Schlagwort-Archive: Hose

Klein, kleiner…

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Nachdem ich neulich ja schon Erfahrung mit kleinen Puppenklamotten gesammelt habe ging es jetzt gleich wieder mit was kleinem weiter. Einer kleinen Hose, um genau zu sein, allerdings nicht für Omas Puppen, sondern für den Sohn einer Freundin, für den ich auch schon das Lätzchen genäht habe.
Durch Zufall bin ich nämlich vor einer Weile unter anderem in den Besitz einiger Kinderjerseys gekommen, die ich zwar ganz niedlich finde, aber na ja… eben doch nicht unbedingt zu meinem Stil auf offener Straße passen. Ein paar habe ich also weggegeben, aber zum Glück nicht alle, sodass ich noch ein bisschen Auswahl hatte, als ich dann von besagtem Baby erfuhr und auf das Schnittmuster für die Babyhose „Ras“ stieß. Hose 3 Denn mal ehrlich, diese glücklichen Elefanten auf grünem Grund sind doch niedlich, oder? Hose Was ich dummerweise natürlich nicht hatte war Bündchenstoff. Also hab ich erstmal zum Nächstbesten gegriffen, nämlich geripptem Jersey; großzügige Reste von meinem Oberteil. So eine Babyhose braucht ja echt nicht viel Stoff, erst Recht nicht die Bündchen. Hose 5 Ich fürchte, dass der Rippjersey etwas zu locker sein könnte, Bündchenstoff ist da vermutlich fester und stabiler, aber es wird sich zeigen. Bei Reklamationen ziehe ich da notfalls noch ein Gummi ein oder tausche den Bund aus. Hose 2 Das Schnittmuster ist jedenfalls denkbar einfach umzusetzen, sodass es wirklich ein schnelles Geschenk ist. Es hätte mir zwar – pure Gewohnheit und Faulheit – besser gefallen, wenn die Nahtzugaben bereits eingezeichnet gewesen wären, aber bei so einem kleinen Teil ist das zusätzliche Anzeichnen ja kaum ein großer Mehraufwand. Wenn sie passt und gefällt wird das jedenfalls sicher nicht die letzte Hose sein… (Und wer weiß, vielleicht kriege ich die Mama ja damit in einem ruhigen Moment früher oder später auch mal an die Nähmaschine?) Hose 4 Genäht habe ich übrigens Größe 74, da ich immer noch denke, dass die Eltern vermutlich ohnehin genug Kleidung für den Anfang haben werden, aus der der Zwerg so schnell rauswachsen wird. Davon abgesehen: wenn uns noch mal so eine Hitzewelle ereilt wie kurz vor der Geburt (36°C, pralle Sonne und eine wahrliche Riesenkugel –  meine Freundin tat mir schon etwas Leid) wären lange Hosen für den Sommer wohl eh etwas unpassend. Mit etwas Glück könnte die Hose also gegen Herbst/Winter gut passen. Obwohl 74  in einem Größenspektrum von 50 bis 92 ja eher in der Mitte liegt erwischte ich mich während des Nähens übrigens immer wieder dabei, irrationalerweise zu denken, das Teil müsse sicher viel zu klein sein – aber Babys sind ja so winzig.

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An machen Tagen sollte man einfach gar nicht erst anfangen.

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Leider weiß man das meistens erst, wenn es schon zu spät ist. Vor allem, wenn es vor dem Nähen (oder anderen Aktivitäten) keinerlei Anzeichen für die sich anbahnende Katastrophe gibt.

Dabei hätte ich es eigentlich wissen müssen. Das Glück und ich, wir haben uns schon lange nicht mehr richtig gesehen, und wenn dann auch immer nur ganz kurz. Meistens hat es mir dann sogar eine lange Nase gezeigt und sich hämisch wieder verkrochen um Platz für das Pech zu machen.

Nachdem der Rock schon mangels Druckknopfbefestigungswerkzeug auf Eis liegt zickt jetzt also auch noch die Hose rum. Die war schon am Sonntag eigentlich bis auf Gürtelschlaufen und Saum fertig, als ich sie zum festlegen der Länge des letzteren anzog und tada: da fing der Pechvogel wieder an zu zwitschern wie seine realen gefiederten Kollegen draußen in den Bäumen.

