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Eule mit W(eu/)olle

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Mitte letzter Woche hatte meine Freundin A. Geburtstag und zu diesem Anlass im Voraus eine Gruppe Freunde einschließlich meiner Wenigkeit zum Essen gebeten. Da ich natürlich nicht mit leeren Händen aufkreuzen wollte und ohnehin eine Idee hatte habe ich ihr kurzerhand (und kurzfristig) was gehäkelt. Sie mag nämlich – wer auch quasi nicht? – Eulen, Füchse und Co. und meine Eulenstulpen fand sie auch niedlich. Also Eulenstulpen. Auf dem Markt ein Knäuel senfgelbe Wolle gekauft und los.

Stulpen2
Oder auch nicht… Die 6er-Häkelnadel, die ich von daheim mitgenommen hatte, passte zwar für die Wolle selbst theoretisch gut (auf der Banderole werden auch 6er empfohlen, aber nur Stricknadeln), produzierte dann aber viel zu große Resultate, und ewig viele Stiche wegnehmen kann man ja nun auch nicht. Also nochmal los, 4 Läden in der Nähe der Uni erfolglos nach einer 4er-Häkelnadel abgeklappert und dann am nächsten Tag doch noch mal zum Markt gestiefelt. Kurioserweise kostete die 4er-Nadel dort 3 mal so viel wie alle anderen, und irgendwie erschien mir 3,5 dann sogar doch etwas passender.

Stulpen34

So bin ich also mit meiner 3,5er-Häkelnadel nach Hause marschiert und habe angefangen die Eulen zu häkeln. Diesmal mit 26 statt 30 Maschen, das passte gut und ging soweit wieder einfach von der Hand, wenn man mal davon absieht, dass die 3-fädige Wolle sich natürlich gerne mal etwas spaltete, insbesondere mit der kleinen Nadel.
Als die erste Eule fast fertig war fiel mir dann natürlich ein, dass ich ja eigentlich auch noch Knöpfe oder Perlen für die Augen bräuchte… So viel zum Thema Eile mit Weile.
Die Läden in Uninähe gaben natürlich wieder nichts her, das nicht weiß, pink oder pastellgrün/-gelb und blümchenförmig war, und so musste ich Anfang der Woche ein drittes Mal zum Markt traben und Knöpfe aussuchen. Hätte ich mir natürlich auch sparen können wenn ich da früher drüber nachgedacht hätte…

Stulpen

Die Krone habe ich dem Ganzen dann aber damit aufgesetzt, dass ich nur zwei Knöpfe gekauft habe. Sind ja auch zwei Augen, ne? *Kopf–>Tisch* Diese Dämlichkeit ist mir dann natürlich erst am Abend vor’m Geburtstag aufgefallen als ich die Knöpfe annähen wollte, den ersten mit der ersten Stulpe zur Hand nahm und plötzlich dachte „Moment – ich hab nur noch einen anderen Knopf. Aber… oooh neeiiin! Wie kann man nur so blöd sein?!“
Dabei wäre es das Endergebnis echt wert gewesen.

Stulpen5

Schlussendlich habe ich die Stulpen dann also zähneknirschend ohne Augen verschenkt und versprochen, diese nach meinem Urlaub nachzureichen bzw. noch anzunähen.

Die Farbe, laut Banderole übrigens „Old Gold“, ist bekanntermaßen ja nicht so meins, aber die Stulpen sind ja auch nicht für mich. Zum Glück scheine ich auch etwas dazugelernt zu haben, denn diesmal sind die sogar ohne Aufwand gleich groß geworden. Eigentlich ist zwar schon nicht mehr wirklich das Wetter für kalte Pfoten und Stulpen, aber die nächste Kälteperiode kommt bestimmt…

Stulpen4
Verwendet habe ich übrigens 82g der 100g Magnum lightweight chunky-Wolle von King Cole, und weil es ja gerade lief dann beim Rausholen des Geschenkpapiers festgestellt, dass das zwar – wie in meiner Erinnerung – niedliche Füchse zeigt, aber eben auch weihnachtliche Glückwünsche ausspricht. Natürlich ebenfalls am Abend vor’m Geburtstag…

Geschenkpapier
Auch hier konnte ich die Situation aber in einen Lacher verwandeln, der meine Freundin schon vor dem Auspacken gänzlich verzückte und köstlich amüsierte: ich habe weil ich faul bin nur auf der Front einfach „season’s“ durchgestrichen und durch „birthday“ ersetzt und das gleiche mit „winter“ und „spring“ getan. Okay, Schneeflocken sind trotzdem noch drauf, aber… die Botschaft kam jedenfalls an (und wurde voller Freude den anderen Gästen präsentiert), und das Geschenk gefiel auch.

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Liste 1

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Ein Laptop ist bestellt (d.h. genau genommen mittlerweile gestern schon angekommen, derzeit schlage ich mich mit der Treiberinstallation rum), Stoffe für eine erste, schnelle „Hauptsache-ich-hab-erstmal-was“-Hülle liegen auch bereit (bei Gelegenheit werde ich dann hoffentlich was hübscheres produzieren, endlich mal was zu patchworken böte sich zum Beispiel an) und so hab ich mich daran gemacht, ein paar Dinge auf der Liste der noch zu nähenden Sachen abzuarbeiten.

