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she’s a maniac on the floor

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Das es vorletztes Jahr mit meiner Tanzpartnerin nicht so gut gelaufen ist hab ich euch ja schon erzählt. Was ich aber nicht erzählt habe ist die Sache mit den Kleidern. Auf den Fotos mit dem geborgten Tanzpartner (oder auch beim Rumalbern mit einer weiteren „Leihgabe“ dieses Jahr) seht ihr ja tolle Glitzerkleider, aber das sind die Teamkleider, die wir normalerweise nur zum Teammatch anziehen dürfen, also wenn wir am Ende des Tages in kleinen Gruppen gegen andere Uni-Teams antreten statt wie vorher jeder gegen jeden. Da dürfen wir nämlich bei den allermeisten Turnieren in meiner Kategorie „novice“ solche aufregenden Sachen nicht anziehen sondern müssen die schlichteren Regeln für „restricted dress“ einhalten. Dummerweise hatte mir das so aber niemand gesagt, geschweige denn wie genau diese Regeln lauten, sodass ich natürlich schnell den Plan hegte, mir spannendere Tanzkleider zu nähen und hierzu von meiner damaligen Partnerin (und den Lehrern) ausnahmsweise auch mal bestärkt wurde. (Bevor sie anfing, mich zu hetzen, dass die ja bis zum nächsten Turnier fertig sein müssten.)

Also suchte ich Ewigkeiten nach passenden Ideen und Materialien und brachte schließlich Stunden damit zu, auf dem Boden rumzukriechen und Tüll zuzuschneiden. Nachdem ich den zusammengenäht hatte und beim nächsten Turnier beim Anblick der weiter fortgeschrittenen Tänzerinnen und ihrer Kleider erwähnte, dass mich das inspiriere und mir Ideen liefere, meinte meine Partnerin dann doch glatt, dass ich solche Kleider ja in unserer Kategorie gar nicht tragen dürfe. Ich war natürlich entsprechend geschockt und angepisst, dass ich nun Stoffe gekauft und stundenlang auf dem Boden rumgekrochen war für nichts und wieder nichts! Hätte man mir ja auch mal vorher sagen können, zumal die Lehrer auch von meinem Vorhaben wussten.

Aber im Nachhinein stellte sich also raus, dass es allerlei kuriose Regeln bezüglich der erlaubten Kleider gibt – kein Glitzer, Federn o.ä. Deko größer als 7x7cm, nur eine Lage Fransen von maximal 10cm Länge, aber beliebig viele Lagen Rüschen oder Volants, und außerdem muss es doch bitte gekauft und unverändert sein. Bitte was?! Ihr habt richtig gelesen, in den Regeln der Inter Varsity Dance Association steht doch tatsächlich drin, dass für die eingeschränkte Kleiderordnung nur Kleidung von der Stange und ohne persönliche Änderungen oder Schneiderarbeiten getragen werden darf! Ich dachte echt mich trifft der Schlag. Nicht nur nichts selbstgenähtes, nein, nicht mal die Seitennähte dürfte ich theoretisch einnehmen oder die Hosenbeine kürzen wenn die Stangenware (wie so oft) halt nicht 100% passt. Also mal ehrlich… was haben die denn davon? Verschafft es denn irgendwem einen tänzerischen Vorteil, wenn er ein Kleidungsstück passend gemacht hat, das sonst halt nicht so gut passen oder aussehen würde? Was interessiert es die denn, ob ich die wie immer zu weite Taille meiner Bluse eingenommen habe oder nicht? Juckt das echt irgendwen?

Zumal: wer weiß denn bitte, ob ich da nun was selbstgemachtes oder angepasstes trage oder nicht (wenn es nicht gerade so schlecht gemacht ist)? Kommt dann die Saumpolizei und verlangt, die Nahtzugaben zu sehen? Schließlich hatte ich bis dato auch mein selbstgemachtes blaues Infitinykleid getragen und es hat niemanden gestört, weil es die meisten eben auch nicht wussten. (Die Lehrer allerdings schon, und die haben mich auch hier nicht darauf hingewiesen, dass das ja eigentlich regelwidrig sei, und wie gesagt auch ermutigt, was zu nähen.) Das bekloppte Regelwerk hält allerdings auch hierfür in der Tat eine kuriose Forderung bereit und erklärt, dass man als Besitzer des Kleidungstück der Beweispflicht unterliegt und tatsächlich beweisen können muss, dass das Teil gekaufte Stangenware ist. Die haben doch wohl einen an der Klatsche! Glauben die denn ernsthaft, ich hebe für alle Kleider, die ich je gekauft habe, für alle Ewigkeiten die Kassenzettel auf, nur für den Fall, dass ich das Ding mal auf einem Turnier tragen und mir jemand quer kommen will?! Immerhin werden großzügigerweise auch Links zu Webseiten oder Broschüren akzeptiert, aber trotzdem… Wenn das Ding ausverkauft ist ist sowas doch auch nicht mehr so leicht zu finden.

Nichtsdestotrotz habe ich mich schlussendlich dafür entschieden, mir trotzdem neue, andere Kleider zu nähen. Die Lehrer meinten ebenfalls solange es nicht offensichtlich (schlampig?) selbstgenäht und ansonsten regelkonform sei sei das schon okay, und meine Meinung war ähnlich – schließlich hatte mich die Kleiderpolizei ja bisher auch noch nicht gefilzt und außerdem war das Infinitykleid nicht ideal, weil ich damit z.B. im Jive tatsächlich mal mit dem Absatz im Saum hängengeblieben war und mich fast auf die Nase gelegt hätte. Spaßeshalber(?) meinte ein Kumpel sogar notfalls er mache mir schnell eine entsprechende Webseite. Es ist schon schön, hilfsbereite Freunde zu haben.

Also musste ich wieder neuen Stoff kaufen und überlegen, was ich denn nun genau mache. Für das Lateinkleid fiel die Wahl schnell auf Volants für den Rock, nur die restliche Gestaltung bedurfte einiger genauerer Überlegungen. Außerdem musste ich mir die Nähmaschine einer Freundin ausleihen, da meine ja ärgerlicherweise keinen einzigen Stich tat. Nachdem das erledigt war und ich sicherheitshalber viel zu viel Stoff bestellt und vorgewaschen hatte hab ich also an einem Wochenende losgelegt und so ordentlich rangeklotzt, dass ich fast mit beiden Kleidern fertig geworden wäre. Das Standardkleid zeige ich euch aber wann anders.