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Ich hab echt keine Lust mehr. Egal was für Reißverschlüsse ich nehme und in egal wie viel zu weite Kleidungstücke (Also auch nichts von wegen Zug drauf oder so.) ich sie einsetze, jedes verdammte Mal gehen diese vermaledeiten Drecksteile kaputt. Und das eher früher als später. Was soll denn das? Jetzt muss ich das Mistding auch noch wieder raus- und ein neues reinfriemeln, vorzugsweise eins, das unkaputtbar ist. Wo soll ich das denn jetzt schon wieder herzaubern?

(Natürlich hat jetzt, ganz nebenbei bemerkt, offensichtlich auch noch der Speicherkartenadapter für die angezählte Kamera das Zeitliche gesegnet. )

Wenn die Eltern aus dem Haus sind…

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Anfang April hatte ich anlässlich des 25. Hochzeitstages meiner Eltern und deren damit einhergehenden Roadtrip (Man mag es kaum glauben, aber sie scheinen tatsächlich jetzt Gefallen an Bed & Breakfast-Touren durch Europa zu finden. Allerdings wohl nur aufgrund der Hotelbuchungs-App auf ihrem Smartphone.) eineinhalb Wochen sturmfrei. Was habe ich also gemacht außer alleinverantwortlich die Katze füttern und bei Laune halten, Blumen gießen und die Zeitung reinholen? (Pro-Tipp meiner Mutter außerdem: „Bring auch alle paar Tage mal den Müll raus, sonst fängt’s an zu stinken.“ – Ach echt?! Wie habe ich nur 3 Jahre lang alleine in England überlebt ohne dieses elementare Mütterwissen?) Ich hab die Gelegenheit beim Schopf gepackt und schamlos Stoffe in ihrem Schlafzimmer ausgebreitet und zugeschnitten!
Was gäbe es besseres zu tun?

Es war zwar immer noch nicht wirklich entspannend, eine gefühlte halbe Ewigkeit auf dem Boden rumzukriechen, und endete auch in leichten Rückenschmerzen, aber immer noch tausend Mal angenehmer, als sich dabei aus Platzmangel mehrfach auf Schreibtischstuhlrollen, Metalllineale, Schuhe oder Stoffscheren zu knien oder setzen, während man den Stoff nicht mal ganz ausgebreitet bekommt. Das gehört nämlich so ziemlich zum Standardprogramm eines Zuschneideversuchs in meinem (zu) kleinen Zimmer und resultiert dementsprechend regelmäßig in blauen Flecken und lautem Schimpfwortausstoß.

Achtung, mieses Handyfoto!
Was ich diesmal verbrochen habe? Eine Hose, genau genommen eine dunkelblaue Jeans. Während meines 1,5-tägigen Praktikums (Dann stellte der Chef fest, dass ich ein ausbeuterisches, befristetes Praktikum nicht als Ende meiner aktuellen Karriereleiter betrachte, sondern mich erdreistete, ein Vorstellungsgespräch für eine Festanstellung wahrnehmen zu wollen, und setzte mich wieder vor die Tür.) stellte ich nämlich mal wieder fest, dass sowas in meinem Schrank nicht wirklich vertreten ist. Jedenfalls nicht in der schlichten Version ohne abgeschrubbelte Waschungen etc.; davon besitze ich genau zwei, wovon eine eher graublau ist, zu groß und, wie ich dann feststellte, zu allem Überfluss ein kleines Loch im Schritt hat. Ansonsten gibt es mittlerweile nur erschreckend viele Röhrenhosen, die ich aber eh nur im Winter in Stiefeln trage, weil ich die sonst furchtbar unvorteilhaft finde, aber etwas anderes kriegt man ja heutzutage in den Läden kaum noch. Dementsprechend schlecht bestellt ist es auch um meinen Bestand passender, intakter Bootcuthosen…

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… was durch Kaufschnitte leider nicht wirklich besser wird. Ich erinnere mich mit Grauen an eine Burda-Hose, die unten bestimmt 20-30cm zu lang war – an sich das kleinere Problem, hätte die Kniebeuge nicht irgendwo an der Wade gehangen – und oben in beide Richtungen weitere 15-20cm zu viel hatte, sodass ich sie bis über die Taille ziehen konnte und dann wohl auch noch hochschwanger reingepasst hätte. Allgemein hat das Teil jedenfalls vorne und hinten und überall sonst nicht gepasst und mich ganz schnell davon überzeugt, dass Burdahosen und ich schon mal nicht zusammen passen. Nur: wo also einen passenden Hosenschnitt herkriegen?