Manteländerung2

Zuerst wäre da eine beinahe kurios anmutende Änderung: die Ärmel meines Wintermantels verlängern. Moment – verlängern?! Es kommt ja nun höchst selten – also eigentlich gar nicht – vor, dass ich mal was verlängern muss, aber diesmal war es wirklich notwendig. Schon vor 1 oder 2 Jahren habe ich einen langen, schwarzen Wintermantel mit Kapuze bei ebay geschossen, den die Vorbesitzerin durch eine Rückenschnürung aufgemotzt hatte. Das hatte für mich, neben dem günstigen Preis, zwei Vorteile: eine Kapuze ist bei dem wechselhaften englischen Winterwetter und plötzlich einsetzenden Regenschauern nie verkehrt, und mit einer Rückenschnürung kann ich Oberbekleidung hinlänglich ganz gut an meine Figur anpassen. Ich suche nämlich schon lange immer mal wieder nach Wintermänteln mit Kapuze, aber wie das nun mal so ist – an der Brust zu eng, um die Taille viel zu weit – passen nicht mal die ohne. Und Kapuzen scheinen noch dazu einfach Mangelware zu sein.
Kurioserweise sind bei diesem Mantel die Ärmel aber einfach zu kurz. Also habe ich mir etwas schwarzen Wollstoff, ein bisschen Kunstfell und Futterstoff geschnappt und beschlossen, die Kunstfelleinfassung am Kapuzenrand noch mal aufzugreifen. Der Plüsch ist zwar ein ganz anderer, aber das soll mich nicht weiter stören.

Manteländerung

Ebenfalls auf meiner Liste stand ein Brotbeutel – wenn man nämlich, wie ich, sein Brot selbst backt bekommt man natürlich auch keine Papier- oder Plastiktüten zur Aufbewahrung. Aber wiederverwertbare Stofftüten sind ja eigentlich eh viel ökonomischer (zumal der grüne Stoff ein Rest von perfekter Größe war), und hübscher anzusehen obendrein. Aus hygienischen Gründen habe ich dann übrigens gleich zwei genäht, damit ich nach jeder Benutzung wechseln und waschen kann.

Brotbeutel

Vermutlich erstmal das Wichtigste auf meiner Liste war aber ein Kleinteiletui für meine Unitasche, in dem der ganze Kleinkram verstaut werden kann, der sonst lose darin rumfliegt und nie oder nur schlecht auffindbar ist wenn man ihn braucht.

Täschchen2

Während meines Bachelorstudiums hatte ich sowas in der Art schon mal genäht, allerdings war das wirklich nur ein winziges Etui mit einem einzigen Reißverschluss, sodass der Krempel dann eben darin unsortiert und durcheinander rumflog. Auch nicht das Gelbe vom Ei. Also habe ich mir überlegt, was da überhaupt so rein muss und anhand dessen ein Konzept entwickelt (Das klingt jetzt irgendwie so wissenschaftlich-geschäftlich…), das auf diese Bedürfnisse nach Trennung und schneller Auffindbar- oder Sichtbarkeit Rücksicht nimmt.

Täschchen

Deshalb hat das Täschchen zwei Reißverschlussfächer und ein Klarsichtfach. In dem einen Fach dürfen sich Dinge wie Kopfschmerztabletten und die Notration Traubenzucker gegen akute Süßlust tummeln,…

Täschchen3

… während das andere Lippenpflege und Lippenstift beherbergt und bestimmt auch mal dem einen oder anderen USB-Stick Asyl gewähren wird.

Täschchen4

Das Fach aus dicker, durchsichtiger Plastikfolie/Tischdecke – hier nur stellvertretend von der PayBackkarte bevölkert – hingegen ist für den Studentenausweis gedacht. Ich gehe davon aus, dass der, wie bei meiner alten Uni, im üblichen Kartenformat kommen und auch als Schlüssel oder zumindest Einlassberechtigung fungieren wird, demnach muss er natürlich schnell verfügbar und gegebenenfalls sichtbar sein. Wenn es, wie in meinem letzten Bachelorjahr, sogar ein kontaktloses Öffnungsverfahren gibt, bei dem man die Karte nur an ein Lesegerät halten muss: um so besser, aber der als Verschluss gewählte Klettverschluss würde es auch nicht übermäßig kompliziert machen (Also: nicht komplizierter als das Verfahren ohnehin schon ist.), die Karte rauszunehmen und durch einen Leser zu ziehen, wie es in meinen ersten beiden Studienjahren erforderlich war.

Täschchen5
Was jetzt noch auf meiner Liste steht ist – bis auf die Laptophülle – nicht mehr kritisch. Eine Babyhose für die Patentochter meines Freundes, die im November kommen soll, habe ich die Tage auch noch schnell zusammengeschustert (und kein Foto gemacht, weil sie exakt so aussieht wie die erste), und weil ich die dann vermutlich eh erst um Weihnachten rum zu Gesicht bekommen werde brauche ich mich auch mit einem möglichen Lätzchen noch nicht stressen.
Das übernimmt aktuell zu meinem Leidwesen ohnehin lieber der Laptop, der Treiber verlangt, nach deren Installation aber prompt anfängt, sich über (System-)Fehler zu beschweren und nur mit Windows-Starthilfe hochfährt, um mir dann eine Systemwiederherstellung anzubieten. Ja was jetzt: Treiber oder keine Treiber? Und wenn keine Treiber: was soll ich dann damit anfangen ohne Internet, USB & Co., für die es ja Treiber braucht? Was die ganzen Treiber aktuell tun ist eher mich in den Wahnsinn zu treiben… aber ich bleibe hartnäckig. Es ist vielleicht nicht schön, komfortabel oder zeitgemäß, das alles selbst installieren zu müssen (bei meinem Desktop-PC habe ich Win7 installiert, hatte sofort alle Treiber und es lief alles von alleine), aber ich will mich nicht bezwingen lassen.

