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Es darf gesabbert werden…

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Anfang Oktober hat die Tochter unserer Nachbarn ein Baby bekommen. Ich selbst war als kleines Kind öfter mal bei ihnen drüben und habe zum Beispiel „Es war einmal das Leben…“ (Wie passend… Und, wer hat jetzt noch einen Ohrwurm?) mit ihnen geguckt und angeblich beim letzten Einhorn Rotz und Wasser geheult. Dass ich den Vater damit etwas ins Straucheln gebracht habe kam dann auch beim Polterabend vor ein paar Jahren, zu dem wir ebenfalls eingeladen waren, wieder amüsiert zur Sprache. (Ich bin mir übrigens keiner Schuld bewusst, aber die Nachbarskinder sind ja auch ein paar Jahre älter und können sich daran sicher besser erinnern als ich.)

Als wir dann mit den ersten Fotos auch das Geschlecht und den Namen verkündet bekamen wollten wir natürlich auch wieder gerne ein kleines Präsent überreichen können. Ich ergriff also die Initiative und hatte schon bald eine Idee – ein Lätzchen. Mein Gedankengang dabei war vor allem, dass frisch gebackene Eltern vermutlich Strampler zu Hauf geschenkt bekommen oder bereits haben und das Kind da ohnehin schnell rauswachsen wird. Daher erschien es mir sinnvoller, etwas zu machen, was vielleicht nicht unbedingt sofort benötigt wird, deshalb aber voraussichtlich auch noch nicht in x-facher Ausführung vorhanden und außerdem weniger größenkritisch ist.

Lätzchen4

Zuerst war meine Mutter von der Idee eines Lätzchens gar nicht so angetan – bis ich ihr sagte, dass ich doch ein Motiv und den Namen draufsticken möchte und sie plötzlich ganz begeistert war und fand, dass die Eltern sich über so ein individuelles, persönliches Geschenk sicher freuen würden. Da war mein Vater schon schneller von Begriff, der hat meine Idee nämlich schon bei der bloßen Erwähnung eines Lätzchens sofort durchschaut.
Die Motiv-, Stoff- und Farbauswahl sowie die Umsetzung blieb dann aber selbstverständlich doch wieder nahezu komplett an mir hängen. 😉 Lediglich bei der Stoffauswahl der Vorderseite hat meine Mutter für Brei-rutschhemmenden Frottee votiert.

Lätzchen3

Den in den Stickrahmen der Maschine einzuspannen oder sich beim zuschneiden komplett davon vollfusseln zu lassen war allerdings kein so großes Vergnügen… Aber ich das Frotteemonster erfolgreich bezwungen.

Unter dem Frosch ist wie gesagt noch der Name des Mädchens gestickt, aber den hab ich lieber mal unkenntlich gemacht. So viel sei gesagt: das Garn ist rot.

Lätzchen#

Der Zwischenstand in Form eines fertig bestickten, alles vollfusselnden Frotteelappens fand dann auch bei meinen Eltern Anklang. Gesprächsfetzen gefällig?
Ich: „Also find’st du das auch gut so?“
Vater im Brustton der Überzeugung: „Ich find das super-mega-süß!“
Na dann… kann ja nichts mehr schief gehen, was?

Als Verschluss haben die Teile vor dem Verstürzen noch einen Klettverschluss spendiert bekommen, das dünkte mir praktischer als die elenden Bindebändchen, die an meinen Lätzchen früher immer ausgefranst sind. Außerdem: wer bindet denn eigentlich bitte gerne einem zappelnden oder sich wehrenden Kleinkind irgendwelche Schnüre um den Hals?

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Und falls ihr euch jetzt wundert: obiger Text ist natürlich zeitnah im Oktober entstanden, aber – ihr ahnt es vielleicht – da die einzige Aufgabe meiner Mutter darin bestand, das Geschenk einzupacken, habe ich es prompt versäumt, Fotos zu machen. Super, ne?