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Zum Glück hatte ich mir in weiser Voraussicht mal das grandiose Buch „Pants for Any Body“ von Pati Palmer und Susan Pletsch gekauft. Das ist ein erfrischend anderes, unaufgeregtes Buch von (ursprünglich) 1973, das wohl so ziemlich alle Eventualitäten abdeckt, die mit dem Nähen einer Hose in Verbindung stehen, von Passformproblemen und deren Lösung über die Verarbeitung bis hin zu Schwangerschaftshosen und der charmanten Hilfestellung wie man überhaupt in Hosen sitzt. (Welche Tenshi beim Durchblättern des Buchs übrigens endgültig in Entzücken versetzte. ;))

Das englischsprachige Buch verzichtet dabei auf Hochglanzfotos und anderen Kram, den man heutzutage vermutlich in fast jedem Nähbuch findet, sondern schafft es problemlos, anhand unzähliger Zeichnungen dem Leser verständlich zu machen, worum es geht. Obwohl Englisch ja bekanntermaßen für mich ohnehin kein Problem ist würde ich sogar sagen, dass man von den Schnittänderungen zur Behebung diverser Passformprobleme auch ohne großartige Englischkenntnisse profitieren kann, da sowohl Passformproblem als auch entsprechende Schnittänderung bildlich dargestellt sind.

Hosen zählen vielleicht schnitttechnisch nicht unbedingt zu den einfachsten Nähwerken, aber mit diesem Buch hat man glaube ich einiges in der Hand, um diese Aufgabe erfolgreich zu meistern, deshalb empfehle ich es immer wieder gerne. Zumal es mit knappen 7€ geradezu ein Schnäppchen in der Welt der Näh- bzw. Schnittbücher ist und für mein Empfinden einen unglaublichen Mehrwert hat – wenn man denn Hosen nähen möchte. (Sogar Natron hab ich das Ding schon Mal ans Herz gelegt, als sie sich passformtechnisch unzufrieden zeigte, und ich habe den Eindruck, sie ist auch zufrieden.)

Jedenfalls habe ich schon vor einer langen Zeit damit mal einen ersten Schnitt soweit bearbeitet, dass das Ergebnis brauchbar war, und diesen Schnitt habe ich jetzt endlich mal richtig umgesetzt. Ganz fertig ist die Hose noch nicht, aber wenn nicht wieder unvorhergesehene Probleme mit den Knöpfen auftreten (Wie bei dem Rock, für dessen 1cm-Druckknöpfe kein passendes Werkzeug zur Befestigung aufzutreiben ist…) dürftet ihr die bald zu sehen bekommen.

Fischen im Trüben – Projekt 12/12, Akt 8 (2012)

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Asche auf mein Haupt, jetzt kommt endlich der auch noch damals vorbereitete und -geschriebene und damit gar nicht mehr wirklich aktuelle Post von August 2012. Vorher hab ich das mit den Fotos ja irgendwie nicht auf die Reihe gekriegt… Denkt euch folgendes also zeitnaher:

Diese durchwachsene Jahreszeit, die sich Sommer nennt, zeigt sich gerade mal wieder von ihrer schwülheißen Seite.

Während meines Praktikums den ganzen Tag in langen Hosen im Labor zu stehen kann also ganz schön schweißtreibend sein und auch wenn meine Kolleginnen es glücklicherweise mit Sandalen und 3/4-Hosen nicht so ernst nehmen kann ich natürlich nicht einfach im luftigen Röckchen dort auftauchen.

Deshalb hab ich einen freien Nachmittag neulich dazu genutzt, ein lang gehegtes Vorhaben endlich in die Tat umzusetzen und mir eine luftige thailändische Fischerhose zu nähen. Das geht ja recht flott.

Thai-Fischerhose

Inklusive Chaos im Hintergrund, weil eine Schublade nicht mehr rein, aber auch nicht raus wollte.