Für Latein sollen die Röcke also oberhalb des Knies enden, und das macht – wie man an der Sache mit dem Absatz im Saum sieht – auch Sinn. Mein Kleid sollte also schon mal „kurz genug“ werden, und außerdem asymmetrisch. Im Prinzip habe ich mich wieder an meinem altbekannten T-Shirtschnitt bedient und diesen nach unten etwas verlängert und schräg abgeschnitten. An diese Kante kam dann ein Volant der entsprechenden Länge und ein enges Rockteil, das den Rock um die Volantlänge verlängerte, aber eben nicht ausgestellt ist. Nach diesem Prinzip habe ich dem Rock 3 Volantreihen verpasst, die ich zum Glück nicht versäumen musste, da der (leider nicht ganz optimale) Stoff nicht franste, sich aufrollte oder ähnliche Sperenzchen anstellte. Dafür knittert er dummerweise ziemlich.

Um das Kleid auch obenrum (fast im wahrsten Sinne des Wortes) etwas aufzurüschen habe ich unter dem Ausschnitt mehrere Reihen immer kürzer werdender gerüschter Volants angenäht. An die Armausschnitte kamen dann noch 3 Lagen rundliche, leicht gerüschte… ja was eigentlich? Ärmelklappen? So kommen sie mir jedenfalls vor, denn bei dem Stoff war diese Entscheidung auch nicht ganz ideal.

Sehr oft hatte ich aber leider eh nicht die Gelegenheit, die Kleider zu tragen, da meine Tanzpartnerin kurz darauf ihr Studium geschmissen hat (und meiner eh überdrüssig war, weil ich eben kein Mann bin, und mir daher ziemlich auf den Senkel ging) und ich dann erstmal gar keinen Partner mehr hatte. (Beziehungsweise nur für 1 Woche, bevor die dämlichen Lehrer den mir zugedachten glatt hinter meinem Rücken an jemand anderen vergeben haben!)

Im folgenden Jahr, man kann quasi sagen ich war blöd genug, es nochmal versuchen zu wollen, hatte ich dann zwar eine neue Partnerin, mit der ich mich auch gut verstand, aber da waren dann tatsächlich viele der Turniere, auf die wir gingen, „open dress“, sodass wir die Glitzerkleider tragen konnten. Außerdem hatte ich mir ja im Oktober so ordentlich in den Daumen gesäbelt, dass ich operiert werden musste und erstmal eine Weile außer Gefecht gesetzt war beziehungsweise nur Standard tanzen konnte, weil ich da den Arm ruhig halten kann, und mir den Rest des Geschehens von der Seitenlinie aus angucken musste. (Aber das musste ich ja eh meistens, weil die Lehrer uns ja mit Vorliebe ignorierten und wir ohne etwas beigebracht zu bekommen natürlich auch nicht wirklich voran kamen.)
Das wusste meine Partnerin aber auch gut einzusetzen, als bei einem Teammatch darum ging, kostümiert zu tanzen (das Thema war Christmas Pantomime, was auch immer das sein mag) und sie kurzerhand vorschlug, ich solle doch als Captain Hook gehen und sie als Peter Pan. Gesagt getan, sie bastelte mir aus Alufolie einen Haken und ich stellte den Bart, häkelte fix eine Augenklappe und brauchte ansonsten nicht mal shoppen gehen, weil ich die passenden Teile eh schon im Schrank hatte. Na ja, und die Haare halt auf dem Kopf.

Hab ich nicht einen schönen Bart? =D Damit habe ich die anwesenden, inbesondere die Teammitglieder, die mitgekriegt haben, wie ich mir die Haare um’s Kinn geschnallt habe, glaube ich ganz schön geschockt, weil den meisten anscheinend nicht bewusst war, wie lang sie sind. Da haben sich selbst die Richter amüsiert und gegenseitig drauf aufmerksam gemacht, als wir vorbeigetanzt sind. Nur genutzt hat’s natürlich wieder nichts, weitergekommen sind wir nicht und den Preis für’s beste Kostüm hat auch jemand anders gewonnen. (Ich glaube ein Aladdin, der sich komplett blau angemalt hat, und eine Dame, die sich ganz kreativ in ein fertiges Maskottchenkostüm nach Art Mickey Maus oder Riesenteddy in der Fußgängerzone gequetscht hat.) Aber der Haken hat einfach zu gut gepasst…


Übrigens: der Hand geht’s wieder bestens, hab jetzt halt nur meine persönliche „Blitznarbe“… auf der Hand.

 

 

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adjust as necessary

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Letztes Jahr im Oktober fand ich mich recht kurzfristig daheim wieder um meinen Pass im aufpreispflichtigen Expressverfahren zu verlängern. Nicht, dass ich mich über einen Heimatbesuch beschweren würde, aber wenn man Anfang Dezember nach Brasilien muss sollte es doch wohl eigentlich reichen, wenn der Pass noch bis folgenden März gültig ist, oder? Oder ist es so wahrscheinlich, dass man bei einem für 9 Tage angesetzten Trip plötzlich für über 4 Monate im Reiseland festsitzt?

wickelshrug

Wie dem auch sei, daheim hatte ich wieder Zugang zu meiner treuen Nähmaschine und meinen überbordenden Stoffvorräten und habe spontan was schnelles gewerkelt, nämlich einen Wickelshrug. Gesehen hatte ich das, wie sollte es anders sein, bei Pinterest, und die „Anleitung“ ist natürlich denkbar einfach. Wenn man denn den Maßen traut. Es ist vermerkt, dass man die Maße doch bitte unbedingt an die eigenen Körpermaße anpassen soll – aber leider wird mit keinem Wort erwähnt, wie genau oder gar nützliche Referenz- oder Toleranzwerte gegeben.

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Also habe ich auf gut Glück losgewerkelt, das ging ja schnell, und den dicken, roten Polojersey vernäht, den ich beim roten Faltenrock schon mal erwähnt hatte. Was auf den Anleitungsfotos noch charmant oversized aussah wirkte dann an mir und aus diesem Stoff aber irgendwie doch nicht so gut und hat mich nicht ganz überzeugt, weil es einfach nur beulte und ständig von den Schultern rutschte. So viel zum Thema wärmend, ne? Hätte ich das Teil mal kürzer gemacht…

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Bis vor kurzem lag es dann dementsprechend ungetragen im Schrank, bis ich es voller guten Willens, ihm noch eine Chance zu geben und etwas rumzuprobieren, mal wieder rausgezogen habe. Und siehe da, mit etwas Zuppeln und Zoppeln fand ich mich plötzlich in einer schräg über dem Bauch endenden Variante wieder, die ich eigentlich sogar ziemlich cool fand (und beim nächsten Tragen prompt genau so nicht mehr hinbekommen habe). Dazu habe ich die beulende Oberkante einfach etwas nach außen umgeschlagen.

