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adjust as necessary

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Letztes Jahr im Oktober fand ich mich recht kurzfristig daheim wieder um meinen Pass im aufpreispflichtigen Expressverfahren zu verlängern. Nicht, dass ich mich über einen Heimatbesuch beschweren würde, aber wenn man Anfang Dezember nach Brasilien muss sollte es doch wohl eigentlich reichen, wenn der Pass noch bis folgenden März gültig ist, oder? Oder ist es so wahrscheinlich, dass man bei einem für 9 Tage angesetzten Trip plötzlich für über 4 Monate im Reiseland festsitzt?

wickelshrug

Wie dem auch sei, daheim hatte ich wieder Zugang zu meiner treuen Nähmaschine und meinen überbordenden Stoffvorräten und habe spontan was schnelles gewerkelt, nämlich einen Wickelshrug. Gesehen hatte ich das, wie sollte es anders sein, bei Pinterest, und die „Anleitung“ ist natürlich denkbar einfach. Wenn man denn den Maßen traut. Es ist vermerkt, dass man die Maße doch bitte unbedingt an die eigenen Körpermaße anpassen soll – aber leider wird mit keinem Wort erwähnt, wie genau oder gar nützliche Referenz- oder Toleranzwerte gegeben.

wickelshrug2

Also habe ich auf gut Glück losgewerkelt, das ging ja schnell, und den dicken, roten Polojersey vernäht, den ich beim roten Faltenrock schon mal erwähnt hatte. Was auf den Anleitungsfotos noch charmant oversized aussah wirkte dann an mir und aus diesem Stoff aber irgendwie doch nicht so gut und hat mich nicht ganz überzeugt, weil es einfach nur beulte und ständig von den Schultern rutschte. So viel zum Thema wärmend, ne? Hätte ich das Teil mal kürzer gemacht…

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Bis vor kurzem lag es dann dementsprechend ungetragen im Schrank, bis ich es voller guten Willens, ihm noch eine Chance zu geben und etwas rumzuprobieren, mal wieder rausgezogen habe. Und siehe da, mit etwas Zuppeln und Zoppeln fand ich mich plötzlich in einer schräg über dem Bauch endenden Variante wieder, die ich eigentlich sogar ziemlich cool fand (und beim nächsten Tragen prompt genau so nicht mehr hinbekommen habe). Dazu habe ich die beulende Oberkante einfach etwas nach außen umgeschlagen.

wickelshrug3

Ein Problem war auch, dass die Wickelung irgendwie auf einer Seite unter dem Arm durch musste um vorne halbwegs gut zu sitzen, was eben auch dazu führte, dass es dann oben beulte und vor allem von hinten aussieht wie Kraut und Rüben. Vielleicht bestünde das Problem aber bei einem weicher fallenden Stoff gar nicht. Jetzt, wo ich mir die Fotos der Anleitung nochmal ansehe, kommt mir allerdings auch der Gedanke, es mal mit einer anderen Anziehtechnik zu probieren und zuerst beide Arme in die Ärmel zu stecken und dann den Rest z.B. um den Hals zu schlingen um diesen Wasserfalleffekt wie bei der Anleitung zu kreieren, statt wie bisher einen Arm anzuziehen, dann um den Körper zu wickeln und den anderen Arm einzustecken.

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Bis auf die Rückansicht, an der ich immer etwas zuppeln muss, und die Tatsache, dass die Ärmel besonders bei Bewegung öfter mal von den Schultern rutschen bin ich jetzt aber doch ganz zufrieden mit der Tragevariante. Das mit dem von der Schulter rutschen lässt sich bei näherer Betrachtung vermutlich auch gar nicht vermeiden wenn das Ding quasi keine Schulter oder zusätzlichen Stoff rund um die Achsel vorgesehen hat… Man sieht ja auch, die Ärmelnaht verzieht sich dadurch etwas nach vorne.

wickelshrug4

Aber mit einem Augenzwinkern kann man das doch tragen, oder?

shrug

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In the circle

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Letztes Mal als ich daheim war und das zweifelhafte Vergnügen hatte, mein Zimmer zwecks neuen Fußbodens auszuräumen, hab ich natürlich beim bummeln mit meiner Mutter auch wieder mal bei Karstadt zugeschlagen. Neben einem schönen, wie gemalten Jersey, hab ich dabei auch diesen hübschen, grauen Strickstoff mit einer Art Zebramuster ergattert, den ich ebenfalls gleich verarbeitet habe, und zwar zu einer Kreisjacke. Natürlich auf Pinterest entdeckt. Sowas hatte ich schon länger mal vor, aber eben keinen Stoff gehabt.