Warum ihr das jetzt trotzdem seht? Weil eine gute Freundin von mir quasi „so nett war“, vor ein paar Tagen ebenfalls ein Kind zu bekommen. Und weil sie bei der Erzählung vom anderen Lätzchen so begeistert von der Idee war, dass sie selbstverständlich auch eins bekommen sollte. (Sollte sie natürlich eh, aber im Vorhinein zu wissen, dass sich jemand freuen wird, hat doch auch was, oder?) Das bot mir natürlich die perfekte Gelegenheit, die ganze Sache endlich mal fotografisch festzuhalten. Welcher Name hier unkenntlich gemacht wird ist ja dann letztenendes auch egal, der Unterschied liegt ohnehin – abseits des Namens selbst natürlich – nur darin, dass ich den Namen ihres Sohnes in einem leuchtenden Blau gestickt habe.

Lätzchen5

Die Rückseite besteht übrigens aus schlichter dunkelgrüner Baumwolle, leider hat sich hier beim Absteppen der Frottee etwas durchgezogen.

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Karteileichen #4 – Willkommen im Spukschloss

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Während das Wetter draußen grau und trüb ist und gelegentlich mal ordentlich Nebel aufkommt ist die Assoziation mit einem mystischen Spukschloss doch nicht ganz so weit hergeholt, oder?
Deshalb fällt mir glaube ich spontan keine Karteileiche ein, die besser dazu passen würde – auch wenn das passende Wetter zum Tragen vielleicht nicht unbedingt nebelig und nass-kalt aussieht.

Haunted House 4
Es dürfte schließlich auch auf den Fotos ersichtlich sein, diesen kurzen Rock habe ich noch bei besserem Wetter fotografiert. Genäht habe ich ihn übrigens glaube ich als erstes Teil in London, damals in meinem ersten WG-Zimmer, bevor das Studium losging…

Haunted House 3
Hach, das waren noch Zeiten, alles geritzt und erstmal warten, bis es wirklich los geht… keine weiteren Pläne klar machen oder Bewerbungen schreiben…

Haunted House 5
Den Schnitt oder viel mehr die Verarbeitung hab ich mir jedenfalls von der N&S-Userin „kleine Frau“ abgeguckt, die das mal in ihrem Work in Progress im Forum kurz erläutert hatte. Neben dem Bund mit Reißverschluss gibt es noch 8 Rockbahnen, ich meine es sind Tellersegmente, und das Ganze wurde zur Abwechslung mal links auf links zusammengenäht. Warum das? Weil dann Satinbänder drüberkamen, die die Nahtzugaben hervorragend verdecken.

Haunted House2
Das ist doch mal was anderes, oder? Außerdem geschickt genutzt, sodass innen keine Nahtzugaben mehr überstehen. Na ja, dass mir die Idee gefallen hat dürfte ja schon daran zu bemerken sein, dass ich sie nachgenäht habe.

Haunted House
Zusätzlich, um die Farbe noch mal aufzugreifen und einen Tick mehr Deko zu haben, hab ich nur noch besagtes Spukschloss von Urban Threads aufgestickt, das dem geneigten Leser vielleicht sogar bekannt vorkommen könnte.
Wenn ich so genau darüber nachdenke: Im Nachhinein betrachtet sind die Ähnlichkeiten zwischen abgewrakten Spukschlössern und der WG bzw. Londoner Wohnungen allgemein sogar größer als mir damals überhaupt klar war. Frappierend. Die Version auf meinem Rock gefällt mir da allerdings deutlich besser…

am Schlafittchen gepackt

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Nach wie vor „schulde“ ich euch ja noch ein paar Weihnachts- und Adventskalendergeschenke, die ich zum Teil aber noch fotografieren muss. Ein Teil, das ich schon abgelichtet habe, zeige ich euch aber heute.