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Ein Problem war auch, dass die Wickelung irgendwie auf einer Seite unter dem Arm durch musste um vorne halbwegs gut zu sitzen, was eben auch dazu führte, dass es dann oben beulte und vor allem von hinten aussieht wie Kraut und Rüben. Vielleicht bestünde das Problem aber bei einem weicher fallenden Stoff gar nicht. Jetzt, wo ich mir die Fotos der Anleitung nochmal ansehe, kommt mir allerdings auch der Gedanke, es mal mit einer anderen Anziehtechnik zu probieren und zuerst beide Arme in die Ärmel zu stecken und dann den Rest z.B. um den Hals zu schlingen um diesen Wasserfalleffekt wie bei der Anleitung zu kreieren, statt wie bisher einen Arm anzuziehen, dann um den Körper zu wickeln und den anderen Arm einzustecken.

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Bis auf die Rückansicht, an der ich immer etwas zuppeln muss, und die Tatsache, dass die Ärmel besonders bei Bewegung öfter mal von den Schultern rutschen bin ich jetzt aber doch ganz zufrieden mit der Tragevariante. Das mit dem von der Schulter rutschen lässt sich bei näherer Betrachtung vermutlich auch gar nicht vermeiden wenn das Ding quasi keine Schulter oder zusätzlichen Stoff rund um die Achsel vorgesehen hat… Man sieht ja auch, die Ärmelnaht verzieht sich dadurch etwas nach vorne.

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Aber mit einem Augenzwinkern kann man das doch tragen, oder?

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noch mehr Falten

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Beim roten Rock neulich hab ich euch ja schon verraten, dass es zwischenzeitlich auch eine weitere Variante gegeben hat. Diesmal aus einem schönen, dicken, dunkelgrün-bis-leicht-petrolfarbenen Jersey, den ich mal wieder günstig bei Karstadt ergattert habe (und dessen Farbe sich schon schlecht genug beschreiben oder fotografieren lässt ohne dass die dämliche Fotoapp selbstständig einen doofen Filter drüberlegt). Das Prinzip ist natürlich das Selbe, aber dieses Mal habe ich die Seitennähte weiter nach vorne verlegt.

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Als jemand, der seine Röcke im Laufe des Tages öfter mal daran ausrichtet, dass die Seitennähte seitlich sind, hat mich das bei der roten Version irgendwie immer mal wieder aus dem Konzept gebracht, und irgendwie hat sich mir auch nicht ganz erschlossen, warum es jetzt bei etwas dickeren Nähten so viel vorteilhafter sein soll, die auf dem Hintern zu tragen als an der Seite. Davon werden sie schließlich auch nicht dünner.

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Außerdem habe ich diesen Rock länger gemacht als den roten, und anscheinend mehr oder weniger freiwillig auch weiter, denn er sitzt bei weitem nicht so knackig. Ob ich das jetzt gut finden soll oder nicht weiß ich ehrlich gar nicht so genau, aber ich trage ihn trotzdem gerne. Im Normalfall übrigens auch nicht so zerknittert, aber für die Fotos hatte ich ihn nur schnell spontan aus dem Schrank gezogen und nicht extra gebügelt.

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Damit ich aus dem restlichen Stoff auch noch was gescheites machen kann und der Rock zusätzlich nicht zu dick wird habe ich das Futter diesmal aus einem anderen Stoff zugeschnitten. Farblich passt der nicht ganz 100%ig dazu, aber das man das Futter ja die meiste Zeit nicht sieht war mir das auch egal. Lieber so, als großen Verschnitt am Stoff, aus dem ich dann nicht anderes mehr machen kann, und dicke, beulende Seitennähte. Das Futter war übrigens mal ein billiges Bettlaken vom dänischen Bettenlager, da hab ich früher häufiger mal Jerseylaken für Probeteile oder ähnliches gekauft. Von dem Gedanken, richtige Klamotten damit zu nähen, bin ich aber mittlerweile abgerückt, weil die meistens doch ziemlich hanebüchen krumm und schief zugeschnitten sind was den Fadenlauf angeht. Aber ich lasse mich ja überraschen, ein paar Laken hab ich nämlich noch an Lager.

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schwarze Tulpen rocken

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Heute gibt’s mal wieder was ein wenig schickeres, das ich vor einer Weile (ich verliere den Überblick…) spontan daheim genäht habe. Ich war nämlich über dieses Kleid mit Tulpenrock gestolpert und dachte mir so ein Rock könne ja für eine Konferenz in heißen Gefilden ganz gut sein. Also hab ich mir schwarzen Jersey geschnappt und losgelegt. Weil ich die obere Kante (aus welchen Gründen auch immer?) aber kaum abgerundet habe sah das Ganze am Ende doch etwas anders aus und hat, vermutlich auch wegen der Stoffbreite, nicht so schön viele Falten. Na ja, beim nächsten Mal…tulip-skirt

Den Bund habe ich schlicht doppelt umgeschlagen und ein Gummiband eingezogen, dazu gab es einen mehr oder weniger gut geglückten Blindsaum für die Unterkante. Den hab ich übrigens zuerst gemacht, weil der Saum durch den Überlapp ja bis oben zum Bund reicht und deshalb für den Gummibund mit umgeschlagen werden musste.

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Leider erkennt man auf den Fotos mal wieder nicht viel, weil die komische App, die ich zur Nutzung der Fernbedienung brauche, anscheinend ohne mein Wissen einen Filter über die Fotos gelegt hat, der die Fotos ziemlich abdunkelt. Sowas doofes… Gut, dass ich auch etwas rumgealbert habe, damit man wenigstens den Überlapp etwas sieht.

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Immerhin ist der Plan für einen luftigen Businessrock aber soweit aufgegangen und der Rock hat mir im Juni bei einer Konferenz im heißen San Antonia, Texas (Hitzschlag ahoi!), gute Dienste geleistet. Na ja, wenn man mal von den Lüftungsgittern im Gehweg absieht, aber auch da waren ehrlich gesagt andere Kleider mit weiter schwingenden Röcken viel schlimmer und haben für den einen oder anderen unerwarteten Marylin Monroe-Moment gesorgt…

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Aber auch das war immer noch besser und amüsanter als mit 2 ununterbrochen laut schnatternden Labertaschen das Zimmer teilen zu müssen, die mich fast in den Wahnsinn getrieben haben. So schön San Antonio an sich war, ich war so froh als ich wieder daheim war und hatte das dringende Bedürfnis, mich mindestens 3 Wochen lang allein in meiner Wohnung einschließen und keine Menschenseele sehen zu müssen. Aber immerhin hatte ich ein bisschen amerikanische Kosmetik shoppen können und sogar Rabatt bekommen, weil die nette Dame in der Schlange hinter mir ihre Kundenkarte für mich durchgezogen hat, sodass ich den Angebotspreis bekam und sie die Treuepunkte – win/win sozusagen.