Klein, kleiner…

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Nachdem ich neulich ja schon Erfahrung mit kleinen Puppenklamotten gesammelt habe ging es jetzt gleich wieder mit was kleinem weiter. Einer kleinen Hose, um genau zu sein, allerdings nicht für Omas Puppen, sondern für den Sohn einer Freundin, für den ich auch schon das Lätzchen genäht habe.
Durch Zufall bin ich nämlich vor einer Weile unter anderem in den Besitz einiger Kinderjerseys gekommen, die ich zwar ganz niedlich finde, aber na ja… eben doch nicht unbedingt zu meinem Stil auf offener Straße passen. Ein paar habe ich also weggegeben, aber zum Glück nicht alle, sodass ich noch ein bisschen Auswahl hatte, als ich dann von besagtem Baby erfuhr und auf das Schnittmuster für die Babyhose „Ras“ stieß. Hose 3 Denn mal ehrlich, diese glücklichen Elefanten auf grünem Grund sind doch niedlich, oder? Hose Was ich dummerweise natürlich nicht hatte war Bündchenstoff. Also hab ich erstmal zum Nächstbesten gegriffen, nämlich geripptem Jersey; großzügige Reste von meinem Oberteil. So eine Babyhose braucht ja echt nicht viel Stoff, erst Recht nicht die Bündchen. Hose 5 Ich fürchte, dass der Rippjersey etwas zu locker sein könnte, Bündchenstoff ist da vermutlich fester und stabiler, aber es wird sich zeigen. Bei Reklamationen ziehe ich da notfalls noch ein Gummi ein oder tausche den Bund aus. Hose 2 Das Schnittmuster ist jedenfalls denkbar einfach umzusetzen, sodass es wirklich ein schnelles Geschenk ist. Es hätte mir zwar – pure Gewohnheit und Faulheit – besser gefallen, wenn die Nahtzugaben bereits eingezeichnet gewesen wären, aber bei so einem kleinen Teil ist das zusätzliche Anzeichnen ja kaum ein großer Mehraufwand. Wenn sie passt und gefällt wird das jedenfalls sicher nicht die letzte Hose sein… (Und wer weiß, vielleicht kriege ich die Mama ja damit in einem ruhigen Moment früher oder später auch mal an die Nähmaschine?) Hose 4 Genäht habe ich übrigens Größe 74, da ich immer noch denke, dass die Eltern vermutlich ohnehin genug Kleidung für den Anfang haben werden, aus der der Zwerg so schnell rauswachsen wird. Davon abgesehen: wenn uns noch mal so eine Hitzewelle ereilt wie kurz vor der Geburt (36°C, pralle Sonne und eine wahrliche Riesenkugel –  meine Freundin tat mir schon etwas Leid) wären lange Hosen für den Sommer wohl eh etwas unpassend. Mit etwas Glück könnte die Hose also gegen Herbst/Winter gut passen. Obwohl 74  in einem Größenspektrum von 50 bis 92 ja eher in der Mitte liegt erwischte ich mich während des Nähens übrigens immer wieder dabei, irrationalerweise zu denken, das Teil müsse sicher viel zu klein sein – aber Babys sind ja so winzig.

Es darf gesabbert werden…

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Anfang Oktober hat die Tochter unserer Nachbarn ein Baby bekommen. Ich selbst war als kleines Kind öfter mal bei ihnen drüben und habe zum Beispiel „Es war einmal das Leben…“ (Wie passend… Und, wer hat jetzt noch einen Ohrwurm?) mit ihnen geguckt und angeblich beim letzten Einhorn Rotz und Wasser geheult. Dass ich den Vater damit etwas ins Straucheln gebracht habe kam dann auch beim Polterabend vor ein paar Jahren, zu dem wir ebenfalls eingeladen waren, wieder amüsiert zur Sprache. (Ich bin mir übrigens keiner Schuld bewusst, aber die Nachbarskinder sind ja auch ein paar Jahre älter und können sich daran sicher besser erinnern als ich.)

Als wir dann mit den ersten Fotos auch das Geschlecht und den Namen verkündet bekamen wollten wir natürlich auch wieder gerne ein kleines Präsent überreichen können. Ich ergriff also die Initiative und hatte schon bald eine Idee – ein Lätzchen. Mein Gedankengang dabei war vor allem, dass frisch gebackene Eltern vermutlich Strampler zu Hauf geschenkt bekommen oder bereits haben und das Kind da ohnehin schnell rauswachsen wird. Daher erschien es mir sinnvoller, etwas zu machen, was vielleicht nicht unbedingt sofort benötigt wird, deshalb aber voraussichtlich auch noch nicht in x-facher Ausführung vorhanden und außerdem weniger größenkritisch ist.

Lätzchen4

Zuerst war meine Mutter von der Idee eines Lätzchens gar nicht so angetan – bis ich ihr sagte, dass ich doch ein Motiv und den Namen draufsticken möchte und sie plötzlich ganz begeistert war und fand, dass die Eltern sich über so ein individuelles, persönliches Geschenk sicher freuen würden. Da war mein Vater schon schneller von Begriff, der hat meine Idee nämlich schon bei der bloßen Erwähnung eines Lätzchens sofort durchschaut.
Die Motiv-, Stoff- und Farbauswahl sowie die Umsetzung blieb dann aber selbstverständlich doch wieder nahezu komplett an mir hängen. 😉 Lediglich bei der Stoffauswahl der Vorderseite hat meine Mutter für Brei-rutschhemmenden Frottee votiert.