Krawatte
Für meinen Vater habe ich nämlich recht spontan eine Krawatte genäht, bestickt und in den Adventskalender gepackt. Natürlich wieder mit nautischen Anleihen… aber solange er noch keinen Palstek als Krawattenknoten macht sollte wohl alles in Ordnung sein.

Krawatte 2

Bei den Abmaßen hab ich mich an einer seiner gekauften Krawatten orientiert, die Verarbeitung ist – natürlich – bei Natron und Soda schön erklärt. Lediglich die übliche Einstecklasche auf der Rückseite hab ich noch zugefügt.

Da 2013 jetzt vorbei ist möchte ich euch natürlich auch noch ein gutes und erfolgreiches neues Jahr wünschen. Auf dass eure Wünsche und Pläne in Erfüllung gehen mögen! Ich hoffe ihr habt schön gefeiert? (Mich hat es ja am meisten gefreut, als die verängstigte Katze irgendwann wieder unter meinem Bett vorkam und sich morgens um 8 bis mittags vertrauensvoll zu mir ins Bett kuschelte. An die Tiere denken die meisten ja wohl nicht, wenn sie stundenlang sinnlos ihr Geld anzünden und ihr Erspartes in Form von lauten Böllern verpulvern, die womöglich nicht mal hübsch aussehen…)

Einen Jahresrückblick, wie er momentan an jeder Ecke auf beinahe jedem Blog aus dem Boden sprießt, möchte ich euch und mir an dieser Stelle aber sparen. Es sei nur so viel gesagt: die erste Jahreshälfte war anstrengend und arbeitsreich, hielt dafür aber – neben dem Rückzug aus England – mit etwas Verzögerung einen ausgezeichneten Studienabschluss bereit, die Jahresmitte wartete mit einer zum Glück sehr gut verlaufenen großen Bauch-OP auf und die zweite Jahreshälfte war eigentlich hauptsächlich nur noch frustrierend und deprimierend (um nicht zu sagen scheiße), weil der tolle Studienabschluss und alle anderen Mühen mir bisher leider trotzdem keinen Job oder ähnliches beschert haben.  Bleibt also zu hoffen, dass sich das 2014 bald endlich ändern wird! (Sonst bin ich nämlich ehrlich gesagt mit meinem Latein, das ich nie konnte, auch am Ende.)

Einen positiveren Schluss kann ich aber zumindest bezüglich der Stoffbilanz ziehen: seit 21. August habe ich nämlich meinen Aufzeichnungen zufolge in Etwa 24,8596 m² Stoff verarbeitet! (Wenn ich nichts vergessen habe…) Es sind zwar auch 14,904 m² dazu gekommen, nahezu ausschließlich für Geschenke, von denen aber immerhin 10,454 m² für selbige auch gleich wieder drauf gingen, sodass nur 4,45 m² unverplante Reste übrig blieben, die tatsächlich auf den Stoffberg aufschlagen. Nichtsdestotrotz mussten so immerhin 14,4056 m² meines ursprünglichen Stoffbergs dran glauben und dessen Gesamtheit ist um 9,9556 m² geschrumpft.  Zusätzlich ist von einigen Stoffen jetzt nur noch so wenig übrigens – meistens auch noch unförmiger Verschnitt, der sich kaum richtig messen lässt – dass sich einiges getrost eher der Restekiste zuordnen lässt, aus der ich ausgleichend natürlich auch gelegentlich gezehrt habe.
Dafür, dass ich doch einiges zukaufen musste, in der ersten Jahreshälfte kaum Zeit zum Nähen hatte und mich in der zweiten auch nicht immer unbedingt als sonderlich produktiv empfunden habe ist ein effektives Minus von fast 10 m² gar nicht so schlecht, oder? Ich bin gespannt, wie das nächstes Jahr aussehen wird.