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Faltenrock mal anders

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Als ich neulich (mittlerweile ist das auch schon fast 1 Jahr her!) letzten Oktober daheim und ein anderes Teil, das ich noch nicht fotografiert habe, fast fertig war stöberte ich noch etwas weiter in meinen Stoffkisten und bei Pinterest auf der Suche nach Inspiration und Ideen, was ich kurzfristig so nähen könnte. Dabei stieß ich wieder auf diesen hübschen Rock, den ich mir mal etwas genauer ansah. Ursprünglich wollte ich ihn aus dem Rest des roten Polojerseys machen, der noch vom Shrug anderen Teil übrig war, aber der war dann doch nicht lang genug, also habe ich mich spontan für einen anderen roten Jersey entschieden. Der ist dünner, und das war vielleicht auch besser so, denn sowohl Vorder- als auch Rückteil des Rock kommen am Ende mit doppelten Stofflagen daher, die Falten natürlich sogar mit noch mehr.

Am Anfang fand ich die Anleitung etwas konfus und nicht so gut erklärt, aber am Ende klappte es dann doch ganz gut. Im Prinzip wird das Vorderteil nur in Falten gelegt, die untere Lage davon auf dem Futter festgenäht sodass die eigentliche Falte die Naht verdeckt und dieser Doppeldecker dann mit dem Rückteil zu einem Sandwich verarbeitet, wobei das Rückteil an der Unterkante hochgefaltet wird – dadurch spart man sich auch noch einen Saum und hat innen keine offen liegenden Nähte. Gar nicht so doof.

Faltenrock rot

Den Part mit dem Falten festnähen fand ich etwas konfus erklärt und gelöst – ich habe einfach die Falte hochgeklappt, sodass der Bruch frei lag, diesen mit Kreide markiert und am darunter liegenden Futter festgesteckt und dann genäht. Nichts mit kryptisch unter dem Stoff Falten fühlen und bei den Fingerspitzen feststecken…

Faltenrock rot 2

Als die Seitennähte dann aufeinander gesteckt waren hieß es anprobieren, hier habe ich oben auf jeder Seite etwa 1,5-2cm weggenommen. Bei dieser Gelegenheit stellte ich aber auch fest, dass der Rock trotz meiner *hust* überschaubaren *hust* Körpergröße doch eher ziemlich kurz war, weshalb ich einen längeren Bund von etwa 10cm angenäht habe. Im Nahtschatten. Wie ich es liebe… Tausend Mal stecken und heften und trotzdem immer irgendwelche nicht mitgefassten Kanten auf der Innenseite.

Faltenrock rot 3

Mit einem kürzeren Bund sähe das vielleicht besser aus, aber das kann ich ja dann beim nächsten Mal machen, wenn ich entsprechend mehr Länge einkalkuliert habe. Nichtsdestotrotz gefällt mir der Rock nämlich sehr gut und es wird sicher nicht der letzte seiner Art gewesen sein. (Ich kann schon verraten, dass er es nicht ist, weil ich zwischen Schreiben dieses Beitrags, Fotos machen und Fotos bearbeiten und veröffentlichen glatt noch einen genäht habe.) Obwohl die Anleitung elastischen Stoff verlangt kann ich mir den Rock sogar auch aus festem, nicht dehnbarem Material vorstellen, dann eben mit Reißverschluss wie in diesen Versionen. Nur ob ich gestreiften Stoff so in Falten legen möchte bin ich mir noch nicht ganz schlüssig, aber ich denke, ich würde andere Muster bevorzugen.

Faltenrock rot 4

with a little help from my friends

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Letztes Wochenende war ich wieder bei meiner Freundin A. – die mit den Katzen, mit der ich neulich auch im Peak District war. A. hat nämlich eine Nähmaschine als Dauerleihgabe einer Freundin und hatte mich gefragt, ob ich ihr dabei behilflich sein könnte, eines ihrer liebsten Jerseykleider nachzuarbeiten. Da sag ich natürlich nicht nein…
Als wir 2 Tage vorher auf der Suche nach Gardinengewichten für eines ihrer anderen Projekte in einem Stoff- und Gardinenladen laden waren kam mir dort, wie sollte es auch anders sein, ein hübscher Jersey unter. £2.99 der Meter und nicht mehr viel auf der Rolle, etwa 1,5m – ich denke, viel mehr brauche ich nicht sagen, oder? So weitete sich der Plan also von „A. helfen und ein paar T-Shirts einnähen“ um einen Rock aus und ich stolzierte um £4.50 ärmer mit einem Beutel Stoff heim. (Okay, streng genommen wurde ich heimgefahren und war um einiges mehr ärmer, weil ich hinterher noch Schuhe und Klamotten für zukünftige Peak District-Trips gekauft und einen größeren Einkauf bei Aldi getätigt habe – wenn mir schon mal ein Auto zur Verfügung steht und ich nicht alles schleppen muss…)

Das Wochenende haben wir dann auch gut kreativ genutzt: los ging’s mit dem Vorbereiten von Panini-Broten, die später gebacken und noch später belegt, gegrillt und gefuttert wurden, dazwischen wurde fleißig Stoff geschnippelt, gebügelt und genäht und anschließend durften noch ein paar Angel’s Foodcakes in der Hölle schmoren im Backofen schwitzen. A. hat erstmal eine einfache, luftige Bluse genäht, quasi ein großes Rechteck mit Ausschnitt, und ich wurde ein bisschen von den Massen meines Stoffes davongetragen…

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So sieht übrigens die Nähmaschine aus. Die Stichwahl ist auf den ersten (und zweiten und dritten, …) Blick ziemlich konfus gestaltet und es half nicht, dass der linke Schalter nicht etwa auf Position „A“ stehen muss wenn man die damit gekennzeichneten Stiche will, sondern nach oben zeigen muss. Aber wir hatten ja ein Reststück zum rumspielen, an dem wir uns dann meistens vorher vergewissert haben, dass wir auch wirklich den richtigen Stich erwischt haben, bevor es an die Klammotte ging.