Kreisjacke5

Dummerweise waren dazu aber keine Maße zu finden, und so hab ich mal wieder Pi mal Daumen gearbeitet (Hierzu übrigens eine Weißheit meiner Mutter: „Pi ist ja eine feste Größe, aber der Daumen ist immer unterschiedlich…“) und einfach vom Oberkopf bis zum Hintern gemessen, damit ich auch sowas wie eine Kapuze habe, ähnlich wie hier. Das Teil, das mich dazu inspiriert hat, finde ich jetzt natürlich gerade nicht, aber im Prinzip war der Nacken einfach nach oben hin lang genug, um ihn auch als Kapuze nutzen zu können.

Kreisjacke4

Was meiner natürlich nicht ist. Zu wenig Stoff, zu viel Haare, wie auch immer, es hält halt nicht auf dem Kopf. Aber so ist ja auch schön, und für’s nächste Mal weiß ich, dass ich mehr als die hier benutzen 45cm Radius veranschlagen muss. Dann sollte ich auch vorne mehr Länge und mehr Stoff zum überschlagen und kuschelig einwickeln haben, der ist so nämlich auch etwas spärlich.

Kreisjacke3

Dafür fällt das Ganze gerade seitlich aber trotzdem sehr schön, finde ich, und wie ihr seht hab ich natürlich Ärmel angefügt, damit es eben auch schön kuschelig warm ist. Westen schön und gut, aber irgendwie finde ich die was die Wärme anbelangt halt doch immer etwas… unbefriedigend.

Kreisjacke2

Für die Ärmel habe ich einfach meinen T-Shirt-Schnitt aufgelegt um den richtigen Schulterabstand hinzubekommen, und dann je einen minimal gebogenen Schlitz geschnitten, sodass die Ärmel (ebenfalls vom Shirt-Schnitt) genau reinpassten. Genäht und gesäumt hab ich das ganze Ding übrigens mit meiner neuen Overlock, der ich bei meinem Heimaturlaub nicht widerstehen konnte, aber dazu ein andern mal mehr. Jetzt erst nochmal Rumgehampel mit der Jacke.

Kreisjacke Die Fotos hab ich übrigens neulich gemacht, nachdem ich vom Kaffeeklatsch bei meiner netten Nachbarin zurück war, wo ich das Teil anhatte – Mensch war das ein kalter, regnerischer Tag. Aber den hab ich ja tatsächlich fast zur Hälfte mit der Nachbarin verquatscht, mit der ich mich um 11 Uhr zum Kaffee verabredet hatte und von der ich dann um halb 5 wieder daheim war. Ups. Na ja, ich würde mal sagen, wir haben uns gut unterhalten. Hat eben nicht nur was die Wohnung anbelangt Vorteile, dass ich endlich umgezogen bin. (Ich habe jetzt übrigens Tageslicht!)

hug my soul

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Bekanntermaßen bin ich ja leider nicht mehr wirklich mit ausreichend Zeit/Muße gesegnet, regelmäßig zu bloggen, auch wenn ich es gerne möchte, noch mit einer Nähmaschine vor Ort, aber gelegentlich fabriziere ich doch mal was. Beim Serien suchten nebenher zu häkeln funktioniert zum Beispiel ganz gut. Nach meiner Decke habe ich also schon ein paar Mal wieder zur Nadel gegriffen und dabei unter anderem dieses Gebilde mit dem gewöhnungsbedürftigen Namen „Seelenwärmer“ fabriziert, das mir bei Pinterest ganz gut gefiel, hauptsächlich wegen der Kapuze.Seelenwärmer2Da Wolle und Nadel in der Anleitung viel größer/dicker waren als bei mir habe ich mit meiner 6er-Nadel natürlich viel mehr Reihen häkeln müssen, aber das war in Ordnung und ging trotzdem flott voran. Problem daran war nur, dass ich keinen rechten Referenzwert für die Kapuzengröße hatte und diese bei näherer Betrachtung daher für meinen Geschmack viel zu groß geraten war.Seelenwärmer4Von hinten und von der Seite fiel das fand ich besonders auf.

Seelenwärmer3Bis zum Hintern gehen braucht so eine Kapuze dann doch nicht, oder? 😉SeelenwärmerJedenfalls hat es mich so genervt, dass ich die Kapuze kurzentschlossen nochmal geküzt habe. Das war kein großer Aufwand und gefällt mir so viel besser.