Karma-chameleon

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Ihr kennt es ja schon aus dem letzten Jahr: das „Karma-Wichteln“ im grünen Forum. Anscheinend habe ich bis auf bei der Jobsuche ganz passables Karma, denn obwohl meine eigenen Geschenke meistens eher, wie vom Wichtelprinzip angedacht, klein ausfielen habe ich dieses Jahr schon ganz fabulöse, große Wichtelpost von der lieben Frau Horror bekommen.
Während meine Mutter draußen ihre Windschutzscheibe freikratzte um mit der Katze zum Tierarzt zu fahren und ich die Hände im Plätzchenteig vergraben hatte brüllte ihr nämlich ihrer Erzählung zufolge schon von der anderen Straßenseite aus der Postbote zu, dass er Post habe, und lamentierte, wie er die denn in den Briefkasten hätte kriegen sollen (auch wenn mir schleierhaft ist, warum sowas dann nicht gleich vom Paketboten geliefert wird). Na was ein Glück musste die Katze geimpft werden… (Sie sieht das übrigens mit Sicherheit anders.)

Als meine Mutter dann verkündete, es sei für mich, und mir den Karton unter die Nase hielt setzte bei mir schon leichte Schnappatmung ein, denn: „Da, da… da! Da ist eine ID drauf. Wichtelpost!“ Gefolgt von einem ersten kleinen Freudentanz und mit ent-klebten Händen machte ich mir dann an dem Päckchen zu schaffen… und bekam es erstmal nicht auf. Sehr gut zugeklebt… aber Schätze behütet man eben, was?

Wichteln 2013 von Frau Horror 2
Zum Glück wollte ich das Geschenk vorsichtig rausziehen als ich den Karton endlich offen hatte, denn als erstes fielen mir gleich zwei Zusatzgeschenke in Form eines Duschgels und eines Lippenbalsams entgegen. Beides mit leckerem Apfel-Zimt-Duft… wenn ich schon keine Äpfel essen darf, hm?

Wichteln 2013 von Frau Horror
Mit dabei war auch ein Briefchen, das mich erstmal herzhaft hat lachen lassen:

Wichteln 2013 von Frau Horror 3
Zu den Verpackungskünsten maße ich mir keinen Kommentar an (auch wenn nichts „schlimmes“ daran sehen konnte), schließlich bin ich da selbst nicht gut drin, aber so viel sei gesagt: nähen kann sie auf jeden Fall!
Nachdem ich nämlich die wesentlich leichter zu öffnende Geschenkverpackung entfernt hatte kam diese ganz grandios-wunderbare Tasche zum Vorschein:

Wichteln 2013 von Frau Horror 4
Mit nicht nur einer Reißverschluss-, sondern auch noch einer Einstecktasche, die hier den Inhalt des kleinen roten Briefumschlags rauslugen lässt.

Wichteln 2013 von Frau Horror 5
Außerdem hat die Tasche einen Reißverschluss auf der Oberseite…

Wichteln 2013 von Frau Horror 6
… und D-Ringe an den Seiten, an die man einen langen Träger klippen kann:

Wichteln 2013 von Frau Horror 8
Das sieht dann so aus:

Wichteln 2013 von Frau Horror 14
Zusätzlich zu den hübschen Paspeln und der Schlossstickerei…

Wichteln 2013 von Frau Horror 15
… gibt es sogar auf der anderen Seite noch eine Stickerei, diesmal in Form einer Fledermaus, und noch ein kleines Fach.

Wichteln 2013 von Frau Horror 7
Ehrlich, ich war so begeistert beim Auspacken, mir fehlten die Worte und ich kam gar nicht mehr aus dem Staunen raus. „Oh, ist die schön… Punkte! Und mit Stickerei… oh, und da ist ja noch eine! Und eine gestreifte Innentasche, nein zwei, nein drei, nein sogar vier!“

Wichteln 2013 von Frau Horror 9
Da musste ich selbstverständlich gleich mal was reinpacken:

Wichteln 2013 von Frau Horror 10
Passenderweise kam die Tasche nämlich genau einen Tag vor einem geplanten Shoppingtrip, auf den ich mich mit dieser tollen Begleitung gleich noch viel mehr gefreut habe. Wer würde das nicht?