Lätzchen3

Den in den Stickrahmen der Maschine einzuspannen oder sich beim zuschneiden komplett davon vollfusseln zu lassen war allerdings kein so großes Vergnügen… Aber ich das Frotteemonster erfolgreich bezwungen.

Unter dem Frosch ist wie gesagt noch der Name des Mädchens gestickt, aber den hab ich lieber mal unkenntlich gemacht. So viel sei gesagt: das Garn ist rot.

Lätzchen#

Der Zwischenstand in Form eines fertig bestickten, alles vollfusselnden Frotteelappens fand dann auch bei meinen Eltern Anklang. Gesprächsfetzen gefällig?
Ich: „Also find’st du das auch gut so?“
Vater im Brustton der Überzeugung: „Ich find das super-mega-süß!“
Na dann… kann ja nichts mehr schief gehen, was?

Als Verschluss haben die Teile vor dem Verstürzen noch einen Klettverschluss spendiert bekommen, das dünkte mir praktischer als die elenden Bindebändchen, die an meinen Lätzchen früher immer ausgefranst sind. Außerdem: wer bindet denn eigentlich bitte gerne einem zappelnden oder sich wehrenden Kleinkind irgendwelche Schnüre um den Hals?

Lätzchen2

Und falls ihr euch jetzt wundert: obiger Text ist natürlich zeitnah im Oktober entstanden, aber – ihr ahnt es vielleicht – da die einzige Aufgabe meiner Mutter darin bestand, das Geschenk einzupacken, habe ich es prompt versäumt, Fotos zu machen. Super, ne?

Warum ihr das jetzt trotzdem seht? Weil eine gute Freundin von mir quasi „so nett war“, vor ein paar Tagen ebenfalls ein Kind zu bekommen. Und weil sie bei der Erzählung vom anderen Lätzchen so begeistert von der Idee war, dass sie selbstverständlich auch eins bekommen sollte. (Sollte sie natürlich eh, aber im Vorhinein zu wissen, dass sich jemand freuen wird, hat doch auch was, oder?) Das bot mir natürlich die perfekte Gelegenheit, die ganze Sache endlich mal fotografisch festzuhalten. Welcher Name hier unkenntlich gemacht wird ist ja dann letztenendes auch egal, der Unterschied liegt ohnehin – abseits des Namens selbst natürlich – nur darin, dass ich den Namen ihres Sohnes in einem leuchtenden Blau gestickt habe.

Lätzchen5

Die Rückseite besteht übrigens aus schlichter dunkelgrüner Baumwolle, leider hat sich hier beim Absteppen der Frottee etwas durchgezogen.

Nichts wird so heiß angefasst wie es gekocht wird

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Aus diesem Grund habe ich schon vor einer ganzen Weile angefangen, ein paar Topflappen für meine Mutter zu patchworken. Die Quadrate hab ich fertig geschnitten bei ebay erstanden, sonst hätte ich sicher den Lebtag nicht so eine große Mustervielfalt zusammenbekommen. Na ja, und schon gar nicht in Lila- und Rosatönen…

Topflappen 3

Für die Rückseite habe ich dann ein Stück lila Baumwolle gekauft, aus dem ich auch das Einfassband gebügelt habe. Selbiges anzunähen war übrigens wohl der größte Kampf an den ganzen Topflappen (und mit ein Grund, warum sie es erst in den Adventskalender geschafft haben), da ich es anscheinend, egal wie viel ich stecke, hefte oder sonstwas tue, partout nie so hinkriege, dass Vorder- und Rückseite eines Schrägbands ordentlich und gleichmäßig aussehen. Jedenfalls nicht im ersten Anlauf.

Topflappen 4

Die rosafarbene Quiltung ist übrigens der Tatsache geschuldet, dass ich natürlich erstmal kein passendes lilafarbenes Garn hatte oder es erst hinterher gefunden habe. Aber so ist die Rückseite wenigstens nicht ganz einfarbig. Da es mein erster Quiltvorgang und noch dazu ein Geschenk war hab ich das Muster aber einfach gehalten und nur parallele Linien zu Karos gesteppt.

Topflappen 2

Das wirklich ärgerliche an der ganzen Geschichte ist aber, dass ich extra isolierendes Futtermaterial gekauft habe, das speziell für Topflappen und dergleichen gedacht ist, und man jetzt trotzdem kein Backblech gefahrlos aus dem Ofen holen kann ohne zu denken „Oooh, jetzt wird’s aber heiß!“.  In der beiliegenden Anleitung war selbstredend keine Rede von doppellagiger Verarbeitung oder ähnlichem…

Topflappen

Nu‘ hab ich also im 3. oder 4. Anlauf das Einfassband endlich so dranbekommen, dass ich halbwegs zufrieden war, um dann Topflappen zu verschenken, die ich qausi postwendend wieder einkassieren musste, damit ich sie wieder auseinander nehmen und mindestens eine weitere Lage Futter einfügen kann. Hmpf. Hätten die ja ruhig mal dazuschreiben können, dass eine Lage nicht reicht…

Herbst im Advent?