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Um das also mal zu erklären: oben gibt es quasi 2 Reihen und 2 Spalten Stiche, die in verschiedenen Farben gekennzeichnet sind. Neben der oberen Reihe steht zusätzlich ein A, neben der unteren ein B, und über allen Stichen gibt es quasi ein kleines Fenster, ein bisschen wie die Indikatoren an Toilettentüren. Man muss also erstmal einstellen ob A (bzw. „oben“) oder B und dann den Ring um diesen Schalter herum drehen um die ToilettenIndikatoren zu bewegen.  Die bewegen sich aber in beiden Spalten gleichzeitig, also parallel zueinander, weshalb man dann an den anderen Rädern die Farbe anwählen muss, mit der der gewünschte Stich gekennzeichnet ist. Gleichzeitig stellt man an diesen Rädern aber auch noch Stichlänge und -breite ein (An dieser Stelle muss ich lobend anmerken, dass die Maschine die Nadel auch nach rechts stellen kann, was ich bei den meisten modernen Maschinen schmerzlich vermisse.) und muss deshalb dabei aufpassen, dass man nicht aus Versehen zu einer anderen Farbe und damit einem anderen Stich wechselt…

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Aber zum Glück hatten wir ja die üblichen, fleißigen Helfer, die uns mit Rat und Tatze zur Seite standen. Sowohl beim Messen, …

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Zuschneiden…

Sassy
… und nähen als auch bei der finalen Anprobe:

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Von der Nähhilfe gibt es leider kein Bild, weil mein Handy und A. beide in einem Zimmer waren als die Katze es sich auf meinem Schoß gemütlich machte während ich an der Nähmaschine saß. Etwas irritiert hat sie dann aber schon auf’s Füßchen geguckt als ich wieder anfang zu nähen…

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Ganz uneigennützig war diese Hilfestellung von den Pelzträgern natürlich nicht, denn für sie ist auch was abgefallen.

Ninja3Und das nicht nur beim Nähen…

Sassy3
Mein ursprünglicher Plan als ich den Stoff gesehen hatte war eine Art Tellerrock mit Zipfeln, also quasi einfach ein Quadrat mit Bund. (Irgendwie habe ich hierfür den Begriff „handkerchief skirt“ im Hinterkopf?) Das hab ich mir mit den Streifen, die dadurch ja in verschiedene Richtungen laufen, ganz hübsch vorgestellt, und siehe da:

Rock
Der Plan ging auf. Als Bund habe ich einfach einen langen Streifen Jersey genommen, den ich dann umgeschlagen habe. Kann man aber natürlich auch un-gekrempelt als längeren Rock tragen, und sogar als Top macht das Ganze erstaunlich gut. (Hab ich aber natürlich vergessen zu fotografieren.)

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Weil damit von knappen 1,6m Stoff natürlich noch eine ganze Menge übrig war habe ich als nächstes einen Shrug genäht. Hier ist die Einfassung finde ich ein bisschen labbrig geworden, da würde ich beim nächsten Mal einen kürzeren Streifen nehmen und ihn leicht gedehnt annähen, sodass das Ganze besser anliegt.

Rock 2
Aber so schlimm ist es auch wieder nicht. Da so ein Shrug aber natürlich nicht viel Stoff frisst durfte auch noch ein Top her. Weil wir keine Zwillingsnadel zur Hand hatten habe ich das übrigens mit dem elastischen ZickZack gesäumt – ihr wisst schon, diesem dreigeteilten ZickZack. Das gefällt mir sogar überraschen gut, ich glaube, das werde ich jetzt öfter machen.

Shirt
Am Ende des Wochenendes stellte A. also fest, dass ich quasi ein gesamtes Outfit genäht hatte und fragte amüsiert bis erstaunt: „Wie viel hat der Stoff nochmal gekostet? £4.50?“ Die letzten Reste hab ich nämlich auch noch zu einem kurzen Loopschal verarbeitet.

Saum

Etwas weniger amüsiert war zumindest ich allerdings als ich mich, wieder daheim, in mein WiFi einwählte und etwa 10 WhatsApp-Nachrichten und 2 E-Mails meiner Eltern und meines Freundes fand, die panisch fragten, ob ich noch lebe und offenbar jederzeit bereit waren, einen Suchtrupp loszuschicken – weil ich mal ganze 30 Stunden nicht online war.
Obwohl ich vorher gesagt hatte, dass ich am Wochenende zu A. gehe und mich auch schon mehrfach darüber ausgelassen hatte, dass ich keine mobilen Daten habe weil die Mobilfunkanbieter hier mir derzeit aus ungeklärten Gründen selbst die günstigsten Verträge verweigern.
Obwohl ich zuletzt Samstags gegen Mittag online gewesen war und WhatsApp ihnen das anzeigt.
Obwohl es deshalb natürlich überhaupt keinen Sinn macht, mir 10 Nachrichten zu schicken und um Antwort zu bitten, wenn ich  die erste noch nicht gelesen habe.
Obwohl meine Mutter im gleichen Atemzug fragte, ob ich denn meine neuen Wandersachen schon ausprobiert habe, und ich, so ich es denn getan hätte, im Peak District natürlich auch keinen Empfang oder Internet gehabt hätte.
Obwohl es für mich gar nicht ungewöhnlich ist, mal eine Weile nicht online zu sein, weil ich nicht zu denjenigen gehöre, denen das Handy quasi an der Handfläche festgewachsen ist, sondern das Ding insbesondere in guter Gesellschaft gut und gerne auch mal beiseite legen kann und möchte.
Obwohl ich bereits mehrfach klargestellt habe, dass ich gar nicht rund um die Uhr erreichbar sein will und mir diese Erwartungshaltung ziemlich stinkt.
Dennoch hat mein Freund offenbar sogar mehrere meiner Freunde hier in Sheffield bei Facebook angeschrieben weil sie ja „seit Tagen“ nichts von mir gehört hätten. Es ist ja lieb und nett, dass sie sich Sorgen um mich machen, aber seit wann bitte ist von Samstag Mittag bis Sonntag früher Abend „seit Tagen“?! (Zumal ich meine harmlosen Pläne ja angekündigt und man sie offenbar nur mal wieder vergessen hatte…) Mir hat diese unnütze Flut an Nachrichten voller Erwartungshaltung dass ich doch bitte gefälligst online zu sein und mich zu melden habe jedenfalls irgendwie einen ganz schönen Dämpfer verpasst und etwas die Stimmung nach einem eigentlich tollen Wochenende verdorben.

Die Tücken der modernen Kommunikation…

No smoking within 7 metres of these doors!