Für die besagten D-Ringe an den Seiten gab es übrigens selbstverständlich auch noch einen langen Tragegurt, denn eigentlich mochte ich solche bis dato lieber. Sogar einen mit, äh, Schulterpolster? Gibt’s dafür ein passenderes Wort?

Wichteln 2013 von Frau Horror 11
Beim Shoppen habe ich dann erstmal, neugierig wie ich bin, die kurzen Henkel ausprobiert und den langen nur sicherheitshalber eingepackt, und was soll ich sagen? Ich hab Gefallen daran gefunden. Vielleicht hatten alle vorherigen Testobjekte nicht die richtige Länge oder Konsistenz, aber hier sind die Henkel auch für das bequeme Kurz-Tragen perfekt. Da tun sich doch glatt neue Welten auf. Nichts desto Trotz ist die großartige Tasche natürlich auch mit angebrachtem langen Gurt absolut perfekt.

Wichteln 2013 von Frau Horror 16
So perfekt sogar, dass meine Mutter bei ihrem Anblick auch spontan verzückt verlauten ließ „Ooh, ich will auch so eine!“, obwohl ihr Geschmack natürlich ganz anders ist, und mein Vater mal wieder begeistert seine Bewunderung dafür kundtat, wie toll er das Forenwichteln findet und dass sich da mehr oder weniger fremde Leute so viel Mühe geben für andere zu werkeln, dass ein derart fantastisches Geschenk dabei herauskommt, das so perfekt zu mir passt obwohl mich Frau Horror nicht mal persönlich kennt. Wenn das kein Lob ist…

Wichteln 2013 von Frau Horror 13
Ihr könnt euch jedenfalls vielleicht denken, dass ich den ganzen Tag nicht mehr aus dem Strahlen und Grinsen rauskam und es kaum erwarten konnte, am nächsten Tag voller Stolz meine tolle Tasche durch’s Einkaufszentrum zu tragen und allen damit eine lange Nase zu machen.

Tausend Dank noch mal an Frau Horror, die mir meinen größten und aufwändigsten Wunsch so liebevoll und durchdacht erfüllt hat! Damit hätte ich wirklich nie im Leben gerechnet. Wer das Wichteln kennt weiß nämlich: in der Beschreibung der Aktion steht, man solle sich etwas wünschen, das auch für eine berufstätige Person an ein paar Abenden zu erledigen sei, und bei Aufwand und Materialkosten eher an eine Kleinigkeit für die Bürokollegin als an ein Geschenk für die besten Freundin denken.  Also wenn das eine Kleinigkeit für die Kollegin ist, was kriegt denn dann die beste Freundin?! Allein die unzähligen Schnitteile und das Material, von der sauberen Verarbeitung mal ganz abgesehen… da kann Frau Horror noch so oft sagen sie habe das schließlich gelernt und der Schnitt sei nicht auf ihrem Mist gewachsen (Ich hab nachgefragt, er hört auf den klangvollen Namen „Schnabelina„.), ich glaube so ein elaboriertes Wahnsinnsgeschenk kann man nicht kleinreden.

Wichteln 2013 von Frau Horror 12
Ich freue mich jedenfalls immer noch wahnsinnig und fange jedes Mal an verzückt zu Lächeln wenn ich diese großartige Tasche sehe, in die der Lippenbalsam übrigens auch gleich eingezogen ist. (Wobei ich eigentlich gar nicht weiß, womit ich bei so einem wunderschönen, genialen Geschenk auch noch Zusatzgeschenke verdient habe. So gut kann mein Karma doch gar nicht sein!)
So viel sei jedenfalls gesagt: meine Fotos werden diesem Prachtexemplar gar nicht gerecht! (Oder sollte ich eher sagen: ich kann mich besser freuen als Fotos machen?)

