also eigentlich nur besser werden… Abgesehen davon habe ich glaube ich in den paar Wochen um Bewerbung, Gespräch und Zusage schon mehr (beantworteten, hilfreichen) E-Mail-Kontakt mit der neuen Uni gehabt als mit der alten in über 3 Jahren.

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Eine erste, kurze Sondierung des Sheffielder Wohnungsmarktes ergab außerdem, dass die Wohnungen zumindest auf den Fotos schon mal allesamt deutlich schöner aussehen als in London, und noch dazu auch bezahlbarer sind.

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Ein Haken an der Sache (neben der Distanz zu Familie, Freund, Freunden und Katze, selbstredend) ist allerdings, dass ich dieses Mal nicht so viel Krempel mitnehmen kann, sondern erstmal nur mit einem großen Koffer und ausgereiztem Handgepäck reisen werde. Ihr ahnt es: da kann ich meine Nähmaschine natürlich nicht mitnehmen. Das stimmt mich ehrlich gesagt ziemlich traurig und ich weiß nicht, wie ich 3 Jahre ohne sie überstehen soll, auch wenn ich vielleicht nicht täglich nähe.
Dieser ganze kreative Prozess und das „ich kann jederzeit, wenn ich will“ werden mir sehr fehlen. Ich denke, ich werde mich wenn ich richtig angekommen bin mal umsehen, ob ich vielleicht irgendwo günstig eine gebrauchte Maschine oder gar eine Dauerleihgabe finde. Auch um zumindest ein paar kleine, aber stabile Änderungen oder Reparaturen ausführen zu können ist eine Nähmaschine für mich faule Socke mittlerweile geradezu unerlässlich geworden.

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Da mein Flug für den 28. September gebucht ist geht jetzt also auch in allen Belangen wieder das große Suchen, Überlegen und Listen machen los: was muss auf jeden Fall mit (spezielle Teile genauso wie Überbegriffe à la „Businessklamotte“), was darf eventuell mit und was kaufe ich ohnehin am besten erst vor Ort? Immerhin kommt mir zu Gute, dass ich schon weiß, was ich grundsätzlich wo bekomme und was nicht… Aber wonach entscheide ich, was ich mitnehme? In meinen Schränken gibt es so viel Auswahl an Klammotten und Kosmetik und ich mag die Abwechslung, da fällt es mir nicht leicht, mir jeweils nur ein paar Teile rauszupicken.

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Für welche Temperaturspanne muss ich überhaupt packen, wenn ich erst kurz vor Weihnachten wieder nach Deutschland komme und nicht weiß, wie warm es in der Uni sein wird? Oder bricht gar in England auch nochmal der Spätsommer aus, so wie hier gerade? Was muss bis zur Abreise noch erledigt, besorgt oder genäht werden, wann kann ich mich von wem verabschieden und wo werde ich für den Anfang überhaupt wohnen, bis ich eine Wohnung gefunden habe? (Ohne Besichtigung einen längerfristigen Mietvertrag zu unterschreiben ist nämlich nicht zu empfehlen.)

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Außerdem muss ich mich noch mit der Frage nach einem Laptop beschäftigen, denn bis jetzt gehöre ich noch zur Fraktion Desktop-PC – und der ist nun auch nicht gerade Koffer-tauglich. Nicht ganz unwichtig hierbei ist auch die Sache mit dem Betriebssystem. Wie ist Windows 8, kann ich mich damit arrangieren und „will“ ich das wirklich?! Und wie viel Auswahl habe ich überhaupt, wenn ich es nicht will?

Fragen über Fragen…
Also, was würdet ihr mitnehmen und wonach entscheiden? Was darf ich auf keinen Fall vergessen und habt ihr womöglich sogar eine Laptopempfehlung für mich?

Tempus fugit, Fungus!

Bild

Gestern schien hier zur Abwechslung mal wieder die Sonne. Nachdem ich also mit dem Rad in der Stadt gewesen war um ein Geburtstagsgeschenk für meinen kleinen Cousin aus seinem Wunschkorb beim örtlichen Kaufhaus auszusuchen (und mich etwas über Körbe mit den Namen Hermine und – der Kracher! – Aragon zu wundern) bin ich ein bisschen mit der Kamera in den Garten gegangen, das schöne Wetter genießen solange es noch da ist.

Wie Centi ja bereits ganz richtig  festgestellt hat, hat mit dem Herbst auch die Pilzsaison wieder begonnen, und zu meinem Vergnügen sprossen auch bei uns im heimischen Garten welche, ja sie schossen regelrecht wie Pilze aus dem Boden. Ach halt… sind ja auch welche.
Außerdem hab ich ja neuerdings Gefallen daran gefunden, mit den verschiedenen Einstellungen meines Fotoapparats rumzuspielen, mit dem Ziel, das mit dem Fotografieren möglichst irgendwann mal etwas besser zu können. An den richtigen Lichtverhältnissen beziehungsweise dazu passenden Kameraeinstellungen sowie der Vermeidung von Schatten im rechten unteren Bildteil (da ist wohl das Objektiv im Weg wenn ich zu nah dran bin) arbeite ich noch… Aber zumindest am Spielen mit verschiedenen Schärfepunkten hatte ich im Rahmen meiner Möglichkeiten (also ohne Spiegelreflexkamera) ziemlichen Spaß! Und weil das so ist möchte ich heute einfach mal ein paar Fotos zeigen. Nachdem ich sie mit Hilfe eines Fotorettungsprogrammes erst mal wiederherstellen musste, weil mein PC nach dem Kopieren zweier Bilder auf die Festplatte anscheinend plötzlich meinte, den gesamten „Inhalt“ der Speicherkarte löschen zu müssen . Tolle Wurst.

