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In the circle

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Letztes Mal als ich daheim war und das zweifelhafte Vergnügen hatte, mein Zimmer zwecks neuen Fußbodens auszuräumen, hab ich natürlich beim bummeln mit meiner Mutter auch wieder mal bei Karstadt zugeschlagen. Neben einem schönen, wie gemalten Jersey, hab ich dabei auch diesen hübschen, grauen Strickstoff mit einer Art Zebramuster ergattert, den ich ebenfalls gleich verarbeitet habe, und zwar zu einer Kreisjacke. Natürlich auf Pinterest entdeckt. Sowas hatte ich schon länger mal vor, aber eben keinen Stoff gehabt.

Kreisjacke5

Dummerweise waren dazu aber keine Maße zu finden, und so hab ich mal wieder Pi mal Daumen gearbeitet (Hierzu übrigens eine Weißheit meiner Mutter: „Pi ist ja eine feste Größe, aber der Daumen ist immer unterschiedlich…“) und einfach vom Oberkopf bis zum Hintern gemessen, damit ich auch sowas wie eine Kapuze habe, ähnlich wie hier. Das Teil, das mich dazu inspiriert hat, finde ich jetzt natürlich gerade nicht, aber im Prinzip war der Nacken einfach nach oben hin lang genug, um ihn auch als Kapuze nutzen zu können.

Kreisjacke4

Was meiner natürlich nicht ist. Zu wenig Stoff, zu viel Haare, wie auch immer, es hält halt nicht auf dem Kopf. Aber so ist ja auch schön, und für’s nächste Mal weiß ich, dass ich mehr als die hier benutzen 45cm Radius veranschlagen muss. Dann sollte ich auch vorne mehr Länge und mehr Stoff zum überschlagen und kuschelig einwickeln haben, der ist so nämlich auch etwas spärlich.

Kreisjacke3

Dafür fällt das Ganze gerade seitlich aber trotzdem sehr schön, finde ich, und wie ihr seht hab ich natürlich Ärmel angefügt, damit es eben auch schön kuschelig warm ist. Westen schön und gut, aber irgendwie finde ich die was die Wärme anbelangt halt doch immer etwas… unbefriedigend.

Kreisjacke2

Für die Ärmel habe ich einfach meinen T-Shirt-Schnitt aufgelegt um den richtigen Schulterabstand hinzubekommen, und dann je einen minimal gebogenen Schlitz geschnitten, sodass die Ärmel (ebenfalls vom Shirt-Schnitt) genau reinpassten. Genäht und gesäumt hab ich das ganze Ding übrigens mit meiner neuen Overlock, der ich bei meinem Heimaturlaub nicht widerstehen konnte, aber dazu ein andern mal mehr. Jetzt erst nochmal Rumgehampel mit der Jacke.

Kreisjacke Die Fotos hab ich übrigens neulich gemacht, nachdem ich vom Kaffeeklatsch bei meiner netten Nachbarin zurück war, wo ich das Teil anhatte – Mensch war das ein kalter, regnerischer Tag. Aber den hab ich ja tatsächlich fast zur Hälfte mit der Nachbarin verquatscht, mit der ich mich um 11 Uhr zum Kaffee verabredet hatte und von der ich dann um halb 5 wieder daheim war. Ups. Na ja, ich würde mal sagen, wir haben uns gut unterhalten. Hat eben nicht nur was die Wohnung anbelangt Vorteile, dass ich endlich umgezogen bin. (Ich habe jetzt übrigens Tageslicht!)

Wiederholungstäter

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Vor ein paar Wochen, als ich mein grünes Rippshirt bloggte, überkam mich mal wieder die Lust, unbedingt etwas nähen zu wollen. Wegen „schnell, einfach und spontan“ natürlich aus Jersey. Ich grübelte also so vor mich hin was es werden sollte, als es mir siedend heiß wieder einfiel – da war doch was, bei dem ich mich gefragt hatte, warum ich es nicht schon viel öfter umgesetzt habe!