Der Stoff ist ein dünnes BW-Poly-Gemisch aus dem Meterpack vom dänischen Bettenlager, das von mir öfter als „Allroundstoff“ herangezogen wird.
Der Schnitt basiert auf diesem hier, auch wenn ich die Maße etwas angepasst habe. Die Stoffbreite gab nur knapp 1,30m her, also ist das die Bundweite und für die Schenkel hab ich sicherheitshalber lieber ein paar Zentimeter mehr genommen. Obligatorisch waren natürlich auch die 10cm in entgegensetzte Richtung von Natron, denn für einen Zwerg wie mich sind selbst bei 75cm die Saumzugaben schon drin. Den Umklappteil hab ich auch gekürzt, im Nachhinein denke ich allerdings hätten da 5 bis 10cm mehr auch nicht geschadet.
Sowieso weiß ich nicht, ob es am Stoff oder der Länge liegt, dass der gefaltete Teil vorne etwas dick und krumpelig ist, eine Runde Bügeleisen hat jedenfalls nichts genutzt und auch die nachträgliche „Entdoppelung“ hat finde ich keine große Verbesserung gebracht. Oder ist der Bundteil zu weit oder eng um gut zu fallen?

Thai-Fischerhose 2

Durch den variablen Falt-, Wickel- und Knotmechanismus sicher auch im aktuellen Jahr 2013 nach meiner Bauch-OP ein toller Begleiter, der sich an die Druckempfindlichkeit meines Bauches sowie Verbände und eventuelle Umfangsänderungen anpassen lässt.
Drei Mal dürft ihr raten, was ich für die Entlassung mit ins Krankenhaus genommen habe.

Überhaupt kann ich leider nicht mit so einer schönen Bordüre oder anderem Dekostoff aufwarten wie Natron und Soda, aber vielleicht werde ich den Teil noch besticken wenn ich wieder bei meiner Maschine bin. Oder bemalen/-stenciln?
Da ich am liebsten eine runde Kordel zum Binden nehmen will, die ich aber noch nicht habe, hab ich hinten einfach eine Art Mini-Gürtelschlaufe aufgenäht, durch die Bindewerk jeglicher Art gefädelt werden kann damit es nicht immer gleich abfällt. Erschien mir irgendwie eh praktischer als festnähen.

Das alles ändert aber nichts an dem entscheidenden Makel des nahtsparenden Schnitts: die Innenbeinnaht verzieht sich total nach hinten und verläuft damit überhaupt nicht mittig am Bein entlang, sondern sitzt hinten am Allerwertesten. Das lässt sich vermutlich verhindern, indem man die rückwärtige Mittelnaht ausgleichend länger macht als die vordere um den Mehrumfang des Allerwertesten einzukalkulieren, dennoch werde ich bei Gelegenheit vermutlich mal einen Versuch näher am Burdaschnitt starten, dann vermutlich auch mit Taschen. Wobei eigentlich nichts dagegen gesprochen hätte, hier auch welche aufzunähen. Doof nur, dass das bei schon geschlossenen Hosenbeinen irgendwie nicht mehr so richtig gut gehen will. Hmpf.

Lange Rede, kurzer Sinn: ich habe endlich eine sommer- und labortaugliche Hose, die schön luftig und trotzdem lang ist. Und bequem ist sie obendrein. Genial, so eine Fischerhose. So genial wie einfach.

Ein erster Praxistest hat dann allerdings auch gleich zwei weitere Mängel zu Tage gefördert, nämlich einmal die fehlenden Taschen, was ja eigentlich eh klar war, und dann ein ganz anderes Problem:  zu weite Hosenbeine. Auf dem Weg die Treppe hoch zum Bahngleis habe ich mich nämlich prompt mehr oder weniger auf die Nase gelegt und auch Speedwalking zurück zum Bahnhof war keine so gute Idee und hätte mich ein bis zwei Mal fast niedergestreckt.
So viel Weite hab ich im unteren Bereich (vor den Bildern oben) noch aus den Hosenbeinen genommen:

Thai-Fischerhose 3
Gibt es hier irgendwelche Thai-Hosen-Experten, die mir bei den Bundproblemen weiterhelfen können? Welchen Stoff habt ihr gewählt, gerade bei den dekorierten Varianten, und wie habt ihr Knautschprobleme und sichtbare Nähte bei einlagiger Verarbeitung gelöst?