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Dass ich im grünen Forum an einem Adventskalender-Swap teilgenommen habe wisst ihr ja bereits, denn ich konnte mit meiner Freude über meinen Kalender von Todeszebra ja nicht hinter dem Berg halten.
Natürlich habe ich aber selbst auch einen Kalender zusammengestellt und mit Basteleien und anderen Dingen befüllt, und zwar für die liebe Lilienkind. Weil die jetzt alle Geschenke ausgepackt haben sollte kann ich euch dann endlich zumindest die selbstgemachten auch zeigen. Der Rest hat der Beschenkten zwar glücklicherweise auch gefallen, ist aber hierfür erstmal unwichtig.

Ihrem Steckbrief zufolge mag Lilienkind unter anderem die Natur, Blätter, Eiche(l)n, Windlichter und Dinge, bei denen man noch erkennt, dass sie aus Holz gemacht sind. Daran habe ich mich dann hauptsächlich orientiert und so ist ihr Adventskalender etwas jahreszeitenuntypisch recht herbstlich ausgefallen.

Zum Thema Blätter und Windlichter fiel mir sofort etwas ein, nämlich mit buntem Herbstlaub dekorierte Teelichthalter aus Glas. Dafür habe ich einen gemütlichen Spaziergang gemacht und Blätter gesammelt, die ich hinterher – ganz wie als Kind – zwischen zwei Lagen Zeitungspapier in einem dicken Buch getrocknet habe.
Danach habe ich meinen alten Serviettentechnikkleber rausgekramt und die Blätter damit auf ein etwas größeres Glas geklebt und großzügig mit dem Kleber bestrichen. Bei den dünnen Blättern hat das ganz gut geklappt, die dickeren hingegen brauchten etwas Überredung, da sie anscheinend so steif waren, dass ich sie länger ans Glas drücken musste, bis sie sich der Form zumindest größtenteils beugten. Das erforderte etwas Geduld und Fingerspitzengefühl, hat sich aber finde ich gelohnt.
Nachdem der Kleber durchsichtig getrocknet war habe ich das Ganze zur Sicherheit noch mit nicht enflammbarem Klarlack eingesprüht und ta-da:

Herbstteelicht
Testweise mal beleuchtet sieht es dann so aus. Schön gemütlich, oder?

Herbstteelicht 2
Weil mein Wichtelkind außerdem hatte verlauten lassen, dass es stimmungsvolle Dekoration mag, dachte ich mir, dass es ja nicht unbedingt bei einem Windlicht bleiben müsse, und habe mich an einem Stück orientiert, das bereits bei uns auf dem Wohnzimmertisch steht: ein Teelichthalter aus Treibholz. Gut, Treibholz vom Bodensee war jetzt spontan nicht aufzutreiben, aber glücklicherweise habe ich bei meinem Waldspaziergang doch ein paar Stücke Holz gefunden, die schon „organisch“ genug waren um natürlich auszusehen, ohne vermodert zu sein.
Das habe ich dann gründlich abgebürstet und gereinigt, ehe ich es erstmal sicherheitshalber zum Trocknen in den Heizungskeller legte. Danach brauchte ich nur noch mit dem Forsterbohrer drei Aussparungen bohren, in die die Teelicher perfekt reinpassen, und fertig ist die charaktervolle Holzdeko:

Holzteelicht
Holzteelicht 2
Und als ob zwei Utensilien für Zimmerfeuer im Miniaturformat noch nicht genug wären hab ich noch ein weiteres Glas verziert, diesmal allerdings mit silberner Farbe und Schablonen-Tupftechnik. Lilienkind mag nämlich auch den Landhausstil, und auch meine ursprüngliche Idee etwas anders aussah hoffe ich doch, hiermit die richtige Richtung eingeschlagen zu haben.

Landhausteelicht 2
Das ließ sich wegen der hohen Transparenz nur schlecht fotografieren und wurde daher für die Bilder mit buntem Papier gefüllt, aber beleuchtet sieht es eh wieder viel schöner aus:

Landhausteelicht
Kommen wir endlich mal weg von den Kerzenhaltern und hin zu den eher nützlichen Kleinigkeiten des Kalenders, denn auch davon hatte Lilienkind welche auf ihrer Wunschliste stehen. Mit dabei: Maschenmarkierer. Dazu gibt’s eigentlich nicht viel zu sagen… etwas Nylondraht, Quetschperlen und verschiedene Dekoperlen später war eine kleine Armee von Maschenmarkierern geboren und mir dünkte, Lilienkind werde nie so viele Hände (oder Strickteile) haben, um sie alle auf einmal in Gebrauch zu haben. Aber wer weiß…

Maschenmarkierer 2
Das langwierigste daran war jedenfalls das Warte auf die Quetschperlen, die einfach nicht ankommen wollten… Zum Glück kamen sie dann kurz vor knapp doch noch, um sich mit ihren Kumpanen von wegrutschenden Drähten durchs Wohnzimmer katapultieren zu lassen. (Muss schließlich ein Heidenspaß für die Dinger sein… wie Achterbahn fahren oder Fallschirm springen!)

Maschenmarkierer
Mit fallschirmartigen Abgängen kennen sich vielleicht auch diese fallenden Blätter aus.

Notizbuch
Die habe ich auf eine Miniaturbuchhülle gestickt, weil der Steckbrief besagte, dass sich über hübsche Notizbücher gefreut würde. Ein vielleicht nicht ganz so hübsches Exemplar hab ich dann selbstverständlich reingesteckt.