Ein passender Jersey war schnell gefunden und innerhalb von wenigen Stunden hatte ich das Shirt zusammengerattert. Einzige Schwierigkeit dabei war eigentlich das plattbügeln der Falten – nicht etwa wegen des Stoffes, sondern weil meine Eltern ihre ausrangierten Matratzen im Keller zwischengeparkt und damit den Zugang zum Bügelbrett verbaut hatten. Aber nichts, was man nicht mit ein bisschen Akrobatik und ein paar Verrenkungen hätte lösen können…  (Call me determined, you know?)

Faltenschädel 2

Auf Schulterklappen hab ich diesmal verzichtet und auch den Abstand zwischen den beiten Faltengruppen verringert, denn die waren mir ja beim letzten Mal etwas zu weit auseinander. So gefällt es mir aber richtig gut, das hab ich mir gleich mal notiert.

Kurzfristig (ca. 1 fixe Wäsche lang, überall Kreidemarkierungen, ne?) hatte ich überlegt, das Shirt so zu lassen, aber dann hab ich doch wieder die Totenkopfnieten vom vorigen Werk rausgekramt. Die haben gegenüber den Schiffsknöpfen vom nautischen Kleid auch den Vorteil, dass sie nicht so traurig runterhängen. Auch wenn man mir vermutlich trotzdem wieder auf die Hupen glotzt.

Faltenschädel
Dachte ich. Wie man an diesem Schnappschuss eindeutig sieht war das aber trotzdem keine gute Idee, die Dinger fallen bei diesem Stoff nämlich öfter einfach mal ab. Da steht man also bei einer Verstaltung (rausgeschmissenes Geld übrigens) in der Schlage auf dem Damenklo, es macht leise „pling“ und es hat sich wieder ein Schädel in Richtung Fliesen verabschiedet. Ich schätze es liegt daran, dass das Shirt, im Vergleich zu dem relevanten Teil beim grünen, nicht mit Bügeleinlage verstärkt ist und der Jersey sich ja doch bewegt und dehnt.
Na ja, jedenfalls habe ich die Schädel dann schweren Herzens alle wieder abgemacht, zum Glück hat der Stoff davon wenigstens keine Löcher zurückbehalten.

Faltenschädel 3

Auf diesen Fotos sieht man übrigens auch wieder schön das Belichtungsproblem meiner Kamera – ich bin zwar grundsätzlich sprichwörtlich „weiß wie ’ne Wand“, aber eben nicht so weiß. Zumal diese unsere Außenwand gar nicht weiß ist, sondern hellgrau. Und das bin ich ja wohl ganz sicher nicht, oder? Aber wenn halt mal die Sonne scheint… scheint die Kamera schnell überfordert zu sein.

Das wusste übrigens auch die Katze zu schätzen und hat sich zu uns nach draußen gesellt als meine Mutter Fotos machte. Und sich unter Protest meiner Mutter („Hee, ich hab da was gepflanzt!“) ins Blumenbeet gesetzt.

24.2.2014 (27)
Dabei hat sie doch so schön aufgepasst und ihren Schwanz schützend um das sprießend Blümchen gelegt…
Ach und apropos Totenköpfe, da fällt mir doch ein, dass ich hier auch endlich mal den Link zu meinem Gastbeitrag bei Miss Xtravaganz hinterlassen wollte, bevor ich das wieder vergesse (wie ungefähr bei den letzten 5 Beiträgen). Die liebe Miss hat  nämlich Anfang des Jahres eine Gastbloggeraktion gemacht und dafür einen meiner unveröffentlichten Beiträge gepostet. (Vielen Dank nochmal!) Wer also schon immer mal wissen wollte, wie man sich mit Frischhaltefolie und stinknormalem Papier stenciltaugliches „Freezerpaper“ zum Aufbügeln selbst machen kann, der findet unter obigem Link eine Anleitung.

