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Mohn-Hefe-Streuselkuchen

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Bevor vor einigen Wochen meine Eltern zu Besuch kamen und meine Backformen mit ihnen die Heimreise antreten sollten wollte ich natürlich gerne nochmal einen großen Kuchen backen. Für mich alleine ist das schließlich immer viel zu viel und  in der Uni hab ich mich jedes Mal geärgert, wenn trotz Kuchen-Ankündigung kaum jemand kam oder unter Angabe fadenscheiniger Gründe selbst das Probieren verweigerte („Danke, aber ich mag grundsätzlich keinen Käse.“ – „In Käsekuchen ist doch aber gar kein Käse drin?!“) und ich schlussendlich trotzdem wieder zu viel Kuchen übrig hatte und so hab ich doch meistens auf kleine Formen oder Törtchen zurückgegriffen. Es sollte nun jedenfalls ein großer her, damit die Springform wenigstens ein paar Mal in Benutzung gewesen war, und da sowohl meine Mutter als auch ich die Woche zuvor Geburtstag gehabt und uns nichts gesehen hatten bot sich die Gelegenheit quasi zum verspäteten Geburtstagskuchen backen an.
Das „stash busting“  in der Küchenedition und ein grob ähnliches Rezept förderten dann den Wunsch zu Tage, einen Kuchen mit Mohnfüllung zu backen, und ich hab mal wieder mehr oder weniger frei Schnauze drauf losgelegt und ein Rezept entwickelt, das Hefeteig, Mohnfüllung und Mohnstreusel miteinander kombiniert.

Hefe-Mohn-StreuselDie kleinen, schwarzen Punkte sind übrigens selbstverständlich Mohn. Nicht, dass es euch geht wie meiner Mutter letztens als ich Spinatwaffeln  mit Heim brachte und sie, ohne die Dose geöffnet zu haben, ganz entsetzt fragte: „Ih, sind die schon verschimmelt? Die sind ja ganz grün!“ – „Mama, das ist der Spinat!“

Mohn-Hefe-Streuselkuchen

Hefeteigboden:
260g Mehl

150 ml Milch
26g Margarine
1 Prise Salz
1/2 Würfel Hefe (20g)
80g Traubenzucker

Füllung:
400ml Milch

20g Traubenzucker
50g Grieß
210g Mohn

Streusel:
30g Mohn

135g Mehl
90g Traubenzucker
105g Margarine

Die Hefe in lauwarmer Milch auflösen und anschließend aus Mehl, Hefe-Milch, Margarine, Traubenzucker und einer Prise Salz einen glatten Hefeteig kneten. Diesen dann an einem warmen Ort gehen lassen bis er sich in Etwa verdoppelt hat. Danach den Teig in einer 26er-Springform auseinander ziehen und einen Rand formen, das geht ganz gut wenn man mit einem feuchten Löffel in 1-2cm Abstand vom Rand entlangfährt und den Teig so zu einemWall hochschiebt. Im vorgeheizten Ofen bei ca. 190-200°C (Gas 5-6) etwa 10 Minuten vorbacken.

In der Zwischenzeit ca. 350ml Milch aufkochen, die restlichen 50ml mit dem Grieß und dem Traubenzucker glattrühren und dann gefolgt vom Mohn unter die kochende Milch rühren. Rühren bis eine leicht pudding-ähnliche, cremige Füllung ohne Klumpen entsteht und vom Herd nehmen.

Während die Füllung leicht abkühlt nun alle Streuselzutaten miteinander verkneten, das wird allerdings keine richtig bröselige Angelegenheit sondern mehr ein großer Klumpen, den man dann zu streuselartigen Gebilden oder Fetzen auseinander reißen muss. (Vielleicht qualifiziert sich das eher als Haube wie bei einem Zupfkuchen und weniger als Streusel?)

Den Hefeboden aus dem Ofen holen, die Mohnfüllung darauf verteilen und glatt streichen (wenn der Rand nicht so hoch ist macht das nichts). Zum Schluss die Streusel auf der Füllung verteilen und den Kuchen nochmal für ca. 20 Minuten in den Ofen stellen bis die Streusel schön bräunlich sind.
Hefe-Mohn-Streusel 2Seht ihr’s? Seht ihr’s? Da ist Sonne!

Zwischen backen und probieren war ich mir ehrlich unsicher, ob der Kuchen schmecken würde und besonders bezüglich der Streusel etwas unzufrieden, da sie nicht so knusprig-trocken sind wie man das vielleicht gewohnt ist, aber der Geschmackstest hat überzeugt und schlussendlich sind saftige Streusel finde ich echt nicht verkehrt. Meinen Eltern hat’s jedenfalls geschmeckt und mir auch und, da er doch recht mächtig ist, mit das Beste ist wohl, dass der Kuchen lange saftig und lecker bleibt. Ich hatte ihn Dienstag Abend gebacken und die Reste, zwischendrin in Alufolie oder Plastikdosen verpackt, waren selbst am folgenden Montag immer noch nicht ansatzweise trocken und schmeckten so gut wie am ersten Tag. Länger haben sie dann nicht überlebt. (Aber das lag nicht an ihnen sondern an ihrer Vernichtung meinerseits.)  Außerdem war der Kuchen erstaunlich krümelfrei, was wohl der saftigen Natur zu verdanken ist, sodass ich ihn auch in der (sonnigen!) Mittagspause in der Uni gut ohne Besteck essen konnte ohne den Tauben ein Festmahl auf dem Rasen zu servieren.

Einziger Nachteil: Mohn und Zähne mögen sich vielleicht ein bisschen zu sehr. Aber das ist ja nichts neues.

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