Notizbuch 2
Hierzu gibt es auch mal wieder eine kleine Anekdote aus dem Hause knaxgurke. Als ich nämlich in meinem Zimmer saß und an der Hülle werkelte mahnte mein Vater plötzlich durch den Türspalt: „Mach das ja ordentlich!“ Auf mein etwas irritiertes „Äh, ja, natürlich?“ antwortete er dann: „Gut… Was machst du da eigentlich?“
Bei der Inspektion der fertigen Hülle – die übliche Qualitätsprüferin durfte hier leider ihre Nase nicht reinstecken, weil Lilienkind eine Katzenhaarallergie hat – hatte er dann zu vermelden: „Das ist aber schööön.“

Notizbuch 3
Und damit wenigstens auch noch ein Bisschen was weihnachtliches den Weg in den Kalender findet bin ich noch Lilienkinds Wunsch nach Untersetzern für Tassen oder Gläser nachgekommen. In Form lace-gestickter Schneeflocken.

Untersetzer
Die können sogar eine zweite Schicht als Tannenbaumanhänger schieben und sind bei genauerem Hingucken steampunk-inspiriert.

Eine weitere Jahreszeit hat sich dann mit dem kleinen Kosmetiktäschen in den Kalender gemogelt, welches sich Lilienkind „für das nötigste“ gewünscht hatte.

Kosmetiktasche
Lustigerweise hatte ich sogar einen Reißverschluss in exakt der passenden Farbe und Länge da, obwohl ich sonst, außer dem Stoffrest, eigentlich absolut gar nichts in der Farbe hatte. Das Futter ist allerdings hell, damit man den Inhalt hoffentlich besser findet.

Kosmetiktasche 2
Als letztes selbstgemachtes Geschenk gäbe es dann noch ein paar Haarspangen zu zeigen, die dafür sorgen, dass sich auch der herbstliche Kreis wieder schließt.

Haarspangen
Wegen Lilienkinds Vorliebe für Eicheln habe ich bei meinem Spaziergang nämlich auch davon welche gesammelt und sie, zusammen mit etwas Bastelfilz, zu einem kleinen Laubarrangement für die Haare verarbeitet.

Haarspangen 2
Haarspangen 3
Zu den 24 Päckchen dazu gab’s dann noch eine Karte nach Centis Vorbild und, zum restlichen Kalender eigentlich völlig ohne Bezug, für jedes Geschenk einen Pacman-Anhänger, der die Nummer des entsprechenden „Päc-chens“ mampft. Die hab ich aber dummerweise nicht mehr fotografiert.

Karte

Hast du nicht noch irgendwas niedliches?

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„Hast du nicht noch irgendwas niedliches, was ich ihr mitbringen kann?“, fragte mich meine Mutter neulich, als sie mir von ihrer neuen Kollegin ein Kochbuch über das fruktosearme Kochen mitbrachte. Eben jene Kollegin hat nämlich auch einiges ausprobiert, bis sie zu der Erkenntnis kam, was sie nicht verträgt. Da das aber keine Fruktose ist hatte sie ohnehin keine gesteigerte Verwendung mehr für das Kochbuch und hat es netterweise meiner Mutter bzw. mir zukommen lassen, da es tatsächlich ein Buch war, dass wir noch nicht kannten. (Beim Durchblättern ist mir schon an der einen oder anderen Stelle das Wasser im Mund zusammengelaufen…)

Kirschkernkatzen (2)
Aber zurück zu den Niedlichkeiten, denn erst kurz zuvor hatte meine Mutter beim Anblick eines alten Stoffrestes gesagt, dass der ihrer Kollegin sicher gefallen würde. Obwohl die Metal hört steht sie nämlich anscheinend auf niedliches bis kitschiges (Wüsste ich es nicht besser könnte man hier fast meinen es handle sich um Soda…) und trägt voller Stolz eine quietschgrün-orangene Handtasche. Schnell kam mir also die Idee, ihr aus besagtem Stoff ein Kirschkernkissen zu nähen (, was übrigens fast genau so schnell passiert war). Was passt schließlich besser bei Bauchschmerzen als etwas wärmendes?

Kirschkernkatzen (7)
So kann sie sich auch warme Katzen auf den Bauch legen, wenn ihre Stubentiger gerade keinen Bock haben, Wärmflasche zu spielen. (Schließlich kann Mela jetzt, Selene sei Dank, auch mit ihrem Mops spazieren gehen. =P)
Außerdem kann das Kissen sogar irgendwie ein bisschen auf Katzenkopf machen, findet ihr nicht?

Kirschkernkatzen (4)
Wenn ihr übrigens wissen wollt, was in diesem Fall „alt“ bedeutet: ich erinnere mich, als Kleinkind (Meine Eltern würden jetzt sicher kichernd einwenden: „Du bist immer noch klein, Kind.“) eine Puppenwiege gehabt zu haben, deren Himmel und Bettzeug aus diesem Stoff bestanden. So alt also. Eigentlich verwunderlich, dass er so lange in diesem Haushalt überlebt hat… aber vermutlich fand meine Mutter ihn auch irgendwie süß und hat ihn deshalb pfleglich aufhoben. Sein Alter sieht man dem Stoff jedenfalls keineswegs an.

hey lad come join our crew

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Da ihr euch nun die gesamte Adventszeit mit den Geschenken meines tollen Kalenders von Todeszebra rumschlagen müsst soll es heute wenigstens mal wieder etwas geben, was ich selbst gemacht habe. Den Adventsblues seid ihr allerdings noch nicht los, da kommt noch mehr. Aber vielleicht könnt ihr ja die eine oder andere Idee selbst noch verwerten?