 

 

Es grünt so grün…

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Es ist schon wieder eine Weile her, da habe ich mich an einem dünnen grünen Rippjersey aus meinem Vorrat vergriffen.
Wetter und Kamera sabotierten meine Versuche, das Ergebnis (und einiges andere) fotografisch festzuhalten, nach Kräften, aber jetzt kann ich euch wenigstens 2 Tragebilder zeigen, die die Kamera nach dem Belichtungsgezicke und vor dem obligatorischen Akkutod noch zu Stande gebracht hat. Ich sag euch, den Zeitraum dazwischen abzupassen und gewinnmaximierend auszunutzen ist gar nicht so einfach.

Skull grün 2

Geworden ist es ein Langarmshirt mit einer Art Poloschlitzknopfleiste, für die ich einen Streifen Jersey mit Bügeleinlage verstärkt habe. Statt Knöpfen habe ich aber Totenkopfnieten benutzt und den Schlitz deshalb seitlich wieder zugesteppt.

Skull grün 3
Ansonsten ist das Shirt gewohnt unkompliziert. Ich muss ja sagen, an Jersey mag ich nicht nur das bequeme Tragegefühl, sondern auch die Tatsache, dass er sich so schön einfach zu figurfreundlichen Kleidungsstücken verarbeiten lässt, ohne erst ewige Fummeleien mit Schnitten, Abnähern, Bequemlichkeitszugaben & Co. zu haben.  Irgendwie so eine „geht immer“-Geschichte und mein „go to-Material“ wenn ich nicht weiß, was ich sonst nähen soll, oder mal was mit Erfolgsgarantie brauche. (Ich weiß, darüber wird manch einer vielleicht entsetzt die Augen aufreißen, aber für mich war Jersey nie ein Kampfgegner.)

Skull grün

Und was hatte mein Vater natürlich wieder zu bemerken, als er sich, die Augen zusammenkneifend, zu mir beugte und versuchte, die Totenköpfe zu erkennen?
„Was hast du denn da auf den Brüsten? Da brauchst du dich ja nicht wundern, wenn die Männer da hingucken, bei der Platzierung ist das ja quasi geradezu eine Einladung…“
Ah ja. Ist das etwa nicht die übliche Platzierung für Knopfleisten?

Skull grün 4

Karteileichen #1- Fledermäuse am Abendhimmel

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Neulich ist mir mal wieder aufgefallen, dass es doch einige Teile gibt, die ich hier noch nicht vorgestellt habe. Größtenteils liegt das natürlich daran, dass sie vor Entstehung dieses Blogs entstanden sind, aber das heißt ja nicht automatisch, dass sie nicht vorzeigbar sind. Schließlich hab ich auch schon den einen oder anderen Schmarrn hier gezeigt. Deshalb hab ich mir jetzt vorgenommen, diese Karteileichen langsam aber sicher ans Licht zu bringen und hier sporadisch vorzustellen.

Fledermauspulli

Inklusive fescher Schlafanzughose. Hier treffen die Spezies der nachtaktiven Flügelträger aufeinander: Fledermäuse und Eulen.

Den Anfang macht hierbei ein dünner Pulli aus Jersey, ich entsinne mich es sei mal ein Bettlaken gewesen, den ich mit einem aus Moosgummi gebastelten Stempel selbst großflächig mit Fledermäusen bedruckt habe.

Fledermauspulli2 Mit von der Partie ist auch eine Kängurutasche, die dem Foto zufolge ihren Weg auf den Pullibauch nur etwas schief gefunden hat.

Fledermauspulli3
Der Kragen sollte eigentlich offen und geschlossen tragbar sein und mit Satinbändern zugebunden werden, da er aber mal wieder nach dem „Marke Eigenbau“- und „wird schon werden“-Prinzip entstanden ist sieht er irgendwie nicht ganz so toll aus. Weder geöffnet noch geschlossen.

Fledermauspulli5
Irgendwie ist er zu weit und die Schleifenbänder zu weit unten, von den langen Bandenden mal abgesehen, sodass sie in getragenem Zustand zu nah zusammenrücken. Die zündende Idee wie das noch retten könnte blieb bisher jedenfalls aus.