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Schilder mit dieser oder ähnlicher Aufschrift hingen bei meiner Uni an jeder Außentür. Fazit nach 3 Jahren: Entweder haben rauchende Englänger keine Ahnung, wie viel 7 Meter sind, oder es ist ihnen Schnuppe. Ich jedenfalls musste nahezu jedes Mal beim Betreten oder Verlassen eines Gebäudes luftanhaltend durch eine Rauchwolke eilen, die wenn überhaupt maximal einen Meter von der Tür entfernt war. Nicht nur einqualmen, nein, auch noch den Weg blockieren, genial. Aber das ist ja in Deutschland auch nicht anders, nur dass da keine Schilder hängen.

Ich will keinen Hehl daraus machen, normalerweise herrscht in meiner Umgebung rauchfreie Zone sofern ich das beeinflussen kann. Mit Rauchen kann ich nichts anfangen und hätte auch kein Problem damit, wenn es komplett verboten würde, im Gegenteil. Ist schließlich auch nur eine gesundheitsschädliche Sucht, die die Taschen der Produzenten füllt und auch noch unbeteiligte beinflusst. Wenn mir nur jemand mit einer Kippe in der Hand auf der Straße entgegen kommt rieche ich das 50 Meter gegen den Wind und kriege meistens postwendend Hustenanfälle, bin ich gar längere Zeit dem ätzenden Qualm ausgesetzt komme ich aus dem röchelnden Husten noch Tage später nicht raus und habe mindestens eine Woche mit einer schmerzenden Lunge zu kämpfen. (In diesem Zusammenhang meinte übrigens die Mutter einer Freundin, die uns – vor dem Rauchverbot – mal von einem Konzert abholte, ich habe wohl schon ein paar Zigaretten zu viel in meinem Leben geraucht. Es war keine einzige, nicht mal ein Zug! So viel zum Thema Passivrauchen.)
Das geht sogar so weit, dass ich quasi ein menschlicher Rauchmelder bin. Einer meiner Mitbewohner in meiner ersten WG in England war besonders schlecht in der „Lebensmittelzubereitung“ und so kam es, dass ich eines Tages in meinem Zimmer im ersten Stock den Geruch von Rauch vernahm und mich fragte, ob Adam mal wieder versuchte was warmes zu Essen zu machen. Wohlgemerkt, die Küche lag im Erdgeschoss und Türen und Fenster waren verschlossen. Ungefähr 30 Sekunden später ging der Rauchmelder – in der Küche! – los. Meine Nase hat also selbst auf mehrere Meter und ein Stockwerk inklusive Türen und Fenster ein sensibles Gerät in knapp ein Meter hindernissfreier Entfernung zum Herd geschlagen. Ohne visuelle,  akustische oder andere Hilfsmittel oder Vorwarnungen.

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Um jedenfalls zum Thema zurück zu kommen, ich habe bezüglich des Smoken mal eine Ausnahme gemacht, und zwar eine unter Umweltaspekten betrachtete, gesundheitlich und geruchstechnisch gänzlich unbedenkliche (jedenfalls für mich): ich habe ein Nähwerk gesmokt. Okay, ich gebe zu, das hat nichts mit Rauchen zu tun, aber dieses Shirt hier wäre ja schließlich glatt ein passendes Exemplar aus diesem amüsanten Sammelsurium an Anti-Raucher-Sprüchen.

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Das Kleid, das ich mir kürzlich spontan genäht habe, finde ich dann aber doch hübscher. 😉 Inspiriert hat mich eigentlich dieses Exemplar, vermutlich vorrangig wegen des tollen Stoffs, aber so einen tollen Stoff hatte ich natürlich nicht. Und eigentlich wollte ich auch nicht bloß einen Gummizug in der Taille, auf solche überdimensioniert-schlabbrigen Ärmel war ich auch nicht scharf, und überhaupt… überhaupt ist eigentlich alles ganz anders. Aber so ist das wohl manchmal mit der Inspiration und dem, was letzten Endes daraus wird.

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Weil ich auch sonst keinen meiner gemusterten Jerseys passend fand – gesmokte Streifen müssen irgendwie nicht sein, oder? – hab ich schlussendlich zu dem roten Jersey gegriffen, aus dem auch schon mein erstes Infinitydress und der Cozy sind. Keine Ahnung, warum ich da so viel von habe und woher, aber sei’s drum, hübsch ist er ja, wenn auch, je nach Schnitt, etwas knitteranfällig. Aber bei den Kräuseln, die durch’s Smoken enstehen, fällt das glaube ich nicht weiter negativ auf.

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Gesmokt habe ich also auf gut Glück 9 Reihen im Taillenbereich. Danach war die zweite Unterfadenspule Gummifaden leer und ich hatte keine Lust, noch eine dritte aufzuwickeln. Etwas erstaunt über den Verbrauch hierbei war ich allerdings schon. Ansonsten ging das Smoken aber relativ problemlos – nach der Erkenntnis, dass meine Maschine von mir möchte, dass ich den Unterfaden nach jeder Reihe und dem folgenden Abschneiden wieder neu einfädele.

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Die kleinen Falten im Ausschnitt sind übrigens durchaus gewollt – nur irgendwie nicht so. Eigentlich hatte ich mir da schöne, größere, tiefere Falten vorgestellt, die ein bisschen das Brustteil hinunterragen, aber dafür habe ich ganz offensichtlich zu sparsam kalkuliert.

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Bei den Ärmeln sah das ursprünglich genau so aus, wenn nicht noch blöder, aber die hatten immerhin den Vorteil, dass ein neuer Zuschnitt nicht so viel Stoff verschwendete wie bei einem komplett neuen Frontteil. Viel besser hat es das allerdings auch nicht gemacht, und einen Tick zu lange finde ich sie im Nachhinein auch. Hätte ich nicht das Ausschnittdetail noch mal aufgreifen wollen hätte ich vermutlich eh Flatterärmel gemacht.

Beim nächsten Mal werde ich dann wohl auch den Taillentbereich großzügiger zuschneiden, denn während die 10 cm Zugabe um die Hüfte, die der Inspirationsquelle empfohlen werden, dort gut ausreichen finde ich es doch etwas schade, dass vom Smok in der Taille im angezogenen Zustand nicht mehr viele Kräusel überbleiben. Da empfiehlt es sich vielleicht tatsächlich, einfach gerade oder gar leicht ausgewölbte Stoffteile für den Korpus zu nehmen, damit auch getragen genug Smok übrig bleibt.