Ich bin bei weitem keine Pilzexpertin, aber selbst ich erkenne, dass da gleich mehrere verschiedene Pilzarten unterschiedlicher Strukturen in unserem Garten sprießen.
Von relativ flachen, runden Hauben…

flach

… über ungleichmäßig gewellte, die ein bisschen an Krabbenchips auf Beinen erinnern,…

Mmh, Krupuk!
… und niedliche, kleine, spitze Schirmchen, die trotz der kleinen Hüte die längsten Pilzbeine im ganzen Garten hatten und auch durch ihre deutlich bräunlichere Farbe hervorstechen,…

Pilzi Langstiel
… sowie solche Gesellen mit platten Mützen, die einen kleinen Hubbel in der Mitte haben, der mich bei der ebenfalls bräunlicheren Farbe geradezu an mit Kakao bestäubte Milchschaumhauben auf kaffeeartigen Heißgetränken erinnern,…

Cappucchino
… bis hin zu dicken, runden mit geradezu halbkugelförmigen Köpfen, die man direkt für Champignons halten könnte. (Wie gesagt, da ich mich null mit der Materie auskenne hätte ich mich nicht getraut, sie zu essen. Vorausgesetzt ich vertrüge Champignons überhaupt.)

Mama Pilz + Baby Pilz
Sogar einer mit Muster war dabei, der sah ein bisschen aus wie ein Lebkuchen mit Zuckerguss.

Lebkuchen
Sie stehen alleine rum…

Pilzi Langstiel 2… oder rotten sich in kleinen Grüppchen zusammen:

flach 2
Sogar Außenseiter gibt es!

Außenseiter
Bei den gewellten gibt es unterschiedlich krumme.

Krümmungsgrade
Man kann sich förmlich vorstellen, wie sich ein Grashüpfer hier unter dem Schirm vor dem Regen versteckt und sein Getränk auf dem Rund-Tresen abstellt, oder?

Regenschirm
Der hier ist schüchtern. Oder will Verstecken spielen.

schüchtern
Der hier sieht finde ich ein bisschen aus wie ein Westernsattel…

Sattel
… und hier erkennt man denke ich gleich zwei meiner Probleme ganz gut: Wenn man die Details auf der hellen Pilzoberfläche gut sieht ist der Rest des Bildes so dunkel, dass es wirkt, als sei es bei Abend entstanden, und durch die Nähe zum Objekt wirft das Objektiv rechts unten einen Schatten – dabei ist das noch ein verhältnismäßig harmloses Beispiel.

Details + Licht
Nichtsdestotrotz, mit dem Fokus spielen macht Spaß…

Fokus

Fokus 2
… und Pilze haben ganz faszinierende Lamellen.

faszinierende Lamellen

Aber genau genommen sprießen die Pilze nicht, sie sprossen. Meine Eltern waren nämlich der Meinung, vor dem Herbst unbedingt noch mal den Rasen mähen zu müssen, und so hat mein Vater mit dem Mäher eine Schneise der Verwüstung hinterlassen.

Verwüstung
Ein Opfer am Boden. Hilfe, Fahrerflucht!

Verwüstung 2
Das war dann vorerst erstmal das Ende der Pilze… aber ich bin mir sicher, sie werden wiederkommen. Wer während meiner Fotosafari im heimischen Pilzgarten übrigens auch gekommen ist ist die Katze, das gab auch ein paar nette Fotos, aber ich glaube für heute war das erstmal genug.

Meine Eltern haben mich nebenbei bemerkt erst mal ziemlich schräg angeguckt, wie ich da so mit der Kamera in der Hand und ausgerechnet mit einem Röckchen bekleidet im noch leicht feuchten Gras hockte und Pilze fotografierte…  Aber erst umziehen wäre ja auch doof.

Was ein Glück…

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… habe ich neulich gleich mehrere Teile fotografiert. Als ich nämlich gestern die Speicherkarte einlegte um meine neusten Werke abzuknipsen blinkte auf dem Display nur kurz „Karte gesch.“ auf und der Auslöser funktionierte nicht.
Ich grübelte also, ob die sehr günstig gewählte Abkürzung wohl für „geschützt“ stehen sollte und betrachtete mir die Karte genauer um zu ergründen, ob die Dinger eigentlich einen Sperrschalter haben wie die alten Disketten. (Erinnert ihr euch noch?)