Fledermauspulli4
So viel also für heute zu den Altlasten. Was das Wort „Karteileichen“ oder „Leichen“ hingegen mit den Suchbegriffen, die Leute auf meinen Blog führen, machen wird möchte ich mir lieber nicht ausmalen. Wobei, die Liste der Absurditäten ist – trotz spärlicher Seitenaufrufe 😉 – lang und den Vogel hab ich wohl mit den literarischen Akten zu Projekt 12/12 eh schon abgeschossen. Oder wie soll ich mir sonst erklären, dass Leute mit skurilen Suchbegriffen wie „oma akt foto“, „akt streifen“, „reißverschluss akt foto“ oder „akt fotos privat“ hier landen?! Ich weiß ja nicht, wann ich meine Oma überhaupt mal erwähnt haben soll, aber Suchbegriffe wie die vorigen oder „oma probiert mieder an“ verstören mich zugegebenermaßen im Zusammenhang mit meinem Blog schon etwas… Und wer bitte hat hier eine „exhibitionistische Tochter“ gesucht?! Das zeichnet ja eine interessante Familie… scheint wohl genetisch bedingt zu sein?

Wiederum auch etwas überraschende, aber immerhin amüsantere und teils nicht minder skurile Suchbegriffe waren übrigens „brennt Traubenzucker“ (Wer da wohl die Küche abfackeln möchte?), „erst den knebel dann die kapuze“, „schlangenlinienförmig geometrische Formen“, „ruby stiche in die mitte nach jeder farbe“ (Äh, was?), „knie begradigen durch schiene“ (Wann soll ich denn über sowas geschrieben haben?), „wie lange brauche ich um klappläden zu streichen“, „handsäge für zinke“ (Ich kenn nur Zink und Zinken, aber wem soll hier die Nase abgesägt werden?), „bauteile für grosse bahn koffer knax“, „bügeleisenabdruck teppich lustiger tipp“ und „gasbrennofen selber bauen“ (Da hat das mit dem Traubenzucker wohl nicht funktioniert, was?). Bei „Warum keine holländischen Tomaten?“ sehe ich ja immerhin noch den, wenn auch falsch kombinierten, Zusammenhang zum holländischen Stoffmarkt, aber beim Rest? „nähprojekte schief gegangen“ ist dagegen ja noch ein geradezu sympathischer Suchbegriff, der der Wahrheit leider nicht immer entbehrt…

Zebrastreifen, Zebrastreifen, mancher wird dich nie begreifen…

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Gut, damit hätten wir dann die Kindheitserinnerungen auch abgehakt und gleich noch mit der musikalischen Untermalung fusioniert. Prima. Muss ja eigentlich nicht sein. Jedenfalls nicht bei Kinderliedern.

Kommen wir also zu anderen Fusionen, nämlich denen zweier einsamer Stoffteile. Letztes Jahr hatte ich ja einen Zebrajersey gekauft, den hab ich jetzt endlich seiner angedachten Bestimmung zugeführt. Oder eher gesagt etwa 60cm davon, viel mehr hat das lockere Top, das ich genäht habe, nämlich zum Leidwesen der Stoffbilanz nicht verschlungen. Aber immerhin. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.

Den Schnitt hab ich ganz schnöde von einem Top abgenommen, dass ich mal gekauft habe, da steckt also auch keine große Glanzleistung dahinter. Die einzige solche war es vermutlich, beim Säumen die Zwillingsnadel so abzubrechen, dass sogar ein Stück des Plastiks oben absprang – und darauf hätte ich nun wirklich auch verzichten können.

Zebra

Ein weiteres Problem an der Sache war dann, dass ich mal wieder nicht bedacht habe, dass der Zebrajersey weniger elastisch und fließend ist als das, zugegebenermaßen sehr elastische, Originalshirt. Das hatte dann nicht nur zur Folge, dass das Shirt  deutlich weniger vorteilhaft – aka sackig – sitzt und um die Brust spannt, sondern auch der Armausschnitt einfach unbequem eng war. Schlussendlich hab den also radikal wieder abgeschnitten und das Shirt als Relax- und Schlafshirt deklariert. Braucht man ja schließlich auch mal.