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Da ja jetzt offenbar schon der Herbst vor der Tür steht und die warmen Tage noch spärlicher gesäht sind werde ich das Kleid übrigens zu einem Sommerfest (Welch Ironie!) gestern voraussichtlich erstmal mit einem langärmligen Oberteil drunter oder Shrug drüber und Strumpfhosen getragen haben. (Wer sich über den kuriosen zeitlichen Satzbau wundert: das hier ist vorgebloggt, demnach kann ich Donnerstag noch nicht wissen, ob ich das Samstag wirklich so tragen werde.) Ein längeres Jäckchen drüber zu ziehen fände ich bei dem Smokteil gerade doch noch irgendwie schade.
Aber immerhin habe ich für die Fotos noch mal einen sonnigen, halbwegs warmen Tag erwischt. Eine neue Kamera habe ich übrigens immer noch nicht, irgendwie gibt es das, was ich suche, so nicht oder nur als teure Spiegelreflex außerhalb meines Budgets (Stichwort Fernbedienung). Dafür habe ich dran gedacht, dass mein Handy ja auch einen Selbstauslöser haben könnte, und siehe da… Die Qualität ist nicht die beste, aber besser als gar nichts. Einziges Problem: wie stellt man so ein Handy hin?

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Mit Hilfsmitteln. Sie sehen: eine verstaubte, eigentlich immer leere Vase aus dem Wohnzimmer und eine Untertasse aus dem Küchenschrank. Dazwischen „klemmte“ dann mein Handy, in beide Richtungen gegen das abrutschen geblockt, aber das konnte ich selbstredend so nicht in Aktion fotografieren. (Jetzt wo ich darüber nachdenke, ein Spiegel hätte es getan… aber ich schätze, das Terrain ist hier auch ohne schon kurios genug.)

Ingesamt habe ich, trotz Neuzuschnitt der Ärmel, für das Kleid etwa 90cm Jersey von 1,8m Breite verbraucht. Warum ich das hier extra erwähne? Weil meine Stoffbilanz, oder um genau zu sein mein gesamtes Stoffarchiv, leider trotz vielfacher Datensicherung beim kürzlichen Neu-Aufsetzen des PCs flöten gegangen ist. Einfach so.
Da habe ich Stunden reingesteckt, sämtliche Bestände abzutippen, Neuzugänge einzufügen und verbrauchtes möglich genau aufzuführen und rauszurechnen, habe extra ein Programm, dass Festplattensicherungen, Synchronisierungen & Co. macht und das mehrfach behauptet hat, alle Daten auf die externe Festplatte kopiert zu haben, und dann? Dann fehlt doch alles Mögliche! Ich hätte so kotzen können.  Ich meine, was soll denn das bitte? Entweder es ist alles als Kopie gesichert oder eben nicht, aber so kommt man sich doch ziemlich verarscht vor, oder?

Zum Glück ist das nicht mitten im Studium mit irgendwelchen wichtigen Daten passiert und zum Glück habe ich die Stoffbestände auch noch jeweils auf Zetteln an/in den Kisten selbst vermerkt, sonst müsste ich das jetzt auch noch alles wieder neu ausmessen. So muss ich es immerhin „nur“ neu abtippen, die paar noch nicht vermerkten neuen Stoffe ausmessen und mich ärgern, dass ich jetzt doch keine Stoffbilanz für das Jahr abgeben kann. Leider kann ich mich nämlich nur noch erinnern, dass die ganz gut aussah, aber eben nicht wie gut genau, und deshalb will ich jetzt sicherheitshalber lieber immer direkt dazuschreiben, wie viel ich wofür verbraucht habe. Doof ist das nur bei Dingen, die es aus diversen Gründen nicht zeitnah auf den Blog schaffen…  aber auch das Problem werde ich wohl in absehbarer Zeit erstmal nicht mehr haben.

Karteileichen #5 – Lila, der letzte Versuch

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Da ich euch den Rock von neulich leider immer noch nicht zeigen kann und hier nicht so lange Brach liegen lassen möchte finde ich, ist es heute mal wieder Zeit für eine Karteileiche, die ich schon vor einer ganzen Zeit fotografiert habe. (Deshalb auch an der Puppe und mit, wie ich gerade feststelle, leider erstaunlich mieser Fotoqualität. Es war doch hell, also ISO-Rauschen ist das nicht…?)

Ganz eindeutig ebenfalls dazu zählt das Kleid, das ich euch heute zeigen möchte. Damals stand meine ich außer meinem T-Shirt-Schnitt noch nicht viel und vor allem habe ich mich noch mit dem Drecksteil von der Singer-Nähmaschine rumgeschlagen, die den dünnen Jersey selbstverständlich überhaupt nicht mochte. (An dieser Stelle muss ich meiner Aussage bezüglich Jerseykämpfen wohl eine Ausnahme hinzufügen, aber das lag an der Maschine, nicht am Jersey.) Trotzdem hab ich sie (und mich) damit gequält und am Ende den Sieg errungen.

Streifenkleid
Die Bauweise des Brustteils hab ich mir bei einem gekauften Top abgeguckt, das Prinzip ist eigentlich ganz einfach. Die Ausschnittkante ist gerade waagerecht, ich habe sie unsichtbar gesäumt, und wird erst durch das Band in der Mitte runtergerafft. Das wiederum ist nur um den Stoff gelegt und zusammen damit unter der Brust festgenäht.

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Streifenkleid 5
Ein Bisschen kniffliger wurde es dann schon beim Nackenträger. Hier habe ich zuerst die Länge festgelegt, die später um den Nacken führen sollte, und den Stoff in dem Bereich rechts auf rechts zusammengenäht. Nach dem Wenden hatte ich dann schon mal den schönen Trägerteil, nur wie die es beim Kauftop geschafft haben, den Rest jetzt auch noch ohne sichtbare Naht oder Nahtschatten an das Oberteil zu bringen ist mir ehrlich gesagt schleierhaft.

Streifenkleid 2
Ich habe mich jedenfalls dafür entschieden, das Bündchen einfach doppelt gelegt ganz normal in einem Zug festzunähen. Nur der Übergang zum präsentablen Trägerteil war dann etwas schwierig, nichts mit „Innenschön“ hier…

Streifenkleid 4…. aber immerhin „Außenschön“, von da sieht man es nämlich nicht.

Streifenkleid 3
Der Stoff hat übrigens sichtbar eine rechte und eine linke Seite: einmal sind die dicken Streifen heller und die dünnen dunkeler, auf der andere Seite ist es umgekehrt. Dieses Detail habe ich am Saum des Kleides aufgegriffen und die Rüsche so angenäht, dass man hier die andere Seite des Stoffes sieht.

Streifenkleid 6
Nachteile des Kleides sind übrigens eindeutig, dass man jedes noch so kleine Speckpölsterchen sieht und die Farbe vielleicht nicht ganz so gut mit meinen rot gefärbten Haaren harmoniert. (Ja, ich glaube so alt ist das Kleid schon, dass es noch meine Naturhaarfarbe miterlebt hat.)