Karte
Bei der Gelegenheit fiel mir also auf, dass da irgendwie ein paar mehr Ecken fehlen als gewöhnlich…
Also wohl eher „geschädigt“. Na prima.Sowas hab ich jedenfalls auch noch nicht gesehen. Ihr vielleicht?

Karte2
Den Blick ins Innere der Speicherkarte finde ich zwar eigentlich interessant, aber lieber wär’s mir natürlich trotzdem, wenn sie noch das täte, wozu sie eigentlich da ist: speichern. Jetzt muss ich jedenfalls erstmal auf den bestellten Ersatz warten, denn mit dem 16MB(!)-Teil, das noch in den Tiefen des Kamerakartons zu finden war und mit dessen Hilfe diese Fotos aufgenommen wurden, kommt man natürlich nicht weit.

mein Leben und ich #2

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Heute soll es mal wieder einen Post zu Inas „Privatlebensaktion“ geben. Nachdem ich schon zum Februarthema „dein perfekter Bed and Breakfast-Tag“ nicht viel zu sagen und auch keine Zeit gehabt hätte will ich euch doch wenigstens einen kleinen Blick hinter die Kulissen geben (Wundert euch also nicht, dass März #2 ist, denn Februar hab ich ja nichts geschrieben und eine #3 ohne #2 zu machen erschien mir noch verwirrender.), das Thema ist nämlich „Hinter den Kulissen eines Blogposts von dir“. Zugegeben, Zeit hab ich eigentlich immer noch nicht wirklich und viel zu sagen gibt’s auch nicht, aber vielleicht schaffe ich es so wenigstens,  mich kurz zu fassen.

Los geht’s eigentlich immer mit einer Idee, sei das jetzt ein mehr oder weniger kreatives Machwerk, eine Küchenschlacht oder ich weiß nicht was. Während ich dann so vor mich hin werkele kommen mir oft schon Ideen für einen Post, aber gerne auch nachts kurz vorm Einschlafen. Weil ich ein Mensch bin, dem Formulierungen, die mir gut gefallen, leider auch schnell wieder entfallen versuche ich meistens so bald wie möglich meine Gedanken aufzuschreiben, deshalb sind viele meiner Post vorgeschrieben – woran ich gerade arbeite weiß ich ja schließlich. Das hat den Vorteil, dass ich noch Dinge ergänzen kann, die ich mal wieder vergessen habe, bevor der Post online geht und nicht hinterher denke „Mist, das wollte ich doch auch noch schreiben.“; ein klarer Nachteil entsteht aber auch, wenn ich mal wieder nicht rechtzeitig zu Fotos komme und der Post dann eigentlich gar nicht mehr passt, weil ich darin auf die zur Zeit des Schreibens gegenwärtige Situation Bezug genommen habe, wie zum Beispiel bei der Vorbereitung der Weihnachtsgeschenke. Außerdem passiert es mir so tatsächlich manchmal, dass ich denke, irgendwas schon längst gepostet zu haben, während der Beitrag noch friedlich auf der Entwurfsliste im Dashboard schlummert. Dafür kann ich dann gegebenenfalls auch wenn ich nicht viel Zeit habe nur noch schnell Bilder einfügen und den Post in der Orbit jagen weil der Text ja schon fertig ist.

Tja, das war’s dann auch schon wieder, so viel gibt’s zu meinen Posts wohl wirklich nicht zu sagen, vor allem weil sie eben stark vom Inhalt/Thema abhängen. Ich mag es zwar eigentlich gerne, den Text mit Bildern etwas aufzulockern und versuche deshalb auch vermehrt, schon vom Entstehungsprozess ein paar Bilder zu machen die vermutlich eh keinen interessieren, aber oftmals scheitert das irgendwie daran, dass ich keine zum Thema passenden Fotos auf Lager habe. Damit dieser Post also nicht ohne auskommen muss mal ein Experiment mit einem eigentlich zusammenhanglosen aber dafür sehr niedlichen Katzenfoto:

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Dieses Bild hat mein Vater mir vor ein paar Wochen mit den Worten „Übernimmst du mal?“ geschickt, weil die Katze wohl momentan militant schmusebedürftig ist und für mich ja glücklicherweise in Kürze wieder ein Heimatbesuch ansteht. Mal davon abgesehen, dass goldige Katzenfotos ja eigentlich immer gut sind, oder? Meine Freundinnen in der Uni fanden die „smiley cat“ jedenfalls auch sehr süß, deshalb mein Gedanke: Was haltet ihr davon, mehr oder weniger wortreiche Einträge ohne wirklich hilfreiche, themenbezogene Fotos mit anderen Fotos aufzubrechen? Ob das jetzt immer die Katze ist oder ein schönes Landschaftsfoto, ein Bild von einem Stift auf Papier (hinter den Kulissen und so…) oder ich weiß nicht was, findet ihr das generell gut um den Post aufzulockern oder keine so gute Idee, weil ich dann offenbar womöglich auch noch in Versuchung komme, zumindest ein Bisschen über das Foto zu schwafeln (Abhilfe könnte eine kurze Bildunterschrift schaffen) und das Bild das Thema nicht wirklich unterstützt sondern eben einfach nur da ist, ohne großen Sinn und Zweck?