Zebra2

Aus 2 mach 3!

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Seit Samstag steht meine Nähmaschine endlich wieder an Ort und Stelle und als es mich am Sonntag überkam dachte ich mir als Wiedereinstimmung sei die Überarbeitung zweier Shirts nicht verkehrt, die ich vor einer ganzen Weile in England in einem dieser dubiosen Läden mit günstigen Preisen, aber ohne Umkleidekabinen gekauft habe. (Ich glaube passenderweise hieß er „Risky“.) Trotz Umkleidenmangel hatte ich die Shirts kurz über meinem Top anprobiert und befunden, dass sie des Einsatzes von Nadel und Faden bedürften, aber sonst ganz cool seien.vorher

Wie ihr seht waren die baugleichen Shirts viel zu lang um als T-Shirt durchzugeben (der Kreidefleck markiert in Etwa meinen Hüftknochen), außerdem ein Bisschen weit und der Ausschnitt endete etwas sehr großzügig erst unter der Brust. Von Anfang an war also der Plan, die Dinger auf T-Shirt-Länge zu kürzen und den abgeschnittenen unteren Teil mit einem neuem Brustteil zu versehen. Was mir leider erst daheim aufgefallen war ist, wie verschnitten und verdreht die Dinger waren. Das machte es dann doch etwas schwieriger als gedacht, aber auftrennen und neu zusammennähen wäre auf Grund der Streifen auch nicht drin gewesen. Das abgetrennte Unterteil sah nähmlich, an einer Seitennaht aufgeschnitten, so aus:vorher (3)Wer schneidet und näht denn sowas? (Okay, genau genommen will ich es wohl lieber gar nicht wissen.)

Abschnippelt und eingenäht war schnell, auf einen richtigen Saum hab ich verzichtet, um nicht zu viel Länge einzubüßen. Stattdessen einmal mit dem Gradstich drüber damit es im Zweifelsfall nicht zu sehr aufribbelt oder -rollt, fertig.nachher (1)

Blieb noch der untere Teil, mittlerweile gänzlich zerlegt, den fast das geplante Schicksal ereilte.

vorher (4)

Ein paar Träger unter Zuhilfenahme eines Jerseyrests aus der Restekiste (Sorry, Stoffbilanz!) , dann noch ein Seitenteil dazwischen gefriemelt… Als es fertig war fiel mir dann auch ein, dass ich ja eigentlich über vorne gekreuzte Träger nachgedacht hatte, aber das hätte vermutlich eh nicht so gut funktioniert.nachher

nachher (11)Kurz vor knapp entschied ich dann jedenfalls noch, wenigstens eins der beiden nur zu taillieren und als kurzes Kleidchen/Longshirt zu tragen, eventuell mit einem schwarzen Jerseymini und natürlich, wie das andere auch,  einem Top oder Bandeau drunter. Ausschnitt schön und gut, aber das ist mir dann doch ein Bisschen zu viel.
nachher (2)

Damit wäre die Einstimmung dann auch schon wieder erledigt und ich kann verraten: ich habe mich gleich am Montag um die Stoffbilanz und die Abarbeitung alter Pläne gekümmert. Mehr dazu gibt’s die Tage natürlich hier.

Eben war doch noch Sommer? – Projekt 12/12, Akt 9

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So kommt es mir jedenfalls vor. Nicht nur, dass ich doch „gerade erst“ im Mai heimgeflogen und jetzt schon wieder in UK bin, sondern  auch das Sommerwetter hat sich wohl für dieses Jahr verabschiedet. Was läge also näher als die Zeit vorm Unistart nochmal zu nutzen um was warmes zu nähen?

Ich weiß, ich schulde euch noch Projekt 8, aber was sind schon konsekutive Zahlenfolgen? Zu Nummer 8 hab ich leider vergessen Fotos zu machen bevor ich zurück nach UK geflogen bin, das wird also frühestens Weihnachten wieder was, denn Sommer ist hier eh nicht mehr wirklich, also hab ich die Hose daheim gelassen.