Seelenwärmer8Auch wenn das Ding keine Ärmel hat kann man sich darin soweit ganz gut einkuscheln und es sich gemütlich machen.

Seelenwärmer5Und wenn man die Arme ausstreckt hat man quasi Flügel.

Seelenwärmer6Fun fact übrigens: als ich das Teil das erste Mal anhatte bin ich mit einer der neuen Doktorandinnen, K., näher ins Gespräch gekommen und wir haben zufällig in unserer (*hust* ausgedehnten, 2-stündigen *hust*) Mittagspause festgestellt, dass wir nicht nur einen sehr ähnlichen Musikgeschmack haben, sondern sie auch häkelt und näht und schon im Stillen gedacht hatte, dass so ein Ding wie ich es da trug sicher gut selbstzumachen sei und sie das mal versuchen müsse.

Seelenwärmer7Ich hab ihr dann also prompt ein paar Links geschickt, sie mir auch, und beim nächsten Mittagessen haben wir sogar noch festgestellt, dass sie auch Katzen mag (Das war ja sozusagen die letzte offene „große Frage“.) und *Trommelwirbel* laktoseintolerant ist. Ist das nicht ein Zufall? Jetzt haben wir quasi unsere eigene Invalidentruppe, und neulich konnte ich sogar meine fruktosefreie Schokolade mit ihr teilen, weil die praktischerweise aus laktosefrei ist – der Dozent, der im Vortrag neben uns saß, hat uns etwas irritiert angesehen…
Kommentar meiner Mutter dazu übrigens: „Jetzt ist es raus, du hast eine Zwillingschwester.“
Kommentar K.s Freundes: „Oh Gott, da laufen zwei von euch rum?!“

Edit: Gehäkelt habe ich übrigens mit einer 6mm-Nadel (oder war’s 6.5mm?) und dabei 250g Wolle verbraucht, die dunkelgraue, die noch von der Decke übrig war/ist.

 

 

 

Jacke: check, Check: check – Projekt 12/12, Akt 11

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Bekanntermaßen wird es in unseren Breitengraden zu dieser Jahreszeit nicht wärmer. Genau genommen sind die Temperaturen in London glaube ich in den letzten 1-2 Wochen vor Beginn dieses Projekts nochmal sprunghaft von 12-15°C auf etwa 5°C gefallen (Ergibt das überhaupt einen Sinn?), was natürlich das Bedürfnis nach kuschelig warmen Klamotten verstärkt.

Geschürt von diesem Wunsch und der Tatsache, dass der Fleece schon seit letztem Jahr mit diesem Verwendungszweck in den Tiefen meiner Stoffkisten schlummert (natürlich auch ganz unten) und Platz wegnimmt musste jetzt also noch eine Jacke her.
Während ich so darüber nachdachte, ob ich für die Jacke einen etwas längeren Reißverschluss als für die letzte kaufe oder was ich stattdessen tun könnte und wie die Jacke überhaupt aussehen sollte stöberte ich etwas in den Weiten des Netz, eigentlich noch auf der Suche nach Inspiration für die Fellweste. Stattdessen, oder besser zusätzlich, fand ich auch ein Westenbild, das mich spontan dazu verleitete, der Jacke eine Kapuze und Knebelknöpfe verpassen zu wollen. Hatte ich zwar auch nicht, aber was soll’s, Tante eBay war diesbezüglich mal wieder recht hilfsbereit. Und mit einem 30er-Pack Knöpfe kommt man weiter als mit einem Reisverschluss zum gleichen Preis.

Während die Knöpfe noch durch die Weltgeschichte schipperten hab ich mich dann ans Zuschneiden begeben und prompt kamen auch die Knöpfe an.

Diesmal also ohne Bündchen, dafür mit ordentlicheren Paspeltaschen, Kapuze und Knebelknöpfen mit Satinband. Und den obligatorischen „meine Kamera bleibt hochkant nicht stehen und Licht ist auch Mangelware“-Fotos. Deshalb also nicht wundern dass ich knie und viel Tisch zu sehen ist. ^^

Etwas geschlafen hab ich aber trotzdem mal wieder. Dadurch, dass ich nämlich für die Kapuze ein strategisch günstig geschwungen-geschnittenes Stück Stoff verwendet habe war, wie ich selbstverständlich erst nach meinem vermeintlichen Geniestreich feststellte, nicht mehr genug Länge für zwei lange Ärmel über. Schweren Herzens schnitt ich also den einen wieder ab und passte ihn so an das Flickwerk des anderen an, sodass sie jetzt beide eine Naht am Unterarm haben. Na ja, gibt schlimmeres. Sieht man auf den Fotos vielleicht gerade so. Dafür sind sie diesmal weiter als beim letzten Versuch, nur mit Top drunter sogar etwas zu weit.