Schaluze oder Kapuzal?

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Ihr werdet euch jetzt vielleicht denken: „Bitte was? Was faselt die denn da?“ (Jetzt hätte ich fast fusselt geschrieben. Nomen est omen.) Tja, das kann ich euch erklären.

Als ob es nicht schon schwierig genug wäre, Wintermäntel zu finden, die passen, scheint es auch noch kaum Mäntel zu geben, die eine Kapuze haben. Geschweige denn beides. Dabei finde ich das gerade im Winter bei englischem unberechenbarem Wetter echt praktisch wenn man mal einen Satz warme Ohren oder Schutz vor Regen, Schnee und dergleichen braucht.

Mittlerweile habe ich zwar einen Mantel mit Rückenschnürung zwecks Passform und Kapuze, aber ich habe eben auch noch was ohne Kapuze. Und das hat mich letzte Saison regelmäßig fluchen lassen wenn es mal wieder unvermittelt anfing zu regnen und ich natürlich auch keinen Schirm dabei hatte. Schon damals fasste ich also den Entschluss, mir einen Kapuzenschal zu nähen. Was offensichtlich bis diesen Herbst gedauert hat. (Ich schwöre, ich musste wirklich nur noch die Taschen annähen und Fotos machen!) Aber jetzt ist er endlich fertig. Und weil mir „Kapuzenschal“ als Überschrift etwas langweilig erschien und ich ohnehin eine gewisse frühkindlich antrainierte Affinität zu dämlichen Wortspielen und Neologismen habe (ich sag nur „eine Kuh, viele Kuchen“…) überlegte ich, selbstverständlich nicht ganz ernsthaft, ob wohl Kapuzenschal oder Schalkapuze besser klinge.

Das ist sie also, die beinahe eierlegende Wollmilchsau, deren Taschen im wahren Leben nicht annähernd so schief sind, wie es auf dem Bild mal wieder aussieht:

1-12 2013Schwarzer Fleece, bestickte Taschen für warme Pfoten und Deko und Kapuze für warme Ohren. Letztere ist übrigens mit einem dünnen Baumwoll-Polygemisch gefüttert damit meine Haare sich nicht so aufladen. Dafür hab ich den einlagigen Schal einfach zwischen den Nahtzugaben der beiden Kapuzen mitgefasst.

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Und weil mir ein einfacher schwarzer Schal inbesondere zu einem dunklen Mantel nicht peppig genug war gab es selbstverständlich auch noch Stickerei, nämlich die genialen Steampunkschneeflocken von Urban Threads. (Bei denen ich übrigens fest davon ausgegangen war sie schon zu besitzen und erst als ich Garn raussuchen wollte feststellte, dass dem nicht so war. Netterweise kam mir UT dann aber wenige Tage später mit einem Sale entgegen.) Die eine Seite hat jedenfalls Flocken mit silbernen „Stacheln“, die andere hat goldene und überhaupt hab ich versucht, die Farben ein bisschen durchzumischen. Leider finde ich es oftmals gar nicht so einfach anhand der Garnliste und Bilder festzustellen, welches Teil jetzt womit gemeint ist, insofern passiert das fast zwangsläufig ohnehin und da ist so eine Zahnradansammlung in Metalltönen noch deutlich dankbarer für als andere Motive. (Ich habe beispielsweise mal übersehen, dass die Segel dieses Schiffs nicht ausgefüllt sind – auf dem dunkelgrünem Grund der Handyladestationen kam das dann allerdings nicht so gut…)

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Die  Taschen hätte ich eigentlich lieber direkt am Schal gehabt, aber das gab die ohnehin schon beträchliche Länge des Stoffs leider nicht mehr her.

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Ursprünglich sollte es das auch schon gewesen sein, aber dann stolperte ich bei der zu Inspirationszwecken angesehen UT-Anleitung über diese kongeniale Idee und ließ mich gerne dazu hinreißen, auch noch eine Art Stulpen in die Taschen einzubauen.