Wiederholungstäter

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Vor ein paar Wochen, als ich mein grünes Rippshirt bloggte, überkam mich mal wieder die Lust, unbedingt etwas nähen zu wollen. Wegen „schnell, einfach und spontan“ natürlich aus Jersey. Ich grübelte also so vor mich hin was es werden sollte, als es mir siedend heiß wieder einfiel – da war doch was, bei dem ich mich gefragt hatte, warum ich es nicht schon viel öfter umgesetzt habe!

Ein passender Jersey war schnell gefunden und innerhalb von wenigen Stunden hatte ich das Shirt zusammengerattert. Einzige Schwierigkeit dabei war eigentlich das plattbügeln der Falten – nicht etwa wegen des Stoffes, sondern weil meine Eltern ihre ausrangierten Matratzen im Keller zwischengeparkt und damit den Zugang zum Bügelbrett verbaut hatten. Aber nichts, was man nicht mit ein bisschen Akrobatik und ein paar Verrenkungen hätte lösen können…  (Call me determined, you know?)

Faltenschädel 2

Auf Schulterklappen hab ich diesmal verzichtet und auch den Abstand zwischen den beiten Faltengruppen verringert, denn die waren mir ja beim letzten Mal etwas zu weit auseinander. So gefällt es mir aber richtig gut, das hab ich mir gleich mal notiert.

Kurzfristig (ca. 1 fixe Wäsche lang, überall Kreidemarkierungen, ne?) hatte ich überlegt, das Shirt so zu lassen, aber dann hab ich doch wieder die Totenkopfnieten vom vorigen Werk rausgekramt. Die haben gegenüber den Schiffsknöpfen vom nautischen Kleid auch den Vorteil, dass sie nicht so traurig runterhängen. Auch wenn man mir vermutlich trotzdem wieder auf die Hupen glotzt.

Faltenschädel
Dachte ich. Wie man an diesem Schnappschuss eindeutig sieht war das aber trotzdem keine gute Idee, die Dinger fallen bei diesem Stoff nämlich öfter einfach mal ab. Da steht man also bei einer Verstaltung (rausgeschmissenes Geld übrigens) in der Schlage auf dem Damenklo, es macht leise „pling“ und es hat sich wieder ein Schädel in Richtung Fliesen verabschiedet. Ich schätze es liegt daran, dass das Shirt, im Vergleich zu dem relevanten Teil beim grünen, nicht mit Bügeleinlage verstärkt ist und der Jersey sich ja doch bewegt und dehnt.
Na ja, jedenfalls habe ich die Schädel dann schweren Herzens alle wieder abgemacht, zum Glück hat der Stoff davon wenigstens keine Löcher zurückbehalten.

Faltenschädel 3

Auf diesen Fotos sieht man übrigens auch wieder schön das Belichtungsproblem meiner Kamera – ich bin zwar grundsätzlich sprichwörtlich „weiß wie ’ne Wand“, aber eben nicht so weiß. Zumal diese unsere Außenwand gar nicht weiß ist, sondern hellgrau. Und das bin ich ja wohl ganz sicher nicht, oder? Aber wenn halt mal die Sonne scheint… scheint die Kamera schnell überfordert zu sein.

Das wusste übrigens auch die Katze zu schätzen und hat sich zu uns nach draußen gesellt als meine Mutter Fotos machte. Und sich unter Protest meiner Mutter („Hee, ich hab da was gepflanzt!“) ins Blumenbeet gesetzt.

24.2.2014 (27)
Dabei hat sie doch so schön aufgepasst und ihren Schwanz schützend um das sprießend Blümchen gelegt…
Ach und apropos Totenköpfe, da fällt mir doch ein, dass ich hier auch endlich mal den Link zu meinem Gastbeitrag bei Miss Xtravaganz hinterlassen wollte, bevor ich das wieder vergesse (wie ungefähr bei den letzten 5 Beiträgen). Die liebe Miss hat  nämlich Anfang des Jahres eine Gastbloggeraktion gemacht und dafür einen meiner unveröffentlichten Beiträge gepostet. (Vielen Dank nochmal!) Wer also schon immer mal wissen wollte, wie man sich mit Frischhaltefolie und stinknormalem Papier stenciltaugliches „Freezerpaper“ zum Aufbügeln selbst machen kann, der findet unter obigem Link eine Anleitung.

 

 

Es grünt so grün…

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Es ist schon wieder eine Weile her, da habe ich mich an einem dünnen grünen Rippjersey aus meinem Vorrat vergriffen.
Wetter und Kamera sabotierten meine Versuche, das Ergebnis (und einiges andere) fotografisch festzuhalten, nach Kräften, aber jetzt kann ich euch wenigstens 2 Tragebilder zeigen, die die Kamera nach dem Belichtungsgezicke und vor dem obligatorischen Akkutod noch zu Stande gebracht hat. Ich sag euch, den Zeitraum dazwischen abzupassen und gewinnmaximierend auszunutzen ist gar nicht so einfach.

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Geworden ist es ein Langarmshirt mit einer Art Poloschlitzknopfleiste, für die ich einen Streifen Jersey mit Bügeleinlage verstärkt habe. Statt Knöpfen habe ich aber Totenkopfnieten benutzt und den Schlitz deshalb seitlich wieder zugesteppt.

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Ansonsten ist das Shirt gewohnt unkompliziert. Ich muss ja sagen, an Jersey mag ich nicht nur das bequeme Tragegefühl, sondern auch die Tatsache, dass er sich so schön einfach zu figurfreundlichen Kleidungsstücken verarbeiten lässt, ohne erst ewige Fummeleien mit Schnitten, Abnähern, Bequemlichkeitszugaben & Co. zu haben.  Irgendwie so eine „geht immer“-Geschichte und mein „go to-Material“ wenn ich nicht weiß, was ich sonst nähen soll, oder mal was mit Erfolgsgarantie brauche. (Ich weiß, darüber wird manch einer vielleicht entsetzt die Augen aufreißen, aber für mich war Jersey nie ein Kampfgegner.)

Skull grün

Und was hatte mein Vater natürlich wieder zu bemerken, als er sich, die Augen zusammenkneifend, zu mir beugte und versuchte, die Totenköpfe zu erkennen?
„Was hast du denn da auf den Brüsten? Da brauchst du dich ja nicht wundern, wenn die Männer da hingucken, bei der Platzierung ist das ja quasi geradezu eine Einladung…“
Ah ja. Ist das etwa nicht die übliche Platzierung für Knopfleisten?

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