Aber zurück zu was warmem… Erinnert ihr euch noch an den „Na Sie haben wohl kein Mädchen, was?“-Fleece vom Stoffmarkt? Daraus wurde – nein, ich habe immer noch keinen Jungen 😉 – eine kuschelige Jacke. Um das Muster etwas zu entschärfen mit schwarzem Fleece kombiniert, der fasst sich allerdings etwas anders an. Eigentlich wollte ich hier auch wieder Gebrauch von meinem Schneidefuß machen, aber das hab ich schnell wieder verworfen als ich merkte, dass der Stoff sich offenbar zwischen schneiden und nähen so verschob, dass daraus nichts gescheites wurde.

Premiere dabei: Pattentaschen. Ich bin mir sicher, das wäre professioneller gegangen, aber dafür, dass ich das ohne Anleitung mit purem Vorstellungsvermögen durchgezogen habe hat es wirklich gut geklappt.

Sieht man kaum, gell? Das war allerdings auch so beabsichtigt, denn das Muster großartig zu unterbrechen wäre wohl recht wild geworden, weshalb ich auch Pattentaschen statt der üblichen aufgesetzten Kängurutaschen gewählt habe. Die Taschenbeutel sind hierbei aus einem Rest dunkelgrauen Jerseys, der mir in meinem Fundus zwischen die Finger kam, damit das nicht so aufträgt. Mal wieder mit französischen Nähten und an der Front einfach beim Reißverschluss mitgefasst. (Hier sieht man auch, dass ich den sicherheitshalber mit einem Streifen Bügeleinlage verstärkt habe damit er sich hoffentlich nicht verzieht oder wellt. Und die herrlich flauschige Inneseite des Fleece. *kuschel*)

Aber was wäre schon ein Projekt von mir wenn es retrospektiv nicht auch was zu bemängeln gäbe, das man hätte besser machen können?
In erste Linie sind das die Taschen, die in Ermangelung irgendwelcher Muster leider recht kleine Eingriffe haben. Da habe ich wohl zu sehr von „Hm, wo und wie würde ein Tascheneingriff gut aussehen? Gut, da kommt er hin.“ leiten lassen. Meine recht kleinen Hände passen gerade so rein. Und mein Handy auch. Phew.

Ein weiterer Punkt sind die Ärmel, denn der Elastizität sei Dank hab ich beim Zuschneiden leider nicht bedacht, dass ich unter so einer Jacke vermutlich meistens was drunter tragen würde. Dementsprechend sitzen die Oberarme jetzt etwas *hust* straff *hust*. Vielleicht behebe ich das nochmal mit schwarzen Fleeceeinsätzen, die natürlich ein vollkommen gewolltes und beabsichtigtes Designelement wären.

Des Musters wegen und weil sie mich außer bei Regen meistens doch nur nerven wollte ich keine Kapuze machen. Gänzlich ohne Abschluss sah die Jacke aber natürlich auch etwas dämlich aus, also hab ich als Ausgleich zum Bund einen großen Stegkragen gemacht, der seitlich mit einem großen Knopf zu schließen ist. (Es lebe die Knopflochautomatik!) Hätte ich das Kopfloch (Nein, nicht Knopfloch!) etwas kleiner gemacht wäre der Kragen vielleicht auch näher an den Hals gekommen um tatsächlich eine wärmende Funktion zu haben. Andererseits hab ich eh meistens noch ein Halstuch oder dergleichen an, dass gegebenenfalls die Lücke ausfüllen könnte.

aus nordwestlicher Richtung nähert sich überraschend ein Produktiv-Hoch

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Tja, erstens kommt es anders und zweitens als man denkt, nicht wahr? Gänzlich unerwartet jedenfalls hat sich der Mai bei mir doch noch als relativ produktiver Monat entpuppt. Nachdem meine Prüfungen vorbei, der Cozy und das 12/12-Shirt genäht waren und ich das Grillen bei meinen englischen Freunden auch erfolgreich überlebt hatte (An dieser Stelle besser kein Kommentar außer: Schwarz ist eben doch nicht immer gut.) hab ich Sonntags noch mal eine kleine Power-Nähsession eingelegt. Zugeschnitten und mit besticken (lassen) hatte ich schon vorher zwischendurch mal angefangen, trotzdem kam noch ein bisschen Gehirn- und Fingerakrobatik auf mich zu.