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Dazu wird auf der Rückseite der Tasche in der Nähe der Oberkante ein Schlitz in den Schal geschnitten, in den die kurze Stulpe genäht wird. So kann man die Hand in der Stulpe sowohl in die Tasche stecken als auch die Tasche am Handgelenk baumeln lassen und die Hand frei haben.

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Das ist sicher ein veritabler Ersatz für die Tage, an denen man auch keine Handschuhe dabei hat, weil es morgens strahlend sonnig und verhältnismäßig warm war. Vorausgesetzt man muss nichts in der Hand tragen, aber selbst da sind „halbe“ Handschuhe mit Schalzipfel dran besser als gar keine.

Übrigens ist der Hybrid gerade rechtzeitig fertig geworden, denn als ich am nächsten Morgen das Rollo hochzog begrüßte mich dieser Anblick:20.1.2013(Nein, ich weiß nicht, warum da ein Kühlschrank unter meinem Fenster steht. Am Abend hab ich aber zufällig ein Spaziergängerpärchen dabei beobachtet, wie es ihn neugierig inspiziert und anschließend, nach dem Schreck über eine abbrechende Schneeplatte, die gesamte Inneneinrichtung mitgenommen hat. Ist doch auch mal was, kommt man von einem Schneespaziergang nicht nur mit nassen Turnschuhen sondern auch mit Einlegebögen und Schubladen für den Kühlschrank heim. Natürlich haben ihn kurz darauf ein paar Halbstarke um- und weitestgehend zerlegt. Freilaufende Kühlschränke haben’s schon nicht leicht.)

20.1.2013 (8)Mittlerweile ist der Schnee übrigens wieder weggetaut, vermutlich eine Wohltat für das Funktionieren (falls man das so nennen kann) der englischen Gesellschaft und des allgemeinen Lebens. (O-Ton Mutter: „Bei dir liegt Schnee? Und, ist das Leben in England schon zusammengebrochen?“)

Das Januar-Projekt von 12/12 ist übrigens auch schon fertig, aber bedarf wohl noch einer kleinen kosmetischen Änderung, von der ich momentan noch nicht ganz sicher bin wann ich mich dazu werde aufraffen können. Aber diesen Monat war ich ja blogtechnisch ausnahmsweise schon mal fleißig,  also darf das notfalls auch bis Februar warten.

vegane Wichteleien und Igel im Winterschlaf

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Bevor sich hier jemand wundert: nein, ich bin nicht unter die Veganer gegangen. 😉 (Momentan bin ich ja froh um alles, was ich vertrage…)

Der Hintergrund dieses Titels ist folgender: seit ein paar Jahren findet im N&S-Forum jährlich ein Weihnachtswichteln statt. Klingt nach nichts besonderem? Nun ja, das N&S-Wichteln läuft etwas anders ab als die üblichen Wichtelzirkel, in denen jeder Teilnehmer ein Geschenk von einem anderen kriegt, denn Wunschaufgabe und -erfüllung erfolgen unabhängig voneinander, weshalb das Wichteln von vielen liebevoll „Karmawichteln“ genannt wird.
Man darf 3 verschiedene Wünsche in die Datenbank das große Buch des Orgawichtels eintragen und nach Wünschen anderer suchen, z.B. nach etwas, das man gerne basteln möchte, oder sich einfach auf gut Glück Wünsche anzeigen lassen. Hat man einen Wunsch, gefunden den man gerne erfüllen möchte, bestätigt man das dem Orgawichtel und verpflichtet sich erst damit, bis zur Deadline dieses eine Geschenk an einen bis nach der Bestätigung unbekannten User zu schicken, dessen andere 2 Wünsche mit der Bestätigung von der Wunschliste gestrichen werden. So kann also jeder nur 1 Geschenk bekommen, ob man eins bekommt weiß man allerdings erst, wenn man eins bekommt. 😉