Die Kapuze ist mal wieder mit französischen Nähten festgenäht damit man nicht auf rohe Nahtzugaben schaut wenn die Front aufgeklappt ist. Man merkt gaar nicht, dass ich diese Art Nähte mag, oder?

Die Paspeltaschen haben diesmal auch hervorragend geklappt:


Die Innentasche hab ich gleich in der Saumkante bzw. der vorderen Mitte mitgefasst, genau wie die Knöpfe. Das war allerding vielleicht keine so gute Idee, dadurch klafft die Jacke nämlich vorne auf, weil die Knöpfe die Seiten nicht so dicht zueinander ziehen. Irgendwas ist ja immer.

Eben war doch noch Sommer? – Projekt 12/12, Akt 9

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So kommt es mir jedenfalls vor. Nicht nur, dass ich doch „gerade erst“ im Mai heimgeflogen und jetzt schon wieder in UK bin, sondern  auch das Sommerwetter hat sich wohl für dieses Jahr verabschiedet. Was läge also näher als die Zeit vorm Unistart nochmal zu nutzen um was warmes zu nähen?

Ich weiß, ich schulde euch noch Projekt 8, aber was sind schon konsekutive Zahlenfolgen? Zu Nummer 8 hab ich leider vergessen Fotos zu machen bevor ich zurück nach UK geflogen bin, das wird also frühestens Weihnachten wieder was, denn Sommer ist hier eh nicht mehr wirklich, also hab ich die Hose daheim gelassen.

Aber zurück zu was warmem… Erinnert ihr euch noch an den „Na Sie haben wohl kein Mädchen, was?“-Fleece vom Stoffmarkt? Daraus wurde – nein, ich habe immer noch keinen Jungen 😉 – eine kuschelige Jacke. Um das Muster etwas zu entschärfen mit schwarzem Fleece kombiniert, der fasst sich allerdings etwas anders an. Eigentlich wollte ich hier auch wieder Gebrauch von meinem Schneidefuß machen, aber das hab ich schnell wieder verworfen als ich merkte, dass der Stoff sich offenbar zwischen schneiden und nähen so verschob, dass daraus nichts gescheites wurde.

Premiere dabei: Pattentaschen. Ich bin mir sicher, das wäre professioneller gegangen, aber dafür, dass ich das ohne Anleitung mit purem Vorstellungsvermögen durchgezogen habe hat es wirklich gut geklappt.

Sieht man kaum, gell? Das war allerdings auch so beabsichtigt, denn das Muster großartig zu unterbrechen wäre wohl recht wild geworden, weshalb ich auch Pattentaschen statt der üblichen aufgesetzten Kängurutaschen gewählt habe. Die Taschenbeutel sind hierbei aus einem Rest dunkelgrauen Jerseys, der mir in meinem Fundus zwischen die Finger kam, damit das nicht so aufträgt. Mal wieder mit französischen Nähten und an der Front einfach beim Reißverschluss mitgefasst. (Hier sieht man auch, dass ich den sicherheitshalber mit einem Streifen Bügeleinlage verstärkt habe damit er sich hoffentlich nicht verzieht oder wellt. Und die herrlich flauschige Inneseite des Fleece. *kuschel*)

Aber was wäre schon ein Projekt von mir wenn es retrospektiv nicht auch was zu bemängeln gäbe, das man hätte besser machen können?
In erste Linie sind das die Taschen, die in Ermangelung irgendwelcher Muster leider recht kleine Eingriffe haben. Da habe ich wohl zu sehr von „Hm, wo und wie würde ein Tascheneingriff gut aussehen? Gut, da kommt er hin.“ leiten lassen. Meine recht kleinen Hände passen gerade so rein. Und mein Handy auch. Phew.

Ein weiterer Punkt sind die Ärmel, denn der Elastizität sei Dank hab ich beim Zuschneiden leider nicht bedacht, dass ich unter so einer Jacke vermutlich meistens was drunter tragen würde. Dementsprechend sitzen die Oberarme jetzt etwas *hust* straff *hust*. Vielleicht behebe ich das nochmal mit schwarzen Fleeceeinsätzen, die natürlich ein vollkommen gewolltes und beabsichtigtes Designelement wären.