Als meine Mutter nämlich meinen wunderbaren Kalender bewunderte und verlauten ließ „Ich will auch so einen…“ kam mir spontan der Gedanke, für meine Eltern auch Kalender zu befüllen. Zwar hauptsächlich mit Süßigkeiten, aber eben doch mit der einen oder anderen selbstgemachten Kleinigkeit. Ein paar Dinge, die quasi nur auf die passende Gelegenheit warteten, waren nämlich ohnehin schon fertig.

Für den Kalender neu gewerkelt habe ich aber erstmal ein kleines Reißverschlusstäschen für meinen Vater:

Globulitasche
Der trägt nämlich im Außendienst mittlerweile zahlreiche Tabletten und Globulifläschchen mit sich rum, die alle in einem eher weniger hübschen Beutel mit Zugband als Verschluss landen.  Da dachte ich sei eine hübschere Variante vielleicht nicht verkehrt…
Weil mein Vater passionierter Segler ist wollte ich eigentlich gerne diese tolle Zeichnung mittels Nitrofrottage auf den Stoff bringen, aber das hat leider gar nicht geklappt. Wie’s scheint ist mein extra gekaufter Nitro-Verdünner dafür, namentlicher Verwirrungen zum trotz, nämlich nicht geeignet. Oder ich zu doof. (Wollen wir hoffen, dass es ersteres ist.) Also habe ich etwas frustriert wieder die Stickeinheit angeschmissen, im Urban Threads Sale zugeschlagen und eine annehmbare Alternative fabriziert.

Globulitasche 2
Mit dem Reißverschluss bin ich nicht ganz glücklich, aber so schnell konnte ich leider auch keinen farblich passenden auftreiben. Na ja, so sieht man wenigstens immer schnell wo der Eingang ist.

Globulitasche 3
Das Prinzip der Tasche ist übrigens ganz einfach und variabel, denn außer einem Stück Stoff (zwei wenn es ein Futter geben soll) und dem Reißverschluss in der gewünschten Größe braucht man nur das übliche Nähmaterial, sprich Nadel und Faden. Der Boden der Tasche entsteht dann durch das entsprechende Abnähen der unteren Ecken. Ich habe außerdem eine Wendeöffnung im Futter gelassen, die ich anschließend mit der Hand zugenäht habe, so ist auch von innen alles hübsch und ordentlich. (Gut erklärt und bebildert ist das Prinzip auch hier, wie sollte es anders sein, bei Natron und Soda.)
Wer also noch ein schnelles, praktisches Last-Minute-Geschenk braucht: auf an’s Werk! Geht natürlich auch ohne Stickerei, dann vielleicht mit einem hübschen Stoff oder Schablonenmotiv (oder Nitrofrottage…) und die Verwendungszwecke sind ja denkbar vielfältig. Arzneitasche, Kosmetiktasche, Kleinkramtasche, Stiftemäppchen, … Das ist sogar ohne Nähmaschine zu schaffen.

Maler Klecksels neustes Helferlein

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Heute gibt’s mal ein kleines Last-Minute-Nähwerk, denn ich fahre relativ kurzfristig morgen zu meiner Oma nach Kiel und beim packen fiel mir ein, dass ich gar keine gute Transportaufbewahrung für meine Schminkpinsel habe. Zugegeben, für den Rest eigentlich auch nicht, aber das Pinselproblem ließ sich schneller beheben, zumal ich da wenigstens überhaupt weiß, was ich will und wie ich es mir vorstelle.

Pinselrolle
Also hab’ ich mir das Maßband geschnappt, ausgemessen, ein paar Stoffreste rausgekramt und losgelegt. Das hat wirklich nicht lange gedauert und verhindert wunderbare abgeknickte Sturmfrisuren auf Seiten der Pinsel. Bei mir kann man sich da bei einer steifen Ostseebrise nicht so sicher sein. Aber ist ja auch nur ein kleiner Haufen Rechtecke…

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Ich präsentiere: die Mini-Pinselrolle. Sieht im Vergleich zu größeren Exemplaren irgendwie erstmal seltsam aus, da höher als breit, aber solche Unmengen von Pinseln muss ich halt auch nicht rumschleppen. Um genau zu sein würde sogar noch einer mehr reinpassen. Taktisch betrachtet würde vermutlich ein Foundationpinsel fehlen, aber da ich für gewöhnlich keine trage…

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Um die Haare noch weiter zu schützen oder gar das Rausfallen zu verhindern habe ich oben noch eine Schutzlasche angenäht.

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Geschlossen wir das Ganze mit einem Schleifchen.

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Übrigens war ich auch ansonsten nicht untätig, aber quasi alles, was ich gewerkelt habe, ist für einen Adventskalenderswap im grünen Forum. Deshalb kann ich es hier natürlich nicht zeigen, bevor mein Wichtelchen es nicht ausgepackt hat. Das werde ich aber selbstverständlich bei Zeiten nachholen. Sind ja schließlich nur noch knapp 6,5 Wochen bis Weihnachten. (Höre ich da allgemeine Panik ausbrechen?)

then and now – Weihnachtsbasteln im Wandel der Zeit

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Heute mal eine kleine Zeitreise. Da ich den Beitrag eigentlich Anfang November vorbereitet habe und noch auf den letzten Schliff der damals aktuellen Geschenke wartete im doppelten Sinne, denn ich ändere jetzt nicht jede Zeitangabe hier. Deshalb:
November 2012:

Vor ziemlich genau einem Jahr  hab ich das hier gemacht.Hasi

„Häh?“, werdet ihr euch vielleicht denken. „Was ist das denn?“
Das ist ein Taschentuchhase. Frei nach Urban Threads, jedoch selbst digitalisiert. Haha! Ja, für geometrische Formen haben meine Fähigkeiten offenbar gerade noch so gereicht, denn 1. war mir diese In-Hoop-Sache nicht ganz geheuer, 2. fand ich die Augen zu weit auseinander und unten unschön abgeschnitten und 3., tada, wäre das Orignal eh zu groß für meine 10x10cm Stickfläche gewesen. Aber es hat ja auch so geklappt, die Zähne hab ich übrigens einfach normal mit der Maschine  gesteppt.