Wie schon in den 3 Jahren zuvor hab ich auch 2012 wieder mitgemacht und mir diesmal einen Wunsch von Trisha ausgesucht, die sich einen Patch mit der Aufschrift „vegan“ für ihren Military-Rucksack gewünscht hat. Beim Lesen dieses netten Wunschs  und Trishas Vorlieben kamen mir gleich ein paar Stickmuster in den Sinn, denn mal ehrlich, dafür war meine Ruby doch quasi geradezu prädestiniert, oder? Also konnte ich mich nicht zurückhalten und habe Trishas als „Kleinigkeit“ kategorisierten Wunsch eben in vierfacher Ausführung erfüllt. Wenn schon, denn schon.

N&S-Wichteln 2012 für TrishaDie linken beiden Motive fielen mir sofort ein, leider ist dann unter den Hasen mal wieder ständig der Faden gerissen, sodass ich das schlussendlich mit einem „Patch auf dem Patch“ überdecken musste. =/

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N&S-Wichteln 2012 für Trisha (9) 1

Als ich dann noch in Trishas Blog las, dass sie auf Zombies steht, musste ich diesen Patch natürlich auch basteln.

N&S-Wichteln 2012 für Trisha (3) 1Dann fiel mir ein, dass sie vielleicht auch einfach nur einen Patch mit Schrift und ohne Bild wollen könnte und so waren die Viere voll.
N&S-Wichteln 2012 für Trisha (8) 1

Die Patches sind natürlich längst angekommen und als Trisha sich so herzlich darüber gefreut hat musste ich den ganzen Tag grinsen wie eine Doofe. Ich meine mal ehrlich, das ist doch super süß, oder? (Stellt euch jetzt die gelben Knuddel-/Küsschensmileys und den lila Kichersmiley noch animiert vor.)

Triashas Freude

Außerdem hab ich auch dieses Jahr wieder selbst Glück beziehungsweise einen lieben Wichtel gehabt, nämlich rhuna,  die mich mit einem klasse Helferin beglückte, das auch meine Eltern zu entzücktem Quietschen verleitete. Beide.
Zuerst begrüßte mich dieser nette Karton:

NuSWichteln 2012 von Rhuna 3Darin kam als erstes ein kleines Extra zum Vorschein: NuSWichteln 2012 von Rhuna 4Begleitet von einem Brief mit amüsantem P.S. und schließlich dem verpackten Geschenk:NuSWichteln 2012 von Rhuna 1

Und, was war drin, werdet ihr euch fragen? Dieser nette Geselle!

NuSWichteln 2012 von Rhuna 6

Ist er nicht süß, der kleine, kahle Igel?

NuSWichteln 2012 von Rhuna 5

Ich muss gestehen, als ich andere, insbesondere „tierische“, Nadelkissen im Geschenke-Vorstellungsthread sah bekam ich auch Bedenken, ob ich es überhaupt über’s Herz bringen würde, einfach so Stecknadeln in so einen putzigen Gesellen zu rammen. Glücklicherweise fand ich dann aber doch, dass ein Igel einfach Stacheln braucht und konnte ihn so guten Gewissens ein bisschen „schmücken“.

NuSWichteln 2012 von Rhuna 2

So ist’s doch gleich noch viel besser, oder? (O-Ton meines Vaters übrigens: „Das ist ja ein… Nadeligel. *kicher*“)

NuSWichteln 2012 von Rhuna 1 1Der Gute ist übrigens ein kleines Steh-auf-Männchen, denn er hat Rotgeld im Bauch, damit er nicht so leicht umfällt weil er natürlich vor dem Winterschlaf nochmal einen roten Apfel futtern musste.

Mittlerweile sind der Igel und ich übrigens wieder in UK angekommen, er hat noch mehr Stacheln bekommen und steht mir bei meinen Nähabenteuern als treuer Gefährte zur Seite.
Vielen lieben Dank nochmal, rhuna!