Gesamt

Ich wollte nämlich endlich mal eine große Tasche, natürlich mit Kleinkramfächern und nicht so langweilig, also hab ich mal wild drauf losgestickt und meine studierten Hirnwindungen für ein bisschen Schnittakrobatik missbraucht. Grundschnitt sowie aufgesetzte Innen- und Außentaschen sind dabei natürlich eher wenig kompliziert, aber eine kleine Finesse hab ich mir doch noch einfallen lassen: eine Wasserflaschentasche!

Flaschentasche

tanzende Skelette

Als ziemlich durstiger Mensch trage ich für gewöhnlich immer eine Wasserflasche bei mir und bin, gerade bei großen „Rumpeltaschen“ meistens schnell genervt davon, wenn die Flasche wüst in der Tasche umherfliegt, umkippt, beim tragen unbequem gegen mein Bein bollert oder ähnliches und ich sie immer erst umständlich wieder hervorgraben muss wenn ich dann mal was trinken will. Also eine Außentasche speziell für die Flasche, oben mit Gummizug der sich bei 1,5l-Flaschen nahezu hervorragend in die Griffmulde einfügt.  Darauf tanzen dann fröhlich zwei Skelette.

Auf der gegenüberliegenden Seite noch eine kleinere Tasche für schnell zu erreichende Kleinigkeiten, mit Schlüsselring und einem meiner liebsten Stickmotive. Muhahaha! (Leider sieht man da auch, dass sich am oberen Ende schon ein kleines Loch gebildet hat, da war die Nahtzugabe wohl nach dem Einnähen des Reißverschlusses etwas knapp, das werde ich früher oder später ausbessern müssen. Und wie überblitzt das wieder ist… )

Seitentasche

Auf der Vorderseite außerdem zwei weitere kleine Taschen, oben eine für Handy und Fahrkarte, unten eine z.B. für eine kleine Notration Süßkram. Hier sieht man die Motive auch noch mal etwas besser, die auf der Vorderseite sowie der verrückte Wissenschaftler sind alle von Urban Threads, das tanzende Skelett von hier.

Front

Innen gab’s außerdem zwei weitere Taschen, z.B. für Geldbeutel & Co., Taschentücher und andere Utensilien die Frau gelegentlich braucht, eine davon mit aufgesetztem Stiftehalter. Letzter eignet sich wie ich leider zu spät feststellte allerdings nicht für etwas größere Stifte wie beispielsweise meinen USB-Stick-Kugelschreiber, aber was solls. Notfalls wird er falschrum drangesteckt oder landet in den Innentaschen, etwas Schwund ist ja immer.

Innentaschen

Als ob das für den „ausgebuchten“ Mai noch nicht genug wäre habe ich dann daheim auch noch ein Oberteil für einen Mittelaltermarktbesuch zusammengestümpert, weil das Kleid, dass ich von meiner Tante zum Abi bekommen habe zwar wunderschön, aber langärmlig und schwarz bei knapp30°C leider eher weniger geeignet ist.

Den Rock habe ich schon vor Ewigkeiten mal selbst genäht, den Beutel hab ich auch noch schnell zusammengeschustert und das Mieder war mal als Probeteil eines Schnittes gedacht. Leider lag es jetzt so lange ohne Ösen im Schrank herum, dass ich mittlerweile  schon vollkommen vergessen habe, welcher Schnitt das war. Soviel zum Thema Probeteil. =P Leider krumpelt es auch etwas, da ich keine Stäbchen verwendet habe, weil die Wendeseite aus so steifem Kunstleder ist, dass ich das für ein Probeteil nicht unbedingt für nötig hielt. Als dann plötzlich der Markt vor der Tür stand hab ich es einfach angezogen um das andere sackige Oberteil etwas auf Figur zu bringen, dabei hatte ich nicht mal Ösen da.