Wie ihr seht hat das den Hasen nicht daran gehindert, sich wie die Karnickel zu vermehren:Hasis

Und heute? Tja, heute gibt’s etwas ein wenig technikorientierteres als Taschentuchspender. Nämlich Handyladestationen, natürlich ebenfalls mit Stickerei. Mein kleiner Cousin, der den Drachen kriegt, hat zwar noch kein Handy (wobei ich natürlich nicht garantieren kann, dass sich das nicht gar Weihnachten ohnehin ändert), dafür aber eine Kamera, die meiner Erinnerung nach keine herausnehmbaren Akkus hat, sondern, bingo, mit Ladekabel direkt an die Steckdose muss. Prädestiniert also für solchen Firlefanz und um genau zu sein letztes Weihnachten sogar der Auslöser für diese Idee.

Ladestationen 2012Vikinger für den Mittelalter-interessierten Onkel, Bücherwurm für die Cousine, Grund wohl selbsterklärend.

Ladestationen 2012 (1)Drache für den Cousin, Sohn eines Feuerwehrmanns und ebenfalls sehr interessiert daran, Eulen für die Tante, einfach weil sie süß sind.

Ladestationen 2012 (2)Segelboot für den segelverrückten Vater, kuschelige, sozialverträglich Schal-teilende Vögel für die Mutter.
Fotoqualität natürlich wieder zusehends unterirdisch.

Dezember 2012:
Weil allerdings bekanntermaßen nicht alle Handy gleichförmige Ladekabelstecker haben und ich natürlich ohnehin nicht gewusst hätte wer gerade was hat hab ich ein bisschen überlegt, wie ich das Loch für den Stecker am geschicktesten gestalten könnte. Rund passt nicht für alle, eckig auch nicht, außerdem lassen sich in den dicken Filz so schlecht gerade Kanten schneiden und selbst wenn jemand gerade einen eckigen Stecker hat besteht durchaus die Möglichkeit, dass sich das mit dem nächsten Handy ändert.
Als ich also meinen Vater, noch mit der Absicht, große Löcher zu schneiden, nach einem Tipp für gerade Kanten fragte machte der Tüfftler mal wieder einen Vorschlag, der zwar auf den ersten Blick etwas eigenartig klang, dann aber durchaus Sinn machte.

So kann man vielleicht oben schon erahnen, was ich getan habe, aber hier gibt’s nochmal ein Detailbild. Mit einem Lochwerkzeug hab ich zuerst ein kleines Loch gestanzt, was ich mir vermutlich auch hätte sparen können, und dann einfach ein mit einem scharfen Teppichbodenmesser T in die Rückwand der Ladestationen geschnitten. So kann man die beiden dadurch entstehenden Dreiecke hochklappen und bequem (vorausgesetzt natürlich das T ist groß genug) Stecker aller Arten und Formen durchstecken.

Ladestationen 2012 (5)

Januar 2013:
Für mich selbst ist auch noch eine Station in Arbeit, allerdings hatte ich den Filz erst zuhause in Deutschland erstanden, den Taschenteil meiner Station aber natürlich in England gelassen. Wäre soweit kein Problem, dafür hab ich ja Filz mit zurück genommen, dummerweise scheint Ruby es aber tatsächlich nicht zu schaffen, beim nähen durch den dicken Filz auch richtige Schlaufen zu bilden. Mit der heimischen Hertha war das kein Problem, hier habe ich aber fröhlich rund um die Tasche gerattert um dann festzustellen, dass keinerlei Stiche gebildet worden waren. Das dicke Zeug mit der lädierten Hand zu nähen steht auch nicht gerade ganz oben auf meiner Wunschliste, also muss ich wohl beide Teile zu Ostern wieder mit heim nehmen. Trotzdem irgendwie ärgerlich und verwunderlich, dass ausgerechnet die gute Ruby damit nicht klar kommt.

Übrigens: mein Cousin hat natürlich ein Handy zu Weihnachten bekommen, beziehungsweise kurz danach das „alte“ seiner Mutter, weil sie nicht wusste, was sie sich zum Geburtstag wünschen sollte und sich dann einfach ein neues gewünscht hat. Darf ich erwähnen, wofür ein 8-jähriger schon im Sommer (als er noch nicht mal 8 war) ein Mobiltelefon wollte? „Zum Spielen“ natürlich. Ich dachte zwar dafür habe er sein Nintendo DS oder was auch immer es da für portable Spielekonsolen gibt, aber offensichtlich ist die Technisierung unserer Gesellschaft schon so weit fortgeschritten, dass selbst 2. Klässler ein Smartphone „brauchen“. Selbstverständlich aber nicht zum telefonieren. (Vielleicht sollte die Betonung mal wieder mehr auf Telefon liegen…) Und ich dachte ich sei verwöhnt worden als ich mit 11 oder 12 mein erstes Handy, damals noch wirklich nur zum telefonieren, SMS schreiben und maximal noch Snake spielen  geeignet (obgleich schon eines der moderneren), bekam um in  Notfällen meine Eltern anrufen zu können.