Des Musters wegen und weil sie mich außer bei Regen meistens doch nur nerven wollte ich keine Kapuze machen. Gänzlich ohne Abschluss sah die Jacke aber natürlich auch etwas dämlich aus, also hab ich als Ausgleich zum Bund einen großen Stegkragen gemacht, der seitlich mit einem großen Knopf zu schließen ist. (Es lebe die Knopflochautomatik!) Hätte ich das Kopfloch (Nein, nicht Knopfloch!) etwas kleiner gemacht wäre der Kragen vielleicht auch näher an den Hals gekommen um tatsächlich eine wärmende Funktion zu haben. Andererseits hab ich eh meistens noch ein Halstuch oder dergleichen an, dass gegebenenfalls die Lücke ausfüllen könnte.

crazy cozy oder die Jacke der 1000 Möglichkeiten

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Neulich hab ich es ja schon erwähnt, ich habe es tatsächlich mal geschafft noch was anderes als nur 12/12-Projekte zu nähen.  Angefangen habe ich mit diesem Teil schon im März meine ich, aber na ja…

Ich steh ja total auf multifunktionelle Sachen und Kleidung falls ich das noch nicht erwähnt habe. Das bekannte Infinity Dress habe ich bereits nachgenäht und bin jedes Mal wieder vollkommen überfordert damit, mir überhaupt eine der tollen Wickelmöglichkeiten auszusuchen oder mich gar an mehr als den Standard zu erinnern. Nun ja, schon vor Ewigkeiten habe ich jedenfalls auch so eine tolle multifunktionale Wickeljacke haben wollen, wie ich sie unter anderem in diesem (Werbe-)Video gesehen habe.
Burda hat kurz darauf einen „Schnitt“ in einem der Hefte (Juli 09) gehabt und ich hab’s irgendwann ausprobiert, leider war aber das, was mir da als Jersey verkauft worden war, nicht sehr elastisch und da Burdas Anleitung eigentlich ein großes Rechteck mit zwei kleineren Rechtecken als Ärmel ist hat das Ganze nicht so großartig funktioniert und bescheiden gesessen.

Es hat nun also über 2 Jahre gedauert bis ich das Unterfangen „Cozy“ nochmal angegangen bin, diesmal mit hübschem roten, sehr elastischen Jersey, genau genommen sogar der gleiche, aus dem das erste Infinity Dress auch ist. Und weil man ja aus seinen Fehlern lernt hab ich nicht nur einen geeigneteren Stoff genommen sondern statt einem Rechteck mit viel zu weit außen und unten vorgesehenen Ärmeln taillierte Vorder- und Rückenteile und die Ärmel meines T-Shirt-Schnittes genommen.
Das produzierte natürlich Nähte, die beim drapieren potentiell offen gelegt werden könnten. Also hab ich faule Socke tatsächlich mal alle Nice-ties gemacht und mit französischen Nähten zwecks Innenschön aufgewartet. Gesäumt ist außerdem mit Briefecken, die ich ja schon beim Aprilprojekt getestet hatte und bei denen ich jetzt auch endlich den Trick durchschaut habe den richtigen Abnähwinkel zu treffen.

Auch hier nur Fotos auf Kaja, dafür hab ich ein paar Tragevarianten die mir spontan eingefallen sind abgelichtet. Da meine Kamera chronisch leere Akkus bemängelt und der Handyakku auch zu Neige ging sind einige leider ohne Blitz, aufgehellt und in entsprechend schlechter Qualität.

Zuerst mal offen, noch recht langweilig-formlos:

Im Nacken geknotet ist’s immer noch walle walle.

Aber man kann ja auch wickeln.

Oder sich als Hilfsmittel eines Armreifs bedienen:

Okay, das sieht vielleicht etwas krumpelig aus… (Apropos, furchtbar wie verzogen Design und Layout hier am größeren Bildschirm meiner Mutter aussehen! Da muss ich wohl dringend weiterbasteln.)

Aber ob mit oder ohne Armreif, man kann das Ganze sogar zum Kleidchen drapieren. Wäre hier natürlich auch ordenlicher gegangen wenn ich nicht hätte fürchten müssen bald gar keine Akkulaufzeit mehr zu haben.

Bilder von der Innenverarbeitung hab ich natürlich vergessen zu machen bevor ich wieder – ohne die Jacke – nach Deutschland gejettet bin. Aber wir können uns ja sicher alle vorstellen, wie französische Nähte aussehen, nicht? Nein? Na ja gut, dann müsst ihr euch wohl oder übel bis Herbst gedulden.

Hach, ich liebe sowas… Das Problem ist nur, dass ich wann immer ich sowas trage tatsächlich immer das Verlangen bekomme, ständig neu zu wickeln und was anderes zu machen.