crazy cozy oder die Jacke der 1000 Möglichkeiten

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Neulich hab ich es ja schon erwähnt, ich habe es tatsächlich mal geschafft noch was anderes als nur 12/12-Projekte zu nähen.  Angefangen habe ich mit diesem Teil schon im März meine ich, aber na ja…

Ich steh ja total auf multifunktionelle Sachen und Kleidung falls ich das noch nicht erwähnt habe. Das bekannte Infinity Dress habe ich bereits nachgenäht und bin jedes Mal wieder vollkommen überfordert damit, mir überhaupt eine der tollen Wickelmöglichkeiten auszusuchen oder mich gar an mehr als den Standard zu erinnern. Nun ja, schon vor Ewigkeiten habe ich jedenfalls auch so eine tolle multifunktionale Wickeljacke haben wollen, wie ich sie unter anderem in diesem (Werbe-)Video gesehen habe.
Burda hat kurz darauf einen „Schnitt“ in einem der Hefte (Juli 09) gehabt und ich hab’s irgendwann ausprobiert, leider war aber das, was mir da als Jersey verkauft worden war, nicht sehr elastisch und da Burdas Anleitung eigentlich ein großes Rechteck mit zwei kleineren Rechtecken als Ärmel ist hat das Ganze nicht so großartig funktioniert und bescheiden gesessen.

Es hat nun also über 2 Jahre gedauert bis ich das Unterfangen „Cozy“ nochmal angegangen bin, diesmal mit hübschem roten, sehr elastischen Jersey, genau genommen sogar der gleiche, aus dem das erste Infinity Dress auch ist. Und weil man ja aus seinen Fehlern lernt hab ich nicht nur einen geeigneteren Stoff genommen sondern statt einem Rechteck mit viel zu weit außen und unten vorgesehenen Ärmeln taillierte Vorder- und Rückenteile und die Ärmel meines T-Shirt-Schnittes genommen.
Das produzierte natürlich Nähte, die beim drapieren potentiell offen gelegt werden könnten. Also hab ich faule Socke tatsächlich mal alle Nice-ties gemacht und mit französischen Nähten zwecks Innenschön aufgewartet. Gesäumt ist außerdem mit Briefecken, die ich ja schon beim Aprilprojekt getestet hatte und bei denen ich jetzt auch endlich den Trick durchschaut habe den richtigen Abnähwinkel zu treffen.

Auch hier nur Fotos auf Kaja, dafür hab ich ein paar Tragevarianten die mir spontan eingefallen sind abgelichtet. Da meine Kamera chronisch leere Akkus bemängelt und der Handyakku auch zu Neige ging sind einige leider ohne Blitz, aufgehellt und in entsprechend schlechter Qualität.

Zuerst mal offen, noch recht langweilig-formlos:

Im Nacken geknotet ist’s immer noch walle walle.

Aber man kann ja auch wickeln.

Oder sich als Hilfsmittel eines Armreifs bedienen:

Okay, das sieht vielleicht etwas krumpelig aus… (Apropos, furchtbar wie verzogen Design und Layout hier am größeren Bildschirm meiner Mutter aussehen! Da muss ich wohl dringend weiterbasteln.)

Aber ob mit oder ohne Armreif, man kann das Ganze sogar zum Kleidchen drapieren. Wäre hier natürlich auch ordenlicher gegangen wenn ich nicht hätte fürchten müssen bald gar keine Akkulaufzeit mehr zu haben.

Bilder von der Innenverarbeitung hab ich natürlich vergessen zu machen bevor ich wieder – ohne die Jacke – nach Deutschland gejettet bin. Aber wir können uns ja sicher alle vorstellen, wie französische Nähte aussehen, nicht? Nein? Na ja gut, dann müsst ihr euch wohl oder übel bis Herbst gedulden.

Hach, ich liebe sowas… Das Problem ist nur, dass ich wann immer ich sowas trage tatsächlich immer das Verlangen bekomme, ständig neu zu wickeln und was anderes zu machen.